Helmut Wurm

Sokrates und Benimm-Unterricht an den Schulen

Mephisto sitzt auf dem Brocken, schlägt sich mit den Händen auf die Schenkel und lacht dabei von Herzen teuflisch. Dabei ruft er (aber das kann ja ein Mensch nicht hören):

 Mephisto: Ha, ha, ha… Da haben mir meine Spionage-Teufel ja eine lustige Nachricht gebracht. Eine Tagung mit dem Thema „Das immer schlechter werdende Verhalten der deutschen Jugend und dagegen zu treffende Maßnahmen“ wollen sie einberufen…

Als ob das überhaupt noch Sinn hätte… Ha, ha, ha… Dabei bin ich an diesem für einen Teufel erfreulichen Trend maßgeblich beteiligt… Und was ich mache, das versuche ich teuflisch gut zu machen… Es stimmt, ich bin nur mitbeteiligt… Die Eltern erziehen natürlich nicht mehr wie früher zu gutem Verhalten, die sind durch die modernen Erziehungstheorien, besser soziologischen Aufweich-Theorien verunsichert… Und dann haben mir die Schul-Phantasten tüchtig geholfen, die eine Nachsicht-Schule wollen, in der man den Schülern alles nachsieht, alles entschuldigt, in der man das möglichst freie Jugendleben wünscht… Und dann natürlich auch diejenigen politischen Parteien, die durch die Hitlerzeit verunsichert eine Gesellschaft wollen, in der sich jeder so unbesorgt und ungezwungen verhalten kann, wie er will. So wie in Amerika, wo man die dreckigen Stiefel auf die Sitze in der Eisenbahn legt und in alle Ecken spuckt…

Ha, ha, ha. Jetzt, wo der Verhaltensverfall der Jugend schon über 2 Generationen kontinuierlich abwärts  geht, wollen die noch was dagegen tun… Als wenn das noch ginge… Ich werde denen, die diesem Trend gegensteuern wollen, die Konferenz so verhageln, dass sie einfach resignieren. Vermutlich werden sie auf dieser Tagung zuerst einmal Beobachtungen sammeln und diese vortragen. Ha, da gibt es ja genug negative tägliche Erfahrungen mit dem schlechten Verhalten und der Unhöflichkeit der deutschen Jugend: Laut, Rohheit, Schlägereien, Anpöbeln, Rücksichtslosigkeit, primitive Sprache, Egoismus, keine Tischsitten… Ich könnte noch mehr aufzählen, aber das genügt schon. Wie will man diesen Trend noch umkehren können?...Ha, das wird noch immer schlimmer werden als es schon ist. Dafür werde ich schon sorgen…   

Frech, laut, faul, überernährt, ohne Rücksichtnahmen und Disziplin, so will ich die Jugend…

Denn es ist eine alte historisch-soziologische Wahrheit, dass die Jugend die Zukunft einer Gesellschaft ist, dass also die Zukunft einer Gesellschaft so aussehen wird, wie ihre Jugend gerade ist. Und ich als Geist der Verschlechterung, des Niedergangs, der Zerstörung plane langfristig über die Jugend den Niedergang einer Gesellschaft. Des Teufels Mühlen mahlen langsam aber trefflich klein...

Am besten wäre es, wenn ich die Teilnehmer noch auf dem Weg zur Tagung einiges Besondere erleben ließe, und zwar Erlebnisse und Beobachtungen solcher Art, dass sie die Tagung wegen Zwecklosigkeit gleich wieder schließen möchten… Das müsste aber gründlich, ja generalstabsmäßig geplant werden. Ich sollte mir die weitere Umgebung des Tagungsortes einmal genauer ansehen…

Mephisto greift zu seinem teuflischen Multifunktions-Fernrohr und richtet es auf die Kleinstadt, in der die Tagung stattfinden soll. Er murmelt dabei:

Mephisto: Hm, eine Autobahn und eine Eisenbahn führen hin, es gibt ein größeres Fußballstadion, der Ort hat ein größeres Schulzentrum, es gibt ein Freibad und einen kleinen Stadtpark und dann sehe ich auch ein größeres Industrie- und Gewerbegebiet am Stadtrand… Das genügt schon, da lässt sich etwas machen. Ich muss nur meine erfahrenen Jugend-Teufel rechtzeitig ins Feld führen. Das sollte ich sofort einleiten.

