Norbert Wittke

Sein Handy versteht ihn nicht

Es gibt Leute, die alles haben müssen was neu auf dem Telekommunikationsmarkt erscheint. Das Neueste muss es in jedem Fall sein, denn man will den anderen ja in allem voraus sein. Von diesem Drang bin ich Gott sei Dank nicht befallen. Handy ja! Aber mir genügt ein Seniorenhandy mit extra großen Tasten. Ja, SMS kann man damit schreiben und empfangen und natürlich anrufen. Auf Knopfdruck hat man sogar gleich die Leitstelle der Feuerwehr, falls man sie mal benötigt. Aber das ist auch sehr gefährlich, denn der Knopf dafür ist auf der Rückseite des Handys. Hat man das Händy in der Hosentasche oder für die Damen in der Handtasche und kommt aus Versehen mit dem Knopf gegen einen festen Gegenstand, dann geht er los der Alarm an die Feuerwehr. Das Ding macht dann ein wirklich alarmierendes Geräusch. Deshalb ist die Sicherung das höchste Gebot. Zum Schutz führe ich das Handy in einer etwas größeren Handytasche mit, die genug gepolstert ist.

Auch mit  dem Fratze-Book kann ich mich nicht anfreunden und versäume dabei wohl nichts. Immer wieder wollen mich Leute als Freunde werben, aber darauf verzichte ich lieber, denn Freunde hat man und braucht nicht mit ihnen zu hausieren. Vor allem sind Personen dabei, die ich nie als Freund empfinden würde. Auch ein Tablett brauche ich nur zum Zwiebelschneiden und nicht als Zugang für das Internet. Da genügt mir mein Laptop voll und ganz, denn ganz weltfremd bin ich ja schließlich nicht.

Nun ein Freund von mir, den ich sonst sehr schätze, muss immer das Neuste auf dem Markt haben, was verfügbar ist. Die neueste Anschaffung ein Handy, das auf die Sprache reagiert und nach Diktat selbständig eine SMS versenden kann. Nur die Schwierigkeit bei ihm ist, er kann nicht  durchgängig Hochdeutsch sprechen und verfällt immer wieder in seinen Hunsrücker Dialekt. Sein ständiger Dialog mit der Dame im Handy an ihn lautet nun von ihr: "Ich habe dich nicht verstanden." Obwohl er ihr nicht das Du angeboten, hat duzt sie ihn ständig. Schon gut dass er kein Navigationsgerät mit Sprachreaktion hat. Wer weiß, wo da landen würde, wenn er den Ort  seines Wunsches eingibt. Nun so muss er nun, genau wie ich, seine SMS per Tastatur eingeben. Nicht alles an Neuerungen ist eben für jedermann gut. Oder er muss jemanden einstellen, der seine SMS in reinem Hochdeutsch für ihn spricht. Aber ob derjenige dann ausgelastet ist, wer weiß es.


07.09.2012                                   Norbert Wittke

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Norbert Wittke).
Der Beitrag wurde von Norbert Wittke auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.09.2012. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Buchwussels Märchenwelt von Celine Rosenkind



Buchwussels-Märchenwelt ist der Auftakt einer großen Märchenbuchreihe deren Erlös kranken Kindern wie momentan dem kleinen Stephan-Koenig aus Cottbus zukommen soll.
Der Junge braucht dringend eine Delfintherapie und ich hoffe, dass wir nette Menschen finden die dieses Projekt unterstützen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (10)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Satire" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Norbert Wittke

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Frühstückseier nach Art des Hauses von Norbert Wittke (Wahre Geschichten)
… wie meine Frau an MICH; und zu Ihrem Führerschein kam ! von Egbert Schmitt (Satire)
Pilgerweg V. von Rüdiger Nazar (Abenteuer)