Bevor er sich schlafen legt, fährt er noch einmal in die Stadt. Dort kauft er 10 weitere Pakete Pommes Chips und 5 Flaschen Sirup ein. Dann steht er auf den Gehsteig und hält ein Schild in die Höhe: "Ich suche eine Frau für den Winterschlaf." Lange geschieht nichts, die Menschen hasten an ihm vorbei, ohne von ihm und dem Schild Kenntnis zu nehmen.
Plötzlich steht eine Frau vor ihm und fragt: "Haben Sie genügend eingekauft?" "Zu Hause habe ich noch mehr, der Vorrat sollte ausreichen." Dann streckt er der Frau die Hand hin und sagt: "Hans ist mein Name." "Freut mich", entgegnet sie, "ich bin die Ruth."
Gemeinsam fahren sie zu seiner Wohnung. "Hier ist es aber kalt", meint sie. "Die Heizung ist kaputt", entgegnet er. Dann essen sie, bis sie keinen Bissen mehr zu sich nehmen können, legen sich in seinem Bett unter die Decke und löschen das Licht. Dabei macht er sich ganz klein und lässt sich von der Frau von hinten umarmen. Beide schlafen ein.
Der Winterschlaf dauert genau 10 Stunden. Dann liegen beide wieder wach im Bett. Noch bevor sie sagt: "Ich habe Hunger", sagt er: "Du kannst jetzt wieder gehen, um 11 Uhr kommt der Heizungsmonteur."
© René Oberholzer
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V: WebStories, Internet-Portal, Berlin (D), 2013
V: e-Stories, Internet-Portal, Nauheim (D), 2013
V: Schreiber Netzwerk, Internet-Portal, Leinfelden-Echterdingen (D), 2013
V: Writtenby, Internet-Portal, Winterthur (CH), 2013René Oberholzer, Anmerkung zur Geschichte
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.01.2013.
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Spiele mir auf meiner Flöte: Minnepoesie aus dem 21. Jahrhundert (1001 Minne)
von Giovanni Vandani
Er, der sehnsuchtsvoll Begehrende - sie, die Klare, Nüchterne und vielfach Engagierte. Dazwischen viel Alltag, fast 30 Jahre Ehe, eingeschliffene Gewohnheiten. Beide haben mittlerweile die 50 überschritten. Die erotische Spannung ist aus dem Leben gewichen. Im Schreiben sucht Giovanni einen Weg, seine Liebe neu zu finden. In einer poetischen Sprache voll Sehnsucht und Erotik, die bei aller Deutlichkeit der Bilder nie ins Vulgäre abgleitet und streckenweise an mittelalterliche Minnelieder erinnert, spürt er seinen Gefühlen nach, singt von Lust und Ekstase, enttäuschten Erwartungen und unerfüllten Sehnsüchten...
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