Jessi Scharf

Fantasy (Try of Love)-1-

Vor  langer Zeit, bevor die Menschen anfingen Zeit in Zahlen aus zu drücken. Hatte ein sehr mächtiger Zauberer eine Waffe erschaffen, eine Waffe die aus purer Energie bestand.Dazu gedacht das Gleichgewicht dieser Welt wieder im Einklang zu bringen.Doch das Ausmaß dieser Kraft war zu gewaltig um sie kontrollierbar zu machen und die Gefahr das diese gewaltige Kraft in fremden Händen geriet zu groß.
In der Hoffnung dies zu verhindern erschuf er drei Schlüssel, welche er mit drei von ihm auserwählten Seelen verband, dessen Herzen Reinheit und Aufrichtigkeit symbolisierten, um die Schlüssel zu bewachen.
Zusammen mit den Geheimnissen die in den Erinnerungen dieser Seelen verweilten, waren die Schlüssel der Zugang zu einem viel komplexeren Schloss, als das es sich jemand je für möglich aus malen könnte.
Verschlossen in einem Menschlichen Herzen, würde die wahre Kraft und das vollkommene Wissen diesem Herzen erst offenbart werden, wenn mit Hilfe dieser Schlüssel das Schloss Siegel gebrochen werden würde.


Lange viel der Regen nun schon, mehrere Tage hindurch, man konnte schon gar nicht mehr sagen wie viele Tage vergangen waren, wie lange es schon so am regnen war und der Himmel düstere Farben vereinte.
Es war ein altes klappriges Fenstergestell, was jeden noch so kleinen Windzug durch lies, vor dem die zierliche Person stand.Eine alte Miederweste aus schon verfranzter Baumwolle, lies den Armseligen Anblick der alten Bluse die diese junge Dame trug, auf dem ersten Blick nur halb so schlimm erscheinen.Doch wenn man genau hinsah, war die Armut nicht zu ignorieren, sondern offensichtlich Präsenz, welche Schantal Tag ein Tag aus quälte.
Verzweifelt schloss sie für einen kurzen Augenblick ihre Augen, es war mittlerweile schon ein Gefühl von Gefangenheit, was diese zierliche Person verspürte und niedergeschlagen seufzen lies.
Zögerlich lies Schantal sich wieder auf dem alten Stuhl nieder, der bei jeder noch so kleinen Bewegung ein knarrendes Geräusch von sich gab. Genauso wie der Tisch vor dem sie saß nur noch stand hielt, weil eins der Beine mit Büchern verstärkt wurde, um noch eine einigermaßen rechte Haltung bei zu behalten.
Schmerzhaft fing ihr Magen an zu knurren, ein schmerzlicher Hinweis auf die Leere die sich in ihren inneren befand.
Der Blick aus dem Fenster ließ das Gefühl von verzweifelten Tränen aufsteigen, Schantal war drauf angewiesen das der Regen endlich aufhören würde zu fallen.
Auch wenn sie selbst sich vielleicht ein andere Leben und eine andere Möglichkeit für sich und ihren kleinen Bruder gewünscht hatte Piere zu verdienen, besaß sie jedoch nur diese eine! Portraits von anderen Menschen zu malen.
Ihre Dienste bot Schantal auf dem Markt an! Was nun durch diesen permanenten Regenfall unmöglich war.
Es war aber auch ihr Herz, was irgendwo an das Malen hing, Schantal liebte das Spiel der Farben, wenn sie ineinander fließen und einen flüssigen Übergang ergeben, um ein Bild in sich entstehen zu lassen.
Sie fingen ihre Emotionen auf, ließen den Kopf frei werden und den Schmerz für geraume Zeit verschwinden. Leider reichte die Spannweite von der Bedeutung >geraume Zeit< nie lang genug, um Schantals Gemüt zu erleichtern!
Ihr Vermieter, ein liebenswürdiger alter Mann, sagte immer >es sei keine Arbeit mit der ein junges Mädchen wie Sie es schaffen würde zu überleben. Es sei des Künstlers Begleiters die Hungernot, die den Weg in seinem Leben ebnen würde<
Es hatte die Hoffnung es auf diesen Weg zu schaffen, fast gänzlich aus ihr getilgt. denn er hatte Recht und das wusste Schantal, sie würde niemals mit der Kunst genug Piere verdienen können um sich und ihren kleinen Bruder ein Leben ohne Hunger und Sorgen zu geben, doch was sollte sie tun? Es blieb ihr einfach keine andere Wahl! Es war das einzige was sie konnte und irgendwie musste sie doch ihr Bruder ernähren können. Lies sie ihre dünnen Finger über das alte Holz des Tisches kreisen.
Ihr Vermieter hatte aus Respekt vor Schmerzlichen Erinnerungen nie nach ihren Eltern gefragt, er vertrat die Meinung, dass man nie wissen konnte was für ein Drama auf dem Leben anderer Menschen liegt und wollte nicht in eine Wunde hinein stechen, die vielleicht zu tief war um zu heilen. Er konnte ja nicht wissen, dass Schantal sich nicht an ihre Eltern erinnern konnte, das es wie ein schwarzer Schleier war, durch den sie nicht hindurch Blicken konnte.
Schantal lebte in einem kleinen Dorf namens Varadia, wo es ein ungefähr Fünfminuten Weg war, den man gehen musste um den Marktplatz des Schlosses zu erreichen.
Betrübt sah Schantal zu ihren Bruder hinüber, er lag noch immer schlafend auf der alten Matratze und bekam von all den Sorgen nichts mit.
Jeff war gerade mal vier Jahre alt, zu klein um zu verstehen das Piere zum Leben notwendig waren und zu unschuldig um drunter zu leiden.Wo der kleine zum Glück noch nicht viel von mit bekam, es war zwar nicht viel, doch ein kleiner Tropfen weniger in ihrem Teich der Sorgen.
Schantal war froh überhaupt ein Dach  für sich und ihren kleinen Bruder über den Kopf zu haben, auch wenn es nur ein Zimmer über einem Gasthaus war, dankte sie Gott zutiefst dieses zu besitzen.
„Schani?“ öffnete der kleine Junge die Augen, mit beiden Händen sie reibend. Es war noch früh am Morgen, Draußen war es noch immer dunkel und Jeff würde normaler Weise eigentlich erst in einigen Stunden wach werden.
„Was ist, Jeff?“ stand Schantal auf, sie liebte ihren kleinen Bruder und auch die Gewohnheit von ihm sie immer Schani zu nennen.
