Christiane Mielck-Retzdorff

Der lächelnde Jesus

 
 
 

 
Eine Weihnachtsgeschichte
 
 
Alois Moiser lebte in einem kleinen Dorf, hinter dem sich mächtig die Alpen erhoben. Seine Familie hatte ein gutes Auskommen und genoß Ansehen weit über die Nachbarschaft hinaus, denn der Mann war ein Holzschnitzer und fertigte kunstvolle Figuren, Krippen und sogar Altarbilder, die manche Kirchen im Land schmückten. Ihn selbst kümmerte es wenig, was die Leute von ihm hielten, denn die meiste Zeit verbrachte er in seiner Werkstatt und arbeitete. Damals, im Mittelalter, hatte die Kirche große Macht und Einfluß und so waren es ausschließlich religiöse Motive, die durch das Geschick seiner Finger mit dem Schnitzmesser entstanden, wie Darstellungen des gekreuzigten Jesus, der Jungfrau Maria und Bilder mit den Gleichnissen aus der Bibel. Auch Bischöfe und andere Würdenträger ließen sich durch ihn verewigen.
 
Auch wenn sie den Grundstein für den Wohlstand seiner Familie sicherte, war Alois Moiser der Kirche nicht so zugeneigt, wie seine Frau es sich wünschte. Mit ihren strengen Regeln und der ständigen Rede von Schuld und Vergebung hatten Priester den Menschen das Lachen genommen. Frohsinn an sich galt den hohen Herren schon als verdächtig. Jede noch so zaghafte Form der Rebellion oder der Andersartigkeit bekämpfte sie mit harten Mitteln. Die heilige Inquisition war das Schreckgespenst jener Zeit und suchte jeden heim, der sich verdächtig machte, ihren Ansichten nicht zu folgen.
 
Manches Mal drückte die Last seiner stets voller Leiden und Ernsthaftigkeit blickenden Figuren das Gemüt des braven Mannes. Zwar war er kein großer Denker sondern nur ein begnadeter Handwerker mit viel Sinn für Feinheiten, doch je länger er mit seinen Figuren und Bildern allein war, desto mehr meinte er, sie würden zu ihm sprechen, ihn geradezu bitten, ihrem Antlitz etwas mehr Lebensfreude zu verleihen. Doch wagte er nie sich diese Freiheit zu nehmen, denn er ahnte, dass dies eine harte Strafe nach sich ziehen würde. So schnitzte er weiter Gesichter voller Kummer und Sorgen.
 
Eines Tages jedoch, als er im Auftrag eines Kaufmanns an einem Jesus arbeitete, der nichts ans Kreuz geschlagen war, sondern in ein weites Gewand gehüllt aufrecht stand, die Arme rechts und links mit geöffneten Handflächen zum Segen abgespreizt, hüpfte unvermittelt eine Maus auf die Arbeitsplatte und erschreckte den Schnitzer. Das Messer, mit dem er gerade die Konturen des Gesichts ausarbeitete, rutschte kurz aus, was ihm einen derben Fluch entlockte. Schnell flitzte die Maus von dannen. Die Figur war beinahe fertig, doch durch das Mißgeschick zeigte der Mund des Heilands nun ein mildes Lächeln.
 
Alois betrachtete sein so verunstaltetes Werk und empfand seit langer Zeit wieder eine tiefe, innere Freude. Dieses Bildnis vom Gottessohn verströmte Liebe und Menschlichkeit. Es gab Hoffnung und Zuversicht. Es forderte auf, das Leben anzunehmen und sich der Vergebung der Sünden gewiß zu sein. Ihm war, als würde die Figur von innen leuchten und sein Herz öffnen. So stand sie vor ihm, kaum größer als einen Fuß Länge und doch mit einer Erhabenheit, die jeden Zweifel an Jesus Botschaft hinwegfegte.
 
