Christian Graf

Das verbotene Gedicht Kapitel 1: Elias Carrington-NEU!!

Das verbotene Gedicht

Kurzer Prolog:

Es wird erzählt, dass es ein Gedicht geben soll das verboten ist, denn die Worte sind nicht mehr Worte und ein Vers nicht mehr ein Vers. Unheilvolles lauert in dem Gedicht, es ist getränkt von Hass, Wut und Trauer. Den Ursprung dieses Gedichtes ist unklar, man munkelt, dass es einst ein Mann geschrieben hat, der seine Seele an den Teufel verkauft hatte, um übernatürliche Kräfte zu erlangen, damit er der Welt Dunkelheit bringen kann. Betrogen von Menschen, denen er vertraut und geliebt hatte, Menschen, die ihn nicht in der Gesellschaft akzeptiert hatten und ihn aus irgendeinem Grund abgestoßen haben. Die Menschen sollten es büßen. Das verbotene Gedicht erschaffen von finsteren Mächten, sollte seine Rache auf ewig andauern. Jedoch war der Mann, der seine Seele an den Teufel verkaufte auch nur ein Mensch und so musste auch er in den Tod gehen. Als man schließlich das Gedicht fand und daraus las, passierten schlimme Ereignisse, die die Menschheit damals fast ins Verderben führten. Doch mächtige Magier „die Hüter der Worte“ konnten das Schlimmste verhindern und versuchten das Gedicht zu verbrennen, jedoch nicht einmal das Feuer konnte dem Gedicht zu Nichte machen und so entschieden sich die Hüter der Worte das verbotene Gedicht am Rande der Welt im Verborgenen zu bringen, damit es keinen Schaden mehr anrichten konnte.