Dennoch hatte sie für den Moment das Gefühl das irgend etwas hier nicht richtig war! Es war nur ein kurzer Moment in dem all dies absurd erschien und etwas tief in ihr der Meinung war das es eigentlich anders sein müsste.
Doch dieser Moment war viel zu kurz gewesen um es wirklich realisieren zu können und ging deswegen wie ein Windhauch an Schantals Gedanken vorbei.
„Schani, ich kann nicht mehr schlafen! „ sahen die zwei großen braunen Augen sie unschuldig an, lächelnd setzte Schantal sich zu ihm auf die Matratze
„Wieso kannst du nicht mehr schlafen?“ strich sie ihm über die Stirn, und musste vor ihrer Hitze zurück schrecken.
Ihre Stirn legte sich in Falten und die sonst immer ruhigen Augen sahen besorgt aus.
„Schlaf noch ein wenig, ja Jeff? „ drückte sie ihn sachte nach hinten, damit er sich ohne klagen wieder zurück in das alte Kissen legte
-Du wirst doch wohl nicht krank werden!- sah Schantal ihren kleinen Bruder kummervoll an. Es war ihm nicht zu verdenken, seit mehreren Tagen war es nur noch am regnen, da musste so etwas einfach geschehen.
„Ich hab Hunger, Schani! „ wurden die Augenlider des kleinen schwer
„Warte ich gebe dir etwas „ musste Schantal schwer schlucken, sie hatte nur noch einen kleinen Rest vom Brot, gerade mal so viel das Jeff für ein - zwei Stunden satt sein könnte, aber was dann? Ihre Liebe würde seinen Hunger nicht stillen,
„Danke „ lächelte Jeff fröhlich und setzte sich aufrecht auf der Matratze hin, als Schantal ihm das letzte kleine Stückchen Brot, was sorgfältig auf dem Tisch lag, gegeben hatte.
„Und jetzt schlaf noch etwas „ schob sie ihn wieder zurück in das Kissen und legte sich behutsam neben ihn. Es gab Jeff ein Gefühl von Beschützt sein, so dass er ohne Furcht die Augen schlissen konnte und ins Land der Träume zurück fand.
Schweren Herzens sah Schantal Jeff ins Gesicht, er wirkte so hilflos, die Augen geschlossen atmete er ganz ruhig.
Wie sehr wünschte sie sich für ihn nur ein anderes Leben, eines in dem er alles hätte was sein Herz begehrt und nie wieder Hunger leiden müsste.
Der Gedanke daran, dass es nicht so ist, quälte und ihre Piere Sorgen wurden immer mehr, sie wusste nicht mal mehr wie sie den nächsten Tag noch überstehen sollten!
Ganz langsam versuchte Schantal sich um zu drehen, ihr Bruder schlief wieder fest und wach machen wollte sie ihn auf gar keinen Fall.
Aufgestanden hielt Schantal einen Moment inne, sah Jeff mit entschuldigendem Blick für all das Leid an und ging zu ihm runter in dir Knie.
Zart strich sie mit ihren dürren Fingern durch das kurze blonde Haar des kleinen.
Jeff sah ihr weder von den Haaren noch von der Augenfarbe her ähnlich, nein man sah nicht sofort dass es Geschwister waren und doch glichen sie sich vom Charakter her enorm. Deswegen fürchtete Schantal sich vor dem Tag an dem Jeff nach den Eltern fragen würde, wenn die Neugier größer als die Angst ist den anderen zu verletzen.
Was sollte sie dann sagen? Sie konnte sich nicht erinnern, wusste nicht wieso und auch nicht mehr seid wann sie schon alleine waren. Hatten sie überhaupt mal richtige Eltern gehabt? Natürlich musste sie Eltern gehabt haben, sonst würde es den kleinen wohl nicht geben, lachte ihr Herz zufrieden.
Unglaubliches ziehen im Magen lies jedoch jedes Lächeln auf Schantals Gesicht wieder ersterben.
Es ließ den Ausweg etwas auf unrechten Wegen an sich zu reißen, zu einer enormen Verlockung heranwachsen, der sie einfach nicht mehr entsagen konnte! Egal wie sehr sie auch dagegen war, war es schier unmöglich sich mittlerweile dieser Verlockung zu entziehen. Zumal es hier nicht nur um sie ging, nein es ging auch um ihren kleinen Bruder und er musste etwas essen. Das letzte bisschen Brot was sie noch hatte, hatte sie ihn gerade gegeben und der neue Tag forderte auch sein Tribut.
Schantals Augen wurden glasig, was sollte sie machen wenn sie an nichts zu Essen heran kommen würde?
Der Morgen breitete sich über alles hinweg, die ersten Sonnenstrahlen durchbrachen die Morgendliche Dunkelheit und ließen die Menschen wie Ameisen aus ihren Häusern heraus strömen.
„Schani? Wohin?“ machte der kleine Junge seine Augen wieder auf und schaute die große Schwester ängstlich an
„Keine Angst Jeff, ich komme gleich wieder, sei so lieb und schlaf noch etwas. Ich bin gleich wieder zurück „ging sie zu dem kleinen zurück, um ihn zu beruhigen und gab ihn einen liebevollen Kuss auf die Stirn.
Nickend legte der Kleine sich wieder hin, er war noch im Halbschlaf gewesen, was der Grund war, wieso er auch gleich wieder einschlief.
Langsam tapste Schantal zur Tür und schwang schweren Herzens den alten Wollumhang über den Körper. Es war ein sehr altes Stück, mit weit ausgeschlagener Zipfelkapuze, der von seiner ursprünglichen braunen Farbe nicht mehr viel sichtbar machte, weil der Stoff schon recht von Staub und Dreck besudelt war.
Schnell schloss sie wieder hinter sich die spärliche Tür, die quietschend auf ihr altes Holz aufmerksam machte. Die Wärme sollte nicht entfliehen! Es war zwar nur ein leichter Hauch von Wärme, der von dem Gasthaus nach oben zog, doch genug um sie und ihren Bruder nicht ganz so frieren zu lassen.

Der Markt war trotz des Dauerregens gut besucht, wahrscheinlich auch der einzige Ort wo überhaupt noch Leben herrschte.