Er hatte, gefesselt von dem Anblick, das Eintreten seiner Frau nicht bemerkt. Wie jeden Nachmittag brachte sie ihm Kuchen und Wasser. Als sie des lächelnden Heilands angesichtig wurde, schrie sie entsetzt auf. Welch eine Gotteslästerung in ihrem Hause. Diese verachtungswürdige Figur mußte sofort vernichtet werden. Wie konnte ihr Mann den Heiland so entwürdigend fröhlich darstellen und seine Familie damit in Gefahr bringen. Wenn irgend jemand diese schändliche Darstellung sehen würde, wären ihnen Folter und Verbannung gewiß. Wie eine Furie versuchte sie des Übels habhaft zu werden, doch Alois hielt sie zurück. Beruhigend versicherte er ihr, dass ihm lediglich das Schnitzmesser ausgerutscht sei und dass er die Ursache für ihre Aufregung sofort verbrennen würde. Behutsam geleitete er sie hinaus mit den Worten, dass beide über diesen Vorfall Stillschweigen bewahren müßten.
 
Sein Weib hatte recht. Der lächelnde Heiland würde Mißtrauen und sogar Schlimmeres in den Hütern des Glaubens wecken. Aber es war Alois unmöglich, ihn der Vernichtung der Flammen preiszugeben. Er  hüllte ihn in ein altes Leinentuch und versteckte ihn unter einer Holzbohle am Boden. So konnte er ihn, wenn er sicher war nicht ertappt zu werden, immer wieder hervorholen und mit ihm Zwiegespräch halten. Zur Vertuschung seines Schwindels warf er einen gleich großen Holzscheit in den Kamin.
 
***
 
Wie jeden Morgen in den letzten Tagen zündete Helene Wagner die vier Kerzen des Adventskranzes an, bevor sie sich zum Frühstück setzte. Diese Gewohnheit vermittelte ihr Beständigkeit. Im Radio spielten Weihnachtslieder und sie bestrich andächtig ihr Brot mit Marmelade. Ungerufen gesellten sich ihre Erinnerungen dazu, beginnend in einer fernen Zeit als sie, selbst noch Kind, die letzten Stunden vor der Bescherung in aufgeregter Erwartung und Freude erlebte. Als ihre Eltern sehr verunglückten, füllte diese Lücke bereits ihre eigene Familie. Betriebsamkeit beherrschte damals den Vormittag mit letzten Einkäufen und dem Schmücken des Tannenbaums, während der eigene Sohn seine Ungeduld kaum zügeln konnte. Später, als dieser schon beinahe erwachsen war, rebellierte er gegen die ungeschriebenen Regeln des Festes und konnte doch seine Freude über die Geschenke nicht verbergen, verschlang Unmengen der Weihnachtsgans, um dann mit seinen Freunden in das Nachtleben einzutauchen. Helene schmunzelte bei dem Gedanken.
 
Als ihr Mann unerwartet starb, fühlte der Sohn sich verpflichtet, am Heiligabend bei seiner Mutter auszuharren, doch sie drängte ihn, seinen eigenen Wünschen zu folgen. So hatte sie die Ruhe, allein neben dem erleuchteten Christbaum um dem Gefährten zu trauern. Dabei versank sie nicht in Selbstmitleid, sondern schöpfte Kraft in dem Bewußtsein, fortan ihr Leben unabhängig zu gestalten. Helene hatte mit Selbstverständlichkeit, neben ihren häuslichen Pflichten, immer als Schreibkraft gearbeitet, denn auch ihr Einkommen wurde dringend benötigt, um sich wenigstens die Behaglichkeiten des Autos und eines Urlaubs leisten zu können. Und sie hatte ihre Kollegen täglich um sich, die schon zu Freunden geworden waren. So verlor sie mit dem Konkurs der Firma zum dritten Mal den Halt einer festen Gemeinschaft.
 
Zwar reichte die Witwenrente ihres Mannes, um nicht der Hilfe des Staates anheim zu fallen, aber Helene litt mit der Arbeitslosigkeit darunter, keine Aufgabe mehr zu haben. Der Sohn hatte seine Gesellprüfung als Maurer erfolgreich bestanden und wohnte in einer anderen Stadt. Eines Tages folgte er dann dem Aufruf, sein Glück und Wohlstand in Irland zu suchen und die Telefongespräche mit ihm wurden immer seltener.
 
