Norbert Wittke

Sucht nach Anerkennung



Die Einschulungen unserer Enkelinnen standen an. Auf Wunsch der Jüngeren ging meine Frau mit ihr und der Schwiegertochter zur Einschulung in  die Grundschule. Die Ältere begleiteten unser Sohn und ich zum Gymnasium, wo sie nun einen neuen Lebensabschnitt vor sich hat.

Begrüßung durch eine Lehrerin in Köln im Friedrich-Wilhelm-Gymnasium auf dem Schulhof. Es folgten Saxofonmelodien eines Trios von Schülern der Bläsergruppe. Der Direktor sprach noch ein paar Worte. Die Schüler und Schülerinnen bekamen von ihm symbolisch jeder eine große Sonnenblume überreicht. Dann ging es für die fünften Klassen, es waren vier, in die Klassenzimmer mit den neuen Klassenlehrern.

Die Eltern und Großeltern wurden im nahen Rautenstrauchmuseum im dortigen Festsaal begrüßt. Es iwar erforderlich die Eltern auf die vielen Dinge aufmerksam zu machen, die sie und ihre Kinder im neuen Lebensabschnitt erwarten. Sieben Vorträge aller Art gab es. Das Gymnasium hat sogar eine Beauftragte für den Karneval, man ist ja schließlich in einer Karnevalshochburg.

Einige der Eltern, vor allem die Väter, schauten immer wieder auf ihr Handy und ihren iPod, um ja nichts zu verpassen. Klug genug waren sie, dass kein Klingelzeichen störte. Aber ihre Unruhe war frappierend. Nur nichts vom Leben verpassen. Die mit den iPods riefen ihre E-Mails ab und beantworteten sie teilweise.

Nach den Vorträgen wurden wir alle zu Kaffee und Kuchen in die Mensa des Gymnasiums eingeladen. Den Kuchen hatten Eltern der höheren Klassen gespendet, Kaffee kam vom Förderverein. Ich stand mit drei Damen und einem Herrn an einem der Stehtische und hatte mich mit Kaffee und Kuchen versorgt. Der Herr griff sofort nach seinem Handy und schaute nach. Anscheinend keine Meldung. Zu ihm meinte ich dann:" Mist, wenn man so unwichtig ist, dass man noch nicht einmal angerufen wird."
Er: "Ich kann keine Armbanduhr tragen. Das Handy habe ich nur, um die Uhrzeiten nachzusehen." -
Ich: "Sehen Sie hier meine Armbanduhr. Sie hat nur 10 € gekostet, deshalb ist es ja eine arm Banduhr." Er hatte die Wortspielerei verstanden und musste lachen.

Auch wenn einigen der Eltern die Arroganz aus den Augen schaute, war es doch ein schönes Erlebnis als Opa. Übrigens, wenn es sein muss kann ich auch Arroganz. Ich meinte zu meinem Sohn: "Ich begreife nicht, wie die Unterschicht hier so viele Kinder an das Gymnasium schicken kann." Aber das war natürlich nicht so gemeint von mir, nur eine kleine Spitze.

Hoffentlich nehmen sch die Schüler nicht unbedingt ihre Eltern als Vorbilder, dann haben sie eine große Chance gut durch das Leben zu kommen.


12.09.2011                              Norbert Wittke

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