Konrad Folkmann

Leben wie eine Biene von Blume zu Blume

Früher ist es mir nie gelungen, eine Freundin zu finden, obwohl ich es mir so gewünscht habe. Ich konnte machen, was ich wollte, aber mich hat nie eine Frau geliebt. So manche Frau habe ich geliebt, aber nie konnte sie meine Liebe erwidern. Ich war sehr unglücklich und es war für mich eine unerträgliche Last, daß mich keine etwa gleichartige Partnerin lieben konnte. Weil mir etwas wesentliches fehlte zu meinem Glück, habe ich mich mit meinem Leben schwergetan.

Aber allmählich lernte ich, als Ersatz für die große Liebe, mich an vielen kleinen Dingen und zufälligen Begegnungen mit Frauen zu freuen. Ich stellte fest, daß ich ja eine Frau nicht zu besitzen brauche, um mich an ihr zu freuen. So lernte ich, mich an vielen zufälligen Begegnungen mit hübschen Frauen und schönen Blumen zu freuen. Ich lernte also, jemand oder etwas zu lieben, ohne es zu besitzen oder wiedergeliebt zu werden. Ich lernte eine solche Vielzahl an Dingen und Menschen zu lieben. Diese Vielfalt kleiner Begegnungen und Beobachtungen schenkte mir einen solchen Reichtum im Erleben, daß ich nur noch selten traurig bin, die große Liebe zu einer einzigen Frau nicht gefunden habe.

Da ich einer einzelnen Frau nicht so eine große Bedeutung beimesse, wie bei der großen Liebe, bin ich von einem einzelnen Menschen nicht so abhängig. Ich liebe vielmehr alle hübschen Frauen, und irgendwo findet wieder eine Begegnung statt, an der ich mich freuen kann. Ich habe auch keinen Kummer, wenn eine einzelne Frau meinen Blicken entschwindet, denn ich weiß, bald entdecke ich wieder eine andere Frau, die zwar anders ist, aber genauso faszinierend wie die Vorhergehende. So hole ich den Saft aus jedem schönen Augenblick heraus, ohne dem vergangenen nachzutrauern. Ich fühle mich dabei wie eine Biene, die von Blüte zu Blüte fliegt und aus einer Vielzahl von Blüten den Honig holt.

So habe ich für mich das Lebensglück gefunden, obwohl ich keine Beziehung zu einer einzelnen Frau habe.

Konrad Folkmann, 19.10.04

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