Freitag, 14.10.2011
Heute steht noch einmal ein anderes Photo von ihr in der Zeitung. Da
sieht sie echt süß drauf aus. Wer was weiß, soll sich melden. Aber ich
kann ja nur sagen, wo sie vor fünf Tagen war. Wenn ich mich jetzt
melde und sie finden sie wohlmöglich irgendwann, dann gehöre ich ja
gleich zum Kreis der Verdächtigen. Und wenn die einen erst in die
Mangel nehmen, das kennt man ja aus Krimis...
Und auf mich werden sie sich gleich einschießen, weil ich immer sofort
Schuldgefühle habe. Schon bei einer einfachen Führerscheinkontrolle
ist mein erster Gedanke: jetzt haben sie dich, und alle Sünden gehen
mir durch den Kopf, zeichnen sich als Schweißperlen auf der Stirn ab,
die ich mich mit meinen zittrigen Fingern nicht wegzuwischen traue.
Aber wenn ich doch tatsächlich so etwas wie Liebe für dieses Mädchen
fühle, muss ich doch auch alles tun, damit man sie wiederfindet.
Du sitzt auf der Parkbank vom Sonntag und denkst zurück an die bisher
flüchtige Begegnung. Das ich überhaupt einmal mit so etwas konfrontiert
werden würde! Du gehst nach hinten in die Büsche zum Pinkeln, schaust
dich um. Der Boden ist nach dem Regen voller Herbstlaub. Am Sonntag
hast du da mit ihr gelegen. Nein! Es ist nichts passiert. Sie wollte nicht.
Sie wollte nicht.
Anderenfalls wäre es sicherlich schön mit ihr gewesen. Und ich könnte
vielleicht meine Gefühle mit ihr ausleben. Sie wäre bei mir und stände
nicht jeden Tag in der Zeitung.
©Ewald Frankenberg
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.10.2011.
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Vom Ufer aus
von Hans Witteborg
Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.
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