Christian Scheffel

Airfighter: Stumble and fall

 

 

 

Vorwort:

 

Diese Geschichte setzt die Handlung nach Facetten / Vorbeben fort und stellt Juan Gutierrez ins Zentrum des Geschehens. Hier wird der Handlungsstrang um die befürchtete globale Verschwörung zunächst nicht weiter geführt, dafür wird ein folgenträchtiger Wandel in Juans Charakter gezeigt und auch der Charakter Manuel wird nun mit Hintergründen versehen. Der Titel Stumble and fall bezieht sich auf Juan, der nun zwischen zwei Welten vor der schwierigen Entscheidung steht, wohin er gehört. Zudem wird aus dem Dialog zwischen Juan und Manuel am Anfang der Geschichte klar, dass Jessica Ricks und Marshal Stevens zusammen essen gegangen sind und Juan und Manuel auf einer Feier in ausgelassenem und angetrunkenem Zustand angetroffen haben: Jessica habe offenbar sehr ungehalten auf diese Seite von Juan reagiert, die sie noch nicht kannte. Im ersten Teil der Story nimmt das sogenannte Egorace ein erschreckend brutales Ende, was deutlich machen soll, worauf sich Juan und Manuel eingelassen haben und dass man nicht ungestraft mit dem Feuer spielen kann. Im Verlaufe der Geschichte werden verschiedene Charaktere aus den Vorgeschichten wieder in die Handlung eingeflochten. Am Ende kommt es zu einem spektakulären Einbruch in ein vom Militär bewachtes Waffenreservoir. Die Folgen davon sowie die Aufklärung durch Polizei und Airfighter-Team werden in der nächsten Geschichte erzählt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stumble and fall

 

 

 

 

 

 

Zitat, Colonel Stevens:

Was ich Ihnen sagen will, Mister Gutierrez, ist, dass Sie seit Ihrer Rekrutierung ein verändertes Weltbild haben, nicht wahr?! Die Art und Weise, wie Sie zuvor Ihr Leben geführt hatten, hat nichts mehr mit der gemeinsam, wie sie es jetzt tun. Die Personen, mit denen Sie täglich verkehren, repräsentieren vollkommen andere Werte als diejenigen, mit denen Sie früher umgingen. Eine erfolgreiche Rekrutierung erfordert einen vollständigen Wandel des Weltbildes und der persönlichen Werte einer Person. Das ist eine beachtliche Leistung! Und ein solcher Wandel kann auch nur aus Überzeugung vollzogen werden. Daher ist ein solcher Akt oft zum Scheitern verurteilt und auf keinen Fall wiederholbar!”

[Freund oder Feind]

  • 1 –

  •  

Früh am Morgen sitzen Manuel und Juan in einem Schnellimbiss.

Manuel: „Ich habe irgendwie ein schlechtes Gewissen. Wären wir nicht zusammen auf das Fest gegangen, hätte es das Drama mit deiner Freundin Jessica nicht gegeben.“

Juan: „So ein Unsinn, daran trägst du keine Schuld. Ich kann immer noch nicht fassen, dass sie einfach mit Stevens essen gegangen ist, ohne vorher ein Wort davon zu erwähnen! Außerdem hat sie ja wohl eindeutig überreagiert!“

Manuel: „Wir hatten allerdings auch ein bisschen viel getrunken.“

Juan: „Das darf man doch wohl auch schon mal.“

Manuel: „Davon brauchst du mich nicht zu überzeugen.“

Juan, leicht seufzend: „Nein, dich nicht...“

Manuel, vorsichtig nachforschend:

„Es hat vorher schon nicht mehr so richtig zwischen euch gestimmt, oder?”

Juan: „Sie ist mir andauernd ausgewichen — ich weiß gar nicht, wann wir das letzte Mal richtig miteinander geredet haben.”

Manuel: „Verstehe, und die gestrige Aktion hat nicht gerade zur Besserung beigetragen.”

