Florian Klima

A4- Delanius Moth, Vorbild einer Welt


 
Jahr 2417
 
„Das ist die passende Gelegenheit für die Operation, Tesla, also vermasseln sie es Nicht!“ klang eine raue Stimme aus dem Lautsprecher des Headsets.
„Ja Sir, ich werde mein bestes tun“ schallte Teslas Stimme ins Mikrophon und schnellte, in elektrische Signale verwandelt, durch die abgesicherte Leitung.
„Und was wollen sie dagegen Unternehmen, wenn sie ihre Gedanken scannen? Was sie mit Sicherheit tun werden!“ fragte die raue Stimme.
„Für das Problem hab ich die passende Lösung gefunden, aber das kann ich ihnen erst sagen wenn der Auftrag erledigt ist, Sir!“ entgegnet Tesla gelassen.
„Gut wenn sie das geschafft haben, hab ich gleich den nächsten Auftrag für sie! Finden sie sich im Trainingscenter ein! 02:00 erfolgt der Transfer nach Pinaris 4, aber alles weitere dann bei der Einsatzbesprechung vor dem Abflug“ erläutert die raue Stimme „und verhalten sie sich Ruhig, damit die Piloten und das Absatzteam, nichts merken“. „Und meine Familie ist, wenn das erledigt ist, von der Liste gestrichen?“ fragte Tesla unsicher nach.
„Das kann ich ihnen erst sagen wenn der Auftrag erledigt ist, Tesla!“ die Verbindung riss ab.
 
-
1 1/2 Stunden vor der letzten Rede zur Wahl für
„den Ratsvorsitz der Vertreter der Menschheit im Universal Rat“
 
Wesley Derringer, eigentlich ein kleiner Programmier, bei Inter-Con, ist auf dem Weg nach Haus, er will sich noch in seinen guten Anzug kleiden, ehe die Ansprachen losgehen.
Er hatte die große Ehre und wurde als Wahlhelfer zu geteilt, für die Partei Delanius Moth, worüber er sich sehr freute, denn er Vertrat die Auffassung der Vereinigte Weltrepublik.
 
Die Vereinigte Weltrepublik, die Überreste der Terraner, die, im Kazzmirath Sternensektor, quere durchs All verstreuten waren, wie die Siedler vom Pinaris 4, über die Rou-Daslyn Territoris, das Zwillings-Sonnensystem, wo man auf Rou Prime, dem größten Planeten, der nur um den Stern Rou kreist und auf Rou- Daslyn 2/4, dem vierten Mond des zweiten Planeten, dessen Umlaufbahn um beide Sonnen führte, zuflucht gefunden hatten.
Dann die Erz-Schürfer aus dem Anuat System, das U.V. System, das bis auf einige kleine Siedlungen und einem Gefängnis, kaum erschlossen war, System Helion, das erst seit fünf Jahren von den Pionieren der zweiten Generation, erschlossen wurde, und die diverse Raumstationen, und Mondbasen wie Basit Ran 3 oder Tege Ran 11, die weiterentwickelte Version eines Vorgängermodells der Pioniere der ersten Generation, im Toben-System oder die äußeren Ringe vom Tangier Sternensystem, und Siron 7.
 
Und hier in Neo-Detroit, auf Basit Ran 3, im Basit Ran-Asteroidengürtel, der zwischen all den Galaxien lag und als die menschliche Hauptstadt bekannt war, liefen nun die letzten Wahlveranstaltungen ab, und Wesley kam gerade die Treppe an der Shuttlestation, an seinem Wohntower, hoch gestapft, mit einem Gehstock ausgestattet, da ihn seit einigen Tagen sein linkes Knie mit Schmerzen plagte. Ein junger Mann hatte ihn vor einigen Tagen angerempelt, und da war er drauf gestürzt.
Er ging gradewegs zum Ausgang, wo ihn die Sicherheitskontrolle erwartete. Während der Wahltage waren die Kontrollen verstärkt worden, um vollste Sicherheit zu gewährleisten.
„Sir, würden sie bitte stehen bleiben!“ wurde er von einem Sicherheitsbeamten aufgefordert, der mit einer grauen Uniform bekleidet war und einen Helm, mit verdunkeltem Visier auf hatte. „Na? Auch schon aufgeregt, an diesem so wichtigen Tag, in der Geschichte der Menschheit?“ fragte Wes, als er vor dem Sicherheitsbeamten stehen blieb.
Der Beamte verzog den Mund und murrte „Ja, genau, was auch immer! ID Karte vorweisen, Sir!“
„Aber Selbstverständlich“ entgegnete Wesley gelassen, mit ruhiger Stimme, griff in die Brusttasche auf der Innenseite seines Mantels und zückte ein silbernes Etui, in der Größe einer Visitenkarte, klappte es auf, nahm seine ID Karte aus dem silbrig matten Etui und reichte sie dem Beamten.
Der schnappte sie regelrecht aus Derringers Hand und zog die Karte durch die Scannvorrichtung. Die Maschine piepte auf und ein grünes Licht begann zuleuchten.
Am Display erschien Wesleys Name, Foto und Bio-Identifikationsdaten.
„Wesley Derringer?“ fragte der Beamte, „Ja, ganz Recht“ erwiderte Wes freundlich!
„Wohl nur mit kleinem Kaliber ausgestattet, was!“ scherzte der Beamte und lachte lauthals.
„Ja, sehr witzig!“ schnürte Wes das Lachen des Beamten ab.
„Gut“ brummte der Beamte „Hand auf die Scannerplatte legen, da in die Linse schauen und nicht blinzeln“
Unter der Scannerplatte fuhr ein Lichtbalken von Rechts nach Links und wieder zurück, während Wes das surren der Linse vernahm, wie diese fokusierte. Am oberen Ende des Scanners ging eine kleine Klappe auf und eine Nadel wurde ausgefahren, Wes war auf das Picksen gefasst, immer das gleiche Prozedere.
„Jetzt noch eine Kleinigkeit“ der Beamte hielt eine rot leuchtende Sonde an Wesleys Schläfe.
Die Maschine gab erneut grünes Licht, „Gut Sir,  Gedankenscann, Fingerabdrücke, Netzhautscann, Metalldetektorscann und DNA-Check sind positiv, sie können weiter.
Ich wünsche einen schönen Tag“ die Sicherheitswache hielt Wes die Identifikationskarte unter die Nase.
 