Von überall konnte man nun die Marktschreier mit ihren lautem Organen her rufen hören, das ihre Waren doch die besten seien (was oft zu einem spektakulären Schauspiel heran wuchs, aus gegenseitiger Konkurrenz und Feindseligkeit, die durch gegenseitiges angreifen meist immer in den schlimmsten Wort-Fechtungen endeten )
Eigentlich hatte Schantal sich dieses Schauspiel immer sehr gerne angehört und zugeschaut wie sie von ihren kleinen Holzständen immer zu den anderen rüber schrien und außer sich vor Wut manchmal rot anliefen. Auch Jeff fand es immer sehr witzig und klatschte dabei immer laut in die Hände, als ob er verstehen würde was gesagt wird, wobei Schantal sich manchmal gar nicht mehr so sicher war ob es vielleicht nicht auch doch so ist.
Alleine schon wie er immer schaute wenn mal ein Wort nicht ganz so lieb war. Dann wurde aus seiner fröhlichen Miene ein empörtes Gesicht und er zeigte mit den kleinen Fingern immer eindeutig ein >Du, du<.
Erst vor kurzen hatte die dicke Dame vom Wurststand den Fischhändler mit seinen wie sie sagte >vergammeltem Fisch< verglichen, gesagt >er sei genau so ein Schrumpelkopf wie seine alten Heringe<.
Was für Jeff Grund genug war um laut >Du, du< zu schreien. Natürlich hörte niemand auf den kleinen drei Käse hoch und der Fischhändler konterte mit der Aussage, dass sie genau so dick sei wie ihre Fleischwürste, die jedoch eine bessere Figur als sie besäßen.
Dabei wusste aber jeder ganz genau dass ihre Meinungen über den anderen eigentlich ganz anders aussahen. Es wurde sogar gemunkelt dass zwischen den beiden Mal etwas gewesen sein sollte und sie sich ins geheim immer noch lieben würden. Da fragt man sich doch was die beiden dann so auseinander trieb!
Von all dem drang diesmal jedoch kein Wort an Schantals Ohren heran, alles stumpfte sich von der Lautstärke her ab. Nur noch ihre Gedankenwege besaßen in ihrem Kopf wirkliche Lautstärke, die sie voll und ganz einnahmen.
Sie fing an sich auf all die kleinen Stände mit Esswaren zu konzentrieren und fixierte die wenigen die kleine Backwahren bei sich trugen, welche die nicht ganz so schwer zu stibitzen waren, so wie sie das Wort für sich verniedlichte, um nicht ganz so ein schlechtes Gewissen zu haben.
Doch Schantal wusste das Diebstahl auch mit einem niedlichen Wort Diebstahl blieb, egal wie man es betitelte.
Schon alleine bei den bloßen Gedanken jemanden zu bestehlen wurde ihr schon schlecht, der Magen drehte sich und die Farbe lief in Rekordzeit aus ihrem Gesicht.
Schantal konnte es schon genau vor sich sehen, wie man sie erwischt und die Wachen rufen würde.
Vor einen kleinen Stand mit Broten und anderen Backwaren zwang sie sich stehen zu bleiben.
Er war gerade mal so groß das drei Leute auf einmal vor Platz fanden, dafür war aber das Holz hell und freundlich und ein weißes Tuch ließ die Waren darauf ansehnlich erscheinen.
Der verlockende Geruch von Gebäck ließ die schmerzlichen Stiche in der Magengegend sich zusammenziehen und gemeinsam zu einer großen enormen Qual heran wachsen.
Langsam atmete Schantal ein und aus, ein schwerer Protzes wenn man bedenkt wie nervös sie war.
Sie versuchte ihren Magen wieder zu beruhigen, um wenigstens etwas von ihrer normalen Farbe wieder zu erlangen.
Doch die Aufregung in ihr hinterließ scharfe Wunden, Schmetterlinge dessen Flügel aus klingen bestanden und drohten ihre Innereien auf zu schlitzen.
Es dauerte auch nicht lange bis der Handelsmann auf Schantal aufmerksam wurde.
Ein Mann in der Mitte seines Lebens, der nun die junge Dame einnehmend begutachtete.
Das Graue Haar war sauber zurück gekämmt und die Aschbleiche Haut war schon von kleinen Fältchen bedenkt, wo seine Augen nun prüfend an dem alten Umhang, der ihren Körper verdeckte, auf und ab gingen.
Da Schantals Aufmachung für ihn natürlich auf alles andere als Piere hinwies, wurde sie auch schnell wieder uninteressant, so dass er sich anderen Kunden zu wies, die schon geduldig auf ihre Bedienung warteten.
Es ließ ihn Schantals heftiges Schlucken nicht bemerken, womit sie versuchte den festen Kloß in ihrem Hals runter zu drücken.
Und auch nicht ihre starren Augen, die unter dem alten Umhang zum größten Teil verborgen waren.
-Los! LOS!!!- drang Schantal sich selber, es war der perfekte Augenblick, ein besserer würde nicht noch einmal kommen, forderte ihr Hunger sie auf.
Voller Zweifel ließ sie eine Hand unter dem alten Stoff zum Vorschein kommen.
Ihre Augen lagen abschätzend auf dem Mann, ein kurzer Blick, den er in ihre Richtung warf, lies ihre Bewegung jedoch gleich wieder erstarren und den Atem erfrieren.
-Oh Gott, oh Gott – schaffte sie es wieder weiter zu atmen, die Starre aus ihren Körper zu nehmen, -Fast hätte er mich erwischt! Fast hätte er mich erwischt!- Ballerte ihr Herz.
Immer mehr Leute tummelten sich um den Brotstand und drängten sich von allen Seiten nach Vorne. Man könnte fast meinen dass es nichts anderes mehr zu Essen gäbe und sie Angst hätten zu verhungern.
Schantal versuchte mit der Hand nach Vorne zu greifen, sie konnte das Brot genau sehen
-Gleich hab ich es... gleich... noch ein Stück...- ging sie auf Zehnspitzen nach Vorne und griff genau in dem Augenblick nach dem Brot, wo sie von den vielen Leuten nach hinten gedrängt wurde.
Ihr Herz knallte vor lauter Angst immer wieder hart gegen die Brust, schnell ließ sie das Brot unter ihrem Umhang verschwinden und hoffte all dies heil zu überstehen.
Obwohl sie nun schon ein wenig erleichterter war, zitterten Schantals Hände noch immer wie Espenlaub. Jetzt musste sie es nur noch schaffen unauffällig nach Hause zu kommen.
