Meinst du das eine Geschichte alles verändern kann?
Die Beschimpfung von irgendwelchen Amerikanern bringt auch nichts.
Katja23.03.2003
Genial! Dieser Text ist der beste, den ich heute auf dieser Seite gelesen hab. Nicht zwingend erotisch, aber doch richtig eingeordnet auf dieser Seite. Absurd, abstrakt, erschreckend und mit einer wundervollen Wortwohl. Dieser Text ist etwas besonderes und hat die 1 verdient wie kein zweiter. Respekt!
Jörn C. Meyer23.03.2003
Und genau das halte ich für die richtige Einstellung.
Vielleicht ändert eine einzelne Meinung nichts, aber das gibt uns allen nicht das Recht, schweigend hinzunehmen, was unrecht ist. Wir haben die Möglichkeit, ich möchte fast sagen: die Pflicht, unserem Unmut Luft zu machen, und es gibt genug Leute in der amerikanischen Politik, die ich gern mit noch etwas schlimmeren Wörtern belegt sehen würde.
Ich persönlich halte mich da an Bertolt Brecht: wir alle, die hier veröffentlichen (dich und mich eingeschlossen) stellen unsere kurzgeschichten oder gedichte und damit unsere Meinung, mehr oder weniger offen, einem beliebig breiten Publikum zur Verfügung. Das dabei unsere eigene Einstellung durchschlägt: kein Zweifel. Und ebenfalls kein Zweifel besteht daran, dass es immer Leute gibt, die das ganze in den falschen Hals bekommen und Terror machen.
Aber vielleicht ist es gar nicht so schlimm, denn selbst wenn unter den hundert Kritikern einer ist, der sagt: "Hey Mann, ich verstehe was du sagst." oder noch besser "Hey Mann, du hast mir die Augen geöffnet", dann haben wir Großes vollbracht.
Und wenn man nun so etwas obskures dazu braucht, wie zum Beispiel die Verbindung zwischen Erotik und Krieg, um es den Leuten ins Bewusstsein zu hämmern, halte ich das nicht für schlimm.
Ich ende diesen Vortrag mit der Bitte, ein wenig mehr mit dir in Kontakt treten zu dürfen. Falls Interesse deinerseits besteht, meine E-Mail-Addresse ist beigefügt.
In diesem Sinne,
Jörn C. Meyer
http://soulfish.koushiro.de
Jörn C. Meyer07.04.2003
wie wohltuend... sprache...
wie erotisch... intelligenz...
wie erquickend für mein... hirn...
eine verbeugung flüster...danke...
asaria.
asaria14.04.2003
Leider kann ich mich nicht zurückhalten, hier etwas Kritik loszulassen. Ich hoffe, es wirkt nicht allzu oberlehrerhaft. Inhaltlich habe ich an Deiner Geschichte nichts auszusetzen, Lothar, aber an Deiner Sprache musst Du noch etwas arbeiten. Nichts gegen Wortneuschöpfungen, und Du scheinst ja wirklich kreativ in dieser Richtung zu sein, aber man kann nicht jeden Satz damit vollstopfen, ohne dass er zu pathetisch und damit unfreiwillig komisch wirkt. Ich weiß, Du willst die tiefe und verborgene Bedeutung, die jedem noch so kleinen Ding oder Ereignis innewohnt, mit aller Macht in Deinen Text wuchten. Das kann aber auch nach hinten losgehen, wenn man dabei zu dick aufträgt und seine Metaphern nicht sorgfältig auswählt (Bsp. 1. Absatz: "...schreite (langsamen) Schrittes", "das(...)Tal(...)bricht"; weiter unten: der Hund "elastiziert sich", usw.).
Versteh´mich nicht falsch, ich denke, wenn Du etwas sparsamer "würzt", kannst Du auch gute ernste Geschichten schreiben, über die man nicht lachen muss.
Aber vielleicht bin ich ja auch bloß gefühlskalt. ;)
Alexander15.04.2003
Ich finde diese Geschichte einfach hervorragend. Sicher, über sprachliche Eigentümlichkeiten stolpert mann/frau; wo ist da das Problem? Der Kern ist ein anderer. Für mich stimmen die Metaphern. Und für mich stimmt die harte Kontrastierung. Krieg - und Ficken.
Man denke: Von alters her ist Vergewaltigung von Frauen ein Mittel des Krieges (nicht nur in Bosnien; Raub der Sabinerinnen! Kreuzzüge! Conquista! Aber auch: "Sklavinnen" in USA). Sie hat einen "Sinn" darin, die Eroberung auch genetisch zu sichern.
Und hier: Ficken, weil es zu unserer Natur gehört. Natur. Dagegen: Krieg als Unkultur.
Ja, als Frau kenne ich dies. Lysistrate hat es eingesetzt, dieses Gefühl. Diese Frau hier auch. Am Baum 21.
Ich hätte sie sein mögen. Ich hab auch gestanden, mich ausziehen lasssen, Sinnbild gegen den Krieg. Mich diesem Tanz hingegeben, dieser wundervollen Choreografie, die wir beherrschen ohne sie gelernt zu haben. Ich weiß, was mit mir dabeigeschieht. Es ist schon verrückt, es im Stehen zu tun. Die Mitte unseres Körpers strahlt.
Und das Augenzwinkern dabei: Als ob nur der Mann geil würde - ich werde es auch, ich spüre es, in jener Zwischenregion von Körper und Geist, die plötzlich nicht mehr Grenzlinie, sondern unser Lebensbereich ist.
Das Hohe Lied auf kreatürliche Geilheit.
Hier haben Beckmesser ihren Scharfsinn umsonst eingesetzt.
Ich bin gerne geil. Und nach dieser Lektüre muss ich sagen: Ich ficke gern.
Lene06.05.2003
Hallo,
die Schwülstigkeit des Textes nimmt ihm viel von seiner Stimmung, von der man ahnt, das sie sich ausbreiten könnte.
Weil der Text unter der Kategorie "erotische Texte" eingereiht ist, sollte er seinem Anspruch auch annähernd gerecht werden.
anonym28.07.2004
Liebe Leser! Liebe Leserinnen!
Ich habe eine schöne Beschwerde zu dieser Geschichte erhalten, die ich Euch ob ihrer süßen Missverständlichkeit nicht vorenthalten möchte:
"Beschwerde zur Geschichte 21. März 2003. Der Wind der Zeit von Lothar Krist
> Grund:
> Ich weiss nicht genau, ob Solche Ausdrücke wie \"Ficken\" und \"Krieg\", immer wieder in einem Atemzug von Lothar K. genannt, einfach nur ponographisch sind oder uns wohlmöglich das ganze Aumaß seiner kranken Psyche offenbaren. Sein Werk \"Der Wind der Zeit\" ist wohl der niveauloseste, kriegverharmlosendste Schund, den meine literarisch verwöhnten Augen gesehen haben.
> Am: 2004-09-19 01:17:45
> 84.72.26.183 (84-72-26-183.dclient.hispeed.ch) Mozilla/4.0 (compatible;
> MSIE 6.0; Windows NT 5.1; .NET CLR 1.1.4322)"
buji19.09.2004