Ewald Frankenberg

Tagebuch (Chapter C)

Dienstag, 11.10.2011

Na, geht so. das Leben muss weitergehen. Deshalb bin ich auch wieder
zur Arbeit. Soll mich doch keiner für ‘n Weichei halten, ein bisschen
Alkohol getrunken, eine Woche krank. Hat aber keinen Spaß gemacht.
Der Kopf ist nicht klar. Die Gedanken fahren Karussell, und ich kann
das Karussell nicht stoppen, ich wüsste nicht, welche Gedanken ich
festhalten soll. Das ist dann in etwa so, als sitze man in einer alten,
klapprigen Blockhütte und draußen braust ein wütender Orkan.

Ein wenig hilft die Arbeit, da muss man sich etwas auf einen Punkt hin
konzentrieren. Da sitze ich denn viel auf der Toilette - die Kollegen
wissen ja um meine Probleme in dieser Richtung -, versuche dort
Zeitung zu lesen, aber die Sätze erreichen mich auch beim dritten
Lesen noch nicht richtig. Habe eben schlecht geschlafen letzte Nacht.
Oder gar nicht, nur im Bett gewälzt. Das kommt davon, wenn man den
ganzen Tag im Bett liegt, nichts tut.

Heute Nacht wird das besser.

– Hoffentlich.


                                                                            ©Ewald Frankenberg

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