Andreas Rückert

Krieg und Wahnsinn?



Ich stehe nun schon seit 2 Stunden hier und arbeite mir den Buckel wund!! Bald werden sie kommen. Es ist noch viel aufzubauen bevor sie kommen, ich hoffe wir Schaffens. Ich arbeite schon seit geraumer Zeit an ein und derselben Maschine* und werde nicht fertig damit. Ich bin zu langsam, doch es ist so viel aufzubauen und es geht so schwer. Mir steht der Schweiß auf der Stirn und des um sieben Uhr früh!! Ich kann nicht mehr, habe Hunger und die Arbeit hört nicht auf. Ich schaue aus dem Fenster, danach läuft mir ein schauer über den Rücken. Es ist kalt und düster. Kein Blatt hängt am Baum. Der Himmel ist bewölkt und es nieselt leicht. Kein Vogel zwitsert, nichts ist zu hören. Das ist die Ruhe vor dem Sturm! Es macht mir Angst. Ich werde aus meiner Illusion gerissen, als mir eine große Kiste auf den Fuß fällt. Na Toll nun tut mir auch noch mein fuß weh... Zehn Minuten vor acht. Wir haben alles noch rechtzeitig geschafft. Die erste Reihe macht sich fertig und geht an ihre Maschinen*. Ich blicke nochmals hinaus und dann sehe ich sieh: Diese Masse von Menschen, es sind dutzende. Ich bekomme Todesangst. Ich umklammere mein Werkzeug* nun noch fester, doch für Angst ist auf dem Schlachtfeld kein platzt! Dann stürmen sie los. Sie brechen ins Haus hinein. Die Luft steht still. Was für ein Anblick: Im Hintergrund der wolkenbedeckte, graue und düstere Himmel, im Vordergrund die reißende und bestialische Meute. Ein heroisches Bild. Eine Graue Masse von Menschen stürmt auf mich zu. Mir bleibt die Luft weg und meine Beine werden labbrig wie Wackelpudding. Wie ein Tsunami stürzt die Masse auf mich, ich muss mich entgegen stützen ansonsten würde ich weggerissen werden. Ich muss mich beeilen, wie eine wilde Meute stürzen sich die Menschen auf die armen Dinger*. Ich Schau um mich und sehe lauter gehetzt. Ich kann mich nicht mehr bewegen. Meine Kameraden stürzen raus mit vielen Dingern* um die Menschen  zurückzuhalten. Wir werden nicht mehr Herr der Lage! Ich schaue nach hinten und sehe eine arme alte Frau. Sie blickt hilfesuchend umher. Ich würde ihr gerne helfen, doch kann ich nicht. In ihrem Gesicht spiegelt sich Verzweiflung und Angst. Ich möchte zu ihr gehen, doch lassen mich die Menschen nicht. Nun hör ich von weitem eine Stimme. Eine Stimme die mich wieder in die Wirklichkeit reißt. Es ist die Stimme meines Vorgesetzten. Er ruft mir von weit hinten etwas zu, doch ich versteh ihn kaum. So viel Trubel um mich herum, es ist so laut, es ist so dunkel. Ich hab angst...irgendwas hat mich am Kopf erwischt, mir wird ganz schwarz und ich stürze zu Boden. Ich erwache langsam wieder und sehe nun meinen Vorgesetzten über mir knien. ,, Alles ok? Gut“ fragte er mich, reichte mir seine Hand und half mir wieder auf. ,, Du musst die restlichen Dinger* rausholen, damit wir wenigsten eine winzige Chance haben, es zu schaffen.“ erzählt er mir und rannte danach sofort wieder nach hinten. Ich weiß nun was ich zu tun habe. Ich muss ins Lager gelangen und die restlichen Dinger* rausholen. Doch das Lager ist so weit entfernt. Ich versuche mich durch die langen Wege zu schlagen. Ständig werde ich gestört und aufgehalten, dabei hab ich doch keine Zeit. Ich muss mich beeilen, jeder von meiner Truppe zählt auf mich. Überall ist Geschrei und die Lautstärke wird immer lauter. Ich entwickle so eine Art Tunnelblick, bis auf einmal neben mir etwas explodiert*. Geschockt stehe ich da, unfähig mich zu bewegen. Dann fängt das große Geschrei rings um mich an. Von hinten ruft ein Truppenkollege ,, Ich solle noch so viele retten wie möglich.“Ich nahm die Dinger* die noch nicht in Stücke geflogen sind, behutsam hoch und trug sie in eine sichere Ecke. Den Rest den ich nicht retten konnte, wischte ich auf. Eine unheimlich lange Zeitverzögerung. Nun kam ich endlich weiter zum Lager aufbrechen. Endlich angekommen..halt was ist das? Da kommt etwas genau in meine Richtung gerast. Ich springe schnell zur Seite. Aus dem Lagertor kommt eine Truppenkollegin mit schwerem Gerät*. Ich war einen Augenblick unachtsam und wurde deswegen fast überfahren. ,, Ich mach das schon, geh du und helf den anderen an vorderster Front, Ich fülle solang die restlichen Dinger* auf. Das sollte uns etwas Zeit gegen diese Bastarde verschaffen.“schrie sie zu mir, während sie nach hinten fuhr. Ich schlug mir nun den Weg nach vorne durch, wo ich auch nach ein paar Minuten ankam. Dort sah ich zwei von meinen Truppenkollegen, wie sie versuchten die Heerscharen von Menschen in den Griff zu bekommen, doch sie schafften es kaum. Ich stoße dazu mach meine Maschine bereit und dann geht es los. Meine Maschine* geht mit einem lauten krach auf und schon stürmt eine Traube von Menschen auf mich zu. Ich alleine gegen ungefähr 20-30 Menschen, ein erschreckendes Bild, doch ich darf keine Angst haben. Einen nach den anderen fertige ich ab, doch es werden einfach nicht weniger... Seit nun gut 2 Stunden sitze ich hier und es hört immer noch nicht auf. Ich bin müde und mir tut alles weh. Doch muss ich immer noch konzentriert bleiben. Ich darf keine Anzeigen von Schwäche zeigen. Endlich es hat aufgehört. Ich schlisse meine Maschine*, doch es kommen immer wieder vereinzelt Menschen. Schnell fertige ich sie ab, damit ich endlich raus komme. Ich stürme nach hinten und es ist erschreckend. Alles ist leer! Überall liegen die Dinger rum. Sogar am Boden!! Schnell fülle ich alles auf. Im Moment ist es sehr ruhig. Es ist die Ruhe vor dem nächsten Sturm..So alles aufgefüllt, damit habe ich der Spätschicht bestimmt sehr geholfen. Ich renne ein letztes Ma vor, rechne meine Kasse ab und habe nun endlich Feierabend. Doch morgen geht es wieder an vorderster Front. Jeden Tag stehe ich im Krieg gegen die unbarmherzigen Kunden...

Ich habe diese Geschichte geschrieben, da die meisten Menschen der Anschicht sind, das die verkäufer nichts tun und "faul" sind. Ich meine jedoch das dieser Beruf genauso stressig ist wie andere und wollte dieses Gefühl mit der Geschichte euch etwas näher bringen.
Andreas Rückert, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.05.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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