Andreas Dany

Herz zu vermieten 3

Der neue Mieter
 
In der folgenden Woche kamen viele Handwerker in den Regenbogenweg 13. Fliesenleger, Fußbodenverleger, Maler und sogar ein Kücheneinrichter. Da sich die Aktivitäten zumeist am Vormittag abspielten, bekamen die meisten Mieter das gar nicht mit. Getuschelt wurde trotzdem darüber. „Was das wohl für einer ist, dem scheint das Geld ja recht locker zu sitzen!“ bemerkte die alte Frau Waldheumer bissig. Sie wohnte mit ihrem Mann und ihrer erwachsenen Tochter unter der Wohnung von Herrn Schwarz und bekam als Rentnerin natürlich alles hautnah mit.

Als am Freitag ein großer Möbelwagen kam, hatte sich der neue Mieter noch immer nicht gezeigt. Eine resolute Endfünfzigerin wies den Möbelpackern den Weg und schien alles im Griff zu haben. Außer den Möbeln wurden Kisten,  Stereoanlage, Großbildfernseher, Fitnessgeräte und ein Rennrad nach oben geschleppt. Ein Tourenrad fand seinen Weg in den Fahrradkeller. Nach nicht einmal zwei Stunden war der Spuk vorbei, die Möbelpacker und zwei Männer in Arbeitskleidung verschwanden mit dem deutlich zufriedenen Gesichtsausdruck eines Handwerkers, der ein fürstliches Trinkgeld erhalten hat. Weder Flur noch Treppenhaus hatten irgendwelchen Schaden genommen. Hier hatten Profis gearbeitet. Die resolute Endfünfzigerin schlug ihre Klappmappe zu und wollte gerade die Wohnungstür zuziehen, als Frau Waldheumer ihr auf der Treppe entgegentrat. So unauffällig wie nur möglich versuchte sie einen Blick an ihr vorbei in die Wohnung zu werfen und flötete dabei scheinheilig: „Wenn sie noch Hilfe brauchen, oder Werkzeug, für die Bilder und so…, unter Nachbarn hilft man sich ja gerne mal aus. Ziehen Sie hier mit ihrem Sohn zusammen ein?“ Die Endfünfzigerin ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Während sie geschickt den Blick in das innere der Wohnung verstellte, zog sie die Wohnungstür zu und antwortete freundlich aber etwas unterkühlt:  „ Herr Schwarz wird hier alleine wohnen. Er arbeitet für unsere Firma, deshalb kümmern wir uns um alles – im Gegenzug wird er aber wohl sehr  wenig Zeit in seiner schönen neuen Wohnung verbringen können, wir haben reichlich Arbeit  für ihn. Guten Tag!“ Damit ließ sie Frau Waldheumer stehen und fuhr in ihrem dunkelblauen BMW davon.

Tom Bellmer hatte ein Problem. Montag war Fahrradprüfung und sein Fahrradrücklicht war nicht mehr zum Leben zu erwecken. Welcher Lehrer setzte schon eine Fahrradprüfung im November an? Er hatte sich fest vorgenommen auf seinen Weihnachtswunschzettel die nötigen Ersatzteile für sein Fahrrad zu schreiben. Fahrradprüfungen fanden doch sonst immer im Frühling statt. Warum hatte denn ausgerechnet sein Lehrer da eine Ausnahme gemacht?  Die ganze Woche schon hatte er versucht irgendwo ein neues Rücklicht zu besorgen. Die kaputte Gangschaltung würde ja wohl keinen interessieren, die Bremsen hatte er zurecht geschliffen und sogar eingestellt. Selbst die Frontbeleuchtung funktionierte wieder. Immer wieder ging sein Blick zu dem alten Herrenrad, das seit Ewigkeiten unbenutzt in der Ecke stand. Der Besitzer würde es sicher nicht merken, wenn er sich das Rücklicht für seine Prüfung auslieh. Er schlich zu dem Rad, klappte den alten Dynamo an den Reifen, hob das Vorderrad an und drehte es durch. Vorne brannte das Licht zwar nicht, aber das Rücklicht flammte sofort auf. Leise schlich er noch einmal zur Tür des Fahrradkellers und öffnete sie vorsichtig. Der Hausflur war menschenleer. Behutsam schloss er die Tür wieder und drehte das Fahrrad mit der Rückseite zur Wand. So würde es keinem auffallen, dass das Rücklicht fehlte. Nach der Prüfung konnte er das Rücklicht dann in aller Ruhe wieder anbauen. Er hatte schon eine Schraube gelöst und war gerade dabei die Zweite loszuschrauben als im Hausflur ein Riesenkrach losbrach. Einen Augenblick später kam sein kleiner Bruder Ole zum Keller hereingestürmt. Im Gefolge hatte er Herrn Waldheumer der schimpfend hinter ihm her gestürmt kam.