Juan: „Auf der anderen Seite: wenn es ihr nicht passt, wenn ich mal einen drauf mache, dann hat sie Pech gehabt!”

Manuel stößt Juan leicht an, um ihm zuzustimmen:

„In einer Beziehung muss jeder seine Freiheiten haben dürfen.“

Juan blickt nachdenklich geradeaus.

 

  • 2 –

  •  

Jessica und Marshal Stevens überqueren in gemächlichem Tempo die große Wiese hinter Jessicas Haus und gehen in Richtung des Pferdestalls: immer wieder ziehen erfrischende Nebelschwaden aus dem Wald über die Wiese.

Marshal: „Kann es sein, dass Sie eine leidenschaftliche Reiterin sind?”

Jessica lächelt Stevens an: „Wie kommen Sie denn darauf?”

Jessica öffnet das hölzerne Tor zum Stall, und beide betreten das Innere. Jessicas Pferde machen den Eindruck, sofort Bescheid zu wissen, wer sie da besuchen kommt.

Jessica: „Guten Morgen! Na, seid ihr denn ausgeschlafen?”

Indem Jessica zum Futtersack geht, lächelt Stevens auf eine nette Weise.

Mit der ersten Ladung Futter geht Jessica die Pferdeboxen entlang: Ihre Lieblinge sind sichtlich begierig auf ihr Frühstück, aber auch die Streicheleinheiten von Jessica lassen sie sich nicht entgehen.

Stevens geht Schritt für Schritt hinter Jessica her. Auch er klopft die Pferde.

Stevens: „Die kommen aber sehr gut mit Ihnen aus!”

Jessica: „Ja, wir kennen uns auch schon länger.”

Als die erste Ladung Futter aufgebraucht ist, kehrt Jessica zum Futtersack zurück, während die übrigen Pferde geduldig warten, sie aber genau im Auge behalten.

Jessica, über die Schulter nach hinten: „Können Sie eigentlich reiten, Marshal?”

Stevens steht noch bei dem zuletzt gefütterten Pferd und streichelt dieses: „Nun, zufällig hatten unsere Nachbarn früher einen Reiterhof, und da habe ich die Gelegenheit natürlich ergriffen.”

Jessica dreht sich begeistert um: „Sind Sie noch in der Übung?”

Stevens: „Ich frische meine Reitkünste gelegentlich auf.”

Jessica grinst: „Was hielten Sie von einem Ausritt?!”

Stevens erwidert Jessicas Grinsen: „Das wäre eine gute Übung für mich!”

 

  • 3 –

  •  

Das große Airforce-Hauptquartier in G.S.T.-City.

In einem der Überwachungsräume unterhalten sich gerade Ned und Chris, die vor einem großen Bildschirm stehen, der ein schematisches Bild des Luftraums G.S.T. anzeigt.

Ned: „Unsere Leute haben die Untersuchungen fortgesetzt, nachdem es keine erneuten Anschläge auf Green-Stone-Town gegeben hat. Zur Zeit sammeln wir die Trümmerbrocken des spinnenartigen Luftschiffes auf, die noch überall in den Mountains verstreut sind.”

Chris grinst leicht: „Zumindest das, was davon noch übrig ist.”

Ned erwidert das Grinsen.

Chris: „Laut Colonel Stevens stellt der CIA jetzt Nachforschungen an, wer den Bau der Zerstörer befohlen hat.”

Ned: „Tja — schon beunruhigend zu wissen, dass vom Geheimdienst entwickelte Technologie gegen uns eingesetzt wird.”

Chris nickt mit festem Blick.

 

  • 4 –

  •  

Das Gebäude des Main Policedepartment of Green-Stone-Town.

In Captain Carters Büro steht gerade Bill vor dem Schreibtisch des Captains.

Bill: „Colonel Stevens hat uns versichert, der CIA würde uns sofort unterrichten, wenn sie neue Kenntnisse über den Bau der Zerstörer erlangt hätten.”