Doch sie stand immer noch wie versteinert auf ein und derselben Stelle, sie hatte es wirklich getan... und ihr Verstand wollte es noch immer nicht wahr haben!
-Ich habe es geschafft!- versuchte ein Grinsen auf ihre Lippen an die Oberfläche hervor zu steigen, was die schmerzhaften Schmetterlinge in ihren Gedärmen jedoch noch immer nicht zu ließen.
Sie versuchte ganz normal, als ob nichts sei, durch die Menge zurück zu gehen, genausten darauf achten das niemand auf sie aufmerksam werden würde.
Den die Wachen hier Handelten streng mit Dieben, so was wurde hier nicht geduldet, da fragte man nicht nach dem Grund. Nein es ging nur darum die Herrschaften mit Piere bis hin zu viel Piere zu schützen.
Die Armen besaßen hier kein Recht, nicht einmal Schutz!
"Habt ihr das auch schon gehört? Es soll wieder eine verschwunden sein, wieder eine Tochter der Adligen. Ihr Vater soll völlig am Boden zerstört sein und versuchen sie überall zu finden" ließ eine Frau mit empörter Miene von sich erklingen.
Ihr gegenüber, ebenfalls eine etwas ältere Dame, schüttelte verächtlich den Kopf und sprach mit  schriller Stimme "Nein ehrlich? Schon wieder!"
-Was? Schon wieder?- ging Schantals Blick zu den beiden Frauen hinnüber, sie standen nur wenige Schritte von Schantal entfernt. Es war eines dieser Förmlichkeits-Gespräche, wo der Einkaufskorb(meist Hand geflochten) drauf hin deutete, das man es ja eigentlich eilig hat!
Schantal schüttelte über diese Kunde nur den Kopf, es war kein Geheimnis mehr, sondern eine offen getragene Tragödie. Es traf immer wieder die Töchter Adliger, meist sehr hübsche junge Frauen.
Das Verschwinden der ersten Frau lag nun schon mehrere Wochen zurück und viele waren schon darauf gefolgt.
Die Leute sagten es seien Dämonen, die nach ihren Körpern trachteten um sich fort pflanzen zu können.
Die schlimmsten Dinge wurden sich ausgemalt, das die Brut ihrer die Körper dieser Armen jungen Frauen dann von Innen nach außen hin fressen würden, was den Menschen Aschbleiche Gesichter abverlangte, wenn sie auch nur an dieser Art von ableben denken mussten.
Einfach alles was man sich hier nicht erklären konnte wurde in Verbindung mit Dämonen und der Hölle gebracht.
Schantal hingegen glaubte nicht an so was, sie glaubte nur an das was sie sah und bisher sah sie nur Monster in Menschengestalt, die von ihrem Hass belagert und gesteuert wurden.
-Aber was geschieht dann mit diesen Frauen? Wer tut so etwas?-
-Schei.. - konnte sie das Wort nicht mal zu Ende denken, als sie bemerkte dass sie mit dem linken Fuß auf etwas getreten war. Als eine dunkle und ebenso zornig klingende Stimme zu schreien begann
"KÖNNEN SIEE NIIICHT AUF PASSEN???"
Schantals Herz sprang vor entsetzlicher Erschrockenheit hoch und ihr Gesicht wurde kreidebleich.
Ein Mann stand plötzlich vor ihr, dessen Wut überzogene Fratze sie erbost angefaucht hatte.
"Ich werd dir..."
"i- ich- ich" stammelte Schantal panisch, als sich die Hand des Mannes hob und auf direkten und unbarmherzigen Weg auf sie nieder sausen wollte.
Doch ein eiserner Griff hatte sich um das Handgelenk des Mannes gelegt und blaue Augen die ein Eindeutiges >Nein< sprachen, sahen den Mann hart an
"Was erlaubst du..."
"Ich glaube nicht das wir per du sind!" bewegten sich die Lippen des jungen Mannes, wie hypnotisiert sah Schantal ihn an, es waren unglaublich blaue und schöne Augen, die in diesem Moment so unendlich hart wirkten.
Ihr Herz raste vor Angst, Nervosität und Schock
"Ich..." schien der Mann in diesen blauen Augen nach Worten zu suchen, machte jedoch nur das er schnell weg kam, als sich der Griff endlich wieder gelöst hatte
"D-Danke" stammelte Schantal, selbstsicher strich der Blauäugige junge Mann sich durch das blonde Haar, was mittich der Ohren Endete und schmeichelt sein Gesicht umrandete.
Doch Auf Schantals Danksagung legte sich nur ein Grinsen als Kenntnisnahme auf seine Lippen, wonach er an ihr vorbei, weiter seinen Weg ging.
Der Schock lag noch immer tief in Schantals Knochen, sie hatte für einen Augenblick ihre Vorsicht vergessen, obwohl sie sich das in dieser Situation überhaupt nicht erlauben dürfte, da sie doch diesen Handelsmann um sein Brot gebracht hatte! Und konnte sich nun nicht mehr erklären wie sie nur so unvorsichtig sein konnte.
Das Gespräch der Frauen hatte sie abgelenkt, es war nicht das erste Mal das sie ein Gespräch vom Verschwundenen junger Frauen aufschnappte. Die Menschen begannen langsam fürchterliche Hysterie zu entwickeln und wenn es so weiter gehen sollte, würde es im schlimmsten Fall zu unkontrollierten Handeln von aufgehetzten Menschen kommen, die versuchen würden den Schuldigen dessen zu töten.
Und Schantal wollte sich erst gar nicht vorstellen welcher Arme Tropf dann als Sündenbock hingestellt wird, wahrscheinlich würde eine unbegründete Anschuldigung dann schon ausreichen um jemanden an den Galgen zu bringen oder der Wütenden Meute dann aus zu liefern.
-Wer das wohl war?- drehte Schantal sich noch einmal kurz um, konnte jedoch nur eine Menschenmenge sehen, die aneinander vorbei huschten um ihre Ziele schnellstmöglich zu erreichen.

Die Sonne lachte mittlerweile Jeff schon richtig ins Gesicht, schnell saß er aufrecht im Bett. Doch es war nicht die Sonne die den kleinen Jungen wach gemacht hatte, es war ein festes Klopfen gegen die Tür, die er nun fixierend anschaute.
„Schantal?“ fragte Jeff mit naiver Leichtsinnigkeit.
Keine Antwort…
Schnell schlüpfte der kleine Junge unter der Decke hervor und rannte zur Tür, die er ohne weiteres bedecken öffnete.