Kapitel 1 : Elias Carrington

So in etwa erzählte Herr Weston der Englischlehrer von Ryan Rush den Schülern diese Geschichte, um die letzten Minuten vor den erlösenden Sommerferien tot zu schlagen. Nach seiner Geschichte klingelte es und die Schüler packten eifrig ihre Schulsachen. Es wurde plötzlich sehr laut im Klassenzimmer, man hörte Jubelschreie, vertiefte Gespräche über Urlaubsziele und Stühle rücken. Der Klassenraum leerte sich langsam, doch nur einer blieb noch auf seinem Stuhl sitzen, es war Ryan. Ryan war ein 15-jähriger Junge, Einzelkind mit braunen kurzen Haaren und grünen Augen. Er lebte in einem großen Haus in Orlando. Er war fasziniert von unerklärten Fällen wie die in den Serien von X-Faktor. Ryan war ein ganz normaler Junge im Teenager Alter, er hasste die Schule, hing lieber mit Freunden rum und spielte gern Videospiele. Etwas in ihm jedoch regte sich, er wollte mehr darüber in Kenntnis setzen. „Herr Weston, woher kennen Sie die Geschichte und gibt es noch mehr darüber zu erfahren?“ Daraufhin antwortete sein Lehrer: „ Die Geschichte kenne ich von meinem damaligen Geschichtslehrer. Er hatte ihn uns erzählt, damit sie nicht in Vergessenheit geratet, warum weiß ich allerdings bis heute nicht, er nannte sich selbst „Hüter der Geschichten“, ihm war es wichtig, dass jedes geschichtliche Ereignis an die nächste Generation weiter gereicht wurde. Selbst so eine nach meiner Meinung unsinnige Geschichte wie diese. Ich finde sie sehr unterhaltsam, passend um sich damit die Zeit zu vertreiben, aber wie gesagt nicht ernst zu nehmend. Die Geschichte stammt allerdings von einer realen Person namens Elias Carrington. Ein Schriftsteller der vor langer Zeit gelebt hat. Wenn dich der Autor interessiert, dann empfehle ich dir das Taschenbuch mit dem Titel „Elias Carrington-Leben und Werk“. Ryan war fest entschlossen sich das Buch zu besorgen. Munter und gut gelaunt  mit einem freudigen Lächeln, ging er aus der Schule. „Danke Herr Weston und schöne Ferien!“ „Dir auch Ryan und setz dir nicht zu viel Kopf in diese Sache, es sind schließlich Ferien!“, antwortete Herr Weston. Anstatt geradewegs nach Hause zu laufen, ging Ryan in das nächst gelegene Buchhandelsgeschäft. „Kann ich dir helfen junger Mann?“, fragte einer der Verkäufer. Es war ein etwas älterer Mann mit einem gutmütigen Gesichtsausdruck, von dem Ryan angesprochen wurde. Da Ryan der nächstgelegene Gedanke um das besagte Taschenbuch zu finden, die Abteilung Biografien war, hatte er den Verkäufer nach dieser Abteilung gefragt. „Da müssen Sie einmal rechts dann die Treppe rauf und dann einfach geradeaus bis zum Ende gehen.“ Dankend ging er den beschriebenen Weg entlang. Am Ende des Ganges, sah Ryan eine vermummte Person stehen. Er fand es recht unheimlich und er hatte Gänsehaut am ganzen Körper. Schwer schluckte er und machte langsame Schritte nach vorne. Dann fühlte er einen durchdringenden Blick die von dieser Person ausging, ob sie männlich oder weiblich war konnte er nicht erkennen. Die Augen waren kaum zu erkennen, da sie eine schwarze Sonnenbrille trug und doch spürte Ryan einen eisigen Blick auf ihn gerichtet.  Auf einmal hörte er wispernde Stimmen von Frauen und Männern hören, die er tief in seinem Unterbewusstsein hörte. Sein Körper schien wie gelähmt zu sein und schwer wie Blei. Seine Augen vor Todesangst weit aufgerissen, das Gesicht totenfahl, sein Herz rasend. Er spürte wie etwas Unheimliches in seinen Körper eindrang und ihn erforschte, wie ein fremder unerwünschter Krankheitserreger . Nach einer unendlich verstreichenden Minute ließ die vermummte Person von ihm ab. „Wa… was war das gerade…?“, stotterte er sich vor sich selbst hin. Er wollte sich nach der vermummten Person umdrehen, doch sie war schon verschwunden. Es dauerte erst eine Weile, bis er sich davon erholte und zu sich selbst sagte, dass es alles nur Einbildung war. Leicht irritiert ging er weiter, um das Taschenbuch zu suchen. Nicht lange und er fand es. Es war nicht besonders dick  eher ziemlich dünn. Ohne zu zögern griff er danach und ging zur Kasse. An der Kasse schaute ihn die Kassiererin erstaunt an. " Scheint wohl gerade Trend zu sein, was? ", entgegnete sie ihm.  Etwas ängstlich ging er nach Hause, dort angekommen aß er schnell etwas zu Mittag und ging in sein Zimmer. Das Taschenbuch bestand aus einer Biografie über Elias Carrington, wer er war wann er gelebt hatte und aus seinem Tagebuch. Elias Carrington war ein genialer Schriftsteller und Mystiker seiner Zeit. Er lebte von 1735-1782. Es wird erzählt, dass er in Besitz des verbotenen Gedichtes war, die laut der Legende mysteriösen Kräfte besaß. Sein Tod kam unerwartet und seine Leiche wurde nie gefunden. Einzig und allein wurde sein Tagebuch gefunden, dass sehr rätselhaft wirkte. Man glaube, dass Elias Carrington seinen Tod vorgetäuscht hatte und sein Tagebuch als sein "letztes Werk" hinterließ, um somit ewigen Ruhm zu erlangen. Sein Tagebuch gilt bis heute als ein gelungener und packender Roman. Und so las Ryan Zeile für Zeile.