Wesley nahm seine ID Karte wieder an sich und hätte fast die Sicherheitskarte für die Suite im Basit Ran Plaza verloren, in dem Delanius Moth wohnte, für den Aufenthalt auf Basit Ran 3. C-LV7R, die Codierung für die Sicherheitskarte. Er durfte sie nicht vergessen, sonst würde er nicht mehr in den Festsaal gelangen, in der die Wahldebatte stattfand.
 
„Wesley Derringer, Apartment 75/ West 10“ sagte er in die Sprechanlage am Eingang des Inter-Con-Wohnkomplexes, die automatische Stimmerkennung öffnete die Eingangstür zum Wohnkomplex. Durch die Eingangshalle waren es nur einpaar Schritte und der Aufzug stand schon bereit.
Oben angekommen, marschierte er den Gang entlang und kurz bevor er in den Westflügel des Wohnblocks abbog, hörte er eine Tür zuschnellen.
Als er zu seiner Wohneinheit ging, kam ihm ein Handwerker entgegen, die Kappe tief ins Gesicht gezogen, so das, ein Schatten über seinen Augen lag.
Wesley grüßte ihn freundlich, der Handwerker erwiderte den Gruß und schritt flotten Fußes vorbei.
 
Wesley drückte den Daumen auf die Fingerabdruckerkennung an seiner Wohnungstür, doch diese reagierte nicht. Als er seine Stofftaschentuch aus der Manteltasche holte um die runde Scannerplatte an der Tür zu reinigte, hörte er ein leise elektrisches Knistern und beim nächsten Versuch öffnete sich die Verriegelung.
Er trat in seine Wohnung ein, doch bevor er „Tür schließen“ sagen konnte war das Vorzimmer voller Qualm, vor Schreck inhalierte er einen tiefen Zug und taumelte hustend durchs Vorzimmer, Richtung Ausgang. Seine Augen tränten, er wischte sich das Wasser aus den Augenwinkeln und fixierte die Tür, um ins Freie gelangen. Da kam eine Gestallt bei der Tür rein und drückte Wesley, rückwärts in die verqualmte Wohneinheit zurück.
Wesley saß das entsetzten in den Knochen, er hatte nur einen kurzen Blick auf das Gesicht des Angreifers erhaschen können, ehe ihm die Sicht vom dichten Rauch genommen wurde, doch er überwältigte Sich Selbst. Er dachte noch, verwirrt vom Rauch, ob er nicht vorm Spiegel stünde, da spürte er, wie ihn zwei kräftige Hände zu Boden drückten.
Kraftlos versuchte Wes sich noch zu wehren, doch er wurde im nächsten Moment ohnmächtig.
Als Wesley wieder zu sich kam, dröhnte ihm der Kopf, und er konnte sich nicht erinnern was geschehen war, an Nichts.
Erst nach einigen Minuten, nach dem er einige Schlucke Scotch getrunken hatte, war er wieder zu einem halbwegs vernünftigen Gedanken fähig. „Das kann doch nicht sein?“ ging ihm durch den Kopf, „was für ein wirrer Traum“. Er erinnerte sich nur dran, das er grad nach Haus gekommen war und prompt von sich selbst niedergerungen wurde, dann das er seinen Namen und seinen Sicherheitscode immer wieder vor sich her stammelte, Wesley Derringer, C-LV7R, Wesley Derringer, C-LV7R, Wesley Derringer, C-LV7R. Und da war noch was, diese seltsame warme und prickelnde Gefühl das er an seinem Kopf verspürte, als würde ihm jemand ins Gehirn greifen.
Er hatte sich selbst gesehen, aber er konnte es sich nicht erklären. Wes hatte jedenfalls einen ziemlichen Brummschädel.
 
