Nelly Braunstein

Molly und der Mann auf der Mauer- Adam

 

Er kam niedergeschlagen aus dem großen, gläsernen Gebäude des Plattenlabels, bei dem er seine Demo-CD abgegeben hatte. Nicht einmal die Sonne, die ihre letzten warmen Strahlen zu ihm schickte, vermochte es heute seine Stimmung zu heben.

Zu viele wie ihn?

Er kickte einen Stein vor sich her und sah auf den Boden. Was machte er nur falsch? Alle die ihn hörten waren begeistert von seiner Stimme und den Liedern die er sang, also warum nicht derjenige, der es ihm ermöglichen konnte von seiner Musik zu leben?

Wie kam also dieser Mann von dem Plattenlabel auf den Gedanken, Adam könnte so sein wie viele andere auch?

Viele Tage verbrachte er damit spazieren zu gehen und die Melodien in seinem Kopf fest zu halten. Er konnte sich an ein Klavier setzten und anfangen zu spielen, als würde das Instrument selbst, den Weg vorgeben.

Es war einer jener goldenen Tage im Oktober die einem eine Ahnung des vergangenen Sommers in sich tragen, als er spazieren ging, um seinen Kopf frei von den trübseligen Gedanken zu bekommen, die ihn in der letzten Zeit sooft quälten.

Als er um eine Ecke bog, in die Straße die ihn auf die Felder führte, musste er kurz die Augen schließen um sich an die tiefstehende Sonne zu gewöhnen, die ihm in das Gesicht schien. Ohne darauf zu achten was in seinen Weg kam, lief er weiter, als er plötzlich eine Stimme vernahm, die ihn die Augen öffnen ließ. Er wandte sich um und suchte die Straße nach der Sängerin ab, die scheinbar die ganze Straße unterhalten wollte und da sah er sie. Sie stand an einem offenen Fenster und machte ihren Abwasch. Wie gebannt sah er zu ihr hinauf, konnte seinen Blick einfach nicht von ihr lösen.

„Singen sie doch weiter! Bitte! Es ist einfach wunderschön ihnen zuzusehen und zu hören!“

Sie winkte ihm zu und rief „ Jetzt muss ich leider Saugen, aber Morgen habe ich wieder schmutziges Geschirr!“ Adam lachte: „Ich werde da sein!“ und er verließ die Mauer und die Straße

Er setzte sich direkt an sein Klavier und begann zu spielen. Diese Sängerin, hatte so viele Melodien in ihm geweckt, dass er sie spielen musste, um nicht von ihnen überrannt zu werden. Mit schnellen strichen und nur Punkten als Noten, schrieb er sie auf und ließ sich danach auf sein Sofa fallen, ein Strahlen auf dem Gesicht.

Es war schon voll als er ankam, da Tanzabend war. Er sah sich im Raum um und suchte ein bekanntes Gesicht.

Lächelnd trat er auf sie zu und hielt ihr seine Hand entgegen: „ Tanzen sie mit mir?“ Ohne zögern willigte sie ein und Adam genoss das Gefühl, sie so dicht bei sich zu haben, dieses zarte Geschöpft, das so wunderbare Töne hervorbringen konnte. „Sie hat blaue Augen!“, dachte er als er sie ansah. Sie lächelte und schien zu überlegen, woher sie ihn kannte.

Er wollte noch mehr von ihr hören und ging auf das Geplapper ein, das sie anstimmte, bis der Tanz zu ende war. Mit einem lächeln verabschiedete sie sich von ihm, ohne dass sie sich vorgestellt hatten. Er würde morgen wieder auf der Mauer vor ihrem Fenster sitzen und darauf warten, dass sie es öffnete und für ihn sang, das stand für ihn fest.

Adam wandelte durch die Straßen wie ein Schlafwandler. In seiner Wohnung legte er sich, wie er war auf sein Bett und schloss die Augen. Vor seinem inneren Auge, sah er ihr Gesicht, wie ihre blauen großen Augen ihn ansahen und strahlten, als er sich zu erkennen gab. So etwas hatte er lange nicht mehr gefühlt.

Als er Mittags vor ihrem Fenster saß, sah er ihren erstaunten aber doch erfreuten Blick und sein Tag war wieder wie auf Rosen gebettet.

Er merkte jedoch auch, dass seine schöne Sängerin etwas bewegte. Sie schien ihm nachdenklich zu sein, denn ihre Lieder waren traurig und ihr Lächeln wirkte nicht mehr so fröhlich wie am Anfang, wenn man das sagen konnte, denn sobald er sie sah, schien alle Schwere von ihm abzufallen. Sie hatte etwas an sich, dass einen sofort fröhlich werden ließ, man konnte sie nicht ansehen und unglücklich sein und doch schien sie selbst mit etwas zu kämpfen, dass er sich nicht erklären konnte.