Carter schüttelt den Kopf: „Man weiß mittlerweile gar nicht mehr, wem man eigentlich bei den Sicherheitskräften noch trauen soll!”

Bill, verständnisvoll lächelnd: „Ich weiß, was Sie meinen, Captain.”

Carter, mit ernstem Blick: „Als Polizisten, Bill, tragen wir unseren Beitrag zur Sicherheit hier in unserer Stadt bei. Wir verlassen uns immer darauf, dass dies unsere Kollegen in den anderen Städten überall auf der Welt ebenso tun. Aber welche Bedeutung das noch, wenn womöglich die Weltsicherheitsmächte selbst von Verschwörern unterwandert sind? Wenn die Sicherheit weltweit nicht mehr garantiert werden kann, was bringt dann noch unser Bemühen, eine Stadt sicher von Verbrechen zu halten?!”

Bill antwortet noch nichts, sondern sieht John Carter mit jetzt wieder ernstem Blick genau in die Augen.

Carter löst seinen Blick wieder etwas: „Das bleibt unter uns, Lieutenant!”

Carter atmet einmal durch, dann sieht er Bill wieder in die Augen:

„Ich musste mal mit jemandem im Vertrauen darüber reden, Bill!”

Bill blickt Carter ebenfalls fest in die Augen: „Unser tägliches Bemühen zeigt unsere Überzeugung, dass wir unseren Bürgern Sicherheit garantieren wollen, Captain. Das allein erfüllt unseren Dienst jeden Tag mit Bedeutung!”

Carter antwortet Bill mit einem Lächeln.

 

  • 5 –

  •  

Juan und Manuel sind nach ihrem „Frühstück“ im Schnellimbiss zusammen noch ein paar Schritte durch die Stadt gelaufen.

Juan: „Verdrückst du dich gleich wieder, oder bleibst du noch hier?”

Manuel: „Nein, ich muss mich mal wieder bei meinen Leuten blicken lassen.”

Juan nickt: „Verstehe.”

Manuel: „Aber du könntest mitkommen.”

Juan, etwas überrascht: „Im Ernst?!”

Manuel: „Klar! — Du hast mir deine Clique vorgestellt und mir gezeigt, was bei dir so alles abgeht, und jetzt kannst du mal sehen, wo ich abhänge.”

Juan wirkt begeistert: „Geht klar, Manuel – danke für das Angebot!

Manuel grinst zufrieden und klopft Juan auf die Schulter.

 

  • 6 –

  •  

Juan und Manuel befinden sich gerade unter der Auffahrt von G.S.T.-City auf den Green-Stone-Highway. Hier verlassen sie die Stadt und gehen einen nur gelegentlich von Betriebsfahrzeugen benutzten Weg weiter unter der Highway-Auffahrt hindurch. Wo die Betonbrücke endet, beginnt bereits der Forest, und ein Abhang reicht bis weit nach oben. Allerdings ist dieser nicht sehr steil, so dass ein Trampelpfad hinauf führt. Allzu weit kann man ihn nicht hinauf blicken, da die grünen Baumkronen schnell die weitere Sicht nach oben versperren. So kann man auch nicht abschätzen, wie hoch der Abhang eigentlich reicht.

Als Manuel und Juan auf dem Pfad schon einige Höhe gewonnen haben, bleibt Manuel wieder stehen und weist mit einem demonstrativen Blick weiter nach vorn. Juan hebt seinen Blick, und indem er an Manuel vorbei sieht, wandert nun ein imponierender Anblick in seine Sicht: Weiter oben direkt am Abhang befinden sich zahlreiche Hütten, die aus verschiedenen Blechteilen zusammengeschweißt erscheinen, sie sind zum einen über Bretter und Nieten fest mit den am Abhang wachsenden Bäumen vernagelt, zum anderen reichen die festen Eckpfeiler aus Metall weit genug in den felsigen Boden beziehungsweise Hang hinein, um weiteren festen Halt zu gewährleisten. Zwischen den einzelnen Blechhütten befindet sich ein weit verzweigter Metallsteg, der ebenfalls aus verschiedenen Blechteilen zusammengeschweißt erscheint. Teilweise liegen die Hütten noch im Fels, teilweise hängen sie aber auch frei in der Luft, da sich die Formation des Abhangs auf wenigen Metern immer wieder abrupt ändert. Ebenso verlaufen die Verzweigungen des großen Metallstegs teilweise fast schon wieder als Trampelpfad durch den Felshang, teilweise aber dann auch wieder als Brücke in einigen Metern Höhe. Das ganze Bauwerk ist allerdings vom Fuße des Abhangs aus, wo auch der Weg für die Betriebsfahrzeuge der Stadt verläuft, nicht zu sehen, da es sich von dort aus oberhalb der Baumkronen befindet.

