Rainer Tiemann

Das fehlende “n“

Noch Mitte der neunzehnhundertneunziger Jahre spielten zwei Bayer-Clubs in der 1. deutschen Fußball-Bundesliga. Die aktuellen Ergebnisse mit Tabellenstand wurden ebenso wie die der englischen, spanischen und italienischen Liga auch in der größten englischsprachigen Zeitung von Hongkong, der "South China Morning Post", abgedruckt.

Während einer Dienstreise sprach mich ein zukünftiger chinesischer Kunde darauf an und gratulierte. "Die Entscheidung, mit Ihrer Firma zusammen zu arbeiten, scheint richtig zu sein. Welches Unternehmen kann es sich heute noch erlauben, drei Firmenclubs zu unterhalten?", meinte er freundlich und zeigte auf die Sportseite der "SCMP". Und Zeitungen lügen bekanntlich doch nie.

In der Bundesliga-Tabelle standen dort an sechster Stelle Bayer München, gefolgt von Bayer Leverkusen auf dem siebten Rang. Und Bayer Uerdingen war immerhin noch auf dem fünfzehnten Platz zu finden. Sollte ich ihn darüber aufklären, dass bei dem Münchner Team hinter Bayer ein "n" fehlte? Ich unterließ es und dachte, das sei halt tolle Werbung für den Bayer-Konzern.

Als unser Neukunde dann im Mai 1995 nach Leverkusen kam, genoss auch er ein spannendes Bundesliga-Spiel in der ausverkauften BayArena. Bayer Leverkusen siegte mit 2:0 über Bayern München durch Tore von Ulf Kirsten und Paolo Sergio. Nach dem Spiel klärte ich ihn über Bayer und Bayern auf. Sein unergründliches chinesisches Schmunzeln ließ erahnen, dass er jedoch bereits bestens informiert war.

Was doch ein fehlendes "n" manchmal ausmacht!

RT 2013

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.03.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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