Norbert Wittke

Verblöden wir langsam



Eine Kleinanzeige in unserer Rhein-Lahn-Zeutung ist mir heute förmlich in die Augen gesprungen. Sie stand unter der Kolumne "Guten Morgen". Ich schreibe den Text wörtlich, damit er richtig gut wirkt.

                                    Lieber Sebastian!
                  schau nur richtig hin,
                  heute stehst du in der Zeitung drin.
                 Es ist soweit, der Tag ist da, mein
                Sohn Sebastian wird heut  
                             1 Jahr

                    Gesundheit, Glück
                    und keine Sorgen, wünscht
                   dir an diesem Morgen 

                            Dein Papa
                           Stefan


Nun der stolze Papa scheint ja Vater von einem Genie zu sein. Mir ist auch aufgefallen, dass nichts von der Mutter dabei steht. Vielleicht hat der Papa den Sohn ja selber gezeugt und auch gleichzeitig geboren. Das arme Wesen tut mir schon heute leid. Wahrscheinlich muss er dann mit 2 Jahren ja bereits zur Arbeit. Hoffentlich hat er nicht die wenige Intelligenz vom Papa geerbt.

Was Schreibfehler so alles bewirken können, war mir auch diese Woche bewusst geworden. In dem öffentlichen Blättchen für Bad Emst stand, das die Grünen ein Ferienlager  hier  besucht haben. Natürlich haben sie die gute Tat ablichten lassen. Als Mitbringsel für die Kinder hatten sie einen großen Korb mit Kirchen mit gebracht und die Kirchen dann anschließend unter die Kinder verteilt. Was muss der Korb wohl groß gewesen sein, das habe ich mir sofort gedacht. Was haben sich dann die Eltern wohl gewundert, wenn die Kinder mit Kirchen unter den Armen nach Hause gekommen sind.

Besonders haben es mir die Leute angetan, die beim Rundfunk anrufen, sich dann einen Musiktitel wünschen und Ihren Partner grüßen wollen über den Sender. Die Frage der Moderatoren :" Wo ist denn ihr Partner gerade?", wird dann so beantwortet. "Der sitzt mir gerade gegenüber."  Scheinbar reden diese Leute nicht mehr miteinander, sondern schicken sich nur Grüße über das Radio. Jetzt weiß ich, warum ich Radiogebühren zahlen muss.



27.07.2013                Norbert Wittke
          

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