Andreas Rüdig

Der Exoplanet

Unsere Wissenschaftler haben einen neuen Planeten entdeckt. Krynko heißt er. Er ist rund 137.289 Lichjahre von unserer Erde entfernt. Das ist ganz schön weit weg, nicht wahr? Es ist auch eher Zufall, daß unsere Wissenschaftler von Krynko erfahren haben. Wollen Sie wirklich wissen, was passiert ist? Ja? Gut, dann werde ich es Ihnen erzählen. Bitte beschweren Sie sich aber nicht, wenn Sie sich am Ende erschrecken. Sie haben es ja so gewollt.

Es ist so gut drei Wochen her, daß ein gut verschnürtes Paket vor unserer Sternwarte lag. Es stammte von einem Bauern aus unserer Gegend. Er habe eines Abends einen fürchterlichen Knall auf seinem Hof gehört. "Ich bin natürlich sofort hinausgegangen und habe nachgesehen, was da so laut gebumst hat," berichtet er. Und was habe er gefunden? Ein komisches Ding, das nach einer Videokassette aussah. Da sei er natürlich neugierig geworden, habe wissen wollen, das es sich mit dem Video auf sich habe und die Videokassette sofort in einen Videorekorder gesteckt. Es sei schon faszinierend, was er da zu sehen bekommen habe.

Wie schon gesagt: Krynko ist ein Planet, der ganz weit draußen im Weltall liegt. Er kreist um eine Sonne, die Zyko heißt. Das Besondere an ihm: Krynko ist der  Erde sehr ähnlich. Dort gibt es Leben, das allerdings dem Menschen nicht sehr ähnlich ist. Die dort vorherrschende Lebensform heißt Zycho. Die Zychos sehen wie pyramidenförmige, blaue und gut durchlöcherte Schwämme aus. Sie bewegen sich auf kurzen, steifen Beinen und haben Arme. Ein richtiges Gesicht haben sie nicht, dafür aber Augen,  Nase, Ohren und zwei Münder. Wozu die Zycho zwei Münder haben? Das machte in grauer Vorzeit Sinn. Mit einem Mund konnten sie reden und mit dem anderen Mund essen. Inzwischen hat der redende Mund aber nur noch dekorativen Charakter. Oh, zum Reden wird er schon gebraucht. Die Zycho haben einen Weg gefunden, telepathisch miteinander zu kommunizieren; sie brauchen den eigentlich überflüssigen Redenmund zum Absenden der Gedankenwellen.

Einen Spezialeffekt können sie mit diesem Mund gleichfalls ausführen. Sagt Ihnen, liebe Leser, der Begriff "Geistheilen" etwas? Bei den Zychos läuft das Geistheilen etwas anders als bei uns auf der Erde ab. Wird ein Zycho krank, bemerken das die anderen Zychos schnell. Je nach Krankheit ist der betroffene Zycho grün, weiß mit rosafarbenen Punkten, pink oder pastellfarben. Fragen Sie mich bitte nicht, wie die Krankheiten heißen - die dazugehörigen Worte sind so schwierig auszusprechen, daß ich es gar nicht erst versuche.

Sicher ist aber eine Sache: Sobald die Krankheit feststeht, öffnen die Zycho ihren Redemund und senden dann ganz spezielle Geistheilungsstrahlen aus. Über die Ohren werden die Geistheilungsstrahlen an die erkrankten Körperstellen weitergegeben. Sobald die Krankheitserreger aus den Zycho-Löchern herausgefallen sind, können kaputtgegangene Körperteile durch eine andere Art Geistheilungsstrahlen repariert und ersetzt werden. Die Bestrahlung wird erst dann eingestellt, wenn die Krankheit auskuriert ist.


Der Flug ins All
beginnt mit einem Knall
ist es gefunden
wird als nächstes überwunden
die Frage: Womit
gelingt der Himmelsritt?
Die Rakete, sie muß her
sie zu finden ist nicht schwer
Auch den Raketenstartplatz
finden wir ratzfatz
und  unsere Astronauten
sind echte Kosmonauten
sie sind alle Ingenieure
Könner ihres Faches, ich schwöre.


Ansprache an die Erdlinge

(soweit wir es verstehen und übersetzen konnten)

Erdbewohner!
 

