Gina Olivia Manhart

Dialog zweier Fragenden

(Auszug, in Bearbeitung)

Suchende : « Qui suis-je ? Oh, je ne suis qu’une jeune fille à la recherche de soi-même pour devenir la personne qu’elle voudrait être. »

Unbekannter: „Nun denn, Sie versuchen die Person zu werden, die sie gerne sein würden. „Devenir la personne qu’elle voudrait être“. Es scheinet mir, dies klänge doch nach dem alten Traume des Sartre. Glauben Sie denn, es wäre ein Traum, den sie zu erfüllen mächtig sind?“
Suchende: „ Oh, nein, gewiss nicht. Ich glaube auch, dass ich so allerlei nicht erschaffen und jung sterben werde. Aber liegt es nicht in des Menschen Natur nach dem Grund seiner Existenz zu fragen?“
Unbekannter: „ Allerdings, wir teilen dieselben Ansichten, was des Menschen Natur betrifft. Ich wage sogar zu behaupten, dass es die essentielle Aufgabe eines jeden sei zur Selbsterkenntnis zu gelangen. Doch steht die Suche nach dem Selbst nicht in Konflikt gegenüber Ihrer Bestimmung in jungen Jahren von uns zu gehen?“
Suchende: „ Nein, denn ich denke…“
Unbekannter: „Welch Gedanke! Wie wollen Sie sich selbst finden, wenn Sie nicht mehr sind?“
Suchende: „ Mein Tod wird mir dazu dienen Spuren zu hinterlassen. Doch Sie kennen mich nicht, deswegen können Sie jene Gedanken nicht erfassen.“
Unbekannter: „ Wie wahr… doch ich bemühe mich zu begreifen.“
Suchende: „ Auch ich, versuche zu verstehen.“
Unbekannter : „ Sie sind recht freimütig und haben einen hellen Verstand, beides seltene Qualitäten in unserer  heutigen Gesellschaft. Ich bin beeindruckt.“
Suchende: „Meinesgleichen und ich, wir leben in einer anderen Welt, die niemand sonst zu verstehen vermag. Einsam sind sie, weil sie Gefangene ihrer kranker Seelen sind. Ihren Ängsten unterworfen, von Besessenheit getrieben.Wissen Sie, liebster Unbekannter, mein Leben ist ein Kampf gegen mich selbst. Verliere ich die Kontrolle über mich, so erwachet das Monster in mir, zerstöret alles was ich berühre. Meine Erlösung verlangt den Tod des Monsters. Töten muss ich es, um Freiheit zu erlangen. Doch sein Tod, sei auch meiner. So versuche ich es zu bändigen, um dem Tode zu entweichen.“
 

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