Etwa ein Stunde später, klopfte es an seiner Tür „WESLEY DERRINGER, sie werden verdächtigt an der Verschwörung und dem Mord an Delanius Moth beteiligt gewesen zu sein. Öffnen sie die Tür!“
Wes war schlagartig hellwach, „Was, Delanius ist tot?“ und wurde zu nehmend nervöser, als er die drei schwer bewaffneten Polizisten auf dem Monitor an der Tür sah, schwarz gekleidet, höchste Sicherheitsstufe, da wusste er auch das es keinen Sinn machte weg zu laufen, sie würden ihn bekommen, sie bekommen Flüchtige immer.
Er öffnete die Tür „Ja, bitte?“ obwohl er genau wusste was jetzt kommen würde, Untersuchensarrest!!!
„Sir, über sie wurde der Untersuchungsarrest verhängt, wenn sie bitte mit kommen“ sagte der Polizist, die Waffe locker in der Hand und den Lauf zu Boden gerichtet, die andern beiden, hielten die Gewehre im Anschlag und Derringer im Visier.
„Ja, ich will keinen Widerstand leisten, nur ich würde mir gern noch etwas Wärmeres anziehen, sie können gern mit rein kommen, aber ich werde nicht weg laufen.“
Als er sich den Pullover über die Arme und dann über den Kopf zog, da erst bemerkte er die beiden Einstichstellen in seiner linken Armbeuge, leicht grünlich verfärbt.
 
 
 
 
 
- Auf der Wache der Neo-Detroiter Polizei
 
Walters Augen überflogen eilig die Untersuchungsergebnisse, als Answorth in das Dunkelzimmer kam, - Die Hirnstromuntersuchung des Verdächtigen, Wesley Derringer, negativ! Auswertung konnte nicht erfolgen! Hab ich´s mir doch gedacht-.
„Kommissionier Walters, an der Sache ist irgendwas faul, die Geschichte von dem Typen passt doch Vorn und Hinten nicht zusammen“ meint der Diensthabende Detectiv, „ich komm mit dem Verhör einfach nicht weiter, er sagt immer nur, er kann sich an nichts erinnern und hätte nichts damit zu tun“
Der Kommissionier beobachtete Wesley durch den einseitig durchsichtigen Spiegel des Dunkelzimmers „Das, Answorth, ist der Hauptverdächtige im Mordfall Moth. Er wurde von den DNA-Scannern erfasst und eindeutig identifiziert. Von denen am Eingang und von jenen für die Notfallsicherheitsüberwachung, weiters von 6 Kameras im Hotel aufgezeichnet und nur weil einer sagt er, kann sich an nichts erinnern, heißt das noch lang nicht, das er es nicht war!“ pariert der Kommissionier sofort.
„Aber auch nicht, das er es war!“ versucht Answorth den zu Befragenden in Schutz zu nehmen. „Ich seh schon, Answorth, sie müssen noch viel lernen, der Fall ist Sonnenklar, da wird nicht mal der Richter lang überlegen! Sie können ja gern bei meiner Befragung zusehen, da lernen sie vielleicht noch was!“ fiel ihm Walters ins Wort, als er die Thermoregelung im Verhörzimmer auf 28 Grad hoch fuhr. „Aber alle befragten Zeugen sagten aus, dass er mit enormen Enthusiasmus an der Wahl mitgearbeitet hat und auch an Delanius geglaubt hat“ wollte Answorth einwenden.
„Gute Tarnung! Umso mehr ist er verdächtig“ konterte Walters schon etwas erbost über den Grünschnabel, „Holen sie zwei Tassen Kaffee und kommen dann ins Verhörzimmer 3! Schwarz mit vier Stück Zucker“. „Und die zweite Tasse?“ wollte Answorth wissen.
„Ich weiß ja nicht, wie sie ihn trinken“ sagte Walters, als er die Tür zum Verhörzimmer öffnete.
 
- Die Tür zum Verhörzimmer ging abermals auf und Answorth kam mit dem Rücken voran rein, drehte sich um und hielt ein Tablett mit 3 Tassen Kaffee in der Hand, mit einem Kännchen Syntmilk und einer kleinen Schüssel mit Zuckerwürfeln. Die Löffel waren bereits in den Tassen, metallene Becher, die noch aus der ersten Siedlerzeit stammten, robust, zwar schon etwas verbeult, aber sie reichten aus. Er stellte die Tasse des Kommissioniers, vor dessen verschränkt, auf den Tisch gestüzten Arme. Eine Zweite reichte er Wesley „Hier, Mister Derringer, eine Tasse Kaffee, sein sie bitte Vorsichtig, er ist frisch gekocht und sehr heiß!“ warnte der Detectiv den Verdächtigen.
Das Kännchen Syntmilk und den Zucker stellte er, mitten auf den Tisch, nahm zu gut der letzt seine Tasse, und stellte das kleine Tablett auf dem Boden, so das es an der Wand lehnte.
Der Kommissionier rührte in seiner Tasse, „Danke Answorth! Wissen sie was mir bei der ganzen Sachen nicht eingeht will, Mister Derringer? Sie sagen, sie können sich an nichts erinnern! Doch Delanius Moth ist tot und sie waren eine der Personen, die, als sein Wahlhelfer wohlgemerkt, uneingeschränkten Zugang zu ihm hatten. Sie wurden in seiner Nähe gesehen, bevor seine Rede losging und sie wurden von den DNA-Scannern und diversen Sicherheitskameras, im Hotel aufgezeichnet, wie sie das Basit Ran Plaza in größter Eile verließen. Selbst die Notfall- Sicherheits- DNA-Scanner haben sie aufgezeichnet und sie meinen, sich an nichts zu erinnern! Also für mich klingt das entweder nach einem seltenen Fall von Amnesie oder der schlechtesten Ausrede aller Zeiten“
 