Wir, die Tychos, grüßen euch. Ich bin Xythos, Häuptling und Anführer der Tychos. Kommt doch unseren wunderhübschen Planeten mal besuchen. Aber pünktlich, wenn ich bitten darf. Anaximene, meine Frau, besteht darauf, zu essen, so lange die Speisen noch warm sind. Sie kann sehr unangenehm werden, wenn sie umsonst kocht, das Essen kalt wird und es ihr nicht schmeckt. Hihihi. (Das Kichern - ich hoffe, es war ein solches, und keine verklausulierten Drohungen, die wir nicht verstanden haben). Ein Tip von mir, so ganz privat: Wir haben da einen Riß im Raum-Zeit-Kontinuum gefunden. Damit könnt ihr schneller Zeit und Raum überbrücken und seid schneller bei uns.


(Edelbert Eckmond, der berühmte Wissenschaftler, in Gedanken)

Raum-Zeit-Kontinuum? Ein Riß im Raum-Zeit-Kontinuum? Was meint dieser komische Typ damit? Ich habe keine Ahnung. Ich muß mal Alwin fragen. Der ist doch Astrophysiker. Vielleicht weiß der was.

(er greift zu einem Telefon und ruft bei Alwin an)

Du, Alwin, hier ist Edelbert. Wie geht`s? Wie steht`s? Gut? Ja? Schön. Du, Alwin, ich möchte ja nicht unbedingt mit der Tür ins Haus fallen, aber kennst du dich mit dem Raum-Zeit-Kontinuum aus?

Ja, natürlich. Du etwa nicht?

Äh, nein. Zu meinem Leidwesen tue ich das nicht. Kannst du mir das erklären?

Aber natürlich, altes Haus. Das Zeit-Kontinuum ist dabei noch am einfachsten zu erklären. Wenn du Zeit sichtbar machen willst, wie tust du das am besten? Natürlich mit einem Strich auf einem Blatt Papier. Da kannst du dann festlegen, welcher Punkt dann welchem Tag und welcher Uhrzeit entsprechen soll. Diese Linie ist dann endlos.
Auf der zweiten Linie, gleich- und ebenfalls endlosen Linie, legst du dann fest, welcher Ort welchem Punkt entsprechen soll. Verschiebst du beide Linie miteinander, kannst du bestimmen, was wann wo passiert.

Kann man so auch Zeitreisen machen?

Klar. Du brauchst ja nur das Blatt Papier knicken. Dann bis du auf einmal 50 Jahre zurück oder voraus.

(empört) Alwin!

(verwirrt) Ja, Edelbert?

(fordernd) ...!!!???

(immer noch verwirrt) Was ist? Habe ich jetzt was falsch gemacht?

(leicht säuerlich) Ja, das hast du in der Tat. Ich wollte wissen, ob das auch in der Praxis funktioniert.

(etwas unsicher) Das wissen wir noch nicht. Das müssen wir noch herausfinden.


Die Parapsychologie versteht sich selbst als wissenschaftlichen Forschungszweig. Sie untersucht angebliche psychische Fähigkeiten sowie ein mögliches Leben nach dem Tode.

Die Parapsychologie erforscht verschiedene Untersuchungsgebiete.

Die Telepathie umfaßt die Übertragung von Informationen durch Gedanken / Gefühle zwischen Menschen ohne irgendwelche Hilfsmittel

Präkognition meint das Empfangen / Wahrnehmen von Informationen zukünftiger Ereignisse, bevor diese Eintreten und ohne, daß sie mit unseren heutigen (technischen) Möglichkeiten vorhersehbar sind.

Das Hellsehen ist das Erhalten von Informationen über Begebenheiten und Ereignissen an (weit) entfernten Orten mittels bisher unbekannten Hilfsmitteln.

Reinkarnation ist (zumeist) die Wiedergeburt der Seele (oder eines anderen nichtkörperlichen Bereichs des menschlichen Bewußtseins) in einem neuen Körper nach dem Tode.

Der Begriff Geistererscheinungen meint Phänomene, die mit Gespenstern in Verbindung gebracht werden. Sie treten an Orten auf, die ein Verstorbener oft aufgesucht hat bzw. wo er zuletzt gelebt hat.



Warum ich das alles erzähle? Das ist doch ganz einfach. Von den Zychos und ihrem Planeten Krynko hat noch nie jemand zuvor gehört. Wie denn auch? Nach ihren Angaben ist ihr Planet so weit weg, daß unsere heutigen technischen Geräte keinerlei aktuellen Informationen erhalten können. Wie können wir also einen stichhaltigen Beweis erhalten, daß es den Planeten tatsächlich gibt? Und damit auch sicher sein, daß das Video echt ist?

Wir fragen unseren heutigen genialsten Wissenschaftler.

