Bisher habe ich außer über politische Blähungen oder Flatulenzen, wenn man es vornehmer ausdrücken will, nichts geschrieben. Poltiker haben normal das Vorrecht ihre Äußerungen so vorzutragen.
Aber bei einer Lesung eines Humorpoeteten erwarb ich einen kleinen Gedichtband von ihm. Zu Hause beim Lesen stellte ich dann fest, dass acht seiner Gedichte sich mit dem "Pfurzen" als Auswirkung von Blähungen befasste. Ich sprach ihn später mal deswegen an und fragte, wie es dazu gekommen ist, dass so viele Pfurzgedichte in seinem Gedichtband Platz gefunden haben. Er meinte, dass er zu dieser Zeit einen längeren Krankenhausaufenthalt gehabt habe, bei dem ihm die Blähungen so stark gequält haben, dass sie unwillkürlich zu seinen Texten Zugang gefunden haben. Ihm selbst war es nicht bewusst gewesen.
Nun habe ich mich dazu mal schlau gemacht bei Wikipedia. Ich zitiere nicht nach Art unserer Doktoren, die ihren Doktor wieder abgeben mussten: Flatulenz (von lat. flatus "Wind, Blähung", bezeichnet die verstärkte Entwicklung von Gasen im Magen und im Darm, wobei es zum rektalen Entweichen von Darmgasen kommen kann. Je nach Region gibt es hierfür unterschiedliche volkstümliche Bezeichnungen z.B. Furz, Pfurz, Pups, Fahrn oder in Österreich auch Schaß genannt. Als neutral und veraltet gilt die Bezeichnung Leibwind. Kommt dabei ungewollt Stuhl dazu, nennt man es umgangsprachlich auch falscher Freund. Womit ich auch bei unseren falschen Freunden angekommen bin, die also damit gleich gestellt werden.
Interessant fand ich dabei auch, dass Menschen die Fähigkeit entwickeln können, durch gezieltes Spannen des Darmschließmuskels die Tonhöhe der Abwinde modulieren können. Ein bekannter Kunstpfurzer war der Franzose Joseph Pujol, der auf Jahrmärkten und sogar im Pariser Moulin Rouge unter seinem Künstlernamen Le Pétomane auftrat.
Sein Repertoir umfasste die Imitation von Gewittern, Kanonenschlägen bis hin zum Vortrag von Melodien. Selbst bei André Heller traten 1987 im Vergnügungspark Luna Luna mehrere Kunstpfurzer auf. So wurde das Kunstpfurzen geselschaftsfähig.
Allerdings wenn unvermutet und ungewollt so ein Pfurz in Gesellschaft anderer Personen entweicht, wird doch ziemlich entrüstet geschaut. Da hilft dann nur eine andere Person böse anzusehen, um den Verdacht auf sie zu lenken.
Mir erzählte neulich ein Mann, der unter diesen Blähungen leidet, dass ihm sein Arzt das Schwimmen als Therapie verordnet habe. Ich fragte ihn: "Hilft ihnen das wirklich?" - "Ja", meinte er. Im Schwimmbad ist das nicht so schlimm. Da gehen die Geräusche des Pfurzes verloren und werden nur durch das leichte Blubbern und Blasen, die aufsteigen, ersetzt. Ich werde nur ab und zu von Gästen gefagt, ob es hier im Becken auch einen Whirlpool gibt?".
So jetzt ist es mir gelungen, auch mal etwas über dieses Tabuthema zu schreiben. Tun sie etwas dagegen mit der Einnahme der richtigen Lebensmittel oder üben sie zumindest eine Melodie ein. Besonders eignen sich dafür Nationalhymnen, womit wir wieder bei der Politik wären.
16.07.2011 Norbert Wittke
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.07.2011.
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Atempause
von Maike Opaska
Ein weit gereister Journalist schließt innerhalb weniger Stunden Freundschaft mit einem liebenswerten Naturkind. Die Nachricht von seiner lebensbedrohenden Krankheit treibt den engagierten Kriegsberichtserstatter in die Abgeschiedenheit, in die Einsamkeit, wo er allein mit seinem Schicksal fertig werden will.
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