Zur Sparsamkeit und dem besonnen Umgang mit dem wenigen Geld erzogen, hatte Helene sich schon früh eine kleinere Wohnung gesucht. Es war ein schmuckloses Haus mit Laubengängen und blätternder Farbe an der Fassade, wo sie ihr neues Heim fand. Stets tatkräftig versuchte sie lange, eine neue Arbeitsstelle zu finden, doch ihre mangelnden Fähigkeiten im Umgang mit einem Computer machten dieses Unterfangen aussichtslos. Dafür entdeckte sie im Schatten unpersönlicher Hochhäuser Armut und Hilflosigkeit, Kinder die keine Mittagsmahlzeiten erhielten und Erwachsene, die den Kampf gegen ihr Schicksal lange aufgegeben hatten. In deren Mitte wirkten mitfühlende Menschen, die von Supermärkten und Restaurants kostenlose Lebensmittel einsammelten und verteilten. Darin erkannte Helene ihren neuen Lebenssinn.
 
Ihr Fleiß, ihre Freundlichkeit und ihre Bescheidenheit begründeten die Achtung, die ihr sowohl von den anderen Mitarbeitern als auch von den Bedürftigen entgegengebracht wurde. Diese Anerkennung schenkte ihr Zufriedenheit, auch wenn manches Geschick, das sich ihr bei dieser Arbeit offenbarte, ihr Gemüt bedrückte. Das Bewußtsein, wenigstens im Kleinen zu helfen, richtete sie bald wieder auf.
 
In dem Haus, das sie bewohnte, kümmerte sie sich zusätzlich um eine Nachbarin, die mit über achtzig Jahren Mühe hatte zu laufen. Helene machte Besorgungen für sie und putzte einmal in der Woche deren Wohnung, auch wenn die alte Dame ihr nichts dafür bezahlen konnte. Dafür entwickelte sich eine Freundschaft, die sich in regen Gesprächen äußerte. Die Nachbarin, wenn auch in der Bewegung eingeschränkt, hatte einen wachen Geist und nahm lebhaft an Themen der Politik und Gesellschaft teil. Durch sie lernte Helene ihren Verstand mit Dingen zu beschäftigen, die ihr eigenes Leben nur am Rande oder überhaupt nicht betrafen. Sie lauschte aufmerksam den Nachrichten, entdeckte ihre Vorliebe für Naturfilme und las gelegentlich sogar Bücher, die ihr von der alten Dame empfohlen wurden, um anschließend mit ihr darüber zu reden.
 
Und auch zu einer anderen Nachbarin, die im gleichen Alter wie Helene war, entwickelte sich eine Freundschaft. Mit ihr machte sie Spaziergänge, traf sich in Cafes oder zu einem Schaufensterbummel. Gemeinsam alberten sie sogar über die Auswahl zukünftiger Ehemänner. Diese Freundin war dem Leben auf sehr weltliche Weise zugeneigt, schwärmte für Musik und Tanz und steckte Helene oft mit ihrer Ausgelassenheit an. So war ihr Leben sehr abwechselungsreich zwischen anspruchsvollen, abendlichen Gesprächen mit der alten Dame, vergnüglichen Nachmittagen mit der ausgelassenen Freundin und Vormittagen an den Abgründen der Gesellschaft.
 
Schließlich verbrachten die drei so unterschiedlichen Frauen sogar jedes Jahr das Weihnachtsfest zusammen. Sie trafen sich in der von vergangenem Wohlstand zeugenden, geschmackvoll geschmückten Wohnung der alten Dame. Helene bereitete eine Gans und die Dritte erzählte heitere Anekdoten aus ihrem wechselvollen Leben. Auf gegenseitige Geschenke wurde einvernehmlich verzichtet. In diesem Jahr jedoch würde Helene allein das Fest der Liebe begehen müssen. Die Achtzigjährige war gestürzt, brach sich die Hüfte und mußte in ein Pflegeheim umziehen. Und die andere hatte ganz überraschend einen Mann kennengelernt, dem sie ohne Zögern in die Ferne gefolgt war.
 