Juan blickt begeistert: „Wow — damit hatte ich jetzt nicht gerechnet!”

Manuel, mit einem verführerischen Blick: „Ist mal was komplett anderes, ne?!”

Juan: „Aber hallo — das ist echt cool!”

Manuel grinst breit und winkt Juan, weiter mitzukommen.

Direkt vom Pfad aus klettern die beiden über eine metallene Leiter in das vorderste Blechhaus, das so etwas wie den Eingang zu dieser ausgefallenen Wohnsiedlung darstellt. Hier stehen auch zwei Jungs — offenbar aus Manuels Gang — Wache, oder zumindest halten sie den Pfad und den Abhang immer im Auge, während sie sich zum Spaß gegenseitig anpöbeln.

„Hey, Manuel!”

„Hi, Alter!”

Auf der Rückseite des Blechhauses, durch das Juan und Manuel einfach hindurchgehen konnten, fängt dann der Metallsteg an. Nach ein paar Schritten über den Steg beginnt dieser bereits, sich zu verzweigen: die Verzweigungen erstrecken sich über den gesamten Abhang weiter und bilden ihrerseits wieder neue Verzweigungen aus. Immer wieder enden vereinzelte Abzweigungen in den Blechhütten. Die ersten beiden Abzweigungen des Stegs führen im großen Bogen an der Peripherie des von hier aus zu überblickenden Teils der Blechsiedlung vorbei und treffen dann weiter vorn auf einer großen Plattform wieder von links und rechts zusammen. Von der Plattform aus führt eine längere Metalltreppe nach oben zu einem letzten Blechhaus, das allerdings zur Zeit verschlossen zu sein scheint: einzig einige kleinere Öffnungen zwischen den Metallblechen lassen ins Innere blicken, wo sich aber nur Dunkelheit erkennen lässt. Außerdem führen von den beiden auf der großen Metallplattform wieder zusammenlaufenden Metallstegs weiter seitlich noch einmal zwei steile Abzweigungen — eine von links und eine von rechts — ebenfalls nach oben in das verschlossene Blechhaus.

Manuel und Juan sind mittlerweile über den Metallsteg bis auf die große metallene Plattform im Zentrum der Siedlung gelangt, und nun kommen von allen Seiten die offensichtlichen Mitglieder aus Manuels Gang über die Verzweigungen des Metallstegs hinzugetreten.

Juan kneift seine Augen zusammen, indem die Jugendlichen näherkommen.

Manuel: „Ganz ruhig, das sind auch immer noch deine Leute!”

Nach und nach treffen die verwegen aussehenden Jugendlichen auf der Plattform ein, wodurch Manuel und Juan eingekesselt werden.

„Hey, Ringo — lange nicht gesehen, Alter!”

„Wie man hört, arbeitest du jetzt ja für die andere Seite!?”

Juans Blick versteinert auf eine angespannte Weise.

Manuel: „Hey, Leute — keep cool!”

Seine Worte haben sofort gewirkt: alle halten inne.

Manuel: „Ich habe euch bereits gesagt, dass ich ihn mitbringen werde — habt ihr da was nicht gecheckt?!”

„Nein, ist schon klar, Alter!”

