Christine Wolny

FUCHS ALS LEBENSRETTER


 
 

Durch Zufall erfuhr der Fuchs, dass es seiner Freundin Gänsi, an den Kragen gehen sollte.
Er war in der Nähe des Hühnerstalles und hörte, wie die Bäuerin zu ihrem Mann sagte: „Morgen schlachtest du mir Gänsi, es wird höchste Zeit, sonst gibt es zu Weihnachten keinen Gänsebraten. Du weißt doch, wie Gänsi aussieht, das ist die mit dem Hinkefuß. Dass du mir ja nicht eine Gesunde schlachtest.“ Der Bauer nickte, denn er wollte nur seine Ruhe haben, und bis morgen hatte es ja noch Zeit.
Der Fuchs traute seinen Ohren kaum. Doch er wusste, was zu tun war.
„Gänsi schlachten, nein, das kommt nicht in Frage“, das dachte er kurz. Nun musste er seiner Freundin helfen.
Eigentlich hatte er es einmal auf sie abgesehen, als er besonders hungrig war, aber Gänsi sah ihn mit ihren grünen Augen so lieb an, zeigte auf ihr kaputtes Bein und erklärte ihm, dass es unfair von ihm wäre, ihre Not auszunutzen, und das sah der Fuchs sein. Seitdem waren sie die besten Freunde.
Er schnappte den alten Kinderwagen, der neben dem Hühnerstall stand, denn schließlich konnte er die schwere Gänsi nicht tragen. Dann fuhr er damit in den Gänsestall und half ihr beim Einsteigen.
Die anderen Gänse schnatterten aufgeregt durcheinander. Sie konnten das alles nicht begreifen. Unter dem Vorwand, noch einen Abendspaziergang bei Mondenschein mit ihr zu machen, hievte er sie in den Wagen, und fort waren sie. Das war ein hartes Stück Arbeit.

Unterwegs erzählte er seiner Gänsi, was er gehört hatte. Sie zitterte am ganzen Körper, so erschrocken war sie und warf ihrem Retter einen dankbaren Blick zu.
Nun fuhren sie über vereiste Felder. Es war sehr holprig, und Gänsi wurde ordentlich durchgeschüttelt. Dem Fuchs kam der Weg so weit vor. Alleine brauchte er nur ein paar Minuten, doch jetzt mit Gänsi kam er ins Schwitzen und musste sich enorm anstrengen, um vorwärts zu kommen.
Ihm schwebte ein Versteck vor, das ihm gut vertraut war. Schließlich kannte er jeden Winkel. Dort konnte Gänsi bleiben, solange es ihr gefiel. Er würde schon für sie sorgen, denn er wusste, wo auch die Maisvorräte waren.
Der Mond schien in dieser Nacht besonders hell, und es sah aus, als ob er lächelte, als er die beiden auf ihrem Weg begleitete.

© C.W.


Anmerkung: Meine Geschichte soll etwas von der Hektik vor Weihnachten ablenken.
Das Foto habe ich mir entliehen von Unbekannt. Nicht böse sein.
Es hat mich zu dieser Geschichte inspiriert. DANKE für das gelungene Foto.
Ein FROHES WEIHNACHTSFEST wünscht allen Lesern: Christine 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.12.2012. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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