Jürgen Steinen

Nur ein Traum

"Holla..." dachte Batman und sah Catwoman bewundernd an.

Ihr Dress aus eng anliegendem Leder, die Katzenmaske, die Peitsche in
ihrer Hand, ließen ihn wieder einmal die Tatsache verfluchen, dass sie
sich für unterschiedliche Auslegungen des Gesetzes entschieden hatten.

Während sie auf den Pfaden des Verbrechens wandelte, war er unbeirrbar
gesetzestreu, unbestechlich und scheinbar resistent gegen die Erotik und
Verlockung ihrer geschmeidigen Bewegungen.

Tatsächlich aber war er überwältigt und gefesselt von ihrem Anblick.

Mit langsamen Schritten kam sie auf ihn zu, blieb dicht vor ihm stehen
und er roch ihr aufregendes Parfüm, dann, als ihre Lippen fast die
seinen berührten, ihren Atem und als sie ihre linke Hand auf seine Brust
legte durchzuckte es ihn wie ein Blitz und er wünschte sich nichts
sehnlicher als einmal schwach werden zu können.

Er war in ihre Falle getappt und alle Anstrengungen sich zu befreien hatten sich als nutzlos erwiesen.

Nun stand er, an Handgelenken und Fußknöcheln fixiert, wehrlos und
ausgeliefert in einem feuchten Gewölbe, das nur durch zwei Fackeln in
ein unruhiges, irreales Licht getaucht wurde.

Mit dem Nagel ihres Zeigefingers schlitze sie sein Kostüm von oben bis unten auf und ritzte leicht seine Haut.

Dann zog sie es auseinander und Batmans Atem ging hörbar schneller.

Ihre Hände wanderten von seinem Hals abwärts, tiefer und immer tiefer
und er schloss die Augen, sämtliche Nerven schienen dort zu enden, wo
ihre Fingerspitzen seine nackte Haut berührten.

Um dann, knapp unterhalb seines Bauchnabels, stoppte ihre Bewegung und ihre Fingernägel zogen sich zurück.

Die Augen weiterhin geschlossen hörte er einen Reißverschluss sich
langsam öffnen, er hörte das Geräusch von kühlem Leder das über heiße
Haut glitt und dann zu Boden fiel.

Seine Lippen zitterten, ein leichter Schweißfilm bildete sich auf seiner
Stirn und seine Erregung hatte unübersehbare Dimensionen angenommen.

Batman betete.

Er betete darum erneut ihre Fingernägel zu spüren, ihre Zähne in seinem Fleisch, ihren Körper an seinem Körper.

Und dann...endlich...

In diesem Moment erwachte Batman und war nicht mehr Batman sondern nur noch Bruce Wayne, der in seinem Bett lag.

Er sah in die Dunkelheit und lauschte den leisen, regelmäßigen Atemzügen neben sich.

Dann setzte er sich leise auf die Bettkante und zündete sich eine Zigarette an.

Müde rieb er sich die Augen.

"Hattest du wieder diesen Traum?" fragte eine Stimme in seinem Rücken. "Hast du wieder von IHR geträumt?"

Er nickte, obwohl das Nicken in der Finsternis nicht zu sehen war.

Ein Arm legte sich um seine Schultern und Lippen pressten sich auf seine Lippen.

Lustlos erwiderte er den Kuss.

"Was ist los?" fragte Robin und seine Stimme klang traurig "Verwandelt sich meine kleine Fledermaus in eine Hete?"

"Ach, lass mich in Ruhe, du Tucke." sagte Bruce Wayne, zog sein Kostüm an und wurde wieder zu Batman.

Er stieg ins Batmobil und fuhr hinaus ins nächtliche Gotham City um
seinen Frust loszuwerden und ein paar Penner zu verprügeln... 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.05.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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