Rückblick!
Habe ich in den letzten Jahren bestimmte Orte gemieden?
Ich bin im Treptower Park. Allein. Ganz allein.
Sitze am Wasser und bei mir ist die Sonne, der Wind, der Geruch des Wassers und das Gefühl von Freiheit.
Ich war in den letzten Jahren ein, zwei oder dreimal hier, jedoch immer nur in Begleitung.
Zu oft kamen Bilder aus der Vergangenheit nach oben.
In der Bahn gab es eine Geruchs-Begegnung. Der Gestank von altem Fritten Öl löste einen Moment des Ekels in mir aus. Zeitzeugen. Erinnerungsmomente.
Doch der Moment löste keine Panik aus. Beruhigend und zufrieden schaue ich nach vorn.
Antrieb. Vorwärtsgang. Umkehr der Erinnerungen in Gutes.
Der Himmel so herrlich blau. Kleine Wolkenbänke laden zum Gedanken verweilen ein.
In der Ferne und doch ganz nah „mein Turm“. Das Wahrzeichen des Nach Hause kommen.
Deutlich das Kreuz sichtbar – ja Danke – strahlt es mir entgegen. Mein irdischer Engel ist also bei mir!
Weite, ja die Großstadt bietet auch das.
Grün – voller Zukunft schmiegt sie sich ans Wasser. Treibt mit den Wellen. Mal laut. Mal leise. Plätschernd oder hohe Wogen schlagend. Schäumend und doch auch Spiegelglatt.
„Heiterkeit“ und „Frohsinn“ - welch schöne Namen für zwei ankernde Schiffe.
Es ist windig und Wortfetzen der Spaziergänger flattern durch den Park. Ich möchte verweilen. Verweilen. Und doch zieht es mich weiter.
Abgestaubt betrachte ich das Leben in all seinen Farben.
Erinnerungen. Sie bleiben. Ich habe nur die Einstellung dazu verändert.
Bäume – Hermann Hesse im Kopf. „Die gestutzte Eiche“ und dieses Gefühl – alles ist Möglich.
Mitten im Park ein Garten. Kräuterduft, zwitschernde Vögel und das Quaken der Frösche aus dem kleinen Teich laden ein zu einem Zwischenstopp.
Doch mich treibt es voran. Zu neuen Zielen.
Und so ist aus meinem Rückblick ein Vorwärts schauen geworden.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.06.2013.
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Tantenfieber
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Walter Semmler ist extrem kurzsichtig, ein lausiger Bankangestellter, über vierzig, Mutters Söhnchen und Jungfrau.
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