Wesley versuchte eine Erklärung zu finden, als der Kommissionier ihn gleich noch mal in Bedrängnis brachte „Sie wissen das das alles stichhaltige Beweise sind, die auch vor Gericht stand halten werden, das ist ihnen klar.“
„Ich war gerade am Weg nach Haus“ beharrte Wesley, „das war um halb Fünf, bin bei meiner Tür rein, und mein Vorzimmer war innerhalb eines Sekundenbruchteils voller Rauch, ich weiß auch nicht wieso die Rauchmelder nicht reagiert haben, vielleicht war der Rauch nicht warm genug? Dann bin ich aufgewacht und etwa eine halbe Stunde später waren ihre Leute da und nahmen mich fest, und der Zeitraum dazwischen, ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, was in den 3 Stunden passiert ist! Bitte, das müssen sie mir einfach glauben!“ wollt Wesley den Kommissionier beschwichtigen.
„So so, muss ich das, ja?“ wollte Walters wissen, „Ich denke wohl ich darf glaube was ich will und im Moment stelel ich hier die Fragen, oder nicht!“ Wesley verzog die miene und senkte seinen Blick.
„Also weiter, sie sind“ drängte Walters „ sie sind also nach Haus gekommen, ist ihnen da etwas ungewöhnliches aufgefallen? Wie etwa fremde Personen in ihren Block oder der Gleichen?“
Wesley überlegte kurz „ ja, da war dieser Handwerker, kurz bevor ich zu meiner Wohnungstür kam“.
„Den haben wir überprüft, Willie Jenkins, Inter-Con Mitarbeiter, Technik und Instandhaltung, er ist sauber!“ sagte Answorth sogleich.
„Damit wären wir wieder bei ihnen, Mister Derringer!“ Walter blickte Wes tief in die Augen.
Die Temperatur im Verhörzimmer stieg unterdessen, worauf Walters natürlich gefasst war, es störte ihn auch nicht sonderlich, da er ein leichtes Seidenhemd trug.
„Ich habe ihn aber nicht umgebracht, ich hab ja erst von dem Mord erfahren, als die Sicherheitskräfte mich abholten! Ich hab doch soviel bei den Vorbereitungen mitgeholfen, ich hab für seine Unterbringung hier auf Basit Ran 3 gesorgt und auch fest an die Grundsätze der Partei geglaubt! Delanius hätte dem terranischen Volk wieder neuen Zusammenhalt gebracht, sie auf einen neuen gemeinsamen Weg geführt. Seine Ideen der erneuerbaren Energien und diese neue Anschauung der Ökonomie sind einfach Bahn brechend. Schon allein seine ganze Einstellung und sein Moto -packen wir´s gemeinsam an, denn gemeinsam, können wir´s erreichen, Gemeinsam- einfach eine gute Überlegung, und vor allem ein Prinzip mit Zukunft, ohne das wir einander ausbeuten. Er war ein guter Mann und ich hätte das nie tun können. Er war doch ein Vorbild für jeden von uns, für all die Kolonien und Siedlungen, die Raumbasen und Pionierbesatzungen. Das wir, wie er, immer unser Bestes tun.“ Wesley wollte nur irgendwie seinen Hals aus der Schlinge ziehen.
„Nett ausgedacht, das klingt ja fast wie eine sehr gut gemerkte Wahlrede, Mister Derringer!“ machte der Kommissionier Wesley ein spöttisches Kompliment.
„Bitte Kommissionier, sie müssen mich noch mal einer Hirnstromanalyse unterziehen! Ich denke das an der Geschichte was nicht stimmt, ich kann nur nicht sagen was!“ Wesley war unsicher, ob denn die Detectives seinem Gesuch folge leisten würden.
„Ich denke nicht dass uns das weiterbringen würde, die erste Untersuchung hat ja auch nichts gebracht!“ entgegnete Walters.
„Umso mehr würde das meine Vermutung bestätigen, dass ich möglicherweise irgendwie reingelegt worden bin? Ich kann es mir ja selbst kaum erklären und ich weiß, es klingt auch
etwas verrückt!“, Wesley wollt gar nicht weiter sprechen, denn er hatte Angst, das der Kommissionier sogleich den Nervenarzt auf die Wache bestellte würde.
„Hm, etwas verrückt? Wir hören hier oft genug seltsame Geschichten, auf ihre bin ich schon gespannt!“ scherzte Walters.
