Christina Dittwald

Der dritte Adventssonntag




Es ist der dritte Advent , 13.30 h. Immerhin war ich schon im Bad und bin angezogen. Meine Strumpfhose bekam beim Anziehen eine Laufmasche - nun gut, schnell um den Schrubber gewickelt und den Boden damit entstaubt. Frag Mutti ! Das Frühstück - mit zwei Adventseiern- liegt zwei Stunden hinter uns.
Der Adventskranz ist gefährlich trocken, ich spiele damit, noch vor Weihnachten einen frischen zu besorgen. Mein Mann blättert unbekümmert die Zeitung um und die Kerzen flackern . Ein paar Fünkchen knistern auf den Polyesterschleifen und ich kriege jedesmal zu viel. Mein Mann merkt dies und blättert mit Absicht heftiger.

"Hast du was für Günter ?" fragt er - "Ich möchte packen." Natürlich habe ich noch nichts für Günter - schließlich ist noch eine Woche hin bis zum Fest und
ich musste ja erst Oma und die Söhne nebst Partnerinnen abhaken. Aber die sind fertig. Die Geschenke müssen nur noch eingepackt werden, was ich gar nicht gut kann. Beim Auspacken amüsieren sich alle - ratet mal, wer das eingepackt hat ! Jetzt habe ich aus einer Zeitschrift die geniale Idee, einen Packen preiswerte Geschirrhandtücher zu kaufen und mit einer festlichen goldenen Schleife den Beutel zu verschnüren. Ich werde das als meinen Beitrag für die Umwelt deklarieren und mich nicht wieder als Grobmotoriker an den Pranger stellen lassen.

Beim Buchversand wird noch was bestellt. Bei 20 Euro versandkostenfrei. Wer hat denn in der nächsten Zeit Geburtstag und könnte auch mit einem Buch beglückt werden. Ach, gut - Olaf jährt im Januar und erspart uns somit die Versandkosten. Wir wollten ja wieder ein Lebkuchenhaus backen  aber ob das vor Weihnachten noch ankommt ? Wir lassen es sein. Auch die Plätzchen Backerei artet in Stress aus. Die drei bis jetzt gebackenen Sorten wurden nach lauwarm im Vorbeigehen verspeist. Merke : im Stehen essen dickt nicht.

Ich freue mich schon auf das sonntägliche Fernsehprogramm - irgendwo laufen doch bestimmt wieder die drei Nüsse für Aschenbrödel. Und ich liebe die diversen Kochsendungen. Obwohl man ja eigentlich mal raus müsste. Nicht weil man gerne möchte, sondern weil man sollte. Der Hintern wird auch vom Sitzen breit und nicht nur von den Plätzchen. Man könnte sich ja auch mal nach einem Baum umgucken. Und wenn man schon beim Umgucken ist, könnte man ihn gleich kaufen. Ich habe mir geschworen, dass das nicht wieder wie in all den Jahren zuvor am Heiligabend geschehen soll. Freunde von uns stellen ihren künstlichen Baum am ersten Advent auf - und am 26 Dezember wird er abgebaut. Schluss, feddich,mit Tulpengesteck ins neue Jahr. Übrigens muss man an dem Kunstbaum riechen, um feststellen zu können, dass er nicht im Wald gewachsen ist. Obwohl ich hörte, dass es auch welche mit Tannenduft geben soll. Jedenfalls sieht er völlig echt aus - aber für den Preis hätten sie sich 15 echte Bäume kaufen können. Einmal haben wir zwei Bäume gekauft - nacheinander. Als wir den ersten kauften, waren wir entzückt, dass noch Schnee in den Zweigen war, die durch das Netzt lugten. Der Händler lächelte, er habe ihn selbst vor zwei Tagen im Sauerland geschlagen. Wir hätten ja nur den Wetterbericht sehen müssen um festzustellen, dass vor zwei Tagen kein Schnee im Sauerland lag. Jedenfalls befreiten wir den Baum vom Netz, schraubten ihn in den Ständer und erfreuten uns einen Abend an seinem nackten Anblick. Am nächsten Tag wollte ich schmücken. Nun, das brauchte ich nicht, wohl aber einen neuen Staubsaugerbeutel, nachdem ich fast alle herabgefallenen Nadeln am nächsten Morgen eingesaugt hatte. Da der Schurke von Händler verschwunden war, kauften wir den zweiten Baum wieder beim Händler unseres Vertrauens und erfreuten uns bis zum 6. Januar daran.

So, genug geplaudert - ich hole schon mal die zu versendenden Geschenke aus den Schränken. Bin ja mal gespannt, ob ich dieses Jahr alle Verstecke wiederfinde !

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