"Wir schreiben den 1.Oktober 1779, nach sehr langer Suche und Erforschung, habe ich endlich das sagenumwobene verbotene Gedicht gefunden. Es ist ein Mysterium für sich und ich werde der erste sein, der herausfindet was sich hinter all dem verbirgt. "
Dies war der erste Tagebucheintrag von Elias Carrington. Nicht gerade vielsagend seufzte Ryan in sich hinein und las den nächsten Eintrag.

" Es ist der 4. Dezember 1779, ich fühle die Angst, ich fühle Trauer, ich fühle Wut, Hass und die Kälte und doch gibt es keinen Grund dafür. Dieser Dichter, der dies schrieb, schaffte es, tatsächlich jegliche Gefühle so stark an die Lesenden zu übermitteln, dass sie einem wie die eigenen anfühlen. Was ist das Geheimnis? Und warum habe ich langsam das Gefühl, dass ich, wenn ich es noch länger lese vielleicht verrück werde? Denn diese Gefühle lassen mich aus irgendeinem unheimlichen Grund nicht mehr los."

Schaudernd starrte Ryan ins Leere. "Ich würde zu gerne wissen was in dem Gedicht drin stand... ." Und so verging der Tag. Der Abend verlief für Ryan wie gewöhnlich. Am nächsten Tag ging Ryan raus um die Zeitung rein zu holen. Dabei bemerkte er, dass zwischen dem Stapel von Zeitungen an ihn adressierten Brief ohne Absender, lag. Überrascht über den unerwarteten Brief, lieg er wieder ins Haus zurück und öffnete ihn vorsichtig.

"Du tätest gut daran die Suche nach dem verbotenen Gedicht aufzugeben! Dies ist kein Scherz, denn das Gedicht sollte nicht gefunden und auf keinen Fall gelesen werden. Beschäftige dich anderweitig und genieße dein Leben. Andernfalls..."

Es stockte ihm der Atem, als er den Brief zu Ende gelesen hatte. Starr vor Schreck stand er im Flur, Angstschweiß rann ihm von der Stirn hervor. Tausend Fragen schossen nun Ryan durch den Kopf und konnte sie nicht einordnen. Vergebens suchte er nach einer Antwort, wer der anonyme Schreiber wohl sein mochte. Hatte es irgendwas mit dem unheimlichen Treffen mit dieser vermummten Gestalt gestern im Buchladen auf sich? Es muss diese Person gewesen sein, wer sonst wusste davon, außer natürlich der Verkäufer, aber das wäre absurd. Trotz ging aus ihm hervor, nur wegen eines Briefes dessen Absender unbekannt ist, wird er doch nicht die Suche nach der Wahrheit aufgeben. Ist es denn nicht das gewesen, was sich Ryan schon immer geträumt hatte, endlich ein Teil einer geheimen Sache zu sein? Also versuchte er die bedrohliche Botschaft einfach zu verdrängen.

Es war eine stürmische Nacht. Von überall konnte man das donnern hören und grelle Blitze  weiteten sich wie ein Schirm über den trüben Himmel aus. Gleich einem Gefängnis, aus dem man nicht zu entfliehen vermochte, hielt das Unwetter einen fest. Der Wind prallte gegen alles was ihm im Wege stand, schnell war er, als ob er einen Versuch starten würde ein Wettrennen gegen die Blitze zu führen. Kalte riesige Regentropfen prasselten von den dunklen grauen Wolken hinunter. Ein Gewitter, das sonst so ungewöhnlich war. Ryan lag gerade in seinem Bett, als das Unwetter einbrach. Immer wieder schreckte er vom lauten donnern auf. Blitze erhellten ständig sein dunkles Zimmer und der Wind heulte. Es hörte sich an wie von Wölfen, die ihr Gesang anstimmten. Jene Zeilen des Briefes bereiteten Ryan zusätzlich noch Kopfzerbrechen, so sehr er auch sich anstrengte es zu vergessen. Um sich anderweitig zu beschäftigen, ergriff er das Tagebuch von Elias Carrington. Der nächste Tagebucheintrag schien dieses Mal ziemlich verwirrend zu sein.

