Rüdiger Nazar

Hoffnung...und Schicksal...

Er ging einfach los.
Was war ihm geblieben?
Außer...Tränen und Schmerz im Herzen.
Das Auto sah er nicht...die Reifen quitschten auf dem Asphalt.
Idiot schrie der Fahrer aus dem herunter gekurbeltem Fenster.
Selber Idiot...schrie er zurück...du warst zu langsam ..ha ha !
Der Regen prasselte unbarmherzig...ihm war kalt...der Wind pfiff von links.
Er stand auf der Brücke...unter ihm...eine Lichterschlange von unzähligen Kraftfahrzeugen.
Als er runter sah...wurde ihm schwindelig...und er verspürte... dennoch den Wunsch...
jetzt springst du einfach.
Vielleicht so fünfzehn Meter...aber die Blechkarossen würden schon den Rest erledigen.
Es war eine Mühe das Bein über das Geländer zu heben...er stockte...er überlegte...dann war auch das andere Bein auf der anderen...todbringenden Seite.
Schwarz vor Augen...hielt er sich noch krampfhaft  fest.
Bei der nächsten Blechlawine würde er einfach loslassen...sich einfach seinem Schicksal ergeben.
Dann stand sie da...neben ihm...zerzauste Haare...zerrissene Kleidung.
Hallo...mein Freund...hast du mal eine Zigarette für mich
Mühsam hielt er sich mit einer Hand fest...während er mit der anderen in seiner Hose nach dem Tabakspäckchen nestelte.
Hier bitte...kannst du alles haben...lächelte er ihr entgegen....brauch`ich nicht mehr.
Danke sagte sie...aber nur...wenn du eine mit mir rauchst.
Er stieg wieder auf die andere Seite der Brüstung...na gut...aber nur eine.
Mit zittrigen Fingern drehte sie das Blättchen umständlich zu einer Rolle.
Sieht nicht gut aus...sagte sie...aber Hauptsache sie qualmt.
Er mußte lachen...ja lachen...in seiner so beschissenen Situation.
Wie heißt du...fragte er sie ? Ach...das tut nicht zur Sache...war ihre Antwort !
Und du...war die Gegenfrage ? Das ist auch egal...sagte er ...so was von egal.
Und was machst du hier mitten im Regen auf der Autobahnbrücke ?
Ihre Augen funkelten fragend. Tja...ich...äh...tja...ich...wollte.....
Ja ja sagte sie...das kenne ich...ich wollte auch mal.
Ein langes Gespräch begann...und er vergaß total ...warum er eigentlich hier war...an diesem Ort.
Diese Person erzählte so rührend und einfühlsam...das er sich plötzlich geborgen fühlte.
Laß es einfach sein...sagte sie...laß es sein....es geht immer weiter.
Jetzt muß ich aber weiter sagte sie nach einer guten Stunde...man wartet auf mich.
Man...fragte ich ? Wer ist man ? Das verstehst du noch nicht war ihre Antwort.
Er vergaß sein Vorhaben...die Person hatte ihn so fasziniert...mit ihren Worten...mit ihren Gesten...mit ihrer Erscheinung.
Er gab ihr die Hand. Auf bald...freue mich dich kennengelernt zu haben.
Meine Zigarette ist aus...sagte sie. Hast du noch mal Feuer ?
Er knippste an seinem Feuerzeug...hielt es ihr hin...und sie zog genüsslich an dem Glimmstengel....
ich heiße ...Hoffnung...sagte sie...sehr leise und bald nicht hörbar....Hoffnung...oder Schicksal...
Als die Flamme des Feuerzeuges erlöschte...stand er alleine auf der Strasse...sie war nirgends zu sehen.
Er verspürte einen Druck im Rücken...der ihn sachte...aber  konsequent von der Brücke drängte.
Hoffnung...hallte es in seinem Ohr...Hoffnung !
Zuhause legte er sich in`s Bett...und schlief zufrieden ein.
Er bemerkte beim Einschlafen nicht...das eine hellblaue Wolke über  ihm stand...den Raum mit lieblichen Duft erfüllte...und sein Windlicht von alleine ausging.
                                                                                                  
                                                                                                 Rüdiger Nazar
                                                                                               melvin6@gmx.de
                                                                                                    17.Mai 2011






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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.05.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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