René Oberholzer

Die Miss-Wahl

Die Miss SAC-Hütte wird jedes Jahr neu gewählt. Letztes Jahr hatten sich 10 äusserst attraktive Hüttenwartinnen für die Wahl auf der Monte Rosa-Hütte angemeldet. Das Wallis hatte mit Brigitte Aufdenplatten und Rona Briner zwei Schwergewichte ins Rennen geschickt, aber auch aus den Kantonen Bern und Graubünden waren äusserst gute Bewerbungen eingegangen.

Die Wahl zur Miss SAC-Hütte umfasste 10 Posten, die zunehmend schwieriger zu bewältigen waren. Bei Posten 1 stand das Braten eines guten Spiegeleis auf dem Programm, bei Posten 2 das schnelle Wegschaufeln eines zwei Meter hohen Schneehügels, bei Posten 3 das adäquate Wiedergeben eines Murmeltierpfiffs, bei Posten 4 das saubere Auswaschen eines verdreckten Massenlagerleintuchs, bei Posten 5 die Trinkfestigkeit mit Gästen, bei Posten 6 das korrekte und harmonische Fahnenschwingen, bei Posten 7 die Schnelligkeit der Umrundungen beim Talerschwingen in einer Schüssel, und bei Posten 8 mussten die Bewerberinnen einen frei erfundenen Alpsegen mit angehängter Nationalhymne in die Bergwelt vorführen. Brigitte Aufdenplatten und Rona Briner meisterten die ersten Aufgaben mit Bravour, nach 4 Posten lagen die beiden Walliserinnen in Führung. Doch Flurina Schlumpf und Ladina Spescha aus Graubünden waren ihnen auf den Fersen, gefolgt von Annette Hofer aus dem Kanton Bern. Beim letzten Posten überholte Rona Briner mit ihrer kraftvollen Stimme ihre Kantonskollegin Brigitte Aufdenplatten und entschied die Miss SAC-Hüttenwahl für sich. Als Preis winkte ihr ein Fotoshooting für den neuen SAC-Hüttenkalender.

An Weihnachten erschien der Kalender und zeigte Rona Briner, wie sie sich am Ende des Aletschgletschers von Monat zu Monat räkelte. Der Kalender hängt seither in fast jeder SAC-Hütte und sorgt wegen des zunehmenden Rückgangs der Gletscherzunge für immer wiederkehrenden Gesprächsstoff.



 © René Oberholzer 

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René Oberholzer, Anmerkung zur Geschichte

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