" Viel zu lang ward ich von der wirklichen Welt abgeschnitten, versunken in der düsteren und trostlosen Welt voller Schmerzen. Welches Datum wir haben, bleibt mir verschleiert. Ich fühle die Kälte und dennoch scheint die Sonne. Immer wieder jagen mir unheimliche Schauer durch meinen ganzen Leib während diese grausamen Stimmen mir etwas zuflüstern. Verliere ich allmählich den Verstand? Stärker wird das Gefühl und die Gewissheit, dass die Worte nicht mehr nur Worte sind und ein Vers nicht mehr ein Vers. Es lebt... ."

Nun lief es Ryan einen unheimlichen Schauer über seinen gesamten Körper. Er war sichtlich verwirrt. Er verstand nichts. Müdigkeit übermannte ihn bevor er darüber nachdenken konnte.

Derweil an einem anderen unbekannten Ort, saß ein Mann mit alten zerlumpten Kleidern zusammengekauert in einer Ecke. Stille, nichts regte sich. Um ihn herum war alles verlassen. Die Möbel waren schon ganz morsch und das Holz fing langsam an zu modern. Zentimeter dicke Staubschichten lagen auf dem Boden und Möbeln. Spinnen fanden ihr gemütliches Zuhause im uralten Haus so wie Ratten und andere Ungeziefer. Die Fenster und Türen waren verriegelt, sodass kein Licht in das gruselige Anwesen aus und vor allem eindringen konnte, denn Licht erinnerte die in der Ecke gekauerten Mann nur an jene Tage, an dem er sein unbesorgtes und scheinbar glückliches Leben genießen konnte, doch diese Zeiten gehörten schon längst der Vergangenheit an. Und der Schmerz des Verlustes saß noch immer tief in seinem Herzen. All die Gedanken zermürbten seinen Verstand und machten ihn schließlich zu dem was er nun ist, ein zerbrechlicher schwacher und angsterfüllter Mann. Allein, so allein war er, was bleibt ist ein Gefühl von Abwendung. Freundschaften sind längst schon vergessen, er hatte niemand, der sich für ihn interessierte. Selbst die Hoffnung einer Wende ist für ihn gestorben. Erst jetzt spürte er die Auswirkungen. Nicht mehr lange und dieser Körper bricht zusammen. Ein neuer Wirt für die Seele muss schleunigst her, um das zu vollenden, was begonnen wurde, damit die Menschen aufwachen und einsehen was für Fehler sie gemacht haben. Elias Carrington sollte nun endlich seinen Frieden bekommen.

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Christian Graf).
Der Beitrag wurde von Christian Graf auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.07.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  Christian Graf als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Dämonen im Labyrinth der Lüste - Dämonenlady Band 3 von Doris E. M. Bulenda



Beelzebub hatte diesen riesigen Titan verloren. Irgendwo im Weltenlabyrinth hatte er ihn ausgesetzt, und der Titan war auf und davon.
Und dann bat Beelzebub ausgerechnet mich, die Menschenfrau, den Verlorenen zu finden.
Natürlich würde ich nicht allein gehen, dafür wäre das berühmte Labyrinth viel zu gefährlich. Mein dämonischer Geliebter Aziz würde mich begleiten. Neben der Gefahr würde allerdings auch manche Verlockung auf mich warten, in den Gängen des faszinierenden, gewaltigen Labyrinths hausten viele seltsame Kreaturen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Fantasy" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Christian Graf

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Das verbotene Gedicht Kapitel 3: Livia von Christian Graf (Fantasy)
Die Zauberblume von Joachim Garcorz (Fantasy)
Absurder Dialog von Klaus-D. Heid (Absurd)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen