Konrad Folkmann

Urlaub auf Rügen


Die Landschaft auf Rügen ist sehr vielfältig. Es gibt Wälder, Felder, Alleen, Steilküsten, Kreidefelsen, Seen, Schlösser, belebte Badeorte, einsame Dörfer mit alten Kirchen, riesige gelbe Rapsfelder und vieles mehr.

Ich habe allein Urlaub gemacht, weil ich so in meinem eigenen Tempo leben konnte. Der Urlaub war so schön, daß ich mich nie einsam gefühlt habe. Da waren einmal die beeindruckenden Naturerlebnisse, zum anderen habe ich am Leben der Badeorte teilgenommen. Es war auch sehr schön, sich auf vielfältige Weise auf der Insel fortzubewegen, zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Ausflugsschiff, dem Linienbus oder einer Dampfeisenbahn. Ich habe so die Vielfalt der Landschaften genossen, aber ich habe mir auch viele Ruhepausen in Cafes oder in der beeindruckenden Natur gegönnt.

Untergebracht war ich im attraktiven Ostseebad Binz mit seiner sehenswerten Bäderarchitektur aus der Zeit um 1900. Die überwiegend weiß gestrichenen Häuser hatten verzierte Holzveranden und teilweise Türmchen, eine ziemlich eigenwillige Architektur. Zentrum und Wahrzeichen dieses Badeortes ist das markante Kurhaus, wo sich die Hauptstraße, die Strandpromenade und die Seebrücke treffen. Auf der Hauptstraße sind die meisten Läden, verschiedene Restaurants und Cafes, wo man draußen sitzen kann. Ich bin wie viele Andere auch häufig auf der Hauptstraße und der Strandpromenade spazieren gegangen, und habe mich dann in ein Cafe gesetzt, um die Menschen und die Bäderarchitektur zu genießen. Auf dem Platz vor dem Kurhaus spielt abends in lauer Luft eine Musikgruppe Unterhaltungsmusik, bei der man kostenlos zuhören und dabei das Meer betrachten kann.

Binz ist von zwei Seiten von Wasser umgeben. Auf der Vorderseite liegt die Ostsee mit Strand und Strandpromenade und auf der Hinterseite liegt ein Binnensee, der Schmachter See, der natürlich von Schilf und Wald umgeben ist. Am Schmachter See ist im Bereich des Ortes eine sehr schöne Promenade angelegt worden, wo man auf Bänken den See genießen kann. Abends geht über dem See die Sonne unter, es ist sehr schön anzusehen, wie sich die untergehende Sonne im See spiegelt, wärend sie langsam hinter dem Wald verschwindet. Meist habe ich abends auf einer dieser Bänke gesessen, dieses Naturschauspiel genossen und zwischendurch Unterhaltungsliteratur gelesem.

In der Umgebung von Binz gibt es große Wälder und ein Jagdschloß mit Aussichtsturm. Man kann auf dem Hochufer auf einem Pfad durch einen wunderschönen, saftig grünen Buchenwald zu dem 7 km weit entfernten Badeort Sellin gehen. Diese Wanderung habe ich mehrfach gemacht und bin dann in Sellin des öfteren in eine russische Teestube eingekehrt, wo ich ein Kännchen russischen Samowartee genossen habe. Zurück nach Binz bin ich dann mit dem Linienbus, der Dampfeisenbahn oder einem Ausflugschiffchen gefahren. Tempo war da ein Fremdwort für mich, denn alles ging seinen gemütlichen Gang. Wozu sollte ich mich auch beeilen, es war ja Urlaub.

Ich habe mehrere Touren, Wanderungen und Radfahrten unternommen. Sehr sehenswert ist zum Beispiel die berühmte Kreideküste, dem wichtigsten Wahrzeichen Rügens. Die weißen Felsen an der Küste und der ausgedehnte Buchenwald auf der Halbinsel Jasmund ist zum Nationalpark erklärt worden. Ich bin 12 km oben auf der Steilküste von Lohme nach Sassnitz gelaufen, an den Aussichtspunkten hatte ich immer wieder Ausblicke auf das Meer und die weiße Kreideküste. An einem anderen Tag bin ich mit dem Schiff an der Kreideküste entlang gefahren, von dort konnte ich diese imposante Steilküste von einer ganz anderen Perspektive erleben.

Eine andere Tour ging auf die Halbinsel Mönchsgut, die aus mehreren ins Meer ragenden Landzungen besteht. Ich bin auf einer dieser Landzungen, den sogenannten Zickerschen Bergen, sanften Erhebungen im Meer, gewandert. Von der Bushaltestelle im kleinen Ort Gager war eine 8 km lange Rundwanderung rund um diese Landzunge markiert und ausgeschildert. Es war schön, an den sanften Hügeln mit ihren Wiesen, Baumgruppen und kleinen Wäldern zu wandern. Die Häuser der kleinen Orte Gager und Groß Zicker, auch die Neueren, waren reetgedeckt. Die höchste Erhebung dieser "Berge" war der 66 Meter hohe Bakenberg. Von hier aus kann man die gesamte Halbinsel Mönchgut mit ihren Landzungen und noch viel weiter schauen.

Eine weitere interessante Tour habe ich auf die kleine Insel Vilm gemacht, die nur auf einer geführten Wanderung in einer Kleingruppe nach Voranmeldung zu betreten ist. In DDR-Zeiten waren dort die Ferienhäuser der Parteioberen und heute ist dort eine Naturschutzakademie. Das interessante ist aber der seit 400 Jahren unberührte Urwald mit seinen Baumriesen, dichtem Gestrüpp, wilden Pflanzen und umgefallenen Bäumen, ein kleines Naturparadies, daß unter Naturschutz steht.

Ich habe noch einige andere Ausflüge gemacht, zum Beispiel zu den alten Hansestädten Stralsund und Greifswald auf dem Festland. Insgesamt war der Urlaub auf Rügen sehr erlebnisreich, mit einigen Ausflügen, die ich sehr gemächlich gemacht habe. Es war nicht langweilig, ich habe mich sehr wohl auf Rügen gefühlt.

Konrad Folkmann, 2003.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.05.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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