Hildegard Kühne

Der Leierkastenmann

 

DER LEIERKASTENMANN
 

Vom Vergnügungspark her war laute Musik zu vernehmen.
Es stand ein großes Riesenrad, das guten Zulauf hatte. Die Musik trug dazu bei.
Es waren die Melodien von der "schönen blauen Donau" und "Köhler-Liesel" zu hören.

Unmittelbar daneben stand ein magerer kleiner Mann mit seinem Leierkasten.
Es dudelte immer das gleiche Lied. Die Töne waren dem Riesenrad gegenüber eher dünn und kläglich. Es war immer die gleiche Melodie zu hören und in der Geräuschkulisse hätte man annehmen können, dass das Lied gar nicht gehört wird. Aber dem war nicht so. Der hagere Mann, der auf einem Hocker saß, wurde gehört. Fast jeder bemerkte den hageren Mann mit seinem Leierkasten. Sie staunten und waren gleichzeitig begeistert, dass es noch einen Leierkastenmann gab. Die Leute blieben stehen, um die alt vertraute Melodie zu hören. Immer und immer wieder erklang die Melodie. Bevor die Spaziergänger weiter gingen, steckten sie einige Euro in die bereitgestellte Büchse.

Eine Frau, die etwas länger da stand, sagte "können sie nicht eine zweite Platte auflegen"?
"Nein", erwiderte er, "ich habe nur die eine und was macht das schon? Es kommen doch immer wieder andere Leute hier vorbei".
Somit hatte er recht, manche standen lächend und versonnen und lauschten der Melodie. 


Und der Leierkasten fing wieder von vorne an:
"Ihe Kinderlein, kommet, o kommet doch all..."

Er war für die große Stadt eine Attraktion.
Was wäre eine große Stadt ohne einen alten Markplatz.
Beide ergänzten sich und gaben der Stadt ein besoneres Flair.

Mit diesem besonderen Flair wurde der Vergnügungspark zu einem Weihnachtsmarkt verwandelt.





 

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