Es gibt keinen exakten, wissenschaftlichen Beweis. Behauptet Xaver Schönhüttel, Professor für extraterristische Biologie. "Unsere technischen Möglichkeiten, Leben weit draußen im Weltraum zu entdecken, sind einfach zu beschränkt, um staubtrockene Aussagen machen zu können. Die einzige mögliche Lösung, die wir heute sicher vertreten können, heißt: Wir wissen es nicht und können auch keine Aussage darüber machen.

Ziemlich staubtrocken, diese Aussage, nicht wahr? Fragen wir doch den Literaten. Der hat doch bestimmt eine ganz andere Vorstellung davor: "Ich in mir in meiner Phantasie ganz sicher, daß es da draußen Leben gibt. Warum denn nicht? Möglich ist es sicher." Wir Kohlenstoff-Faschisten seien aber darauf fixiert, daß es nur Lebewesen geben könne, die aus Kohlenstoff, bestenfalls / schlimmstenfalls noch aus Ammoniak bestehen. Und das nur, weil wir es nicht anders kennen. Theoretisch seien doch auch Lebenwesen denkbar, die Iridium, Oxygenium (=Sauerstoff), Hydrogenium (=Wasserstoff) oder Chlor als Grundstoff haben. "Stellen Sie sich das doch mal vor! Die Lebewesen haben dann keinen festen Körper! Was sich für Möglichkeiten da bieten! Man kann überall eindringen! Man braucht nicht essen und trinken! Und wird man vom Winde verweht, fängt man an vielen Stellen eben noch mal von vorne an," schwärmt Gisbert. "Mann, ist der Mann phantasiebegabt," kann man da nur ausrufen. "Als ich ihm dergleichen ins Wort fallen möchte, gerät Gisbert aber immer mehr in Fahrt. "Stellen Sie sich aber mal vor, die Lebewesen sind aus radioaktiven Stoffen zusammengesetzt. Die sind dann nicht im Radio aktiv (hahaha, dieser Kalauer mußte jetzt sein). Die erleben ihre eigene Beerdigung noch selbst mit - sie sind am Ende zu Asche und Staub zerfallen - und "Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub" sagt doch auch jeder Pfarrer bei einer Beerdigung, oder?" An dieser Stelle kann ich nicht umhin, Gisbert mit einem Kinnhaken zum Schweigen zu bringen.

"Die Tychos und ihr unbekannter Planet gehören zur Junk Science," behauptet dagegen Justin David Christianssohn - von Vollmannsvert, anerkannter Kritiker von Verschwörungstheorien. "Das erinnert doch nur an `Sponge Bob` aus dem Kinderfernsehen. Irgendwie hat es ein Kamerateam hinbekommen, einen Schauspieler als Zycho zu verkleiden. Und dieser Pseudoplanet - schauen Sie sich den doch mal genauer an. Nichts als Bühnenattrappen!"

Dieser Mann hat wirklich nichts aus der Geschichte gelernt. Ganz egal, ob es um die Landung auf dem Kometen MR 3 Alpha, die Ermoderung unseres Präsidenten Gero von Rhein-Stahl, die Diamanten von Mary-Line Mon Rose oder die Umweltraketen der Öko-Aktivisten geht - immer hat er was zu mäkeln. Mal sind die Geschichten offensichtlich gefälscht, mal in sich unstimmig, mal unglaubwürdig. Der Mann ist nie, aber auch wirklich nie zufriedenzustellen.

Macht alles nichts. Wir, die "Freude der Exoplaneten-Forschung", haben genügend Geld zusammengetragen, um das Abenteuer zu starten. Wir werden Krynko erkunden.


Wie war das noch mal? Was hat der Wissenschaftler gesagt? Die Zeit kann man auch als unendliche Linie visualisieren, also sichtbar machen? (raschelnde Geräusche, es blättert jemand in seinen Unterlagen) Ja, hat er. Gut. Dann will ich das mal an meinem Computer machen. So - diese Linie ist die Zeit. Wir fangen dabei im JAhre 27.108 vor Christus an. Und jetzt brauchen wir noch eine zweite Linie. Für den Ort. hat der Wissenschaftler gesagt. So - das ist diese Linie hier. Hier ist Jerusalem, Washington, New York, Moskau, Berlin, München, Hamburg, Heidelberg, Tübingen - und hier unsere Kleinstadt.