„Hallo mein kleiner „stand ein hochgewachsener Mann nun vor ihm. Blut rote Augen sahen ihn von Oben herab an und ein nicht deutbares Grinsen umspielte seine Mundwinkel
„Darf ich rein kommen, Jeff?“ fragte der Mann mit dunkler Stimme. Der kleine Junge lächelte, aber schüttelte fest entschlossen den Kopf.
„Ich darf nicht mit Fremden sprechen „
„Aber ich bin doch kein Fremder!“ sprach der Mann mit eigenwilliger Selbstverständlichkeit.
Der Junge sah ihn fragend an, mit unschlüssigen Augen, die offensichtlich zeigten, dass er nicht wusste was er denken sollte.
Der Mann machte ihm Angst, der fallende Regen im Hintergrund und dieser schwarze Stoffmantel, wie aus einem seiner Alpträume von dem schwarzen Mann, musste Jeff einen Moment lang an diesen Traum denken. Aber so wie es bei Kindern nun mal war, verblasste die innerliche Warnung seiner Gedanken auch schnell wieder und lies den Vergleich zu seinem Traum sich wie dünner Sand verwehen.
„Ich sollte mal nach dir schauen, deine Schwester hat mich geschickt! „ sahen die Blutroten Augen Jeff abschätzend an
„Ich habe dir auch etwas mit gebracht, Jeff, willst du wissen was es ist?“, der kleine Junge nickte eifrig, es ließ ihn jede Scheu vergessen.
„Schau mal „ griff der Mann in seiner jackentasche, die zu einem langen schwarzen Stoffmantel gehörte.
„Ein Pferd!!“ strahlten die Augen von Jeff, als er ein kleines rotes Pferd sah, was der Mann nun in der Hand hielt, aus festem Holz geschnitzt und mit roter Farbe überzogen.

Schantals Herz raste immer noch , mit den Gedanken an diese blauen Augen, dieses Blonde Haar und vor allem dieses Grinsen, was ihrem Herzen ein aufgeregtes und verwirrtes Gefühl versetzte, bog sie in einen dieser engen Strassengassen ein. Wo  sie sich erleichtert gegen eine Hausmauer fallen ließ und für den Moment einfach nur die Augen schließen wollte, um diese Panik wieder los zu werden, die noch immer in ihre Knochen steckte.
„Ihr habt zu offensichtlich eure Angst gezeigt!“ erklang plötzlich wie aus dem Nichts eine Stimme.
Wie vom Blitz getroffen, der mit panischem Entsetzen durch ihre Augen fuhr, drehte Schantal sich reflexartig um, womit jeder Gedanke an diese blauen Augen verschwunden waren.
Es war ein junger Mann, der ruhig und gelassen gegen die Hauswand lehnte, direkt neben Schantal, die Arme in einander geschränkt und die Augen geschlossen.
„Was meinen sie, Sir? Ich verstehe nicht! „ versuchte Schantal sich raus zu reden, in der Hoffnung unschuldig genug zu wirken.
Der junge Mann schnaubte.
„Und als was würden sie das Brot unter ihrem Gewand benennen?“ er hatte mit Absicht den alten Umhang ironisch mit Gewand benannt.
Kein richtiges Wort wollte mehr über Schantals Kehle, die Angst er könnte die Wachen rufen, oder selbst irgendwie zu ihnen gehören, fraß sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit in ihre Gedanken hinein, rissen sie auseinander und ließen die Frage laut erklingen, woher er es wusste!
„Sir, ich bitte sie, lassen sie mich gehen „ flehte Schantal bitterlich, Übelkeit hatte sich gebildet und ihre Beine fühlten sich unendlich schwer an.
In einer schleichenden Bewegung öffnete der junge Mann seine Augen, beugte sich zu Schantal herunter und sah ihr direkt in die ihre hinein
„Braun also! Ihr besitzt wirklich eine bemerkenswerte Farbe. In eurem Braun ist ein Schimmer von Gelb, wo ihre Augen, wenn man direkt in ihnen hinein Blickt, mehr Gelb als Braun auf weisen“, verdutzt klimperte Schantal mit den Augen, jetzt vielen ihr auch erst seine dunklen Augen auf.
Ein dunkles Braun hätte immer noch einen Stich von Helligkeit in sich, was man von seinen Augen nicht mehr sagen konnte, Rabenschwarz! Schantal konnte nicht einmal die Pupille von der Iris unterscheiden.
Und das lag sicherlich nicht an der spärlichen Beleuchtung der Laternen, die dieser schmalen Gasse nicht genug Licht mehr bieten konnten, um mit einem sicheren Gefühl Nachts hier lang zu gehen.
-Sollte das jetzt ein Kompliment sein? Es hörte sich doch wirklich wie eines an?- ihre Gedanken gingen in alle Richtungen verstreut, suchten nach eine Erklärung.
Sie hatte ihn doch gebeten sie gehen zu lassen! Und er machte ihr bloß ein abwegiges Kompliment!
„Schaut doch nicht so misstrauisch, Liebes „ lachte der junge Mann, fuhr sich mit der Hand durch das angelockte schwarze Haar und lehnte sich zurück gegen die Steinerne Hauswand.
Seine Körpersprache wies von innerlicher Gelassenheit und anteiliger Gleichgültigkeit.
Der Wind hauchte Schantal seitlich entgegen, so dass die Nässe des Umhanges ihr wieder zeigte wie kalt es war und ein Zittern herbei rief.
„Ihr friert! „ öffnete er ein Auge, um es wie das andere auch gleich wieder zu schließen
„Nein, Sir „ besaß sie nur noch geringfügige Kraft in der Stimme, was mehr nur noch einem heiseren Röcheln ähnelte.
"Das war keine Frage Miss, nur eine Feststellung" schnitt er ihr jedes weitere Wort ab, ohne sie an zu sehen, worauf sie nichts antwortete.
Einige Sekunden vergingen, in denen Schantal sich zusammen reißen musste um nicht zu zittern, obwohl ihr Umhang schon völlig durchnässt war und mehr Kälte erwies als abwies.
Die kleine schmale Gasse wirkte immer erdrückender, die Laternen mit ihrem schützendem Licht immer weiter entfernt und die Hausmauern sich auf unheimliche Weise in unendliche Höhen zu ziehen.
"Ich kann euch helfen! " durchbrach er mit lächelnder Überlegenheit die Stille.
