Hans Witteborg

Warum nur ?


Schön, daß wir uns endlich mal begegnen, wenn auch nicht real. Nein, sagen Sie nichts..lassen
Sie mich doch ausreden - wir sind schließlich nicht in einer Talkshow für Politiker in der alle durcheinander reden und nie jemand ausreden darf. Also geht doch! Ich wollte schon immer wissen, warum Sie mich eigentlich lesen habe ich doch wirklich nichts Sensationelles oder gar Substanzielles der Welt mitzuteilen. Selbst wenn, würde doch niemand auf mich hören. Hin und wider denke ich, meine eher kritischen Anmerkungen zum Gesellschaftleben könnten der Anlaß sein aber was würde meine Stimme da wohl zählen? Eben! Waren es vielleicht meine Ausflüge in das Religiöse? Wenn ich darüber nachdenke gab es von mir nicht den Hauch einer esoterischen Anspielung, die doch sonst so viele Menschen faszinieren. Auch bin ich der Meinung, daß viele Ungerechtigkeiten der Welt auf die Religionen zurückzuführen sind...schütteln sie nicht den Kopf... ich denke da an alle Religionen und meine nicht eine einzelne. So, Sie schimpfen mich einen Atheisten - bin ich nicht, obgleich ich meine, daß diese Leute sehr realistisch denken. Sie glauben nicht z.B. an die Vertreibung aus dem Paradies und geben damit nicht Eva, also der Frau, die Schuld für all das Unglück, daß nun arme Männer erleiden müssen. Nein, wenn sie das glauben würden, müßten sie den Tierfreunden gram sein, die in ihren Terrarien sogar Schlangen halten. Nein, meine Einstellung ist die eines Agnostikers. Also könnte sein ..oder auch nicht... jemand der total unentschieden ist, vielleicht sogar unparteiisch, weshalb Menschen, die mich kennen mich auch manchmal „die Pfeife“ nennen. Wegen der Religion werden Sie also kaum etwas lesen, was ich geschrieben habe. Meine politische Heimat? Das ich da nicht lache... ich bin so unpolitisch, daß ich nach jeder Wahl die Kreuzchen anders setze. Jawoll, ich bin bekennender Wechselwähler, nicht berechenbar, total unzuverlässig. Demzufolge kann das niemals Ihre Intention sein sich mit meinen Ergüssen auch nur annähernd zu befassen...politischer Mensch, der Sie sind .
Nein, kein Widerspruch, Sie hatten versprochen mich nicht zu unterbrechen...ich möchte wenigstens einmal im Leben aussprechen können. Wie? Wie lange ich verheiratet bin, das hat damit doch wirklich nichts zu tun – ich erwarte außerdem Objektivität und keine ins Private
gehende Analysen.
Durch ihre passive Teilnahmslosigkeit haben sie mich jetzt total verwirrt und ich habe den Faden verloren. Halten wir also fest: Sie lesen mich nicht, weil ich kritisch, politisch oder religiös schreibe. Meine Vermutung ist demnach, daß Sie Langweile haben, nichts Besseres zu tun haben, Rentner sind und mit Ihrer Zeit nichts anfangen können... schlimmer noch, Sie lesen meine Ergüsse deshalb, damit Sie endlich, endlich etwas haben worüber Sie sich aufregen können. Lassen Sie das, ich bin an vielen Dingen Schuld, jetzt nicht noch an Ihrem Herzklabastern, dagegen bin ich nicht versichert! Warum schütteln Sie wieder den Kopf? Ach so, Sie wollen einfach nur jemanden haben bei dem Sie Ihre Kritik anbringen können! Sie sind also ein kritischer Mensch und haben sich meine Person als Zielobjekt ausgesucht. Das kann doch gar nicht sein, denn bis vor kurzem kannten Sie mich doch gar nicht. Wie meinen? Ihnen gefällt mein Humor? Dann gehören Sie wohl auch zu den Menschen, die die Schadenfreude über alles stellen, denn Humor hat auch immer etwas mit Schadenfreude zu tun. Denken Sie nur an Slap-Stick oder so.. die Schadenfreude bringt man sogar den Kleinen schon bei, siehe z.B. Tom und Jerry. Hätte gar nicht gedacht, daß Sie so einer sind, glaubte immer, wer einen Blick in meine Machwerke tut ist ein seriöser Mensch. Gucken Sie nicht so beleidigt... gut, ich tue Ihnen vielleicht auch Unrecht, Nicht gewollt. Verzeihung!
Alles andere ausgeschlossen, sind es also die romantischen Töne, die ich in (manchen) Gedichten anschlage. Nur das lesen Sie also. Sie sind p i l c h e r i s i e r t Herz, Schmerz Enttäuschung und dgl. . Das bedeutet doch, Sie sind in Ihrem Leben noch nicht genug enttäuscht worden. Wünschen Sie sich nur das nicht! Enttäuschung ist mit das Schlimmste, was einem widerfahren kann. Nehmen Sie als Beispiel einen Autor, den man nicht liest... oder der nur von einer Person gelesen wird, nämlich von Ihnen. Dann fragt der sich doch die ganze Zeit warum nur, nur ausgerechnet von dieser Person. Eine schreckliche Vorstellung das, ein ganzes Leben nur diese bohrenden Fragen darum frage ich Sie...

p.s. so, jetzt können Sie antworten aber bitte nur schriftlich über mein Anwaltsbüro. Wo das ist? Glauben Sie etwa ich wäre so dumm Ihnen das zu verraten??

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.03.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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