Was hat der Wissenschaftler gesagt - verschiebt man beide Linien miteinander, kann man in der Zeit reisen? (raschel, raschel) Ja, hat er. So - ich verknüpfe jetzt unsere Stadt mit dem Jahre 209 vor CHristus. Und verschiebe jetzt beide Linien miteinander, so daß der Ort senkrecht über der Zeit steht. Und jetzt schaue ich mal aus dem Fenster. (steht auf, geht zum Fenster, blickt hinaus und wundert sich) Hmmm. Es sieht ja immer noch so aus wie heute. (in einem Wutanfall) Sch...ß Computer. Taugt zu nichts. (Schlägt mit der Faust gegen den Bildschirm)

(der Computer) Aua! Das hat wehgetan. Zum Glück ist die Scheibe vom Monitor nicht kaputtgegangen. Zur Sicherheit lege ich mal alle wichtigen Bestandteile hinten in einer Ecke ab. Der Computer ist jetzt zwar komplett blockiert und läuft nicht mehr. Aber der Benutzer wollte es ja so.


Hahaha. (lautes Gelächter in einem Nebenzimmer) Adalbert ist ein Volltrottel. Zeitreisen macht man doch nicht am Computer. Dafür braucht man spezielles Seidenpapier, das mit einem ganz besonderen Brom-Zinn-Zink-Gemisch besprüht ist. Da trägt man die Kontanten für Zeit und Raum auf. Außerdem hat dieser Blödmann von Adalbert vergessen, daß wir nicht auf der Erde verreisen möchten. Da muß er ja auch die anderen Planeten eintragen.

So. Schauen Sie mal bitte. Ich habe hier Krynko eingetragen - das ist der Planet, auf den wir möchten.

So. Wenden Sie jetzt mal bitte den Blick nach rechts. Ich habe hier den 17.9.243 vor Christus eingetragen. Sie werden bal sehen, daß das ein ganz besonderes Datum ist. Und nun verschiebe ich beide Linien miteinander. Achten Sie bitte darauf, was jetzt mit uns passiert. Sehen Sie auch das viele Licht und die vielen Sterne? Ja? Gut, dann ist ja allso so, wie es sein soll. Schauen Sie sich jetzt bitte um - was sehen Sie? Sind wir auf Krynko? Ja? Sehen Sie: So einfach ist Teleportation und Zeitreisen, wenn man es richtig macht.


Gestatten, daß ich mich vorstelle: Gwendydll, mein Name. Ich bin einer jenen Vorfahren der Zycho, die die Zeiten überdauert hat. Ich stamme noch von den Tasmaniern ab, die in frühen Tagen auf dem blauen Planeten gelebt haben.

Das könne nicht sein, behaupten Sie? Dann würde ich immer noch auf der Erde leben (na ja, vermutlich wäre ich längst tot) und hätte nicht dieses komische Aussehen? Alles Quatsch, sage ich, alles Quatsch.

Bei solchen Sprüchen merke ich immer, daß Sie sich auf Tasmanien überhaupt nicht auskennen. Naja, wie denn auch? Es ist ja auch noch nie richtig erforscht worden. Also muß ich wieder an die Front und Ihnen alles erklären.

Also, in Tasmanien, da gibt es eine Höhle, die heißt bei den Ureinwohnern, den Tasmaniern, einfach nur "die" höhle. Die Engländer tauften sie bei der sogenannten Entdeckung der Höhle "God`s present" - wobei ich nie so ganz begriffen habe, ob sie damit "Gottes Geschenk" oder "Gott ist gegenwärtig" meinten.

Aber egal. Ich schweife vom Thema ab. Die Höhle sieht auf den ersten Blick unspektakulär aus. Auf den ersten Blick ist sie eine Mischung aus vorzeitlichem Wohnzimmer und urzeitlicher Lagerhalle. Touristisch, erdkundlich und geschichtlich ist sie vermutlich uninteressant. Aber auch nur vermutlich. Denn im hinteren Teil befindet sich ein kleiner Spalt, durch den man in das Innere der Erde gelangen kann.

Fragen Sie mich bitte nicht, welche konkreten astrophysikalischen Verhältnisse in grauer Vorzeit auf die Höhle einwirkten. Die kenne ich nämlich selbst nicht. Wenn man sich aber auf den Weg ins Innere der Erde verirrt, konnte es ganz schnell passieren, daß man ganz plötzlich auf einem anderen Planeten gelandet war, auf dem Jupiter, dem Neptun, Pluto oder - wie meine Frau und ich - eben auf dem Krynko.

Daß auf diesem Wege auch Lebewesen zu uns kommen konnten, brauche ich Ihnen ja wohl nicht zu erzählen. Was meinen Sie wohl, wieso es auf einmal Dinosaurier gab und wie die Urviecher so urplötzlich verschwunden sind? Auch wir Menschen sind nur Einwanderer auf der Erde. Wir stammen von dem Planeten - nein, das erzähle ich Ihnen besser nicht - das würde Sie mir ja doch nicht glauben.