Widerwillig schaute Schantal ihn an, überrascht von seinen Worten
"Ich gebe euch die Chance auf ein anderes Leben!"
„Ein anderes Leben?" wiederholte sie unwillkürlich
"Ja, ihr werdet anders sein als die anderen, zu uns gehören, nie wieder Hunger leiden, nie wieder euch anderen unterwerfen oder um etwas zum Essen betteln müssen.
Doch hat dies auch seinen Preis, meine liebe Schantal " öffnete der junge Mann halb die Augen. Es klang so souverän und abschreckend zu gleich, wo ihr Name aus seinem Mund sie hektisch den ihren öffnen ließ, er konnte ihren Namen doch überhaupt nicht kennen!
"Woher wisst ihr wie ich heiße? Woher wisst ihr meinen Namen?" begann sie in Hysterie zu fragen, sie hatte ihn doch nicht genannt und kennen tat sie ihn auch nicht, also woher konnte er ihren Namen wissen?
Der junge Mann grinste wieder nur
"Na weil ich sie gesucht habe! Meine liebe Schantal " sagte er mit vorgespielter Sympathie.
-Mich gesucht?! Wieso hätte er mich suchen sollen? Und von was für einen Preis redete er? -
ihre Finger bohrten sich immer tiefer in das Brot, was noch immer versteckt unter ihrem Umhang sich befand
"Na was ist nun? Wollen sie mein Angebot annehmen? Schantal?" hob er seine Hand hoch, auf dessen Innenfläche nun ein Amulett zum Vorschein kam.
Ein schimmernder Glanz umgab den Umriss und ein reines Weiß hüllte es vollkommen in sich ein.
„Was ist das?“ fragte Schantal stutzig. Es war ein rundes Amulett, verschnörkelt und wunderschön, doch beim genaueren hinsehen wirkte es merkwürdig. Ein Auge mit blauem Stein und ein silbernes Herz was von einer Art Ranke gefangen gehalten wurde und mit Dornen besetzt war
„Das ist das heilige Auge, es symbolisiert Hellsichtigkeit dem gegenüber was andere nicht wahrnehmen können, aus purer Magie erschaffen. Doch hat dies auch seinen Preis, meine liebe Schantal „
"Welchen Preis?" trat Schantal einen Schritt zurück, von Misstrauen und Angst gesteuert.
Sie traute ihm nicht, alleine die Tatsache das er ihren Namen wusste und in so einer eigenartigen Weise mit ihr sprach, lies keine große Sympathie entstehen, das Wort Magie mal ganz außer Tracht gelassen.
"Na ihr werdet nie wieder lieben können " sprach der junge Mann gelassen, so wie man es machen würde, wenn man über eine Selbstverständlichkeit spricht. Doch passte Selbstverständlichkeit nicht gerade gut auf diese Aussage.
Nie wieder lieben können! Sie hatte nicht einmal ihren ersten Kuss bekommen, wie sollte sie dann schon mit leben können niemals lieben zu können? Überlegte sie einnehmend, dabei glaubte sie nicht einmal dass er dies bewerkstelligen könnte!
"Ihr werdet die normale Art von Liebe fühlen, jedoch nicht diese Art von Liebe, die zwischen einem Mann und eine Frau die Bindung sein soll, dafür steht das gefangene Herz!"
"Sie sollten sich mal selber reden hören, was sie da reden ist doch totaler Schwachsinn" fauchte Schantal.
Sie fühlte sich verarscht und Wut bebte langsam in ihrem Körper empor. Wie sollte er verhindern können dass sie liebt? Liebe war ein Gefühl! Etwas was man nicht kontrollieren kann.
"Ihr Menschen habt es immer noch nicht geschafft über euren Tellerrand hinaus zu blicken, ihr seht noch immer nicht was alles außerhalb eures Verstandes existiert " schloss er die Hand, in dessen Innenfläche noch immer das Amulett ruhte. Von der anlehnenden Haltung gegen die Hausmauer, in gerader Position über gegangen, stand er nun direkt vor ihr.
"Wir Menschen?" fragte Schantal süffisant, musste sich aber zusammenreißen um nicht drüber zu lachen.
"Ihr glaubt mir also nicht!?" präzise setzte er einen Schritt vor dem anderen, Dunkelheit zog sich hinter ihm zusammen, wurde schwärzer, undurchdringlicher und fraß sich schlussendlich über alles hinweg.
Wie ein großes Tier, was mit seinem gigantischen Maul einfach alles verschluckte und in unendlicher Dunkelheit hinterließ
"WAS IST DAS??" schrie Schantal laut, sie wollte sich umdrehen, weg rennen, ihr ganzer Körper war gelähmt, so sehr sie ihre Muskeln auch anstrengte, sie schaffte es einfach nicht sich zu bewegen.
"Sie sind aus dem Augenlicht der anderen Menschen verschwunden, sie können nur sehen was das Licht zurück reflektiert und somit sichtbar macht. Doch sie sind genau wie ich, von der Dunkelheit verschluckt, wo kein Licht hindurch dringen kann.
Meinen sie nun noch immer das all dies unmöglich sei?" blieb seine Stimme immer noch ruhig, das Gesicht von einer seltsamen kühle überzogen.
Schantals Körper zitterte wie das eines ängstlichen Tieres, was nicht wusste ob es Todesangst oder doch faszinierte Angst besitzen sollte, die in den Augen deutlich durchsickerte.
Immer noch versuchte sie sich zu bewegen, strengte die Armmuskeln so fest an wie es ihr gelang, jedoch zwecklos.
Ihr Verstand konnte einfach nicht erfassen was geschehen war, wie konnte er sich der Dunkelheit bemächtigen, sie kontrollieren, verhindern das sie sich bewegen kann, das geht doch nicht!
Sie fing an sich zu fragen ob die anderen Frauen auch so verschwunden sind?
Nach etwas suchend, was sie doch gar nicht kannte, gingen ihre Augen dort hin wo eigentlich die viel zu nah voreinander stehenden Reihenhäuser stehen müssten und die dazugehörigen Laternen, dessen Licht eigentlich alles erhellen sollte.
Doch nichts! alles war nur schwarz, ein tiefes Angst einflößendes Schwarz, dessen Ursprung nicht erklärbar war und jede Art von Licht oder Farbe in sich verschluckte
"Was ist jetzt? Seid ihr bereit eurer Schicksal an zu treten?" hielt er ihr wieder dieses Amulett hin, was auf seiner Innenfläche noch immer so ruhig ruhte.