„Ich kam nach Haus, das Vorzimmer war voller Rauch es war als hätt ich eine Schleier vor Augen und ich hatte das Gefühl als würde mich kurz darauf  jemand zu Boden drücken. Der Mann, der sah genau aus wie ich! Wie aus dem Gesicht geschnitten. Und dann kam es mir noch so vor als würde mir jemand in den Kopf greifen!“ ratschte Wesley seine Erinnerungen an die Begebenheit runter.
„Interessant! Wann sagten sie haben die Sicherheitsleute sie geholt?“ fragte Walters plötzlich.
„Um halb Acht, das hab ich aber auch schon zu Protokoll gegeben!“ entgegnete Wes.
„Sehr seltsam, laut unserem Dienstprotokoll waren unsere Leute erst um Acht bei ihnen! Können sie sich das erklären?“ harkte Walters nach.
„Nein Sir, aber was tut das zur Sache?“ wollte Wesley sich erkundigen.
„Sind sie öfter mal Orientierungslos oder geistig Verwirrt?“ der Kommissionier ließ nicht locker, langsam wurde ihm immer heißer, denn Wes ahnte worauf Walter hinaus wollte.
Er hatte erst vor kurzem einige Reportagen, über diese neue Technologie gesehen, im Wissenschaftskanal, Berichte über so genannte protostatische Subträgerzell-Forschung und daraus resultierend, neue Medikamente und ganz neue Anwendungsbereiche bis hin zu einer neuen Modedroge, Spurx.
Schweißperlen standen ihm bereits auf der Stirn und langsam aber sicher, war er gezwungen, den Pullover auszuziehen. Der Kommissionier bemerkte gleich die Einstichstellen in Wesleys linker Armbeuge und erkannte auch gleich ihre Eigenart, eine Doppelpunktion, zwei Einstiche, etwa 5 Millimeter von einander getrennt und leicht grünlich verfärbt.
„Das Zimmer war voll Rauch, sie wurden von sich selbst zu Boden gedrückt und jemand hat ihnen in den Kopf gegriffen! Also das ist wirklich mal originell, was sagen sie, Answorth?“ meinte Walters zum Detectiv.
„Wissen sie, dass sie ganz genau die klassische Spurxhalluzination beschrieben haben und auch die typischen Nachwirkungen aufweisen, wie ein Spurxjunkie!“
Walters lies einen kleine schwarzen Gerät über den Tisch rutschen, das etwa so wie ein Taschenrechner aussah „hier, sehen sie Mr. Derringer, den haben wir bei ihnen gefunden.“
Wesley betrachtete das kleine Gerät, „ Ja und was soll das sein?“ fragte er. „Aber bitte Mr. Derringer, sie werden doch ihren eigenen DNA-Scannunterbrecher wieder erkennen. Der wurde in ihrer Wohnung gefunden, mit den anderen Beweisen, die gegen sie vorliegen“. „Ich hab so ein Teil noch nie gesehen!“ versuchte Wesley zu bekräftigen.
„Ich denke sie wissen das diese Dinger von Spurxjunkies verwendet werden, um ihre DNA zu tarnen, wenn sie sich ihren Stoff besorgen wollen, sie dreckiger Junkie!“
„So ein Zeug würd ich nie…“ Walters unterbrach Wesley „Mattes Sichtfeld, dann sind sie möglicherweise in ihrem Rausch vor dem Spiegel gestanden, bis sie erst umgefallen, eingeschlafen und dann nach einigen Stunden aufgewacht sind. Das taten sie um die Gedanken an die Tat los zu werden und beim Gedankenscann nicht aufzufallen.
„Nehmen sie gelegentlich Spurx?“ wollte der Kommissionier wissen und im selben Atemzug „sie wissen das Drogen verboten sind?“
„Nein, wie ich bereits versuchte zu sagen, so ein Zeug greif ich nicht an“ wollte Wesley seine Unschuld bekräftigen.
 „Tja der Bluttest hat aber leider etwas anderes ergeben! Drogen sieht der Richter nicht gern in unsrer schönen Gesellschaft und so wie ich das sehe, Derringer, sie werden einfahren und das volle Strafmass bekommen, und auf irgendeine Strafkolonie geschickt, da werden ihre Unschuldsbeteuerungen auch nicht viel nützen. Also für mich ist die Sache gegessen“, sagte Walters mürrisch, als er das Verhörzimmer verlies.
 