Adam räusperte sich: „Wie kann ich ihnen denn nun helfen?“ Ohne auf seine Frage zu achten, sagte sie, einem plötzlichen Gedanken folgend. „Können sie singen?“ Wieder sah er sie überrascht an. „Ja.“, antwortete er kurz und sie strahlte. „Fein! Ich werde ihnen ihre Stimme vorsingen und sie singen sie nach. Meinen sie, dass sie das hinbekommen?“ Er musste lächeln und stand auf. „Rutschen sie ein Stück.“ Er war zu ihr getreten und nahm nun neben ihr auf dem Klavierhocker Platz. „Welches ihrer Lieder wollen wir denn singen?“ Er hatte sie sichtlich überrascht mit seiner Reaktion, denn sie sah ihn für einen Augenblick einfach nur an. Als sie sich dessen bewusst zu werden schien, überzog eine liebliche Röte ihr Gesicht und sie wandte sich dem Klavier zu.

Mit ihren zarten Fingern begann sie die Tasten herunterzudrücken und ergänzte es mit ihrer glocken- hellen Stimme. Er bemerkte ihr Erstaunen nicht, als er mit seinem sanften Tenor einsetzte und begann sie auch auf dem Klavier zu begleiten. Es war ihm als müsste alles so sein, es fügte sich von ganz alleine so wie es sein musste und er spürte wie das Glück, etwas so schönes zu erschaffen ihn durchströmte.

Wie war das so plötzlich gekommen? Was war nur geschehen? Von dem Geschehenen aufgewühlt lief er nach Hause und setzte sich an sein Klavier, doch er konnte nicht spielen. Es war, als hätte er nie Musik in sich gehabt.

Ja es war alles verändert, aber war sie es nicht gewesen, die ihn zu sich geholt hatte?

Pünktlich am nächsten Tag erschien er an der Mauer gegenüber von ihrem Fenster. Dort lag ein Umschlag der an ihn gerichtet war. „An den Man auf der Mauer“, stand darauf. Er sah kurz zu ihrem Fenster hinauf, und erblickte sie wie sie ihm lächelnd zuwinkte.

Mit dem Finger zog er ihre kunstvoll geschwungenen Buchstaben nach, als er zuhause an seinem Klavier saß. Er spielte das Lied, doch es kam ihm unvollständig ohne sie vor. Dieser Wettbewerb war in zwei Tagen, was sollte er bis dahin tun? Er musste nicht arbeiten, und zu ihr konnte er auch nicht. Vielleicht sollte er wegfahren um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Alles in ihm schrie nach ihr und doch geißelte er sich und verbot es sich, an sie zu denken.

Den kommenden Tag verbrachte er damit für Marc Holz zu hacken und einen Graben auszuheben. Körperliche Arbeit war das, was ihn zur Ruhe brachte.

<p style=""margin-bottom:" 0cm"=""><span style=""font-size:14px;"">Nervös saß er dann auf dem Beifahrersitz von Marcs Auto und umklammerte die Noten, die sie ihm gegeben hatte. Gerade rechtzeitig kam er in der Veranstaltungshalle an. Er sah noch, wie sie hinter der Bühne verschwand. Sein Herz klopfte als er sie am Bühneneingang stehen sah. Sie sah sich suchend um, sah ihn aber nicht. Er trat von hinten an sie heran und schob sie vor sich auf die Bühne, da man schon den Flügel auf die Bühne geschoben hatte. Jetzt sah sie ihn und mit Freude bemerkte er das Strahlen auf ihrem Gesicht.Das Publikum war begeistert von ihrem Auftritt und sie drückte seine Hand als sie die Bühne verließen. Was hatte er also zu verlieren? Sie war hier, an seiner Seite, sie hatte ihn geküsst als er bei ihr war und jetzt stand sie überglücklich vor ihm. Ohne länger nachzudenken zog er sie zu sich und küsste sie. Als er sie wieder ansah und sie sich anstrahlten, sagte er „Ich heiße Adam“ Seinen Kuss erwidernd, sagte sie „Molly!“</span></p>

Vielleicht ist das zu viel? Oder sollte ich auch etwas über Ben und Anna erzählen, sie kennen Molly ja am besten:-)
Nelly
PS: Diese Zeichen am Schlluss bekomm ich leider nicht weg!
Nelly Braunstein, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.03.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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