Obwohl kein Licht auf ihn viel, konnte Schantal ihn, wie auch das Amulette deutlich sehen, als ob er im hellen Licht stehen würde.
Prüfend Blickte sie runter zu ihren Händen, auch diese waren normal zu sehen, es ergab keinen Sinn! Wenn doch kein Licht durchdringen konnte, wie konnte sie sich selber dann sehen und ihn?
Das ging einfach nicht, sie dürfte nun eigentlich nicht einmal die eigene Hand vor Augen sehen können, wie konnte sie ihn dann trotzdem so deutlich vor sich stehen sehen?
"Schicksal?" schob sie ihre Gedanken bei Seite und hob den Kopf an, ohne die Kapuze zurück fallen zu lassen.
Schantal war noch nie wirklich mutig, doch diesmal versuchte sie mit aller Kraft gegen ihre Angst an zu kämpfen.
Dafür das sie so durcheinander und ängstlich war, schien ihre Stimme nun aber schon viel fester, was sie selber schon zu überraschen wusste, vielleicht kam es aber auch daher das sie einfach nicht mehr so panisch klingen wollte! Doch verrieten ihre Augen wie viel Angst immer noch in ihr inne wohnte, wie sehr ihr das nicht zittern schwer viel und wie sehr sie innerlich mit sich selber beharrlich gegen die banale Angst hafte Hysterie kämpfte.
Ein amüsantes Grinsen legte sich auf sein Gesicht, es war immer wieder prinzipiell witzig wie die Menschen auf solche Dinge reagierten, etwas was ihre kleine heile Welt übertrieft, ihr kleines unter Umständen normales gestricktes Gehirn übersteigert.
"Es ist kein Zufall das ihr mich getroffen habt, nichts ist Zufall, alles ist wie ein feines Spinnennetz mit einander vernetzt. Diese kleinen feinen Linien die sich durchs Leben aller ziehen und bestimmen wer wenn begegnet und was geschieht" gab er auf die Frage des Schicksals zu trefflich eine Antwort.
"Wer seid ihr, das ihr so redet?" ein wenig gelang es ihr nun schon sich normal zu benehmen, so zu tun als ob sie einfach nur mit ihren wem debattieren würde.
Selbst anlügen ist die beste Medizin, was sich immer wieder bewahrheitete.
Der junge Mann drehte sich und hob beide Hände, die imponierend auf alles um sich herum signalisieren sollten, einmal um die eigene Achse gedreht, als ob er stolz sei dies zeigen zu können.
"Wer ich bin? Ich besitze viele Namen, ich bin sowohl das was ihr denkt und doch auch das was ihr nicht begreift.
Doch nennen tut man mich für gewöhnlich Migael"
-Alles was ich denke? Und nicht begreife?- wie sollte sie den Sinn seiner Worte verstehen? Wenn sie nicht einmal verstand was überhaupt geschehen war, was diese Dunkelheit wirklich war auf die er zeigte.
Wenigstens hatte sie nun einen Namen, dem sie ihn etikettieren konnte
"Seid ihr auch schuld an das Verschwinden der anderen jungen Damen?" unbewusste Angst in ihr hoffte nun mit aller Kraft das er Nein sagen würde, das er mit dem Verschwinden der anderen Frauen nichts zu tun hatte und sie so auch nicht verschwinden würde, dabei war es schon so abwegig, alles sprach dafür!
Ein heisernes Lachen entrang seiner Kehle, er sollte schuld sein? An das Verschwinden anderer Menschen? Was interessierten ihn andere Menschen? Was sollte dies für ein Nutzen für ihn haben?
"Was denkt ihr?" war ein diabolisches Lächeln in seinem Tonfall zu hören.
Er hielt es nicht für nötig ihr die Wahrheit zu offenbaren, wofür auch? Wenn sie so etwas denkt, meint sich so etwas zusammen zu spinnen, dann soll sie doch, trotzte sein Ego.
Schantal schnitt sich jedes weiterer Wort schon im Halse ab, bevor es auch nur die Gelegenheit gehabt hätte ausgesprochen zu werden, sie wollte nichts falsches sagen, dies wäre sicherlich nicht klug gewesen, wenn man in Betracht zieht das er diese Beschuldigung nicht abwehrte.
"Ich weiß nicht was ich denken soll, sagt ihr es mir! " hatte sie nach einigen Sekunden endlich die richtigen Worte gefunden.
Clever gesprochen das musste nun auch er zugeben
"Nein, in meiner Person kann man den Schuldigen dessen nicht suchen " entschied er sich dann doch sie wieder zu beruhigen (er hatte keine Lust über so ein Thema zu diskutieren)
Es beruhigte Schantal zwar ein wenig, doch nahm es ihr immer noch nicht die Angst.
Das Gezitter, dessen sie sich für einige Momente hat entledigen können, kehrte zurück. So wie auch die Bewegungsfreiheit über ihren Körper, was erst jetzt willkürlich von ihr wahr genommen wurde. Ihr ganzer Körper füllte wie eingeschlafen an, dieses unangenehme Kribbeln was sich über die ganze Haut hinweg zog.
"Wollt ihr nun meine Hilfe? " öffnete Migael wieder seine Hand und hielt sie ihr auffordernd hin.
Schantals Blick ruhte einen Moment auf dieses Amulett, es hatte eine hypnotische Anziehungskraft.
Es lockte sie schon, der Gedanke dass ihr Leben sich dann ändern würde war wie ein unausgesprochener Wunsch in ihr, doch konnte sie schon damit leben nie wieder zu lieben? Ihre Augen glitten noch einmal in der Dunkelheit umher. Nun wo sie dies ihren Augen noch mal vor führte, war sie sich gar nicht mehr so sicher, ob er sie nicht doch vielleicht daran hindern könnte zu lieben! Wenn er die Dunkelheit kontrollieren konnte, wieso sollte er dann nicht auch die Liebe kontrollieren können?
Ein innerlicher Kampf begann sich in Schantal zu bilden, resignierend biss sie sich dabei auf die Unterlippe. Sie wollte nicht mehr Hunger leiden, endlich auch richtig anfangen zu leben, das war der einzige Gedanke in ihr, der Momentan die lauteste Stimme besaß, gesprochen von einem kleinen Kind in ihr, was dem Leid einfach nicht mehr gewachsen war und mit großen flehenden Augen dieser Verlockung nach geben wollte.