- einige Stunden zuvor
etwa 30 Minuten vor der letzten Rede zur Wahl für
„den Ratsvorsitz der Vertreter der Menschheit im Universal Rat“
 
„Danke und einen schönen Tag, Mister Derringer“ so verabschiedete sich der Kontrollcomputer als er seine Wohnung verließ und sich auf den Rückweg zur Wahlveranstaltung machte. Er versuchte sich zu beeilen, da er durch den Gehstock gehandycapt war, doch er sah bereits das Schild das den Weg zum Abgang zu den U.T.S., den Underground Transit Shuttles zeigte. Als er den Fuß der Treppe erreichte erwartet ihn wieder ein Sicherheitskontrollposten „Sir würden sie bitte stehen bleiben und ihre ID Karte vorzeigen“ wurde er wieder von einem Sicherheitsbeamten aufgefordert. „Natürlich“ antwortete Wesley,
zückte seine Identifikationskarte und reichte sie dem grau gekleideten Beamten, „aber könnten sie sich beeilen, Ich will´s nicht verpassen!“
„Tut mir leid Sir, es dauert eben, solang es dauert!“ der Beamte zog die ID durch die Scannvorrichtung. Die Maschine piepte drei mal auf und ein rotes Licht begann zuleuchten.
„Sir“ sagte die Sicherheitswache „mit ihrer ID dürfte etwas nicht ganz stimmen! Haben sie dafür eine Erklärung?“
Wesley schluckte und wurde zunehmend nervöser „darf ich die Karte kurz zurückhaben, ich hatte etwas fettige Finger als ich sie in meiner Wohnung eingesteckt hab!“ Der Beamte blickte ihn etwas ungläubig durch das Visier des Helmes an, „ich hab bevor ich losgegangen bin noch schnell etwas gegessen, und war so in Eile das ich mir die Hände nicht gewaschen hab. Möglich, das sie etwas schmutzig ist!“ entgegnete Wesley dem Beamten.
„Na meinet wegen!“ und der Beamte gab Wesley seine ID Karte zurück, der ein Stofftaschentuch aus seinen Manteltasche holte und kurzerhand die Karte abwischte.
„So, können wir´s also noch mal versuchen“ fragte die Wache schon etwas ungeduldig.
Wesley gab dem Beamten erneut die ID Karte, der diese zum zweiten scannte und die Prozedur begann von neuem. Diesmal piepte die Maschine einmal und das grüne Licht leuchtete auf. Am Display erschien Wesleys Name, Foto und Biosignatur. „Mister Wesley Derringer“ fragte der Beamte.
„Ja, wenn es da steht! Könnten wir uns jetzt etwas beeilen?“ wollte Wes wissen, und packte die Hand auf die Scannerplatte, der Lichtbalken fuhr von Rechts nach Links und wieder retour, die Linse des Irisscanners fokusierte, „wir sind sofort fertig Sir, aber warum sind sie denn so aufgeregt?“ fragte der Beamte noch mal etwas stutzig nach als ob er dem Braten nicht trauen würde. Es schnürte Wesley langsam die Kelle zu, als er an die unschönen Konsequenzen dachte, die ihn erwarten würden, falls er festgenommen werden würde. Folter oder die sofortige Versetzung auf eine der Strafkolonien, bis hin zur Verurteilung wegen Verschwörung und die Vollstreckung durch das Erschießungskommando. „Na was denken sie denn? Ich bin aufgeregt, weil in einigen Minuten über das Schicksal der terranischen Bevölkerung entschieden wird und das will ich nicht verpassen! Autsch!!!“ erklärte Wes dem Beamten, als die Nadel ihn in den Finger pickte.
Die Wache nahm die rot leuchtende Sonde und setzte sie an die Schläfe.
Doch die Maschine ließ einige Zeit auf die Diagnose warten bis sie schlussendlich grünes Licht gab, „Sir, dafür das sie so aufgeregt sind, sind sie erstaunlich ruhig im Kopf! Gedankenscann, Fingerabdrücke, Netzhautscann, Metalldetektorscann und DNA-Check sind OK, sie können weiter, Mister Derringer.
„Danke und einen schönen Tag noch“ entgegnete Wesley und ging weiter zum Bahnsteig.
 
Die Rede vom hohen Haus von Orion und die Ansprache des Rates von Alpha Centauri hatte er bereits verpasst, aber das machte nichts, denn Beta-Crypt3, die Sprache der Orionen, war für Terraner nur schwer zu erlernen, es sei denn man verbrachte sein ganzes Leben mit dem Studium der Sprache und seine Centauri Kenntnisse waren mehr als bescheiden. Doch durch die alten Interstellar-Abkommen hatten Orion und Alpha Centauri mitspracherecht bei Erzschürfgründen und das Abkommen regelte den Territorialanspruch der verschiedenen Völker.
 
Im Wartebereich des Transitshuttle schallte die Stimme laut durch die hohen Hallen, der Magnettransitstation. Auf eine große Glasscheibe, die gleichzeitig auch als Membran diente wurde das Bild projiziert, wie die Ansprache der Vereinten Systeme, die so eben zu den Schlussworten kam.
 
„so müssen wir zuversichtlich in die Zukunft blicken und weiter hart daran arbeiten, um den Wohlstand zu fördern und frieden zu sicher.“ Die Stimme des Sprechers wurde dumpf und rau, er räusperte sich kurz und vollendete seine Rede mit dem Wahlspruch der Vereinten Systeme, „Auf eine leuchtende Zukunft!“ und es wurden die jubelnde Massen eingeblendet und über Projektorwänden und Infoscreens ausgestrahlt.
„Dies war der Hauptvorsitzende, Cyrill Saix, mit der Ansprache für die Vereinten Systeme.“
 
Nervös, spielte der jungen Mann, der sich als Wesley Derringer ausgab, mit einer silbernen Münze, die er über seine Fingerrücken gleiten lies und auf der ein M und ein T eingraviert waren.
Er soll Delanius Moth ermorden, doch daran durfte er auf keinen Fall denken, solang die Aktion lief. So versuchte er natürlich zu bleiben und konzentrierte sich auf die Wahlansprachen, um nicht von den geheimen Gedankenscannern, die in den Boden eingelassen waren, erfasst zu werden.
Die Liste mit der Reihenfolge der Ansprachen wurde eingeblendet, als das Transitshuttle in die Station einfuhr. Derringer stieg in das Shuttle, das ihn zum Zugang des Hotelkomplexes brachte. Im Shuttle würde er über den Infoscreen die Ansprachen weiter verfolgen können. Die Rede von Cyrill Saix, derzeitiger Universalratsvorsitzender und 1. Vorsitzender der Vereinten Systeme, der die mächtigsten Konzerne die der Region der Vereinigten Systeme unterstand, war gerade zu Ende, doch die letzteren Kandidaten, die noch folgten, könnten über den Ausgang der Wahl entscheiden. Die Rede vom System Pinaris, vom Rechten Block, und jeder hatte etwa 10 Minuten Redezeit und als letztes war Delanius an der Reihe.
 
