Georg Wegener

Mein Weihnachtsbild



Eine Tür öffnet sich. Ein Lichtkegel erhellt den Raum.
Ich sehe Mutter und Kind auf einem Bett liegen.
Mein erster Blick fällt auf das Gesicht der Mutter. Ein Lichtstrahl erhellt
Ihr Gesicht – ein Lichtstrahl durch den Spalt der offenen Tür.
Wie friedlich sie daliegt.
In ihrem Gesicht sehe ich Ruhe und Entspannung. Die Mutter schmiegt ihre Wange zärtlich an die kleine Schulter des Kindes.
Während das linke Auge, vielleicht vor Müdigkeit, geschlossen ist, betrachtet sie mit ihrem rechten Auge sanft und liebevoll ihr Kind.
Ich fühle ein trauliches Wohlsein – klar und hell wie ein Lichtstrahl – in mir aufsteigen.
Ein Lichtstrahl voller Hoffnung und Verheißung. Ein Lichtstrahl, der mich in dieser Nacht zu dem Kind führt. Ein Lichtstrahl Gottes.
Das Kind ist wach. Sein zum Schlafen abgelegter Arm verdeckt das Gesicht zur Hälfte. Doch sein weit geöffnetes Auge bemerkt das helle Licht, das ein Strahlen auf das Gesicht zaubert. Wachsam und neugierig schaut es mich an.
Ich bin sicher, dass ich in dem Auge unendlich viel Liebe und Güte sehe.
Mutter und Kind liegen dicht nebeneinander unzertrennlich, innig miteinander vereint. Ich kann das Bild förmlich fühlen.
Voller Zuversicht, Hoffnung und innerer Stärke nehme ich mein Bild aus dieser Nacht mit nach Hause. Diese Nacht, in der mir dieses Kind so begegnet ist,
werde ich nie wieder erleben.
Das ist nun mein Bild, das ich in meinem Kopf und in meinem Herzen trage.
Ich werde meiner Familie und meinen Freunden von dem Bild erzählen. Wer so Schönes erlebt, soll, ja muss auch andere daran teilhaben lassen.
So kann der Lichtstrahl dieser Nacht auch anderen leuchten.
Dass er Euch allen leuchte, Euch und Euren Familienangehörigen, den Kindern und ganz besonders den alten und kranken Menschen in unserer Gesellschaft,
das sei mein Weihnachtswunsch an Euch alle.
 
Noch eine gute Zeit im Advent, sowie
eine friedvolle und gnadenreiche Weihnacht 2012
und einen schönen und guten Übergang ins Neue Jahr 2013
 
wünscht Euch allen von Herzen Georg Wegener.

                                ©

 

          Bildnis von Gustav Klimpt
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.12.2012. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Das kleine Mädchen Brigitte wächst wohlbehütet in einer Großfamilie im katholischen Oberschlesien auf. 1938 siedeln die Eltern mit Brigitte nach Kiel um. Dort wird Ihre Schwester Eva-Maria geboren. 1939 beginnt der Krieg und Kiel wird besonders gebeutelt. Entsetzliche Jahre für das kleine Mädchen. Tag und Nacht Bombenangriffe. Hungersnot und immer die Angst um den Vater. Das Mädchen ist seelisch in einem so schlechtem Zustand, dass die Eltern Brigitte nach Oberschlesien zur Schwester der Mutter schicken. Dort wird sie eingeschult und geht auch in Schomberg zur ersten heiligen Kommunion. In den nächsten Jahren pendelt sie hin und her. Kinderlandverschickung nach Bayern, Kriegserlebnisse in Kiel, danach wieder zurück nach Oberschlesien zur Erholung. Dort aber hat sie große Sehnsucht nach ihrer Schwester und den Eltern und fährt deshalb Weihnachten 1944 nach Kiel zurück. Das ist ihr Glück, denn im Januar 1945 marschieren die Russen in Beuthen ein.
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