„Nein! Nein, ich will das nicht, nein, niemals! „ schaffte sie es noch im letzten Moment sich zu besinnen
„Es ist eurer Schicksal, Schantal, überlegt gut eure Endscheidung, seid ihr wirklich sicher? Zwingt mich nicht dazu euch vor die Wahl stellen zu müssen „
„Was?“ ein ungutes Gefühl in ihr sprach mit deutlicher Stimme das etwas nicht stimmte, das sie mit der Meinung ein >Nein< würde reichen, nun direkt gegen eine Wand fahren würde
„Glaubt mir es ist besser wenn ihr mir vertraut...“
Schantal wusste nicht was sie tun sollte, doch eins wusste sie, etwas tief in ihr sagte ihr eindeutig das es unvermeidlich war
„Welche Wahl?“ fragte sie vorsichtig, den er sagte ja das sie ihn nicht dazu zwingen soll.
„Glaubt mir, es liegt ganz in euren Sinn, es geht nicht nur um eurer Leben, sondern auch um das eines kleinen Jungen „ grinste Migael unheilvoll, auch wenn es ihm wiederlag.
„Jeff?“ schreckte sie auf, sollte damit ihr kleiner Bruder gemeint sein? Ihre Augen formten sich zu drohenden schlitzen
„Ich denke mal das ein so kleiner Junge viel Schutz braucht und glaubt ihr wirklich dass ihr ihn so beschützen könnt?“
"Okay, ich mach es! Was auch immer ihr wollt, ich tue es " richtete sie ihren Blick direkt in seine dunklen Augen hinein. Es war das erste was an seinem Gesicht heraus stach, diese stechenden dunklen Augen.
"Es gibt da jedoch ein >aber<, sehe ich dies richtig?", Schantal nickte, es kostete ihr nun all ihren Mut den folgenden Satz überhaupt über die Lippen zu bekommen.
"Ihr müsst mir versprechen dass meinem kleinen Bruder nichts geschehen wird!" sprach sie es schnell und ihre Augen blitzen vor Entschlossenheit.
Eine eigenartige Stille beherrschte sein Gesicht, mit forschenden Augen Blickte er sie einen kurzen Augenblick regungslos an, ein kurzes Nicken zeigte das er ihre Forderung zur Kenntnis genommen hatte.
Wortlos Schritt er ganz nah an sie heran, tief ging sein Blick in ihre Augen, ein durchbohrender Blick den er ihr entgegen brachte. Langsam hob er mit dem Zeigefinger ihren Gesicht am Kinn an, nur ein kleines Stück, so dass sie gezwungen war ihn an zu sehen.
Die Kapuze des Umhanges wurde mit einem starken Luftzug nach hinten gerissen und für einen kurzen Moment meinte sie noch ein leichtes Lächeln gesehen zu haben, bevor seine Lippen auf ihre trafen und das Amulett in ihre Hände legte, womit sie ohne es zu wissen ihre Menschlichkeit her gab.
Es war eine Art Kribbeln, begleitet durch eine tiefgründige Wärme, die von ihren Lippen an, sich durch ihren ganzen Körper hinweg zog.
Alles um sie herum fing langsam an immer heller zu werden, alles bekam seine alte Form zurück. Die Geräusche, das Gerede der Menschen, alles war wieder da.
Ohne ihn an zu sehen, ging Schantals Augen prompt auf dem Boden, als Migael langsam wieder von ihr gelassen hatte.
"Die Menschen können sie nicht sehen, Schatten die sich auf ihren Körper gelegt haben, verhindern das sie von den Augen der anderen erfasst werden können"erklärte Migael als Schantals Augen flüchtig vom Boden in alle Richtungen sprangen.
"Ach so! " sprach Schantal trocken, voller Sarkasmus getränkt, weil es aus seinen Mund wie eine Banalität erklang und für sie eigentlich ein Grund wäre wahnsinnig zu werden und schreiend weg zu rennen.
Vorsichtig öffnete Schantal ihre Hand, ein schwaches Lächeln begleitete ihre Augen, noch nie zuvor hatte sie so ein schönes Schmuckstück gesehen.
„Es hat schon immer euch gehört, den nicht der Mensch wählt sein Schicksal, sondern das Schicksal den Menschen „
Zögerlich legte Schantal das Amulett an, ihre Augen weiteten sich, kein Ton gelang für den Moment über ihre Lippen, höllische Schmerzen die wie ein Stromschlag durch ihren Körper fuhren und sie innerlich fürchterlich aufschreien ließen, raubten ihr den Atem.
Erschöpft erschlaffte Schantals vor Schmerz versteifte Körperhaltung wieder, als genau dieser endlich langsam wieder nach lies.
Obwohl es nur Sekunden waren in denen dieser Schmerz ihren Sinne zerpflückte, kam es ihr wie unendliche Minuten vor
„Wieso?“ hauchte sie Kraftlos, ihre Stimme war so dünn vor Schmerz geworden, das sie kaum noch zu hören war
„Es verbindet sich mit euch „, seine Stimme erreichte Schantal nur ganz wage, so endlos weit weg und unter Watte gelegt.
Schmerzhafte Tränen liefen über ihr Gesicht als der Schmerz wieder nach gelassen hatte und das Brennen langsam wieder verschwand.
Tastend glitten Schantals Finger über die Stelle wo vorher noch das Amulett hing, aber nun keins mehr war. Das einzige was noch an das Amulett erinnerte, war eine Art Brandmal auf ihren Brustkorb, in der Form des Amulettes selbst.
"Die Welt wird für Sie nun nicht mehr dieselbe sein, nun werden Sie die Dinge sehen wie sie wirklich sind!"
"Wie sie wirklich sind!" echote sie seine Worte, Migael nickte
"Ich muss Sie nun aber auch wieder sich selbst überlassen meine liebe, doch immer wenn sie mich brauchen, sprechen sie einfach nur laut meinen Namen aus, dann werde ich da sein. Bis dahin, leben sie wohl "verschwand er wieder in der Dunkelheit, die sich hinter ihm hatte schon zusammen gezogen, wie tausende von Schatten sich heran gefressen.
Unsicherheit wucherte in Schantal wie ein großes Gesicht ohne Augen, dessen Bedeutung und Identität sie nicht erfassen konnte. Genau das war Migael für sie, ein vollkommenes Rätsel.

Ende von kapitel 1
 
Kapitel 2 folgt^^...

 
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.07.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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