Tilman Otto Wagner

mythos:TRANSSILVANIEN

 

mythos:TRANSSLVANIEN
(dokumentarisches Filmessay   RO/A   2010   25 Min.)

http://www.youtube.com/watch?v=DBvJVlvuSGU&feature=related

 

INHALT


Auf der Suche nach seinen Wurzeln begibt sich ein Filmemacher auf eine spirituelle Reise nach Transsilvanien. Mit Hilfe von Interviews und Aufnahmen vor Ort tastet er sich an die historische Wahrheit heran und stößt dabei auf Gegenden und Personen, die ihre eigene(n) Geschichte(n) erzählen. Wer und wie sind die Menschen dieser Region in Südost-Europa? Was verbindet sie mit der Legende um „Dracula“? Gibt es eine transsilvanische, gibt es eine europäische Identität? Kristallisiert sich parallel zu der ökonomischen auch eine kulturelle Identität Europas heraus? Der Filmemacher stellt sich seiner eigenen (Lebens)Geschichte und bringt aus den überlagerten Schichten des entstandenen Video-Materials die (filmische) Wahrheit ans Licht.




SYNOPSIS

«his to ry [′histəri] is the monster we have to get rid of.»

Episch-dokumentarischer Essay-Film über Dekonstruktion des Mythos „Geschichte“. Sprachbildliche Licht-Schatten-Brüche poetischer Wahrheit. Kultur-Code „Dracula“ als postmodernes Waren-Etikett. Entmythologisierung und medienkritischer Diskurs in der Tradition der intellektuellen Montage. Menschen aus Ost (Rumänien) und West (Österreich) kommen zu Wort. Demokratisches Medium „Video-Film“ als Dekodierung sozialer Diskurse um Migration und europäische Identität. Wir fordern eine andere Geschichtsschreibung – nicht die Geschichte der Großen, sondern die Geschichte der Vielen; Video-Film als Sprachrohr einer bürgerlichen Gesellschaft. «his to ry [′histəri] is the monster we have to get rid of.» – die Bestie „Geschichte“, von der wir uns befreien müssen; diskursive Analyse der Machtverhältnisse zweier Serienmörder der absolutistisch-monarchistischen Gesellschaft – Vlad Ţepeş und Elisabeth Báthory. In einer assoziativen Montage-Technik werden dokumentarische (realistische) Aufnahmen von Transsilvanien und seinen Bewohnern einem medienkritischen Diskurs über die Dracula-Filmografie gegenübergestellt. Aus der Wechselwirkung dieser beiden Ebenen soll der Zuschauende in einem dialektischen Denk-Prinzip die Erkenntnis der (filmischen) Wahrheit erlangen. Der Film ist autobiografisch angelegt. Die Reise des Filmemachers nach Transsilvanien, dem Ort seiner Kindheit, entwickelt sich zu einer anti-historischen Aufarbeitung der Vergangenheit dieser Region mit all ihren Facetten: Aberglaube, kommunistische Diktatur, Hirtenkultur, Mythen und Legenden, Multikulturalität, Wirtschaftswandel, EU-Beitritt. Inversion, Dekonstruktion des phallokratisch determinierten Dracula-Bildes in der populären Medienwelt. Ist Geschlechterzuordnung für eine mythologische Figur überhaupt noch notwendig? Die poetisch-philosophischen Reflexionen/Analysen lösen die Bildsprache in ihren Einzelteilen auf. Der Video-Film entwickelt sich anti-narrativ und gegen die Konventionen des konservativen Kino-Films. Die Montage verläuft nicht linear, sondern assoziativ. Der narrative Spannungsbogen wird für eine offene, epische Form, die Assoziationen und Interpretationen freisetzt, aufgegeben. Am Ende der Geschichte ist der aktiv implizierte Zuschauende bei der Wahrheit angelangt. Was ist filmische Wahrheit? Inwiefern kann Film Wahrheit einfangen? Die vor der Kamera Agierenden – die interviewten Menschen, die Vielen, die zu Wort kommen, sind nicht archetypisch zu verstehen, sondern als kollektives Gedächtnis der Menschheit. Aus dem Kontrast ihrer Meinungen entsteht die (filmische) Wahrheit. Kein Anspruch auf Plastizität, auf Verkünsteln und Inszenierung, die konzeptuelle Montage ist nach dem Prinzip des Direct Cinema geführt. In der Apotheose des Films wird die Erkenntnis des Filmemachers zum Ausdruck gebracht: „Pretutindeni libertate!“ – der Anspruch auf vollkommene Freiheit: filmische Freiheit im künstlerischen und individuelle Freiheit im gesellschaftlichen Verständnis. Das Blut als Symbol des Lebens und Todes wird zum Leitmotiv, zum roten Faden und begleitet den Zuschauenden auf dessen Reise durch Transsilvanien. Der Filmemacher und das Entstehen des Filmes werden sichtbar gemacht; Verfremdung/Verzerrung der filmischen Illusion.


Dieser Film entstand als Diplom im Rahmen eines Film-Studiums an der Akademie der bildenden Künste Wien unter der Leitung von Prof. Harun Farocki.


Wien, Juni 2010
Lic. MMMag. Tilman Otto WAGNER

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.11.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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