Manfred Bieschke-Behm

Der Glückspilz - Eine Spielszene für ein Kasperletheater


Handelnde Personen: Kasperle, Großmutter

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Großmutter:„Kasperle, kannst Du eben mal herkommen?!“

Nichts passiert.

Großmutter: „Kasperle ich habe Dich gerufen und gebeten mal zu mir zu kommen.“

Wieder passiert nichts.

Großmutter jetzt energisch: „Kasperle, nun zum dritten Mal: Komm mal her.“

Kasperle ganz unaufgeregt:„Was willst Du denn von mir Großmutter?“

Großmutter wieder etwas sanfter: „Ich möchte weiter nichts, als das Du mal zu mir kommst.“

Kasperle geht unbeschwert zur Großmutter und sagt: „Hier bin ich.“

Großmutter schaut den Kasperle an und fragt: „Muss ich immer drei Mal um etwas bitten bevor Du reagierst?“

Kasperle reagiert schlitzohrig:„Must Du nicht, liebe Großmutter! Aber meistens gibt es drei Anläufe, bevor etwas passiert.“

Großmutter ist gereizt und schimpft: „Du bist ganz schön vorlaut!“

Kasperle ganz entspannt: „Ich bin doch gar nicht laut?! Ich spreche doch ganz ruhig mit Dir.“

Großmutter ist irritiert und sagt: „Ich habe nicht gesagt, dass Du laut mit mir sprichst, sondern vorlaut bist.“

Kasperle wird nachdenklich und sagt: „Vorlaut? Das Wort kenne ich nicht. Ist das ein Wort aus Deiner Jugend?“

Großmutter merkt, wie sie ungehalten wird und sagt: „Du bekommst gleich was hinter die Löffel, frecher Kasperle du!“

Kasperle sieht um sich und stellt fest: „Liebe Großmutter wo sind denn hier Löffel? Ich sehe keine Löffel. Um diese Zeit wird doch nie gegessen und deshalb können doch auch gar keine Löffel hier sein!?“

Großmutter ist jetzt doch sehr gereizt und erwidert mit erhobener Stimme: „Hinter die Löffelbedeutet hinter die Ohren.“

Kasperle fragt nach: „Warum sagst Du hinter die Löffel, wenn Du hinter die Ohren meinst?“

Die Großmutter weiß auf diese Frage keine Antwort und wechselt das Thema: „Sag mal Kasperle, hast Du meine Brille gesehen?“

Kasperle antwortet: „Ja.“

Großmutter fragt nach: „Ja und?“

Kasperle überrascht:  „ Was ja und?“

Großmutter fragt ratlos: „Ja wo hast Du denn meine Brille gesehen?“

Kasperle antwortet überschlau: „Ich habe Deine Brille da gesehen wo sie gestern war, vorgestern und auch heute.“

Großmutter jetzt ungehalten: „Ich möchte nicht wissen wo Du meine Brille gestern oder vorgestern gesehen hast, sondern wo Du sie heute gesehen hast.“

Kasperle antwortet:„Schade! Ich würde Dir viel lieber erzählen wo ich Deine Brille gestern oder vorgestern gesehen habe.“

Großmutter fast flehentlich:  „Kasperle, es nutzt mir wenig, wenn ich erfahre wo Du meine Brille gestern oder vorgestern gesehen hast.“

Kasperle sich überlegen fühlend antwortet:„Da wo ich Deine Brille vorgestern gesehen habe, habe ich sie auch gestern gesehen. Und auch heute sehe ich Deine Brille an der gleichen Stelle wie gestern und vorgestern“

Großmutter fragt nach: „Du siehst jetzt meine Brille? Warum sehe ich denn meine Brille nicht?“

Kasperle amüsiert: „Na weil Du sie nicht auf der Nase trägst.“

Großmutter sichtbar nervös dreht sich hin und her und kann ihre Brille nicht sehen.

Kasperle lacht und sagt: „Großmutter, Du kannst Deine Brille nicht sehen, weil Du sie in Deine Haare geschoben hast.“

Die Großmutter fasst sich in die Haare und tatsächlich, sie bekommt ihre Brille zu greifen.
Großmutter freut sich und sagt zum Kasperle: „Was bin ich doch für ein Glückspilz, dass ich Dich habe“
 
Kasperle sagt nachdenklich: Du bist ja ein Glückspilz und ich dachte Du bist meine Großmutter?“

Großmutter hat keine Lust auf eine neue Diskussion und sagt zum Kasperle: „Geh spielen. Wenn ich Dich brauche, rufe ich Dich.“

Bevor Kasperle zum Spielen geht sagt er zur Großmutter:„Großmutter denke daran: Dreimal rufen – so wie immer.“


ENDE der Begenung zwischen Kasperle und seiner Großmutter

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.01.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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