Thea Pijpers

TUPU DER KATER

Mein Name ist Tupu. Tupu bedeutet in der Cook Island Maori Sprache: der Heranwachsende. Ich bin nun ueber ein Jahr alt und wunderschoen. Eigentlich sehe ich aus wie ein Jaguar. Da es jedoch auf meiner Insel keine Jaguare gibt, bin ich eben ein Kater.

Ich bin kurz nach meiner Geburt in dieses Haus am Meer gekommen. Ganz genau kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich war vielleicht drei Wochen alt und man hat mich auf der Strasse ausgesetzt. Doch Cristina hat mich gefunden und zu diesem Haus am Stillen Ozean gebracht. Die Besitzerin des Hauses, Thea, die wollte mich gar nicht, und sie brachte mich in ein Katzenheim. Doch zu meinem Glueck, waren das chon zuviele Katzen und aus Mitleid kam ich wieder in das Haus am Meer.

Ich war klein und so habe ich halt ueberall meine Sachen hinterlassedn. Das passte der Thea jedoch nicht und sie hat mich nach draussen verbannt. Ich musste also, so klein wie ich war, draussen auf einem Stuhl uebernachten. Doch meine Ziehmutter hatte jedoch keine Ruhe mehr und kam zu jeder Stunde nachschauen, wie es mir erginge. Ich bin ein Ueberleber. Ich habe sie ganz schoen auf Draht gehalten.

Und nun kann ich machen, was ich will. Zum Beispiel gehe ich nun jede Nacht aus. Ich bringe dann meine Maeuschen als Geschenke immer nach Hause und spiele mit ihnen, was der Thea ueberhaupt nicht gefaellt. Sie schreit mich dann immer an, was mir gar nicht passt. Doch es geht zu einem Ohr rein und zum anderen wieder raus. Wofuer hat man denn schon zwei Ohren? Sie vrsucht dann, mich mit meinen Maeuschen wieder nach draussen zu bugsieren. Manchmal dauert dies Stunden. Und dies mitten in der Nacht. Bei Morgengrauen, d.h. ganz frueh, bin ich dann wieder zur Stelle. So gegen 5 Uhr komme ich rein und will natuerlich mein Futter. Dieses Futter jedoch, passt mir nicht immer. Dann esse ich es einfach nicht. Was soll denn das ? Die grossen Leute essen ja auch nur, was ihnen passt und was sie wollen. Ich miaue ganz laut um 5 Uhr morgens. Meine “Mutter” wird dann wuetend und schreit, dass ich mich ruhig verhalten soll. Das tue ich dann auch fuer ein paar Minuten. Dann aber, wird es mir zu dumm. Ich fange an, kleine Dinge zu verschiebe, die jedoch etwa oder viel Laerm verursachen. Dies ist so meine Taktik, um alles zu bekommen, wie ich es will. Schliesslich bin ich schoen und der einzige Kater im Hause. Mutter hat dann die Nase voll und aus Erschoepfung gibt sie mir mein Fressedn. Dann habe ich noch eine andere Taktik: Ist das Essen nichts Besonderes, esse ich so lange nichts, bis Mutter mich streichelt. Und dies muss sie dann tun, solange ich fresse.

Man muss die Leute schliesslich richtig erziehen. Wenn ich zu wenig zu essen bekomme, was sehr of der Fall ist, da Muttermich nicht dick will, so lege ich mich einfach or den Kuehlschrank und weiche nicht mehr von der Stelle.

Mutter ging fuer fuenf Wochen nach Europa und liess mich allein mit einer, sagen wir mal seltsamen Dame. Als die Mutter dann zurueck kam, habe ich sie fuer drei Wochen einfach uebersehen und ignoriert. Sie muss lernen, dass sie gewisse Dinge nicht mit mir machen kann.

Nach dem Fressen putze ich mich und ruhe mich aus. Wenn es nicht zu heiss ist, springe ich ueber den Schrank auf den oberen Boden. Da kann man mich rufen, so lange man will. Ich hoere einfach nichts. Am Nachmittag stehe ich dann langsam auf. Ich mache mich lang und Mutter sreichelt mir den Bauch, was ich sehr mag.

Uebrigens habe ich nun noch eine andere Beschaeftigung: Ich jage die kleinen Fische, die in dem Lily Pond seit Neuestem sind. Dies ist endlich eine Abwechslung in meiner Diaet. Niemand will immer dasselbe essen. Die Leute tun das ja auch nicht.

Ich tu noch was anderes, sehr Schoenes: Wenn Mutter nicht da ist, lege ich mich immer auf den Esstisch im Living Room. Da ist es wunderbar kuehl. Ich darf es nicht. Doch ich tue es. Wenn sie kommt, verschwinde ich ganz schnell.

Ich habe es hier sehr gut. Nur will die Mutter immer mit mir schmusen, was ich ueberhaupt nicht ausstehen kann. Ich halte halt still fuer ein paar Sekunden und dann schwups, bin ich weg. Jedoch vorher zeige ich ihr noch ganz schnell meine Krallen. Man muss sich nicht alles bieten lassen. Und ein bischen Erziehung tut auch den Menschen gut. Aber manchmal tue ich ihr auch einen Gefallen: Ich klettere ganz hoch auf die Baeume und schaue frech runter. Dann lacht sie und ist zufrieden. Ich auch. Und dies fuer so wenig. Menschen sind seltsam.

Was ich zu guter Letzt noch sagen moechte: Mir, grosso modo, gefaellt mein Haus am Meer. Ueber die kleinen Nachteile, muss man halt hinweg sehen. Nothing is perfect.

Kater Tupu


(Anmerkung: Tupu wurde dann eines Nachts von vier straeunenden Hunden umgebracht)

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.10.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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