Marlene Remen

Eine kleine und wahre Geschichte über Liebe und Treue 3.Teil

Als ich ungefähr acht oder neun Jahre alt war, wurde unsere Oma sehr krank. Sie hatte sehr große 
Schmerzen und es gab auch noch nicht die Medikamente, wie es sie heute gibt. Oft hat sie Nachts so laut 
geschrien vor Schmerzen, wir konnten es bis oben in unserem Zimmer hören. Und auch das Jaulen
von Ströppi haben wir gehört, er hat unsere Oma auch sehr lieb gehabt. Dann ist sie gestorben und
unser Opa, der wurde immer stiller und sah oft auch sehr müde aus. Wenn wir mit ihm im Garten waren,
die Arbeit ging ja weiter, dann setzte er sich ab und zu auf  die kleine Bank unter dem Kirschbaum.
Ströppi lief dann zu ihm und legte seinen Kopf auf sein Knie. Opa streichelte ihn und sagte :
"Ja, du bist ein guter Ströppi !"  Ein Jahr danach ist auch unser Opa gestorben, ohne Oma war er nicht
mehr derselbe gewesen. Wir waren alle sehr traurig, unser Ströppi auch. Er saß unten vor der
Küchentür meiner Großeltern und hat gejault, zum Davonlaufen. Manchmal, wenn das Hoftor nicht zu
war, ist er weggelaufen und blieb dann stundenlang weg. Nachbarn kamen zu unserer Mutter und
sagten ihr, Ströppi ist auf dem Friedhof, beim Grab von Oma und Opa, dort hatten sie ihn ganz ruhig
liegen sehn. Mein Vater hat ihn dann wieder geholt.

Ein paar Monate später änderte sich alles in unserem Leben. Von einem Tag auf den Anderen
durften wir alle nicht mehr in den Garten. sogar auf den Hof nicht mehr so oft. Was wir Alle nicht
wußten, mein Opa hatte das Haus, den Garten und das ganze Grundstück, der Frau unseres Onkels
 überschrieben. Er hatte Schulden bei ihr, er hat sich oft bei ihr Geld geliehen, um die Steuern für das
Haus oder um Saatgut für den Garten zu bezahlen. Meinen Eltern und auch allen anderen im Haus
wurde gesagt, daß wir so schnell wie möglich ausziehen müßten. Das Allerschlimmste aber geschah
mit unserem Ströppi. Er wurde in den Stall, der auch die Waschküche war, eingesperrt und mußte dort
Tag und Nacht drin bleiben. Wir durften ihm Futter bringen, aber nicht herauslassen. Unsere Mama
hat sehr viel geweint und mein Vater hat sich dann entschlossen, ein eigenes Haus zu bauen. Mit der
Hilfe von Nachbarn und ein paar Arbeitskollegen von ihm, war es nach einem Jahr fertig und wir sind
eingezogen. Unseren Ströppi haben wir mitgenommen, er war nach der langen Zeit in dem kalten und
feuchten Stall schon krank und halb blind. Imneuen Haus durte er überall hinein, auch in den sehr
kleinen Garten hinter dem Haus. Er blieb aber am liebsten bei unserer Mama in der Küche, eine kleine
Decke neben der Heizung war sein Schlafplatz.

Doch ab und zu, wenn einer von uns die Haustür aufgelassen hatte, lief er zum Haus unseres Opas,
saß dann dort vor dem Tor und wartete. Ungefähr ein halbes Jahr danach ist er gestorben, er war da
14 oder 15 Jahre alt. Mein Vater hat ihn in die kleine Decke eingewickelt und wir haben ihn unter dem
einzigen Baum in unserem Garten begraben. Wir alle sind nie wieder im alten Haus oder in Opas
Garten gewesen, ob es ihn noch gibt, ich weiß es nicht.
 

Der Name " Ströppi " bedeutet soviel wie gutes
Kerlchen oder Freund und das war er wirklich.
Auch ein Tier hat Gefühle, auch sie empfinden Freude
oder Traurigkeit, das darf man nicht vergessen !
Marlene Remen, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.05.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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