„Du verdammter Bengel du weißt ganz genau das das Spielen im Hausflur…“, er unterbrach seine Schimpfkanonade jäh, als er sah was Tom gerade machte. „Was machst du mit meinem Fahrrad, das ist Diebstahl, hier hört der Spaß auf!“. Tom hatte Herrn Waldheumer noch nie einen Spaß machen sehen, aber im Augenblick schien er ernsthaft zornig zu sein. „Das ist ein Fall für die Polizei!“ Er zog mit vor Aufregung zitternden Händen sein Telefon aus der Tasche, wählte eine kurze Nummer und sprach hastig in den Hörer: „ Hallo? Ist da die Polizei? Hier ist Waldheumer, Zacharias Waldheumer“ Tom hatte sich schon öfter gefragt, was das Z. vor dem Namen Waldheumer bedeutete, aber es auf diesem Wege zu erfahren war ihm gar nicht recht. Sein Bruder Ole stand wie versteinert hinter Ihm und versteckte sich. „Ich habe hier im Regenbogenweg 13 einen Dieb auf frischer Tat erwischt. Bitte kommen sie schnell, ich halte ihn solange fest! Ja, meine Frau wird vor der Haustür stehen!“ Er beendete das Gespräch mit einem Knopfdruck und rief in den Hausflur hinein „ Hertrud, komm sofort mal runter, bring den Fotoapparat mit.“. Zu Tom gewandt sagte er: „So, Bürschchen, jetzt ist der Ofen aus. Kriminelle wollen wir hier im Haus nicht haben.“

Tom hätte am liebsten die Zeit um fünf Minuten zurückgedreht. Tränen aus Wut, Scham und Verzweiflung rollten ihm die Wangen hinunter. Gerade vor ein paar Tagen hatte seine Mutter ihn und seinen Bruder noch zur Seite genommen und Ihnen erklärt das sie, wenn sie hier weiter wohnen wollten, erst mal allen Ärger mit den Nachbarn vermeiden sollten. Spielen im Hausflur und lautes Rufen im Treppenhaus hatte sie ihnen ausdrücklich verboten. Und nun das ! Frau Waldheumer kam mit einem Fotoapparat in den Keller. Ihr Mann nahm ihn sofort, und machte ein paar Bilder von Tom, der noch immer den Schraubenschlüssel in der Hand hielt und von dem halbabgebauten Rücklicht. „ Kein Wunder das ihr kriminell werdet, euch fehlt der Vater, der euch mal ordentlich übers Knie legt!“ Herr Waldheumer wollte sich gar nicht beruhigen. „ Hertrud, geh vor die Tür und zeige der Polizei wo wir sind, ich passe auf das die Diebe hier nicht weglaufen!“ „Ole hat nichts damit zu tun“ stieß Tom gepresst hervor. „ Mitgefangen mit gehangen!“. Nun fing auch Ole an zu weinen. Das rührte Herrn Waldheumer aber überhaupt nicht, zu lange hatte er sich schon über den Krach der beiden Kinder geärgert, jetzt sollte damit für allemal Schluss sein!

Herr Schwarz bog direkt hinter dem Polizeifahrzeug in den Regenbogenweg ein. Er lenkte den alten roten Golf in eine freie Parklücke, klemmte sich seine Aktentasche unter den Arm und ging fröhlich zum Hauseingang. Aus dem Keller drangen laute Stimmen nach oben. Durch die halbgeöffnete Tür des Fahrradkellers konnte Andreas Schwarz den einen der Polizisten sehen. „Du bleibst schön hier“. Der kleine Blitz, der aus dem Keller geschossen kam, dachte trotz der Lautstärke nicht daran sich an das Gesagte zu halten. Da er sich beim Weiterlaufen zur Kellertür umschaute, stieß er am Ende der Treppe mit Andreas Schwarz zusammen. „ Hoppla“ lachte der, und fing den ins Stolpern geratenen Jungen auf. „Ist da unten eine Kellerrazzia? “, lachte er. „ Die haben Tom beim Klauen erwischt!“, gab der Kleine von sich.