„Es folgt die Ansprache, des Vorsitzenden der Planeten Kolonie Pinaris 4, zu ihnen spricht Alex Norwood.“
„Wie sie alle wissen ist das Leben im Pinaris System geprägt von hart arbeitenden Menschen, die Erze schürfen und Rohstoffe für die große Industrie herstellen. Unter anderem sind viel unserer Pioniere, von der bestehenden Regierung damit beauftragt worden, durch Teraforming neue Lebensräume für uns zu erschließen, und doch haben wir horrende Abgaben und zahllose neue Steuerbeschlüsse, endlos hohe Lebesmittelkosten …“ da begann Norwood abzuschweifen und seine Rede wurde etwas langatmig. Wesley wollte der Rede nicht mehr folgen, die Fahrt bis zu seiner Ankunft im Hotel genießen und die Zeit nutzen, um die Nanosonden zu aktivieren die in dem Gehstock versteckt waren, doch das Schlusswort hatte wieder sein Interesse geweckt.
„Die Arbeit die wir leisten, muss Nachhaltig sein, doch ein Grossteil unsere Arbeit geht nur langsam voran und umso mehr müssen wir geduldig sein. Wir finden einen Weg! Danke für ihre Aufmerksamkeit“
„Der Vorsitzender der Planetenkolonie Pinaris 4, Alex Norwood, meine Damen und Herren!“
 
„Es folgt der Vorsitzende des Rechten Blocks, William Bain“
Über die Infoscreens im Shuttle flimmert die Rede des Rechten Blocks. Bain kam aufs Rednerpult „Es sind Zeiten der Unsicherheit in der wir Leben. Diese Faktoren der Bedrohung müssen ausgemerzt werden, um die Sicherheit für die gesamten Vereinigten Systeme zu gewährleisten, wir müssen uns der Gefahr bewusst sein und dürfen ihr auch nur mit vollster Entschlossenheit entgegentreten“ so die Hasstirade des Sprechers, William Bain.
Der Shuttle wurde langsamer und Wesley machte sich bereit um auszusteigen.
Er hatte nicht mehr viel Zeit um noch rechtzeitig vor der Rede von Delanius Moth zu ihm zu kommen, doch das er die Rede von William Bain nicht fertig hören konnte, darüber war er nicht weiter traurig, denn die faschistische Meinung die der Rechte Block vertrat war in diesen Zeiten volksaufhetzend und geprägt vom Kapitalismus, genau wie die Vereinten Systeme, nur nicht so einflussreich. Doch Delanius Moth wollte einen andern Weg gehen, einen neuen Weg, er sagte immer „ob es der richtige Weg ist weiß ich auch nicht, doch mein Gefühl wird mich leiten und die Zeit wird es zeigen“.
 
Wesley machte sich auf zu den letzten Sicherheitskontrollen am Hoteleingang und beim Zugangskorridor zu der Suite von Delanius. Die Sicherheitswache war stutzig und wollte Wesley nicht passieren lassen, „tut mir leid Sir, die Wahlreden sind bereits in vollem Gange, ich darf sie hier jetzt nicht durch lassen!“
„Ich bin Wesley Derringer, meine Sicherheitscodierung ist C-LV7R. Ich bin Mitglied vom Wahlkampfteam Delanius Moth, würden sie mich also freundlicherweise durch lassen?“ fragte Wesley energisch nach. „Nein Sir, da während der Reden Sicherheitsstufe 5 gilt, darf ich Niemanden hinter dieses Sperrgitter lassen.“ entgegnete ihm der Beamte, der an seine Waffe griff, um seinen Befehlen, optisch Nachdruck zu verleihen.
Da erblickte Wesley seine letzte Chance, Abgeordneten Phillip le Bleu, er müsste ihm doch wenigsten noch helfen können, noch mal mit Delanius Moth reden zu können.
„Herr Abgeordneter Bleu! Bitte, könnten sie vielleicht Senator Moth herbitten, ich würde mir die Rede gern zusammen mit dem Wahlkampfteam ansehen.“
„Wesley!“ rief eine sonnige und gutgelaunte Stimme, „schön dass sie es noch rechtzeitig geschafft haben! Sicherheitswache, lassen sie den Mann mit dem Gehstock durch! Er gehört zu meinem Wahlkampfteam“ befahl Delanius, als er den Gang herunter kam und gab Delanius den Befehl war das etwas anderes. „Ja Sir, Mister Moth, Sir“ und die Wache ließ Wesley durch. Wes ging den Gang runter auf Delanius zu, „ich dachte schon die würden mich nicht durch lassen! Ein Glück das sie vor ihrer Rede noch mal hier heraus gekommen sind! Ich wünsche ihnen viel Glück mein Freund“ sagte Wesley mit freundlicher Stimme. „Das wünsch ich uns allen“ entgegnete Delanius und fiel Wesley um den Hals, „vielen Dank, für ihr Engagement, Wesley! Ohne ihre Mithilfe, wäre vieles davon was wir gemeinsam bewegt haben, nicht Möglich gewesen! Also haben sie Dank!“ so danke Delanius Wesley. „Ich bitte sie, ich habe doch nur meine Bürgerpflicht getan“ erwiderte Wesley ruhig. Als sie sich gegenseitig umarmten, glitt ein gräulicher Schleier, der kaum zu erkennen war aus Wesleys Gehstock, unter den Hemdkragen von Delanius. „Viel Glück und gutes gelingen für ihre Ansprache“ bekräftigte Wesley ihn, als sein Name aufgerufen und Delanius zum Rednerpult zitiert wurde.
 