Gerade öffnet sich die bisher verschlossene Blechtür des am Ende der Treppenstufen liegenden, erhöhten Hauses, und aus der Dunkelheit im Innern tritt jemand heraus, der aber gerade noch nicht erkennbar ist: „Was soll man wohl davon halten?!”

Juan blickt sofort wieder in diese Richtung, also nach vorn.

Auf den oberen Metallstufen der großen Treppe, die zu dem Blechhaus hinaufführt, kommen jetzt die schicken Sportschuhe des noch nicht Erkennbaren in die Sicht.

„Da ist es gar nicht so easy, hier was zu checken!”

Indem der Junge die Treppenstufen herunter kommt, wird jetzt zunehmend mehr von ihm sichtbar: Von den Socken an aufwärts sind seine schicken Shorts und ein Muscleshirt zu sehen, das er trägt, sowie nicht gerade unmuskulöse Arme. Dann ist der Junge endlich ganz zu sehen: er hat blonde Haare und wirkt ziemlich kräftig.

Mit einem fixierenden Blick sieht er Juan genau in die Augen: „Oder wie siehst du das, Ringo?!”

Juan sieht dem Jungen fest in die Augen, während Manuel neben Juan nach wie vor eine Art von Verführung ausstrahlt.

Juan: „Raffael! Wie geht's so?”

Raffael, der jetzt am unteren Ende der Metalltreppe ebenfalls auf der großen Plattform angelangt ist: „Gar nicht mal so schlecht — ich meine dafür, dass du uns im Stich gelassen hast!”

Juan kneift erneut seine Augen zusammen.

Manuel steht daneben und beobachtet die beiden einander jetzt Gegenüberstehenden genau.

Raffael: „Oder was hast du erwartet, Ringo?”

Juan, emotionslos: „Eigentlich habe ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht, Raffael.”

Jetzt kneift Raffael seine Augen kalten Blickes zusammen. Manuels Pupillen gleiten erneut von Raffaels zu Juans Gesicht. Da grinst Raffael unerwartet auf hämische Weise. Noch kurz zeigt Juans Gesicht einen Ausdruck der Überraschung, da verpasst ihm Raffael schon reaktionsschnell einen Kinnhaken, der Juan mit einem hallenden Schlag auf die Metallplattform knallen lässt. Doch reaktionsschnell ist Juan schon wieder aus dem Liegen zurück in den Stand gesprungen, hat Raffael blitzschnell mit seinem linken Ellenbogen gegen den Metallsteg geklemmt und holt mit der rechten Faust aus.

Da legt Manuel Juan von hinten seine Hand auf die Schulter: „Lass gut sein — ihr seid jetzt quitt!”

Während alle anderen noch etwas fassungslos um die drei herumstehen, lässt Juan mit misstrauischem Blick wieder von Raffael ab, der erst mal wieder nach Luft schnappt.

Noch etwas zusammengesackt, keucht Raffael, indem er zu Juan aufblickt:

„So ist es, Ringo — nichts für ungut!”

Juan, mit kalter Stimme: „Wenn du das sagst, Raffael.”

Manuel wirft Raffael jetzt einen auffordernden Blick zu.

Raffael richtet sich allmählich wieder auf und streckt Juan seine Hand entgegen:

„Okay, Ringo — lass es uns vergessen, Alter!”

Juan wartet einen Moment ab und bemerkt dabei den wartenden Blick Manuels neben sich. Dann streckt Juan auch seine Hand aus, und er und Raffael schlagen mehrfach ein.

Manuel grinst jetzt wieder zufrieden: „Okay, Leute — Ringo ist jetzt wieder zurück!”

Die Blicke der übrigen Jugendlichen zeigen ihr zufriedenes Einverständnis.

Aus dem dunklen Inneren des jetzt geöffneten Blechhauses am oberen Ende der großen Metalltreppe verfolgen zwei Augen hinter einer der kleinen Öffnungen in den Blechwänden das ganze Szenario mit großer Aufmerksamkeit.