Jetzt war Andreas Schwarz neugierig geworden. Er stieg die Stufen zum Fahrradkeller hinunter und stieß fast mit einem Polizeibeamten zusammen, der Tom am Arm festhielt. „ Was ist hier denn los“, fragte er. Der Beamte fühlte sich in seinem Tun gestört und fuhr Andreas Schwarz unwirsch an: „ Wenn sie nicht der Erziehungsberechtigte dieses Jungen sind, kümmern sie sich besser um ihre Sachen!“. Herr Schwarz hatte einen Blick in den Fahrradkeller geworfen und sowohl das auf dem Kopf stehende Rad von Tom, als auch das halbabgeschraubte Rücklicht an dem alten Herrenrad gesehen. Er erfasste die Lage blitzschnell, erst lachte er laut, dann sah er dem Polizeibeamten direkt in die Augen: „ Ich glaube das ist meine Schuld!“

Alle Anwesenden, einschließlich Tom, sahen ihn erstaunt an. „ Zu Tom gewandt sagte er „ Mensch, das da ist mein Fahrrad!“, dabei zeigte er auf das hochwertige Tourenrad das auf der anderen Seite des Kellers stand. Zu den Polizisten gewandt sagte er: „ Ich habe dem Jungen erlaubt sich mein Rücklicht auszuleihen, ich komme zur Zeit sowieso nicht zum Fahren! Leider habe ich ihm nicht genau gezeigt welches mein Rad ist.“ Der Polizist sah den Tom streng an „ Stimmt das?“ Tom schaute erst in das Gesicht von Andreas Schwarz und dann zum Polizisten, wortlos nickte er.

„ Das ist ja wohl ein abgekartetes Spiel!“, Herr Waldheumer tobte „ Lüge, das ist alles Lüge! Ich hab den Bengel auf frischer Tat ertappt! Schauen Sie ihn sich doch nur mal an, dem steht die Tat doch ins Gesicht geschrieben.“ Das Gesicht von Andreas Schwarz hatte sich verändert. Mit einer Stimme, die vermuten ließ das er es nicht gewohnt war das man ihm widersprach, sagte er leise, aber mit einem drohenden Unterton:„ Sie haben mich gerade zweimal vor Zeugen der Lüge bezichtigt, mit ihrem impertinenten Auftreten mögen sie ein Kind beeindrucken, bei mir kommen Sie damit nicht weiter! Wenn ich noch einen Ton von Ihnen höre, werde ich sofort meinen Anwalt anrufen. Ich darf ihnen versichern das Herr Dr. Schmerz seinem Namen bisher immer alle Ehre gemacht hat!“ Zu den Polizisten gewandt sagte er:„ Vielen Dank, wir bauen das verkehrte Rücklicht gleich wieder an und wenn doch noch eine Anzeige gestellt werden soll, geht das sowieso über meinen Anwalt. Da die Adresse des Jungen bekannt ist würden wir allerdings dann auch eine Anzeige wegen Freiheitsberaubung stellen, da das Kind gegen seinen Willen hier festgehalten wurde!“

Der Beamte räusperte sich, ließ Tom los und sagte, etwas verlegen: „ Na wenn das so ist- wollen sie noch Anzeige erstatten, Herr Waldheumer?“ Bei dem Wort „Freiheitsberaubung“ war Herr Waldheumer ganz blass geworden. Er schüttelte den Kopf und verließ, leise schimpfend den Keller. „ Na dann noch guten Tag!“, die beiden Polizisten verabschiedeten sich. Der Ältere von den beiden, der bis jetzt überhaupt noch nichts gesagt hatte zwinkerte Herrn Schwarz zu und raunte ihm ein „Passen Sie auf, das das hier nicht zur Gewohnheit wird“, zu. Dann verschwand auch er.

Da Frau Waldheumer gleich hinter ihrem Mann aus dem Keller gestürmt war, standen jetzt nur noch Andreas Schwarz und Tom in dem Kellerraum. „ Danke“, Tom zog die Nase hoch. „ Ich wollte das Rücklicht wirklich nur ausleihen, wir haben Montag in der Schule Fahrradprüfung.“. „ Wer macht denn Ende November eine Fahrradprüfung? Die macht man doch sonst eher im Frühling“, fragte Andreas Schwarz ungläubig. „ Unser Lehrer sagt, dass gerade jetzt eine funktionierende Beleuchtung wichtig ist“ „ Da hat er auch wieder recht, komm wir bauen erst mal das blöde Rücklicht an den Schrotthaufen!“.

