Das Gespräch zweier ehemaliger Sportreporter in einer geschlossenen Anstalt...
„Haben Sie auch das Spiel gesehen?“
„Das Spiel? Welches Spiel denn?“
„Na, das Spiel, wo die immer so laufen und mit so einem Dings da...“
„Schach?“
„Heißt das so? Na gut. Haben Sie das Schachspiel gesehen? Spannend, was?“
„Ich hasse Schach. Tippe immer aufs falsche Pferd.“
„Tut mir leid. Ehrlich. Treiben Sie sonst noch Sport? Vielleicht Judo?“
„Judo? Wo die immer wie die Doofen im Kreis fahren und einen Höllenlärm produzieren?“
„Nee, das ist glaube ich Golf. Ich meine aber diesen Sport, bei dem Gewichte gestemmt werden.“
„Ach so. Dann meinen Sie wahrscheinlich Handball.“
„Ja. Handball. Elfmeter. Südkurve. Boxenstop. Genau. Handball.“
„Das ist aber Tennis, was Sie beschreiben.“
„Tennis? Sie spielen Tennis?“
„Gelegentlich. Ist mir aber zu gefährlich.“
„Wegen der Abgase?“
„Ach was. Wegen dem Wasser. Ich kann nicht schwimmen!“
„Oh weh! Tut mir leid. Kriegsverletzung?“
„Sportunfall.“
„Im Krieg?“
„Im Schwimmbad.“
„Was Schlimmes?“
„Grippe. Von der ganz schlimmen Sorte. Drei Monate Gips. War hart für mich!“
„Gips? Ich hatte schon mal die Masern!“
„Und?“
„Sind mir amputiert worden. Alle beide!“
„Armes Schwein.“
„Vegetarier.“
„Malaria? Auch noch? Sie sind ja echt gestraft!“
„Irrtum. Das wurde nicht bestraft. Bewährung. Zwei Jahre.“
„Glück gehabt.“
„Und? Haben Sie nun das spiel gesehen?“
„Am Mittwoch?“
„Nein, um 16.00 Uhr.“
„Vormittags?“
„Zweimal täglich. Hat mein Arzt gesagt. Erst die blauen und dann die roten Tabletten.“
„Rot und Blau? Ist das dann nicht Grün?“
„Tut mir leid. Ich war nie besonders gut in Kopfrechnen...!“
„Kein Problem. Ich hatte in Sport auch immer eine Sechs.“
„Wegen dem Spiel?“
„Welchem Spiel denn?“
„Keine Ahnung. Ich dachte, Sie wüssten es?“
„Ich? Ich hab jetzt keine Zeit mehr. Muss los.“
„Gehen Sie spielen?“
„Nein. Kommen Sie mit?“
„Spielen?“
„Natürlich. Haben Sie die Boxhandschuhe dabei?“
„Könnten Sie mir vielleicht Ihre leihen?“
„Meine? Warum?“
„Ich sehe nichts ohne Boxhandschuhe. Altes Kriegsleiden.“
„Na gut. Aber ich darf zuerst schießen, ja?“
„Klar. Ich versteh ja gar nichts vom Reiten...!“
„Na, dann mal los, Heribert!“
„Genau! Auf in den Kampf, Marcel!“
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.10.2001.
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Kein Leben hinter mir: Trauma oder Irrsinn
von Klaus-D. Heid
Langsam gehe ich auf das sechzigste Lebensjahr zu. Da hinter mir nahezu jede emotionale Erinnerung »verschwindet«, besitze ich keinerlei sichtbare Erinnerung! Vieles von dem, was ich Ihnen aus meinem Leben berichte, beruht auf alten Notizen, Erinnerungen meiner Frau und meiner Mutter oder vielleicht auch auf sogenannten »falschen Erinnerungen«. Ich selbst erinnere mich nicht an meine Kindheit, Jugend, nicht an meine Heirat und auch nicht an andere hochemotionale Ereignisse, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin.
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