Helene machte sich auf den Weg zu ihrer ehrenamtlichen Arbeitsstelle. Heute würde neben Lebensmittel auch noch Geschenke an jene verteilt werden, die sich kaum etwas leisten konnten. In einem Nebenraum stapelten sich mit Weihnachtspapier eingeschlagene Schuhkartons, die von den Menschen gepackt worden waren, die zu Weihnachten auch an andere dachten. Oben auf dem Päckchen zeigte ein Aufkleber an, für wen diese Gabe bestimmt war, Mann, Frau oder Kind. Diese Aktion erfreute sich großer Beliebtheit und es hatte sich bereits früh eine Schlange vor dem Laden gebildet. Auch heute würden die Geschenke nicht für alle reichen. Trotzdem herrschte eine ausgelassene Stimmung. Kerzen brannten, Weihnachtslieder stimmten auf das bevorstehende Fest ein und es gab für jeden alkoholfreien Punsch.
 
Als der Laden geschlossen wurde, waren die Mitarbeiter erschöpft aber auch glücklich, nun endlich ihre eigene Feier mit der Familie vorbereiten zu können. So erbot sich Helene, die Reinigungsarbeiten zu übernehmen. Sie umarmte einander und wünschten sich Glück, dann war sie allein in den Räumen. Die plötzlich eingekehrte Ruhe vermittelte einen seltsamen Frieden. Vor den Schaufenstern waren die Straßen verwaist. Einige letzte Blätter flogen vorüber. Kein Schnee erhellte mit seinem Glitzern das trübe Grau, und dennoch schien die Welt in froher Besinnlichkeit zu verharren.
 
Während sie begleitet von den Weihnachtsmelodien feudelte, entdeckte Helene plötzlich hinter einer Abdeckplane ein vergessenes Päckchen. Es war in rotes Papier mit goldenen Sternen eingeschlagen und der Aufkleber verriet, dass es für eine erwachsene Frau gedacht war. Unschlüssig, was sie damit anfangen sollte, ließ sie es erstmal liegen und vollendete ihre Arbeiten. Da auch durch die Scheiben keine Frau auszumachen war, die sie durch ein unvermutetes Weihnachtsgeschenk beglücken konnte, entschloß sich Helene das Päckchen mit nach Hause zu nehmen. So hatte sie wenigstens eine kleine Überraschung für sich selbst, denn in diesem Jahr war sogar das Packet ihres Sohnes ausgeblieben.
 
Eine seltsame Stimmung begleitete sie auf ihrem Heimweg. Die Stille wurde weder von Autos noch spielenden Kindern unterbrochen. Keine lauten Stimmen drangen aus den Hochhäusern. Der Tag neigte sich und Lichter erstrahlten hinter den Fenstern. Die Eingänge, vor denen sich sonst rauchende Jugendliche mit Bierflaschen in den Händen versammelten, luden geradezu ein, die Wohnungen zu besuchen. Die Rebellion gegen die Trostlosigkeit des Daseins schien zu verharren. Niemals zuvor war Helene so bewußt, dass die Seele des Heiligen Abends nicht in den Lichtermeeren und Glitzerwelten der prächtigen Einkaufsstraßen wohnte sondern an Orten wie diesem.
 
Auf einen Tannenbaum nur für sich allein, hatte sie verzichtet. Nur einige Figuren und die Pyramide aus dem Erzgebirge mit den musizierenden Engeln hatte Helene aufgestellt. Ihr stand auch nicht der Sinn nach Weihnachtsmusik. Sie setzte sich müde und traurig darüber, dass niemand an sie gedacht hatte, an den Tisch und zündete die Kerzen des Adventskranzes an. Warum hatte ihr Sohn nicht einmal eine Karte geschickt. Bestimmt würde er später anrufen. Die befreundeten Nachbarinnen waren vermutlich ausreichend mit ihrem neuen Leben beschäftigt. Es half nichts. So mußte sie eben allein und ohne gute Wünsche anderer diesen Tag und wohl auch die beiden folgenden verbringen.
 
