Heinrich von Buenau

Winnetous Tod - oder der heilbringende letzte Moment!

Nun zog Winnetou meine Hände an seine verwundete Brust und flüsterte: „Charlie, nicht wahr, nun kommen die Worte vom Sterben?“ Ich konnte nicht sprechen. Ich nickte weinend, und die dritte Strophe begann:

„Es will das Licht des Lebens scheiden;
Nun bricht des Todes Nacht herein.
Die Seele will die Schwingen breiten;
Es muss, es muss gestorben sein.
Madonna, ach, in deine Hände
Leg ich mein letztes, heißes Flehn:
Erbitte mir ein gläubig Ende
Und dann ein selig Auferstehn!

Ave, ave Maria!”


Als der letzte Ton verklungen war, wollte er sprechen – es ging nicht mehr. Ich brachte mein Ohr ganz nahe an seinen Mund, und mit der letzten Anstrengung der schwindenden Kräfte flüsterte er: „Charlie, ich glaube an den Heiland. Winnetou ist ein Christ. Lebe wohl!“ (aus „Winnetou 3“, Karl May)
     Jene berühmte Sterbeszene, die wohl jedem jugendlichen Karl May- Leser meiner Generation kurzfristig das Herz gebrochen haben dürfte, hat ein noch berühmteres Vorbild:                                     
„Einer der gehenkten Übeltäter aber lästerte ihn: Bist du nicht der Christus? Rette dich selbst und uns! Der andere aber antwortete und wies ihn zurecht und sprach: Auch du fürchtest Gott nicht, da du in demselben Gericht bist? Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan. Und er sprach: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst! Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lukas 23, 37-43)

Das eine Fiktion, das andere überlieferte Realität.  Aber beide Geschichten haben die gleiche Botschaft: Egal of Held, „Normalo“ oder Schurke, die heilbringende Gnade kann selbst noch im letzten Moment des Lebens ergriffen werden.Jesus: "Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben. Wer mir vertraut, der wird leben, selbst wenn er stirbt.“  (Johannes 11, 25)

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