 

  • 7 –

  •  

Die Gang um Manuel und Juan hat ihre Festung am Hang verlassen, und die Jugendlichen begeben sich unter der Auffahrtsbrücke zum Highway hindurch zu einem eingezäunten Fabrikgelände; auf der anderen Seite rauscht ein Bach am Waldrand in Richtung G.S.T.

Manuel weist auf die Fabrik: „Das alles steht schon seit Wochen leer.”

Manuel reißt den an einer Stelle beschädigten Zaun zur Seite und weist Juan an, durch das Loch hindurch das Gelände zu betreten. Manuel folgt Juan sogleich, und auch die anderen Gangmitglieder finden sich auf dem Fabrikgelände ein, auf dem überall noch nutzlose Eisenstangen und diverser Schrott herumliegen. Während Juan einen fragenden Blick zeigt, setzt Manuel wieder zu seinem verführerischen Grinsen an.

Manuel ruft laut zurück in Richtung des Steilhangs:

„Okay, Jungs — lasst mal die Motoren sprechen!”

Juan folgt Manuels Blick und sieht nun, wie unweit des Pfades, der den Hang hinauf führt, zwei Buggies aus einer Höhle heraus gedonnert kommen, die hinter den grünen Zweigen und Büschen versteckt war. Zugleich steht jemand auf einer der Verzweigungen des metallenen Stegs weiter oben, der das Geschehen auf dem Fabrikgelände beobachtet. Unten rammen die beiden Buggies den Zaun um das Fabrikgelände einfach in voller Fahrt und reißen diesen dadurch ein Stück weit ein. Mit prahlerischen Vollbremsungen rutschen die beiden Buggies von links beziehungsweise rechts zu der Jugendgang und bleiben dort stehen. Die beiden Buggies scheinen auch aus verschiedenen Teilen zusammengeschweißt, wirken auf diese Weise aber besonders cool! Aus dem einen der beiden Buggies steigt Raffael mit einem draufgängerischen Grinsen aus.

Manuel, ebenfalls draufgängerisch grinsend: „Geiler Sound, Alter!”

Der Junge, der den anderen Buggy gefahren ist, grinst Manuel herausfordernd an:

„Bist du startklar?!”

Manuel, mit funkelndem Blick: „Immer!”

Juan, über Manuels Schulter: „Hey, übertreibt es nicht!”

Manuel dreht sich noch einmal zu Juan zurück: „Ist alles ganz easy — count on me!”

Manuels Blick und Tonfall sind in diesem Moment gar nicht draufgängerisch gewesen, sondern er hat wirklich ehrlich geklungen und hat den Eindruck geweckt, Juan auf eine sie eng verbindende Weise etwas versichern zu wollen. Dann zieht sich Manuel schwarze Handschuhe an. Am Buggy angelangt, richtet er seinen funkelnden Blick noch einmal ins Vollbild.

In herausforderndem Tonfall blitzt Manuel seinem Kontrahenten zu: „Lass krachen, Alter!”

Beide steigen in ihre Buggies und fahren jeder einen Bogen, so dass sie jetzt nebeneinander stehen. Juan, der bei den übrigen zuschauenden Gangmitgliedern steht, kneift sein rechtes Auge zusammen.

Manuel sieht mit funkelndem Blick seitlich aus seinem Buggy in die Ansicht und damit zu den anderen: „Let´s go egoracing!”

Dann fahren die beiden Buggies mit quietschenden Reifen los und ziehen lange, schwarze Reifenspuren hinter sich her. Innerhalb der nächsten eineinhalb Minuten rasen die beiden Jungs in ihren Buggies wie die Besessenen über das Fabrikgelände, fahren dabei immer wieder haarsträubende Manöver und enge Kurven und fegen wiederholt nur knapp an herumliegenden Schrottteilen und Blechstangen vorbei. Auch setzen die beiden Jungs immer wieder zu halsbrecherischen Überholmanövern an. Als sich die beiden schließlich auf der Zielgeraden befinden, also wieder auf die Gangmitglieder zu donnern, zieht Manuel ein letztes Mal mit Vollgas an seinem Konkurrenten vorbei: sein Fuß tritt das Pedal voll durch.

