Baden-Baden du stimmst mich traurig. Einst warst du eine Stadt mit Flair. Jetzt bist du so weit gesunken, dass du dich mit Neureichen Russsen prostituierst. Sind es die Gas- oder
Oelgeschäfte, die diese Neureichen mit wenig Benehmen anschwemmen lassen oder nur ganz einfache die Mafia?
Deinne Ureinwohner verkrusten in ihrem Traum vom Kaiserreich und Wiedereinführung von Adel. Ihr Humor ist ihnen ganz abhanden gekommen. Sie können nicht mehr lachen.
Früher als Kind habe ich hier 6 Jahre gelebt. Jeder neue Besuch hat mich erfreut und träumen lassen, einmal ganz dorthin zu ziehen. Mein letzter fünf Wochen Besuch in diesem Jahr hat mich davon geheilt.
Früher konnte man dich noch Klein-Paris nennen, heute reicht es noch zum Klein-Moskau. Russisch in jeder Form regiert die Geschäftssprache und die Straßen. Deutsch ist gerade noch geduldet, aber Englisch und Französisch fast ausgestorben. Es gibt nur noch Ramschläden und exklusive Geschäfte für die Neureichen Russen, denn andere Leute können sich die Preise dort nicht leisten. Die Immobilienmakler kennen fast nur noch die Russische Sprache für ihre überteuerten Objekte.
Das einstmals weltberühmte Spielcasino verkommt zu einer besseren Frittenbude, wenn den Russen am Spieltisch Pommes mit Majo serviert werden. Der Besuch wird auch dadurch sehr rückläufig. Das berühmte Flair geht fast ganz verloren.
Den Kurgästen bietest du fast gar nichts mehr. Die Lichtentaler Allee mit den uralten Bäumen, die von besseren Zeiten berichten können, gehört zu den Ausnahmen. Die beiden Rosengärten und der Dahliengarten sind noch wahre Schmuckstücke, werden aber von ehrenamtlichen Kräften gepflegt. Das Geld hierfür ist nicht mehr vorhanden, nachdem die pompöse Philharmonie gebaut wurde und dort das Geld verbraten wird. Die Kurwege selbst wie auch die Straßen sind in einem sehr schlechten Zustand.
Das Kurhaus selbst mit den Anlangen macht von außen noch einen guten Eindruck. Innen dagegen sieht es anders aus. Bei einer Lesung konnte ich den Raum "Kulisse" erfahren. Schmutzige Fenster, die Fenstersimse innen voller Wollmäuse, die Tischdecken mehr schmutzig als farbig. Die Kurhaussäle dagegen sind noch in einem guten Zustand.
Kurmusik gibt es nur noch am Wochenende, wenn irgendein Chor oder ein Orchester vom Lande aufspielt. Die Kurtaxe, die kassiert wird, ist hoch und ohne Gegenleistung für den Kurgast.
Jetzt will man dich Baden-Baden sogar noch als Welterbestadt vorschlagen. Ich glaube, dass das zu spät kommt, denn deinen Höhgepunkt hast du lange schon überschritten.
Sieh zu Baden-Baden, dass du noch die Kurve bekommst. bevor du ganz vergreist und als Russische Enklave geführt wirst.
24.09.2012 Norbert Wittke
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.09.2012.
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