Nicola Pöhlmann

Jamaine Prolog

Prolog

Das einzige Geräusch waren ihre auf dem Asphalt hallenden Schritte und der Wind der ihr ums Gesicht strich, panisch schüttelte sie sich die langen dunklen Ponyfransen aus dem Gesicht und versuchte noch einmal ihre Schritte zu beschleunigen. Sie wusste wenn sie jetzt stehen bleiben würde wäre alles vorbei, aber ihre Lungen taten so weh. Jeder Atemzug fühlte sich wie eisiges Feuer in ihrer gepeinigten Lunge an und bei jedem Atemzug drangen ihr einige Schneeflocken in den Mund. Sie wandte den Kopf und sah, dass die schwarzen Schatten ihrer Verfolger sich schon auf einige wenige hundert Schritte genähert hatten ,panisch blickte sie um sich aber die Lichter in den Wohnhäusern zu beiden Seiten der Strasse waren aus. Niemand war in dieser eisigen Winternacht auf der Strasse und Jamaine fühlte sich wie der letzte lebende Mensch auf der Erde. Sie drehte den Kopf nach links und flüchtete in eine kleine Gasse zwischen den Häusern in der die Mülltonnen wohl während der Woche gelagert wurden. Jamaine versuchte sich zwischen den Tonnen möglichst klein zu machen und hoffte, dass ihr keuchender Atem noch vom pfeifen des Windes übertönt werden würde. Während sie die Sekunden zählte bis die schwarzen Schatten Gestalt gewinnen würden überlegte sie wieder einmal wie sie in diese Situation hatte kommen können , denn eigentlich hatte sie sich für eine relativ normale junge Frau gehalten. Sie hielt sich zwar nicht für schön, aber viele der Jungs an ihrer Uni hatten sie schon als exotisch bezeichnet und exotisch war sie wohl auch mit ihren langen seidigen dunklen Haaren, den dunklen goldgesprenkelten Katzenaugen und dem roten Schmollmund. Ihre schlanke Figur steckte zur Zeit in einem dunklen Winterparka und derben Schneeboots, denn eigentlich wollte sie nur mit ihrem Hund spazieren gehen und sich danach auf ihrer Schlafcouch einigeln um den Streit mit ihrem Freund zu vergessen . Beim Gedanken an ihr gemütliches Zimmer im Hause ihrer Eltern kamen Jamaine fast die Tränen und ein leiser Schluchzer entwich ihrer schmerzenden Kehle, wie weit war doch die Sicherheit ihrer gemütlichen Studentenbude gerade entfernt, zitternd drückte sie sich tiefer in die Schatten zwischen den Tonnen als sie die leisen Schritte ihrer Verfolger näher kommen hörte .Jamaine konnte vor lauter Angst kaum noch klar denken, der einzige alles beherrschende Gedanke war ,dass ihre schemenhaften Verfolger sie auf gar keinen Fall finden dürften, dieses Wissen war tief in ihren Instinkten verwurzelt und beherrschte alle Reflexe ihres Körpers .Als die Schatten ihrer Verfolger sich der Gasse näherten wagte sie kaum zu atmen und versuchte mit den Schatten der Nacht um sich herum zu verschmelzen, doch noch bevor ihre Augen die Eindrücke der gelben Augen unter einer schwarzen Kapuze an ihr Gehirn übermitteln konnten umfing Jamaine eine gnädige Ohnmacht. Die nahenden Schritte und die Worte in einer fremden Sprache, älter als die Zeit selbst, hörte sie schon nicht mehr. Genauso wenig wie sie merkte, dass sie eilig in einen Sack verfrachtet und wie ein Stück Gepäck aus der Gasse in die kalte Winternacht getragen wurde.

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Wie herbstlich wird die Dämmerung,
wie gläsern ihrer Lüfte Kühle,
die Schatten liegen auf dem ›Grün‹
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