Mephisto schlägt mit der Hand auf den Boden, eine Dampfwolke steigt auf, dann  schnalzt mit den Fingern und ruft in die Wolke einige für Menschen unverständliche Worte. Und alsbald beginnt es um ihn zu wimmeln, lauter kleine Teufel bewegen sich im Dampf um ihn herum. Denen ruft er nun zu (Menschen können das natürlich weder hören noch verstehen):

Mephisto: Teufels-Dank dafür, dass ihr so schnell gekommen seid. Ich weiß, dass auf Teufel verlass ist. Ich habe eine neue, kurzfristige Aufgabe für euch, die euch Jugend-Teufeln sicher Freude machen wird. In wenigen Tagen soll in einer kleineren Stadt weit da hinten (Mephisto deutet in die Richtung) eine Tagung stattfinden, wie man das immer schlechter gewordene Verhalten der deutschen Jugend wieder bessern kann, an dem ihr ja tüchtig mitgeholfen habt.

(Es ertönt aus dem Dampf ein vielstimmiges Gelächter).

Ein solches Gegensteuern können wir natürlich nicht zulassen, dann hätten wir alle ja umsonst so viel Mühe investiert.

(Es klingen aus dem Dampf Rufe wie: Eine Teufelsarbeit darf nicht verloren gehen… Das wäre gegen unsere Teufelsehre… Das zwingt uns zum Handeln)

Ich bitte euch deswegen, mischt euch in der Umgebung dieses Tagungsortes unter die Jugendlichen und mischt deren Verhalten etwas auf… Ihr wisst was ich meine.

(Es schallt aus dem Dampf ein zustimmendes Gelächter)

Nun ganz konkret. Ich teile euch in Aktionsgruppen auf, die geschickt bei folgenden Projekten führend mithelfen: Das Verhalten auf den Schulhöfen in den Pausen soll sich noch mehr verschlechtern, als es schon ist; In den Zügen und Bussen soll noch mehr getobt und geschrieen werden, alte Frauen sollen nicht sitzen können, Getränke sollen auf den Boden verschüttet und Papier auf den Boden geworfen werden; Einige von euch helfen den kleinen Stadtpark mit Abfällen zu verschandeln und wilde Ballspiele sollen auf den Rasen und Blumenbeeten getrieben werden; Beim kommenden großen Fußballspiel im Stadion muss so gestört und möglichst sogar randaliert werden, dass der Wettkampf abgebrochen werden muss; Bei Bewerbungsgesprächen in den Betrieben müssen die Jugendlichen einen derart lässig-wurstig-uninteressierten und ungebildeten Eindruck machen, dass die Personalabteilungen verzweifeln…

(Aus dem Dampf erschallt ein vielstimmiges Freudengeschrei)   

Lasst euch etwas einfallen! Ihr seid für solche Einsätze in unserer psychologischen Abteilung für „Gesellschafts-Ruinierung“ gut ausgebildet worden. Denkt daran, wie leicht gerade Jugendliche zu beeinflussen sind und wie sehr sich Jugendliche nach Anforderungs- und Kontroll-Losigkeit sehnen. Das war zu allen Zeiten so. Nutzt das wie geübt aus. Und denkt daran, verhaften kann  euch niemand. Ihr löst euch in solch einer Gefahr einfach in heißen Rauch auf.

Ich selber werde sicherheitshalber auch auf dieser Tagung dabei sein. So. und nun möchte ich mir mal anschauen, wie ihr als moderne Jugendliche so ausseht.

(Mephisto schnippt mit den Fingern, murmelt einige Worte in Richtung Dampf und auf einmal stehen moderne deutsche Jugendliche um ihn herum, mit ungepflegten langen Frisuren oder künstlichen Glatzköpfen, mit Tätowierungen, zu tief sitzenden Jeans-Hosen, ausgelatschten Turnschuhen, die Hände lässig in den Taschen oder Cola- und Bierdosen in den Händen… Die Mehrzahl ist für Jugendliche schon zu dick, ein Teil ist hässlich übergewichtig. Auffallend sind bei allen die rot-grauen Haare, wenn sie nicht künstliche Glatzköpfe haben.)

