Elisa Eyle

Traum (04.09.02)

Angstschweiß rinnt von meiner Stirn und Blut aus meinen Wunden.
Hilflos, ausgeliefert, versuche ich dennoch zu entkommen.
Ohne Ziel, alles leer, renne ich rastlos - immer schneller.
Alles Leben ausgerottet, alles schmerzt und brennt in mir.

Plötzlich sehe ich ihn an einer Laterne lehnen, meinen Retter, meinen Engel.
Ich falle ihm schluchzend um den Hals, verdutzt sieht er mich an.
Ein Mensch, ein Mensch, welch Wunder, welch Geschenk !
Diese Wärme, diese Emotionen, welch Leben, welch wunderbares Wesen.

Vorsichtig legt er seine Arme um mich und fragt wer ich denn sei.
Meine Seele lacht, mein Körper schüttelt sich vor Tränen,
Tränen der Erleichterung und Freude.
Wie wunderbar menschlich, wie wunderbar lebendig, wie wunderbar unwissend.

Der Menschenkörper ist warm und weich, ich kralle mich fester daran,
höre sein Herz pochen - er hat ein Herz !
Gewitter der Liebe brechen über mich herein,
wie hab ich mich nach solch einem Wesen gesehnt.

Als meine Verfolger uns sehen, machen sie Halt.
Denn ich habe wieder Gefühle und die können niemals bezwungen werden.
Ich bin nicht mehr kalt und herzlos, nicht mehr rastlos, alt und leer.
Ich bin Feuer und Liebe und habe ein Herz, ich bin wieder ein Mensch !

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.09.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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