Ursela Seitz

bye, bye Amerika


Als David aus dem Flugzeug stieg und wieder deutschen Boden betrat atmete er auf. Eine kleine Reisetasche
trug Bernd sein siebenjähriger Sohn, während er das Baby auf dem Arm trug und an der freien Hand noch
das Zwillingspärchen zu führen versuchte. David hoffte nun, dass sein Bruder nach Erhalt des Telegramms
ihn nach Hause holt, ihm und den Kindern Obdach für die nächste Zeit bietet.
Martin kommt mit schnellen Schritten und umarmt wortlos die Heimkehrer. "Zu Hause" bitter klingen die Worte
und fester als gewollt drückt David das Baby an die Brust, so das die Kleine zu schreien anfängt auch das
erschreckte Zwillingspaar ebenfalls zu weinen begann. Selbst Bernd suchte Vaters Nähe, seine dunklen Augen
ängstlich aufgerissen, die Lippen fest aufeinander gepresst.
Während die Kinder bald vor Erschöpfung im Kleinbus des Onkels einschlafen unterhalten sich die Brüder leise.
"Sophie" fragt Martin, in deinem Telegramm stand nur hol uns ab. "Was ist passiert?"
"Hab sie verlassen, nur die Kinder genommen, bye Amerika, bye Sophie."
Martin schaut David fragend an, so kannte er seinen großen Bruder nicht. Seine Gedanken wandern zu der Zeit
zurück als ein verliebtes Paar sich in Amerika mehr Erfolg und Reichtum versprach. Es gelang ihnen ja auch,
ausser dem vierfachen Kindersegen, ein stattliches Vermögen zu erwerben. Bis eben hat wohl keiner der
Familienmitglieder eine Trennung des Paares für möglich gehalten.
"Sie ist wieder schwanger, doch nicht von mir, ihre eingereichte Scheidung traf mich aus heiterem Himmel, ich
musste weg" murmelt David. Er wischt sich mit dem Handrücken über die Augen die verräterisch glänzen.

Zwei Jahre später.
Fröhliches Kinderlachen klingt aus dem großen Neubau in dem sich David und seine Kinder wohl fühlen.
Seine Angst den geliebten Nachwuchs zu verlieren war unbegründet. Sophie sah ein, dass der Streit um das
Sorgerecht und die Aufenthaltsbestimmung die Kleinen nur belasten würde darum gab sie widerwillig nach.
Als erfolgreicher Architekt hat sich David unterdessen einen Namen gemacht, er arbeitet gerne von zu Hause
aus. Unterstützung erhält er bei der Kindererziehung von der jungen verwitweten Schwester seiner geschiedenen
Frau und wer weiß, vielleicht wird sie bald die neue Mama an Davids Seite.
 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.05.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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