Mephisto: Na ja, für den Grobrahmen mag es gehen. An Details muss noch gefeilt werden. Das soll dann bei den einzelnen Projektgruppen noch erfolgen. Und jetzt mal sehen, wie ich mich als moderner Aufweichlehrer, der sich allen Schülern anbiedert, ausmache.

(Mephisto schnippt wieder mit den Fingern, murmelt ein paar Worte und steht als den Schülern ähnlich gekleideter Lehrer vor den Jugend-Teufeln. Auffällig ist sein überheblich-intoleranter Gesichtsausdruck.)

Mephisto (sieht an sich herunter): Na ja, auch bei mir stimmt die Grob-Ausstattung. Aber mein Verhalten ist sowieso das Entscheidende. Sicher im Auftreten, frech, sehr selbstüberzeugt…, so muss ich auftreten. Andere Meinungen darf ich überhaupt nicht tolerieren, jeden Andersdenkenden muss ich sofort einschüchtern… Das haben die 68iger erfolgreich gelehrt... So, und jetzt bekommen die einzelnen Projektgruppen ihre genauen Instruktionen…

 

Es ist einige Zeit später. Die Teilnehmer der Tagung, von allen Seiten mit Auto, Bahn oder Bus angereist,  betreten das Tagungsgebäude. Es handelt sich um Soziologen, Pädagogen, Lehrer, Vertreter der betrieblichen Ausbildungsabteilungen und Politiker.   Auch Sokrates ist als Beobachter zu dieser Tagung gekommen. Aller Gesichter sind ernst, viele schauen sehr bedrückt aus. Nur ein modern aussehender Mann betritt mit einem spöttisch-lauernden Gesichtsausdruck den Saal und nimmt ganz vorne Platz. Sokrates setzt sich wie bei ihm üblich, ganz hinten hin.  

Nach der Eröffnung der Tagung beginnt, wie Sokrates vermutet hat, erst einmal eine Bestandsaufnahme der Erfahrungen und Beobachtungen bezüglich des Verhaltens und Benehmens der modernen deutschen Jugend. Und es werden wirklich bedrückende Mitteilungen gemacht, besonders aus den letzten Tagen aus der weiteren Umgebung der Tagungsstadt.

Beim letzten überregionalen Fußballturnier haben Jugendliche auf den Zuschauer-rängen derart gestört, Bierdosen und Knallfrösche auf das Spielfeld geworfen, die Spieler und den Schiedsrichter beschimpft, dass die Polizei für mehrere Minuten das Spiel unterbrechen musste. Die jugendlichen Hauptakteure waren für die Polizei aber merkwürdigerweise unauffindbar.

Das Schwimmbad, und zwar sowohl die Liegewiese wie auch das Wasser, war abends völlig mit Restmüll von nachlässigen Besuchern, die offensichtlich zu bequem gewesen waren zu den Abfallkörben zu gehen, verschmutzt. Ähnlich sah abends der Stadtpark aus, wobei noch hinzu kam, dass durch rücksichtslose Ballspiele die Blumenbeete praktisch zertrampelt waren.

Das Benehmen vieler Jugendlichen in Bussen und Zügen während der Transportzeit von Schülern war derart laut, undiszipliniert und aggressiv, dass andere Fahrgäste sich weigerten, diese öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen.

In den Unterrichtspausen herrschte auf den Schulhöfen ein derart lautes, gefährliches und aggressives Chaos, dass alle Lehrer Aufsicht führen mussten. Und die Vertreter der Betriebe berichteten, dass bei den Bewerbungsgesprächen der letzten Zeit viele Ausbildungsplatzbewerber sich derart verhalten hätten, dass man diese nicht in ein Ausbildungsverhältnis übernehmen konnte. Man habe nicht grundlos diese Tagung angesetzt, aber die Erfahrungen und Beobachtungen mit Ausbildungsbewerbern gerade in der letzten Zeit ließen eigentlich nur noch tiefen Pessimismus für den Wirtschaftsstandort Deutschland  zu.

