Armin Uhe

Die “dorstigen“ Jäger auf Fahrt

                                                                                                                             

 

An einem Sonntag im Januar des Jahres 2012 begaben sich der Jagdvorstand, Verwandte und Dorster Jäger mit Anhang auf Bahnfahrt, vom Harzrand über die Landeshauptstadt ins flache Land, zum 80.Geburtstag eines Dorster Ehrenjägers.

Eine Einteilung in 5 Gruppen, zur kostengünstigen Nutzung des Niedersachsentickets, wurde vorgenommen. Die jeweiligen Onlinetickets waren entsprechend personengebunden eingeteilt und die verantwortlichen Nutzer mit Namen und den letzten 4 Ziffern der Personalausweisnummer eingetragen. So weit, so gut. Aber bereits bei der ersten Kontrolle gab es Probleme, da ein Jäger und Falkner seinen Personalausweis nicht dabei hatte. Nach eifriger Durchsuchung mehrerer Taschen seiner Jacke, kramte er einen etwas zerflederten, grauen Lappen hervor. Wie sich dann herausstellte, handelte es sich hier um seinen bereits nostalgischen Uraltführerschein aus dem letzten Jahrhundert. Da eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Ticketverantwortlichem vorhanden war, wurde dieser nach langem hin und her und einigen Ermahnungen vom Zugschaffner akzeptiert. So konnten wir ohne weitere Kosten unsere Bahnfahrt fortsetzen.

Pünktlich auf dem Hauptbahnhof Hannover angekommen, hatten wir 18 Minuten Zeit zum Umsteigen in den Schienenbus nach Ehlershausen. Der Schienenbus S 6 Richtung Celle stand bereits auf dem entsprechenden Gleis, durfte aber laut Anzeigetafel noch nicht betreten werden.

Nachdem die Verbindung nach Celle über Ehlershausen angezeigt wurde, bestiegen Dorster und noch andere Fahrgäste den Zug. Nach Schließung der Türen setzte der Schienenbus sich aber bereits vor der regulären Abfahrtszeit in Bewegung und wir vermissten sofort einige unserer Mitreisenden, die sich vermutlich wegen der Kälte noch im Bahnhofsinneren aufhielten.

Es kam leichte Panik auf, ein Dorster Jäger rief mich vom Bahnhof aus per Handy an und fragte wo wir abgeblieben sind. Wie sich aber sehr schnell herausstellte, waren wir im richtigen Zug, der aber für einige Minuten auf ein Abstellgleis fahren musste, um Platz für einen durchfahrenden Zug aus Hildesheim zu machen. Nach dieser kurzen Panikattacke stand dann unser Zug pünktlich zur vorgesehenen Abfahrtszeit auf dem Gleis 1 und die restlichen Dorster Jäger konnten nun auch einsteigen. Während der Fahrt nach Ehlershausen fieberte ein gewisser Dorster Jäger und Falkner der nächsten Kontrolle entgegen, aber zu seiner und unserer Erleichterung, wurde im Schienenbus nicht mehr kontrolliert. In Ehlershausen pünktlich eingetroffen, begaben wir uns zur Lokalität der Geburtstagsfeier und wurden dort von unserem Gastgeber freundlich begrüßt.

Vermutlich wurde ein Dorster Jäger beim Anblick einer kurzberockten, aber dennoch vollbusigen Dame mittleren Alters dermaßen irritiert, dass er beim Umdrehen einer Bedienung das Tablett mit dem Empfangssekt umstieß, wobei 2 bis 3 Gläser mit Inhalt zu Bruch gingen.

Aber Scherben bringen ja bekanntlich Glück. Somit verlief die Geburtstagsfeier sehr harmonisch mit sehr gutem Essen und vielen, auch zum Teil hochprozentigen, Getränken. Da wir zu den ersten angekommenen Gästen gehörten, durften wir auch als die fast letzten Gäste das Lokal und die Geburtstagsfeier verlassen.

Wobei einige Dorster Jäger beinahe nicht rechtzeitig den Absprung schafften, aber dann doch noch den Bahnsteig erreichten.

Die Fahrt mit dem Schienenbus von Ehlershausen nach Hannover verlief eigentlich ohne große Probleme und Kontrollen.

Nur einer unserer Mitfahrer wollte bereits beim Halt des Schienenbusses, eine Station vor dem Hauptbahnhof Hannover, den Schienenbus verlassen, wurde aber von seiner Frau entsprechend daran gehindert. Wie bei Dorster Jägern so üblich, hatten auch einige Mitreisende während der Geburtstagsfeier dem Alkohol gut zugesprochen und verspürten bereits wieder Appetit auf eine Bockwurst, aber durch aufmerksame Mitreisende erreichten auch sie den bereitstehenden Zug.

Ohne große Probleme und Kontrollen  konnten wir die Zugfahrt bis Northeim bewältigen.

Dort angekommen setzten wir die Heimreise, wie bei der Hinfahrt, mit privaten Pkw fort und wir konnten auf eine gelungene Geburtstagsfeier mit Bahnfahrt zurück blicken.

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.04.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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