3 - 2 - 1 - 0 Der Start ist geglückt. Die Rakete hat erfolgreich vom Boden abgehoben und ist ins Weltall gestartet. Wünschen wir den Besatzungsmitgliedern viel Glück.

Hmmm. Sehen ja toll aus, diese ganzen Apparaturen. Wofür die wohl alle gut sind? Mal sehen: Dies hier ist das Lenkrad. Dieser Knüppel betätigt die Scheibenwischer. Hä - seit wann braucht man denn Scheibenwischer im Weltall? Ach so, wenn wir durch die Erden-Wolken fliegen, kann es durchaus regnen. Und wer weiß, was auf diesem komischen neuen Planeten für ein Wetter ist.

Das hier sieht wie beim Auto aus. Hier ist das Pedal für die Kuppelung, hier der Schaltknüppel, hier die Bremse und hier das Gaspedal. Gaspedal? Wie schnell können wir denn werden? Mal ausprobieren. Tempo macht Spaß, Geschwindigkeit macht Spaß. Wie schnell sind wir jetzt? Mach 1, Mach 2, Mach 3, jetzt Lichtgeschwindigkeit, doppelte und dreifache Lichtgeschwindigkeit - verdammt, Einstein hatte Recht: Bewegt man sich mit mehr als Lichtgeschwindigkeit, bewegt man sich zurück in die Vergangenheit. Ich glaube, ich muß jetzt die Geschwindigkeit drosseln. Sonst verpasse ich noch den richtigen Zeitpunkt, bei den Zychos zu landen. Puh - Glück gehabt. Das war eine Punktlandung. Da vorne ist auch schon der Planet der Zychos. Zuerst eine Rechtskurve, dann eine Linkskurze, ganz sanft landen ...


(es ist ein lautes Geräusch zu hören)

Sag mal, Bösemine, was war das denn für ein lautes Geräusch bei uns im Garten? Ist da was vom Himmel gefallen? Ich schaue mal nach. Tatsächlich - da liegt was im Garten, so eine lange, silberfarbene Zigarre. Was das wohl wieder ist? Das war bestimmt Horchfix. Solche Schuftivitäten kann sich auch nur unser Nachbar von nebenan ausdenken. Na warten - dem werde ich es geben.

(im irdischen Raumschiff)

So, wir sind gelandet. Ich mache mal das Fenster auf und gucke nach, wie es draußen aussieht. Meine Güte - wieso riecht das hire so nach faulen Eiern? Kein Wunder. Die Instrumente zeigen an, daß die Atmosphäre aus Ammoniak und Chlorgas besteht. Schnell, Leute, setzt die Gasmasken auf. Sonst ersticken wir noch. Und werft die Lufterzeugungsmaschinen an. Wer weiß, wie lange der Sauerstoffvorrat reicht. Sag mal, wieso schweben diese zentnerschweren Teile bei mir in Hüfthöhe?

Ganz einfach, oh großer Raumschiffkapitän. Die Gravitation auf diesem Planeten wirkt anders als bei uns zu Hause auf der Erde. Wie weit ist deine Hüfte von der Planetenoberfläche entfernt? 80, 90 Zentimeter. Direkt an der Oberfläche des Krynko gibt es Abstoßungseffekte, also eine negative Gravitation. Etwa in deiner Hüfthöhe schlägt sie dann in positive Gravitation, also tatsächliche "Erd"-Anziehung, um.

Und was fliegen da für Pyramiden durch die Luft und winken uns zu?

Meine Güte, Chef: Hast du bei den Reisevorbereitungen nicht aufgepaßt?

Nein. Wieso?

Das, mein Lieber, das sind die Zychos.

Sie sehen es also, liebe Leser: Der erste Kontakt zu den Tychos verlief ganz unspektakulär.

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Andreas Rüdig).
Der Beitrag wurde von Andreas Rüdig auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.12.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  Andreas Rüdig als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Oft himmelsnah: Lyrische Begegnungen von Rainer Tiemann



Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, wer Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen mag, wird Dinge erleben, die vielen verwehrt bleiben. Ihm werden Menschen begegnen, die sein Leben unverhofft bereichern.

Jeder, der sich bis heute ein wenig Romantik bewahrt hat, dem vor allem Menschlichkeit eine Herzensangelegenheit ist, wird gerne an diesen lyrisch aufbereiteten, magischen Begegnungen des Leverkusener Dichters Rainer Tiemann teilhaben.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Science-Fiction" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Andreas Rüdig

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Pralinen für Sabine von Andreas Rüdig (Liebesgeschichten)
"Strg+Alt+Entf" von Johannes Schlögl (Science-Fiction)
Der Dichterengel von Norbert Wittke (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen