René Oberholzer

Meine Frau

Die Verkäuferin in der Sportabteilung ist unfreundlich und meine Frau. Zu mir ist sie auch so. Schon seit Jahren. Wenn ich wüsste, was ihr fehlt, ginge es mir besser. Aber es fehlt ihr an nichts, ich bin ihr Mann, ich sorge für sie, und sie ist immer so unfreundlich zu mir. Ich frage mich, was ich sonst noch alles für sie tun muss, damit sie wenigstens ein Lächeln über ihre Lippen bringt oder ein paar nette Worte sagt. Manchmal frage ich mich, bei welcher Gelegenheit ich meine Frau kennen gelernt habe. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass sie je einmal freundlich gewesen ist. Ihre Unfreundlichkeit ist auch auf mich übergegangen, hat mich angesteckt, man sieht es mir schon an. Ich weiss nicht mehr, wann ich das letzte Mal gelacht habe, und wenn, dann sicher nicht mit meiner Frau. Ich habe den unfreundlichen Ton meiner Frau übernommen, seither verstehen wir uns wieder ein wenig besser, aber nur ein klein wenig. Ich habe sie einmal darauf angesprochen, warum sie so unfreundlich sei. Sie hat gesagt, dass sie wolle, dass die Menschen die Produkte nicht wegen ihr, sondern wegen der Produkte selbst kaufen. Das hat mir damals ja eingeleuchtet, doch ich verstand nicht, warum sie nach der Arbeit zu mir auch noch unfreundlich war. Heute verstehe ich sie viel besser.


© René Oberholzer







 

EV: e-Stories, Internet-Portal, Nauheim (D), 2011
V: WebStories, Internet-Portal, Berlin (D), 2012
René Oberholzer, Anmerkung zur Geschichte

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