Norbert Wittke

Ab in den Keller



Auf jeden der alt genug wird kommt sie zu. Es handelt sich um die Pensionierung, Verrentung, Versetzung in den Ruhestand, wie immer man es auch nennt.

Viele Männer haben sich auf diesen Zeitpunkt nicht vorbereitet. Haben weder ein Hobby, noch ein Interesse außerhalb ihrer bisherigen Arbeit.

So hängen sie denn eines Tages zu Hause herum. Gehen dann ihren holden Angetrauten oder Lebensgefährtinnen auf den Wecker. Was sollen sie mit ihm anstellen. Er stört den bisherigen Ablauf.

Im Urlaub auf Fuerteventura sagte eine Dame ganz frei heraus im Beisein ihres armen Mannes, dass er sie nicht den Tag über belästigen dürfe. Morgens um 7 Uhr macht sie erst die Wohnung in Ordnung. Dann wird gefrühstückt, danach muss er auf die Straße und darf erst gegen 17.00 Uhr wieder nach Hause kommen. In der Zwischenzeit zappt sie durch alle Programme im TV und sieht sich die ganzen albernen Talkshows und Soaps an. Er war früher Maurer und muss nun die Rentnertage auf der Straße verbringen. "Armer Mann!" dachte ich für mich. Sie war auch sonst biestig und versuchte überall im Urlaub Unfrieden zu stiften. Wahrscheinlich wollte sie so den Soaps nach eifern.

Andere Männer werden zu einem Hobby gezwungen. Ihre Frauen schicken sie dann dafür in den Keller, wo sie ja gut aufgehoben sind. So werden sie selber nicht weiter gestört.

Der Mann muss dann im Ruhestand sein Wohnrecht verteidigen. Schließlich möchte er ja auch menschenwürdig wohnen. Am besten ist dann eine einvernehmliche Einigung mit den Zeitplänen für die Nutzung der einzelnen Räume in der Wohnung. So  ein Paar haben wir auch kennen gelernt.  Besser ist natürlich ein  Hobby Es geht auch so, erst zusammen die Wohnung in Ordnung bringen, dann gemeinsam den Ruhestand genießen. Es gibt ja so viele Möglichkeiten.

Ich habe ein Paar kennen gelernt, das nicht mehr weiß, wie zu Hause gefrühstückt wird, da sie nach Wohnungsappell zum Frühstücken ausziehen in die weite Welt der Großstadt, wo sie wohnen. Na, da sieht es im Kühlschrank natürlich mager aus, aber der Mann braucht nicht in den Keller.


18.07.2011                        Norbert Wittke
 

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