Manuel grinst beim Überholen zur Seite: „Du wirst ablosen, Kumpel!”

Dann kommen beide Buggies mit einer Vollbremsung wieder zum Stillstand — genau vor der versammelten Gang. Manuel steigt aus und schlägt mit einigen ein. Dann tritt Juan auf Manuel zu, und Manuel blickt Juan auf eine tiefgehende Weise in die Augen. Juan grinst und schlägt Manuel auf die Schulter: Der Blick in Manuels Gesicht zeigt jetzt überhaupt nicht mehr prahlerisches Gehabe, sondern regelrecht die Freude eines Kindes, das von seinen Eltern gelobt wird. Und der Ausdruck in Juans Gesicht zeigt offenen Stolz. Der andere Junge, gegen den Manuel angetreten ist, boxt Manuel locker gegen die Brust: „Yo, gratuliere, Alter — du bist ein Egoracer-Jedi!”

Beide lachen, indem Manuel auf die gleiche Weise zurück boxt.

Da tritt Raffael von hinten an Juan heran: „Hey, Ringo — wie sieht's aus: hast du noch Eier?!”

Raffael zeigt einen herausfordernden Blick.

Juan blickt Raffael fest in die Augen, indem Manuel seinen Blick wieder Juan zuwendet.

Juan, in gleichem Tonfall: „Worauf du deinen Arsch verwetten kannst!”

Raffael beginnt, breit zu grinsen, indem er mit der rechten Hand in Richtung der beiden Buggies weist: „Na, dann — Bock auf ´n Egorace?!”

Juan, der ebenfalls zu einem draufgängerischen Grinsen ansetzt:

„Da sag ich doch nicht nein, Alter!”

Juan und Raffael gehen zu ihren Buggies und lassen die Motoren wieder an: das Röhren hallt erneut von der Fabrikwand und aus dem Forest wider. Als Juan und Raffael im Halbkreis präzise aneinander vorbei gezirkelt sind, so dass sie jetzt wieder in die entgegengesetzte Richtung am Start stehen, tritt Manuel zu Juan und reicht ihm seine schwarzen Handschuhe in den Buggy, die er gerade wieder ausgezogen hat. Juan und Manuel wechseln einen tiefgehenden Blick miteinander, und dann klopft Manuel Juan einmal fest auf die Schulter: Juan antwortet mit einem fest entschlossenen, knappen Nicken.

Da brüllt Raffael aus seinem Buggy herüber: „Mach dich auf 'nen Höllenritt gefasst, Ringo!”

Juan dreht sich in die andere Richtung zu Raffael und zeigt jetzt ebenfalls einen draufgängerischen Blick: „Bist du bereit, gegen mich abzulosen, Raffael?”

Raffaels Blick blitzt böse: „Werden wir ja sehen!”

Juan: „Du sagst es!”

Dann donnern die beiden in ihren Buggies los, und die schwarzen Reifenspuren, die sie jetzt, schrill quietschend, hinterlassen, sind noch länger als die beim ersten Rennen! Gefesselt beobachten Manuel und die übrigen Gangmitglieder das heiße Rennen zwischen Juan und Raffael, bei dem die beiden auch andauernd den herumliegenden Schrottteilen ausweichen müssen: Ein Zusammenprall bei dieser Geschwindigkeit wäre wohl tödlich — zudem einige der Metallstangen genau in Fahrtrichtung ragen! Nur knapp zieht Raffael an Juan vorbei und drängt sich in Führung, doch sofort tritt Juan wieder sein Gaspedal durch, und als Raffael einem der Schrotthaufen knapp ausweicht, rast Juan lebensmüde zwischen dem Haufen mit den scharfen, rostigen Teilen und Raffaels Buggy hindurch. Die Jugendlichen um Manuel halten den Atem an, und der Schweiß läuft ihnen von den Stirnen — Manuel dagegen zeigt einen fest fixierten Blick, und sein Mund zeigt ein aufrichtig zufriedenes Grinsen: es macht den Eindruck, als sei auch er für Juan von Stolz erfüllt. Dann kommen die beiden Buggies in die Zielgerade, und Juan macht seine finale Vollbremsung mit einem deutlichen Vorsprung gegenüber Raffael.