Als sie das Licht wieder festgeschraubt hatten wendeten sie sich Toms Rad zu. Andreas Schwarz nahm das Rad in die Hand und ließ es aus 10 cm auf den Boden fallen. Er betätigte die Bremse, wackelte an der Lenkung und sagte: „ Da ist aber nicht nur das Rücklicht defekt, ich fürchte wir brauchen ein paar mehr Teile!“ Er nahm sein Handy aus der Tasche und wählte eine Nummer aus seinem Speicher: „ Hallo Heinz, dringender Notfall, du musst mir dringend sofort ein paar Ersatzteile bringen. Für ein 24er Jungenrad: V- Brake Bremsbeläge, Kette, 2 Reifen 47-507, 2 Schläuche- DV-Ventil, ein Vorderrad mit Nabendynamo und Front und Rückleuchte.Außerdem brauchen wir noch Reflektoren. Nein, ich möchte kein ganzes Fahrrad. – Nein, bring die Sachen bitte zum Regenbogenweg 13 – in Fulerum. 30 Minuten? Klasse, du bist der Beste! Tschüß, bis gleich!“ „Wer war das?“ ,fragte Tom." Das war mein Fahrradhändler, bei dem lasse ich immer ein kleines Vermögen, da kann er mir ruhig mal einen Gefallen tun. Radfahren ist nämlich mein Hobby! Die Teile kommen in einer halben Stunde, ich ziehe mich rasch um und dann können wir sie gleich einbauen, wenn du nichts dagegen hast.“

„ Warum machen sie das?“, Tom wurde etwas misstrauisch, schließlich hatte seine Mutter ihm genaue Anweisungen gegeben, wie er sich Fremden gegenüber zu verhalten hatte. „ Ach, Entschuldigung, ich habe mich ja noch nicht mal vorgestellt“, Andreas Schwarz streckte Tom seine Hand entgegen: „ Ich bin Andreas Schwarz, der neue Mieter im ersten Stock, du kannst mich aber Andreas nennen, dann fühle ich mich jünger.Und ich mache das,um deine Frage zu beantworten, weil es Menschen immer besser geht, wenn sie sich gegenseitig helfen. Mir haben schon oft Menschen geholfen. Eigentlich ist das immer für alle Beteiligten gut. Der Eine bekommt das was er gerade braucht und der Andere ist der Held. Ich finde "Held" sein einfach klasse! Ich ziehe mir jetzt rasch etwas anderes an, dann kann es meinetwegen losgehen. Du kannst deiner Mutter sagen das wir im Keller schrauben, ich will nicht das Sie sich Sorgen macht!“ „Mama muss heute wieder länger arbeiten, die kommt erst in einer Stunde.“ „Dann leg ihr einen Zettel hin“, damit verschwand er nach oben. Als Andreas Schwarz den Keller verlassen hatte steckte Ole wieder sein Gesicht in den Keller: „ Boh, der ist aber nett!“ „Stimmt, aber wir sollen immer vorsichtig sein, sagt Mama. Komm wir legen ihr einen Zettel auf den Küchentisch, dann weiß ja sie wo wir sind!“

Schon zehn Minuten später waren alle drei im Keller. Herr Schwarz, oder Andreas, wie sie ihn nennen sollten, hatte sich einen roten Overall übergezogen, trug ein paar dünne Gummihandschuhe und hatte einen Alukoffer mit Fahradwerkzeugen mitgebracht.
Andächtig lauschten die Jungs den Worten von Andreas: „ Das mit dem Nabendynamo wäre ja nicht nötig gewesen, aber bei Nässe funktionieren diese Seitenläufer Dynamos immer so schlecht und gerade dann braucht man doch das Licht um besser gesehen zu werden.