Etwas mißmutig riß sie das Papier des vergessenen Päckchens auf und entnahm ihm als erstes einen, in altes Zeitungspapier gehüllten, Jesus aus Holz. Helene war weder getauft noch fühlte sie irgendeine Verbindung zu Kirche und Glauben. So stellte sie ihn achtlos auf die Fensterbank und erfreute sich an den süßen Leckereien, die unter ihm verborgen waren. Die Marzipankartoffeln waren frisch und köstlich, was ihre Laune umgehend hob. Sie holte ein Kristallglas, das wie die anderen noch von ihren Eltern stammte und selten zur Geltung kam, aus dem Schrank und füllte es mit edlem Rotwein, der schon seit über einem Jahr auf einen Anlaß wartete entkorkt zu werden. Dann klingelte es an der Tür.
 
Dort stand ein fremder Mann so Ende zwanzig mit einem kleinen Päckchen in der Hand, dessen weihnachtliches Geschenkpapier offensichtlich ein Buch verbarg. Er stellte sich als Großneffe der der alten Dame vor, die nun in einem Altersheim wohnte und erklärte, dass er beauftragt sei, diese Gabe zu überbringen, da seiner Tante sehr viel daran lag, ihrer stets hilfsbereiten, ehemaligen Nachbarin eine Freude zu machen. Gerührt bat Helene den jungen Mann herein und bot ihm ein Glas Wein an. Er berichtete, dass sich die alte Dame gut erhole und sich nur widerwillig in ihrer neuen Umgebung einlebte. Plötzlich fiel sein Blick auf die hölzerne Statue auf der Fensterbank und fesselte seine Aufmerksamkeit. Ganz genau betrachtete er sie ohne sie zu berühren. Sie schien große Ehrfrucht in ihm zu wecken, was Helene als tiefe Religiosität auslegte.
 
Schließlich schaute der junge Mann mit verklärtem Blick auf seine Gastgeberin und flüsterte entrückt, dies sei der lächelnde Jesus. Helenes verständnislose Miene, ließ ihn zu einer ausschweifenden Erklärung ausholen. Er hatte gerade zu dem Thema „Religiöse Schnitzkunst im Mittelalter“ promoviert und bei seinen Vorbereitungen immer wieder Hinweise auf eine Holzfigur des berühmten Schnitzers Alois Moiser gefunden, in denen ein lächelnder Jesus erwähnt sein. Dieses unbestätigte Gerücht geisterte seit Jahrzehnten durch die Kunstwelt, doch man vermutete, die Figur sei von dem Meister selbst oder später von der Inquisition vernichtet worden. Einige wenige behaupteten jedoch sie sei immer wieder einmal aufgetaucht. Zaghaft fragte er schließlich, ob er sie einmal anfassen dürfe, denn Alois Moiser hatte die Gewohnheit, jede seiner Werke an kaum sichtbarer Stelle zu zeichnen.
 
Bevor Helene der näheren Untersuchung zustimmen konnte, klingelte es erneut an der Tür. Mit einem erstaunten Aufschrei der Freude erkannte sie ihren Sohn in Begleitung einer flotten, rothaarigen Frau, die ganz deutlich einen schwangeren Bauch vor sich her trug. Er war nicht nur nach Deutschland zurückgekehrt, sondern brachte auch die Frau mit, die er bald heiraten würde. Doch zuerst sollte Helene Oma werden. In der Glückseligkeit des Wiedersehens bemerkte niemand, dass der junge Mann die Jesusstatur eingehend untersuchte. Erst die, im katholischen Glauben erzogene, Irin empörte sich darüber. So wurde die Figur ohne weitere Erklärung wieder auf der Fensterbank plaziert. Dann verabschiedete sich der studierte, junge Mann und wurde von Helene höflich zur Tür begleitet.
 
Zum Abschied sagte er leise, dass es tatsächlich der lächelnde Jesus von Alois Moiser sei, der dort in Helenes Wohnzimmer stand. Sie solle gut auf ihn acht geben. In ihr keimte eine Ahnung, dass diese Schnitzerei sehr wertvoll sein mußte. Doch Helenes größte Seligkeit war es, dass sie nun wieder eine Familie hatte, mit der sie fröhlich den Heiligen Abend feierte.
 
 
 
Frohe Weihnachten!
 
     
 
       
 
    

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.12.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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