Bodo Mario Woltiri

Erbsenzähler

Gott ist kein Erbsenzähler – aber er zählt Schafe.
Ich bin fast immer peinlich genau, wenn es um meine Interessen, mein Eigentum geht, oder um meine Rechte, meine Unversehrtheit, die Achtung anderer vor mir … Da bin ich ein Erbsenzähler. Gott hingegen ist kein Erbsenzähler. Das heißt aber nicht, dass er nicht genau hinschaut. Ganz im Gegenteil. Das Gleichnis von dem verlorenen Schaf zeigt es: Er lässt die anderen xxx Schafe stehen und geht das eine suchen. Da frage ich mich natürlich: Woher weiß Gott, dass genau eines von den xxx Schafen fehlt?! Genau – er hat sie gezählt! Hat er vielleicht eine Schafverwaltungssoftware? Natürlich nicht, er braucht ja keine, weil er allwissend ist. Er weiß auch, wie viele Haare auf meinem Kopf sind (ich möchte das lieber nicht genau wissen) und lässt mich wissen, dass ich nicht ein einziges hinzufügen kann (als die Bibel geschrieben wurde, gab es noch keine Haartransplantation). Und er lässt mich auch wissen, dass ich mein Leben nicht um einen einzigen Tag verlängern kann - meine Tage sind also gezählt! Vielleicht sollte ich dann doch besser aufhören mit meiner Erbsenzählerei und nur die eine Erbse suchen, wahrscheinlich ist es die, die ich schon die ganze Zeit unter meinem Bettlaken spüre, seit ich aufgewacht bin.

© Bodo Mario Woltiri 2012

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Der Weg eines ausgesiedelten Lehrerehepaars führte ab 1977 über Höhen und Tiefen. Die Erziehungsmethoden aus Ost und West prallten manchmal wie Feuer und Wasser aufeinander, und gaben uns Recht,dass ein Umdenken im Sinne einer Verbindung von positiven Elementen aus den beiden Schulsystemen aus West und Ost,erfolgen musste.Siehe Kindertagesstädten,ein entschlossenes Durchgreifen bei Jugendlichen, ohne Verletzung der Schülerwürde.Ein Geschichtsabriss aus der Sicht eines Volkskundlers.

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