Aber die Lehrer bzw. die Polizei konnten auch hier jugendliche Hauptakteure nirgends fassen, nur viele Mitläufer. Und die Ausbildungsbetriebe konnten merkwürdigerweise auch nicht in Erfahrung bringen, von welchen Schulen diese völlig ungeeigneten Bewerber kamen. Man konnte nur protokollarisch festhalten, dass die Hauptakteure bzw. Anführer dieser nachlässigen, rücksichtslosen, disziplinlosen, randalierenden und aggressiven Jugendlichen wohl rotgraue Haare gehabt hätten, vermutlich das Zeichen einer weit vernetzten Jugend-Gang.

Interessant war nur, dass nach jedem Bericht der modern aussehende Mann einfach aufstand und immer dieselben Worte dazwischen rief:

Der moderne Mann: Dramatisiert doch nicht die Situation so. Es handelt sich doch um Jugendliche. Wart Ihr in euerer Jugend besser? Entscheidend ist, dass sie später als Erwachsene ihren Mann stehen. Da werden sie sich schon beruhigt und bessere Manieren angenommen haben. Eine Demokratie muss eine solche Jugend aushalten und für ihre Schäden das Geld aufbringen können. Oder wollt Ihr etwa wieder einen Hitlerstaat? Ihr seid einfach zu sensibel für eine moderne freiheitliche und lebhafte  Jugend. Ich schlage vor, wir brechen diese Tagung einfach ab und überlegen, ob wir uns vielleicht in 10 Jahren wieder einmal treffen sollten.

Das wollten die Tagungsteilnehmer nun glücklicherweise nicht, aber der Pessimismus, der sich den meisten Teilnehmern bemächtigt hatte, drückte doch tief auf Stimmung und man war ratlos, wie man auf diesen soziologischen Jugend-Niedergang, diesen Kultur-Herbst Deutschlands reagieren sollte.

Da stand Sokrates auf, er hatte das eigentlich nicht vor gehabt, und ging nach vorne.

Er hatte schon beim ersten Auftreten dieses modernen Verharmlosers gestutzt und einen Verdacht geschöpft. Als er davon hörte, dass die jugendlichen Hauptakteure dieser Verhaltensauffälligkeiten rotgraue Haare gehabt hätten und nirgends greifbar gewesen wären, da stand für ihn fest, wer hinter den Aktionen der letzten Tage stand.

Er sagte deshalb zu den Teilnehmern:

Sokrates: Liebe Anwesende, lasst uns nicht zu pessimistisch sein. Die Jugend ist in der Regel nicht so schlecht, wie sie sich gibt. Aber sie ist nur allzu leicht beeinflussbar durch schlechte Jugendzeitschriften, primitive Fernsehsendungen, negative Einflüsse aus dem Internet, durch gewissenlose geltungssüchtige Akademiker, die wirre Lehren verbreiten, durch Lehrer, die sich anbiedern aber nicht erziehen wollen, durch häufig fehlende Familienerziehung - kurz durch die hausgemachten negativen Einflüsse der derzeitigen Gesellschaften - und natürlich auch (und damit blickte Sokrates scharf in Richtung des modernen Verharmlosers) durch dunkle Mächte, die immer wieder mit Erfolg die Gesellschaften abwärts ziehen wollen.

Ich möchte einen Vorschlag machen. Ich habe von einer Schule gehört, bei der die Schüler regelmäßig Unterricht in gutem sozialem Verhalten und richtigem Benehmen bekommen und wo das Schülerverhalten deutlich besser ist. Ich habe mich selbst von diesem Tatbestand vor Ort überzeugt. Diese Schule hat auch einen Bericht von ihren Erfolgen in die Zeitung gesetzt, damit andere Schulen das nachmachen, und diesen Artikel möchte ich einmal vorlesen.

