Andreas Gritsch

eclipse redux

















Eduard ist ein Vampir und wohnt in einem Baum im Garten von Frau Schmitzelmacher. Ihrerseits Gattin von Herrn Schmitzelmacher, dem besten Meztger im Dorf, seit der alte Kreinoldegger tot in seiner Designerdusche aufgefunden wurde. Der fuhr auch den ersten Ford-Mustang in der Gegend, aber seither wird das Fleisch nur noch im Volkswagen zu den Kunden gebracht. Der Preiskrieg für Hinterschinken ist jedenfalls lang schon nicht mehr im Gange. Die Azubis beider Betriebe sind überdurchschnittlich alt und treffen sich regelmäßig in der Gastwirtschaft zum Goldenen Krug am Schwarzfalkenplatz und spielen dann Karten und so.

Eduard, der Vampir, darf da leider nicht mit machen. Der ist aber ohnehin immer ganz traurig weil er verliebt ist. In eine, die kein Vampir ist, und das macht ihn echt fertig. Darum läuft er nachts immer durch die Gegend auf der Suche nach irgendeinem Ausgleich. Eigentlich will er dann den Leuten, die so spät noch unterwegs sind, das Blut aussaugen, aber es kommt zu oft ein Böser um die Ecke der auch immer was Böses will, und auch die, die der Eduard liebt will der dann haben, und dann tun sie halt kämpfen. Der Frau Schmitzelmacher ist das Ganze dann schon wurscht, weil sie nach der Tagesschau ihr Hörgerät auszuschalten pflegt. Zum Schlafen nimmt sie aber keine Pillen,sondern trinkt einen lauwarmen Hagebuttentee aus einer Tasse, die sie kostengünstig auf dem Flohmarkt im Nachbarort am Stand von Frau Kommernickel, einer alten Schulfreundin, erstanden hat.

Sie schläft dann ganz locker, während Eddie, der Vampir, mal wieder eine ganz absolute Entscheidung zu treffen hat im Kampf der Existenz zwischen Licht und Schatten und so. Wenigstens hat Frau Schmitzelmacher seit ihrer Kur letzten Monaten keine Blähungen mehr nach Mitternacht. Vier Wochen am Meer mit regelmäßigen Besuchen von ihren drei Enkel bewirkten da wahrlich ein Wunder. Könnte natürlich auch sein, daß es daran lag, weil Herr Schmitzelmacher nicht mitkommen konnte, und sie endlich mal Ruhe von ihm hatte, aber das ist reine Spekulation. Wigald-Sören, ihr Liebling derer drei Enkel, war jedenfalls immer mit auf Besuch, was sie sehr freute. Sie backen beide stets gerne Kuchen. In dieser Zeit machten die beiden Kuchen aus Bananen, Erdbeeren, Kirschen, Käse, Schokolade und Schrimps. Es war eine super Zeit.

Eduard hatte sich während dessen im Kampf zwischen Gut und Böse um die Liebe irgendwann irgendwo irgendwie verletzt. Fast alles schien schon verloren, als plötzlich ein anderer Typ, wohl ein alter Kollege, aus dem Baum kam, den Mond anheulte und dem Eddie neue Kraft verliehenen hat. Frau Kreinoldegger jedenfalls, deren verblichener Ehemann einst der beste Metzger nicht nur im Ort, sondern in der ganzen Region war, wurde der Lärm dieser ganzen Kämpferei irgendwann zu bunt, weshalb sie die freiwillige Feuerwehr zusammenreif, auf daß jene diese existenzielle Schlacht um eine neue Weltordnung doch nun endlich beenden sollte, weils schon nach elf war. Bis die Kameraden aber am Ort der Tat, dem Garten der Frau Schmitzelmacher, welche sich auf Kur befand, dann eintrafen, war die Sachen schon erledigt. Die Welt war gerettet, der Böse tot, und Eddie hat seine geliebte Maid dann auch noch irgendwie bekommen.

Seit dieser Nacht wohnt jetzt keiner mehr im Baum. Rosie, das Nachbarkind hat einen Hund, der hat mal sein Geschäft da erledigt. Dieser Hund ist sehr geheimnisvoll. Er läuft nachts durch die Strassen, und wenn er zurück kommt scheint die Sonne. Alle im Dorf beobachten diesen Hund, sie werfen ein Auge auf ihn. Alle, ausser der Frau Schmitzelmacher glauben, daß er etwas zu verbergen hat.



























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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.07.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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