Hinter vorgehaltener Hand wurde schon lange darüber geredet, dass es nicht mehr lange dauern würde.
Aus dieser grauen und tristen Einsamkeit, die sie bei Tag und Nacht umgab, musste sie einfach ausbrechen.
Die Zeit war reif dafür, ja überreif.
Es halfen auch keine Versuche mehr, sie mit angsteinflößendem Getöse zurück zu halten.
Selbst ungeahnte Kräfte, die in den letzten Tagen ihres Eingesperrtseins aufgeboten wurden,
um sie einzuschüchtern, verfehlten ihr Ziel.
Lange, viel zu lange war ihr der Kontakt zur Umwelt unterbunden worden, den sie so gerne pflegte.
Doch heute war es endlich soweit.
Schon in den frühen Morgenstunden wurde klar, dass sie nun alles daran setzen wird, diesen Zustand zu beenden.
Sie bündelte all das Feuer, das in ihr loderte, zusammen,
brannte riesengroße Löcher in die dunkelgraue Wolkendecke,
streichelte die aufatmende Natur, besonnte die Menschen mit Wärme
und strahlte buchstäblich über das ganze Gesicht: sie hatte es endlich geschafft.
Durchgebrannt.
© Margit N.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.06.2013.
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Trilettantia
von Dr. Harald Krusekamp
Trilettantia ist der Titel einer Erzählung, deren Handlung Ende des 22. Jahrhunderts spielt. Trilettantia ist keine SF-Erzählung, was sie vielleicht auf den ersten Blick zu sein scheint. Was in Trilettantia in der Zukunft spielt, ist die Gegenwart, die beleuchtet wird aus einer Perspektive, die unsere heutige Wirklichkeit überwunden zu haben scheint – jedenfalls ihrem Anspruch nach. Denn selbstverständlich geht der aufgeklärte Mensch des 22. Jahrhunderts davon aus, dass in 200 Jahren die Welt – bzw. das, was wir dann darunter verstehen werden – vernünftiger geworden ist, die Vernunft wieder ein Stückchen mehr zu sich selbst gekommen ist. Aus dieser Perspektive werden uns Strukturen und Charaktere des begonnenen 21. Jahrhunderts deutlich als Atavismen erscheinen. Nun ja: jedenfalls vielleicht...
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