Und schau mal, die Reifen erzählen viel von dir.“, dabei deutete er auf die blanken, fast durchgescheuerten Stellen am Hinterreifen: „ bekennender Schleuderbremsenfan – nicht wahr?“ Tom nickte etwas schuldbewusst aber Andreas lachte: „ Alles andere ist auch langweilig!“ Hast du das Frontlicht selbst wieder zum Leben erweckt?“, dabei deutete er auf die abenteuerliche Konstruktion aus mehreren kurzen, zusammengedrehten Drahtstücken. „Ja, nicht gut?“ „Doch, funktioniert aber nur solange, bis es nass wird, trotzdem coole Idee!“ Das Handy von Andreas klingelte, er stand auf und sagte laut: „ Unsere Teile sind da, kommt mit und helft mir tragen!“ Gemeinsam schafften sie die Pappkartons und Schachteln in den Keller. Schnell war die Kette montiert, das Vorderrad gewechselt und auch alle weiteren Kleinteile angebracht. Nach nur einer Stunde stand Toms Rad, schöner als je zuvor, vor ihnen.

Da Andreas die beiden Jungs fast alles selbst hatte machen lassen, strahlten die beiden vor Stolz, als hätten sie einen Halogenstrahler verschluckt. „Einen Helm hast du doch, oder?“, fragte er beiläufig. Tom wurde rot, eigentlich fuhr er nie mit einem Helm. „ Äh, ich, ja ich muss mal schauen.“, versuchte er der Frage auszuweichen. „ Ne, ne, ich glaube du hast genug Grips in deiner Birne, dass es sich lohnt die auch zu schützen – ich leih dir einen von meinen Helmen!“, Andreas ließ bei diesem Thema nicht locker.

„Wie, duu fährst noch mit Helm?“, lachte Ole. „ Was heißt hier, „noch“? Na klar fahre ich mit Helm, wenn ich stürze und mir meinen Kopf verletze kann ich womöglich keine klaren Gedanken mehr fassen. Mit gerade denen verdiene ich aber mein Geld und das ist gar nicht mal so wenig!“, entgegnete Andreas Schwarzer ernst. „Ich dachte nur Kinder müssen mit Helm Fahrrad fahren“, sagte Tom. „Nein“, erwiderte Andreas in sehr ernstem Ton: „ Nur Matschköpfe fahren ohne Helm!“

Bei diesen Worten wurde die Tür aufgerissen und Frau Bellmer erschien. „ Mama!“, Ole stürzte ihr gleich in die Arme und fing sprudelnd an zu erzählen: „ Das ist Andreas, der wohnt hier auch. Und der hat die Polizei weggeschickt und gesagt das sein Anwalt Schmerz heißt und auch so ist und dann…“, „Halt, ich verstehe gar nichts. “, Frau Bellmer war bei den Begriffen „ Polizei, Anwalt und Schmerz immer weißer geworden und gebot dem Redefluss ihres Sohnes nun erst einmal Einhalt. „Was ist denn hier passiert?“

Jetzt mischte sich Andreas Schwarz in das Gespräch: „ Alles halb so schlimm wie es sich anhört. Guten Tag Frau Bellmer!",er zog seinen verschmutzten Gummihandschuh aus und gab der noch völlig verstörten Frau seine Hand: "Mein Name ist Andreas Schwarz, ich bin gerade erst in die Wohnung unter Ihnen eingezogen. Zum Glück konnte ich hier ein kleines Missverständnis aufklären, wir haben zusammen das Fahrrad von Tom ein bisschen aufpoliert, er hat doch Montag seine Fahrradprüfung, und von Fahrrädern verstehe ich ein bisschen. Wir sind aber jetzt fertig. Tolle Kinder haben sie übrigens, Frau Bellmer!“

Hatte Julia Bellmer bis dahin noch skeptisch geschaut, war sie bei der letzten Bemerkung fast umgefallen. So positiv hatten sich in der letzten Zeit nur ihre Mutter und ihre Kollegin Elfriede Fölsch über ihre beiden lebhaften Jungs geäußert. „ Möchten Sie vielleicht mit uns zu Abend essen? Dann können Sie mir ja alles in Ruhe berichten.“, hörte sie sich selber sagen.

„ Gerne, wann denn?“, fragte Andreas Schwarz. „ In einer Viertelstunde?“ „ Gut, ich mach mich rasch etwas frisch“. Gemeinsam verließen sie den Fahrradkeller, Tom nicht ohne noch einmal seinem Rad liebevoll über den Sattel zu streichen. Herr Schwarz bog im ersten Stock in seine Wohnung ab, hob die Hand und verabschiedete sich mit einem fröhlichen: „ Bis gleich“. 


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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.09.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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