Ewald Frankenberg

Tagebuch (Chapter B)

Montag, 10.10.2011

Allein aufgewacht. Etwas zu spät. Mein Kopf sagt mir: noch nicht
anheben. Ging doch ganz gut ab gestern: die Party, die Freunde, die
Dunkelhaarige. Eine Hitzewelle treibt durch meinen Körper, so heftig,
dass ich augenblicklich nassgeschwitzt bin. Zeitgleich krampft sich
mein Darm zusammen, so dass es schmerzhaft durch meinen Unterleib
zieht und mich blitzartig zur Toilette treibt: Durchfall. Ein Grund,
nicht zu arbeiten.

     –Ich brauch heute eine Toilette in meiner unmittelbaren Nähe-
      
       -Eins von den Bieren gestern war wohl schlecht, aber wer saufen
kann, der kann auch arbeiten- 
     
     -Nein, es ist etwas anderes, ich bin richtig krank, wenn es geht, komme ich morgen wieder, sonst melde ich mich noch einmal-

Schwindelgefühle. Zusammengesackt sitze ich auf der Porzellanschüssel.
  
   – Schwindel.
   – Gefühle.

Ich bin wirklich krank, so viel habe ich gar nicht getrunken. Erinnerung
an die Dunkelhaarige. Die bringt den Körper wieder in Schweiß. Ich muss
gegen Brechreiz ankämpfen. Was hat die Kleine nur mit mir angestellt?
Alkohol ist es nicht. Sie hatte den Rucksack voll mit Dosenbier, aber das
trinke ich nur sehr begrenzt. Es schmeckt einfach nicht, und schon gar nicht
lauwarm. Nein, um das jetzt mal ganz klarzustellen: es war nichts zwischen uns.

Wir haben das Fest verlassen, sind in den Park gegangen. Sie war wirklich
fertig, am Ende. Sie wartete auf ihren Freund, um mit ihm zum Fest zu gehen.
Er kam dann auch, um ihr zu sagen, da warte eine andere auf ihn. Es sei Schluss,
man brauche die gute Zeit ja nicht zu vergessen, vor allem nicht den guten Sex,
gerade für letzteres könne man gar eine gelegentliche Erinnerungsauffrischung
ins Auge fassen. Ausführung erfolgte gleich, auch weil sie bis dahin an die feste
Zusammengehörigkeit von Sex und Liebe geglaubt hatte. Umso größer dann die
Enttäuschung, als die Andere bei ihr klingelt mit der Frage, ob er denn nicht
wohl bald kommen wolle, und so schwer könne Schluss machen doch nun wohl
nicht sein.

Und dann heulte sie sich an meiner Schulter die Augen aus. Ein Schwein, wer
solch eine Situation ausnutzt. Die hätte sich doch glatt umgebracht, wenn ich
sie da auch noch enttäuscht hätte. So, das ist klar. Jetzt geht’s mir einen
Moment besser. Eine kalte Dusche könnte mich sicher aufbauen. Dusche tut
sowieso Not; meine Hände sehen aus, als sei ich auf allen Vieren nach Hause
gekrochen.


                                                                                                ©Ewald Frankenberg

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