Sokrates zieht aus seinem Umhang eine Zeitungsseite hervor und liest den Beitrag auszugsweise vor:  

Schüler erhalten Unterricht in gutem Benehmen

Kein Benehmen? Die Schule... in ...  antwortet mit Benimm-Unterricht auf die Klagen von Personalchefs. „Fehlende fachliche Qualifikationen können durch Berufsschule oder Nachhilfe im Betrieb ausgeglichen werden. Aber fehlendes Benehmen können wir den Jugendlichen nicht mehr beibringen. Das muss in Schule und im Elternhaus geschehen!“ Solche Worte hören die Lehrer in jedem Gespräch mit Vertretern der IHK, der Wirtschaft und Personalchefs der Unternehmen...

Neben fehlenden Grundfertigkeiten in Mathematik und Rechtschreibung wird im selben Atemzug fehlendes gutes Benehmen beklagt. Scheinbar selbstverständliche Verhaltensweisen wie ein Zuspätkommen zu entschuldigen, laut und deutlich zu grüßen oder um ein fehlendes Arbeitsblatt zu bitten, müssen immer und immer wieder von allen Lehrern eingefordert werden.

Seit dem vergangenen Schuljahr geht die Schule ... einen Schritt weiter. Sie hat für die siebten Klassen einen Benimmkurs eingerichtet, den Fachlehrerin... wöchentlich eine Unterrichtsstunde lang erteilt. Die Schüler lernen unter anderem, wie man sich begrüßt, wie man sich vorstellt, entschuldigt, wie man sich bei Tisch verhält..., wie man mit dem Handy umgeht oder wie man sich verschiedenen Gesprächspartnern gegenüber verhält. Nach dem Prinzip „Learning by doing“ müssen auch schon einmal ein Frühstückstisch eingedeckt oder Geschirr, Besteck und Gläser für ein festliches Menü richtig arrangiert werden.

Wer dies beherrscht, weiß auch, nach welchem Glas oder welchem Messer man greift, wenn man selbst zu solch einem Anlass eingeladen ist. Was mache ich mit einer Papierserviette, was mit einer Stoffserviette? In welchen Situationen hat ein Kaugummi absolut nichts zu suchen? Wünsche ich „Gesundheit“, wenn einer niest? Was mache ich, wenn ich selbst mal laut niesen muss? Auch der Umgang mit Werten wie Pünktlichkeit, Verantwortungsbereitschaft oder Konfliktfähigkeit wird vertieft. Die Umgangsformen regeln und erleichtern das tägliche Miteinander, tragen selbst in schwierigen Situationen oft zur Deeskalation bei. Und nicht zuletzt erleichtern sie den Schülern den Weg in die berufliche Zukunft.

Aus diesem Grund hat die Realschule ... den Benimmunterricht jetzt sogar erweitert. Die neunten Klassen werden in Zukunft einen Unterricht „Gutes Benehmen für Fortgeschrittene" erhalten, damit sie gut ausgerüstet ins Praktikum starten können.

(Rhein-Zeitung, Nr. 225, Dienstag, 27. September 2011; Text etwas gekürzt)       

Sokrates: Ich schlage nun vor, dass wir hier die Empfehlung aussprechen, dass an möglichst allen Schulen ein solcher Verhaltens- und Benimm-Unterricht eingeführt wird. Dann sollten  wir uns wirklich in 10 Jahren wieder treffen und uns gegenseitig berichten. Ich bin sicher, wir werden eine positive Entwicklung, werden Fortschritte zum Besseren feststellen können.

Dieser Vorschlag wurde einmütig und mit Hoffnung angenommen und die Tagungs-teilnehmer verließen nicht mehr so niedergedrückt die Stadt, wie sie angekommen waren. Erwähnenswerte ist nur noch, dass während des Auftretens von Sokrates dort vorne, wo der moderne Verharmloser saß, ein bösartiges Zischen zu hören war und dass dann dieser Mann plötzlich fehlte. Niemand hatte ihn fortgehen sehen, aber es vermisste ihn auch keiner. 

(Aufgeschrieben vom discipulus Socratis, der mit Sokrates zusammen an der Tagung teilgenommen und dem Sokrates später die Zusammenhänge im Hintergrund erzählt hat, die dieser wiederum von einem Spionage-Engel mitgeteilt bekommen hat.)     

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.10.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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