„Meine Damen und Herren, es folgt die Ansprache der Vereinigten Weltrepublik, Parteivorsitzender Delanius Moth spricht zu ihnen“
Delanius Moth trat zum Rednerpult vor und alle Aufmerksamkeit war auf ihn gerichtet, alle Kameras, Mikrophone, alle Augen und Ohren. Moth strahlte ein enormes Charisma aus, nicht so wie die anderen Politiker. Da er ursprünglich aus den ärmlichen Arbeiterverhältnissen auf Pinaris stammte, wurden ihm viele Sympathien zu teil.
Er griff in die Innentaschen seines Anzugs und zog ein etwa 20 Zentimeter langes Stück, roten Bindfaden raus, wickelte die beide Enden um seine Zeigefinger, spannte den Faden dazwischen und hielt in hoch.
Dann begann er zu sprechen „ Ein altes terranisches Sprichwort sagt, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, wieder arbeit am effizientesten und schnellsten erledigt! Das soll dieser Faden symbolisieren! Die Einigkeit des terranischen Volks! Auf das wir uns nicht entzweien lassen, von unseren kleinlichen Konflikten, die uns aufzehren und uns gegeneinander aufbringen. Wir sollten zusammen an einem Strang ziehen, nicht nur die terranische Bevölkerung, genau so die anderen Völker, denen dieses Sternensystem Heimat geworden ist. Wir können von einander so viel lernen, und einem jeden Wohlstand zukommen lassen. Wir müssen nur die alten Ketten des Kapitals abstreifen und den neuen Konzepten von Ökologie und Ökonomie eine Chance geben und auf Nachhaltigkeit setzten. Da bin ich mit den geschätzten Vertreten von Pinaris einer Meinung. Und wenn die Arbeit noch so lang dauert, müssen wir, umso mehr, mit vereinten Kräften daran arbeiten um unsere Projekte um zusetzten. Doch der Schlüssel dazu heißt, Gemeinsam, denn Gemeinsam ist jede Last nur Halb so schwer.
Der Mensch ist zu so viel Gutem im Stande. Gemeinsam haben wir die Grenzen die uns gesetzt sind, immer wieder überwunden. Gemeinsam haben wir zahlreiche Kolonien erbaut, fremde Planeten besiedelt und uns wieder etwas Lebensraum geschaffen. Gemeinsam haben wir soviel erreicht, dass dann von wenigen als ihr Eigentum beansprucht wurde.
So sehe ich es, als eines jeden Terraners Pflicht an, sich zu bilden und seine Stimme zu erheben, um sich gemeinsam, für unsere Rechte stark zu machen. Es wird Zeit, um alle davon profitieren zulassen. Und haben wir alle das gleiche Ziel vor Augen so können wir auch das schaffen. Gemeinsam!
Also packen wir´s gemeinsam an, denn gemeinsam, können wir´s erreichen!“
 
Mit dem letzten Wort aus Delanius Mund, wurden die Nanosonden aktiviert, die sich in einer Kette um seinen Hals legten und zu rotieren begannen. Erst jubelten die Leute laut auf, dann verstummte alles.
Der abgetrennte Kopf von Delanius Moth rollte über das Podium und sein Blut versickerte im roten Teppich mit dem das Redenerpult und die Festbühne ausgelegt waren. Sein Körper sackte kopflos zusammen und fiel zu Boden, die erst jubelnde Menschenmenge, war so aus dem Konzept gebracht, das sie nur mit aufgerissenen Augen und offen stehenden Mündern dem Geschehen folgen konnten. Selbst die Sicherheitsbeamten waren fassungslos und zu Salbsäulen erstarrt.
Unterdessen war Marus Tesla bereits wieder am Weg zu Wesley Derringers Wohnung um die letzten, entscheidenden Spuren zulegen, um Derringers „Blackout“, wie eine Spurx- Halluzination wirken zulassen und die seinen zu vertuschen. Bevor er in die Wohnung kam, entledigte er sich der bio-genen Maske, und machte sich dann aus dem Staub.
 
Einige Zeit Später
 
„Sehr gut, jetzt hab ich erstmal einen neuen Auftrag für sie, Tesla“ klang die raue Stimme über die abhörsichere Leitung, „da werden Sie einige Zeit beschäftigt sein. Doch es wird noch etwas dauern bis die Aktion anlaufen kann…
 
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.11.2012. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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