"Diplomatie", meinte Admiral Graf Frederik von Hombug,
"ist die Kunst im richtigen Winkel nach zu geben."
Während Graf Hombug das sagte, legte er einen der an
Bord befindlichen Reinigungsroboter auf die Werkbank.
Nach dem Abmontieren der Brustplatte entfernte er
zuerst den Schmutzbehälter und den Putzmittelvorrat.
Die Energiezelle ersetzte er durch eine weitaus kleinere,
denn dieser Roboter würde nicht mehr sehr weit laufen müssen.
Außerdem zog er die zweite und dritte Gedächtnisbank heraus,
um noch mehr Platz im Inneren des Roboters zu schaffen.
Feuerleitoffizier Rick McFertig kam aus dem Waffenmagazin
des Schlachtschiffes zurück.
Er überreichte Graf Hombug eine kleinere Fusionsbombe.
Graf Hombug versenkte diese Fusionsbombe mit den Worten:
"passt wie abgemessen" im Bauch des Roboters.
"Leider nur fünfzig Megatonnen", bemerkte Rick McFertig,
"die Hunderter sind leider drei Zentimeter zu lang."
Graf Hombug war mit McFertigs Hobby bereits gut vertraut,
deshalb verkniff er sich eine Bemerkung über Gigantomanie.
Gemeinsam stopften Graf Hombug und McFertig den Roboter
in einen Raumanzug der Größe drei und aktivierten ihn.
Ihr Schlachtschiff lag gut getarnt in einem Bergtal
auf Planet 4835 Cygnus.
Wenn man den Mut hatte, und bis zum Grat des Berges hinauf
kletterte, dann konnte man bis zur Küstenebene hinunter sehen.
Dort stand die gigantische Druckkuppel einer wrukschen
Raumüberwachungsstation.
"Nicht mehr lange", dachte Admiral Graf Frederik von
Hombug bei sich.
Eine Gestalt im Raumanzug torkelte auf die Station zu.
"Das wirkt wirklich wahnsinnig echt", meinte Graf Hombug,
"schade, dass der Roboter nicht auch richtig gehen kann."
Nach einiger Zeit fuhr eine Mannschleuse auf, und der
Roboter wankte hinein.
Graf Hombug presste sich zu Boden und strahlte das
Zündsignal über den Kurzstreckenfunk ab.
Gleißendes Licht erfüllte das Firmament, der Boden bebte,
und ein gigantischer thermonuklearer Feuerball stieg auf.
Befriedigt betrachtete Graf Hombug den kochenden Lavasee,
der die Stelle der Station eingenommen hatte.
"Jetzt werden wir uns noch die Videoübertragung des
Roboters ansehen", sagte Graf Hombug, während er den
Abhang des Berges zum Schlachtschiff hinunter rannte.
Rick McFertig hatte gerade das Videoband zurückgespult,
als Graf Hombug durch die Luftschleuse eintrat.
Wie zu erwarten war, war das Bild sehr wackelig.
Die riesige Halbkugel der wrukschen Raumüberwachungsstation
wurde jedoch immer größer, und dann war nur mehr das
Schleusentor zu sehen.
Im Inneren der Druckkuppel korrigierte die Automatik
die Bildhelligkeit nach, und da sahen sie es.
Die ganze Druckkuppel war völlig leer gewesen, sie war
nur eine aufblasbare Attrappe gewesen.
Graf Hombug meinte: "Eines muss man den Wruks lassen,
sie haben Phantasie."
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.02.2012.
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