Juan brüllt aus seinem Buggy, als die anderen Jungs begeistert mit ihm einschlagen: „Egorace!”

Dann blickt Juan zur Seite zu Raffael im anderen Buggy, und Raffael nickt Juan anerkennend zu: „Daumen hoch, Alter!”

Manuel tritt ebenfalls zu Juan, der gerade wieder aussteigt: die beiden blicken einander fest in die Augen. Dann umarmt Manuel Juan kumpelhaft.

 

Von der höher gelegenen Blechsiedlung der Gang aus verfolgt der Beobachter, wie jetzt ein paar andere Gelände-Buggies unter der Brücke der Highway-Auffahrt auftauchen und über den Weg für die Betriebsfahrzeuge weiterfahren.

Der blonde Junge greift zu einem Walkie-Talkie: „Sie kommen.”

Unten auf dem Fabrikgelände wird Manuel zugerufen: „Sie kommen!”

Manuel sieht mit blitzendem Blicke auf. Im selben Moment kommen die Buggies durch den weg gerammten Zaun auf das Fabrikgelände gefahren.

Juan tritt von hinten direkt neben Manuel: „Wer sind die?”

Manuel, der weiterhin die Heranfahrenden fixiert:

„Unser eigentlicher Gegner beim Egorace — das bisher war just for fun.”

Juan kneift seine Augen zusammen.

8 –

 

Auf dem Fabrikgelände sind aus den neu hinzugekommenen Buggies mehrere asiatische Jugendliche ausgestiegen. Ihr offensichtlicher Anführer tritt Manuel entgegen, der selbst als Anführer seiner Gang an der Spitze der versammelten Jugendlichen steht: hinter seiner linken Schulter ist Juan zu sehen, hinter seiner rechten Schulter Raffael. Der Anführer der asiatischen Gang hat längere schwarze Haare und trägt ein Schlangentattoo, das sich über seine gesamte Brust erstreckt, die man sehen kann, da er eine offene Lederweste trägt. Ihm ist ein zweiter Asiate aus seiner Gang gefolgt, der eine Glatze hat und über dessen linke Wange eine lange Narbe verläuft. Der Anführer der asiatischen Gang bleibt genau vor Manuel stehen, den er überragt, und schaut mit überlegenem Blick auf ihn herab:

„Bist du bereit, Zwerg?”

Manuel hebt lässig seinen Blick und grinst den Asiaten auf verführerisch draufgängerische Weise an:

„Lass es uns doch herausfinden, Schlange!”

Der Asiate hebt, kalt grinsend, wieder seinen Blick, und er und Manuel begeben sich zu ihren Buggies. Während Manuel nach einem kleinen Bogen schon am Start steht, lässt der Asiate den Motor seines Buggies einmal laut aufheulen und kommt mit Vollgas präzise neben Manuel geschossen: mit einer Vollbremsung bleibt er auf gleicher Höhe stehen.

Der Asiate blickt kalt, und ohne eine Miene zu verziehen: „Ready for take off?”

Manuel funkelt ihm mit fester Entschlossenheit entgegen, indem er sich wieder seine schwarzen Handschuhe anzieht: „Let´s go egoracing!”

Sogleich starten die Buggies ein weiteres Mal mit quietschenden und qualmenden Reifen durch und brettern querfeldein über das Fabrikgelände. Gegen die haarsträubenden Überholmanöver, die die beiden jetzt durchführen, waren die bisher gesehenen noch gar nichts! Auch krachen die Buggies immer wieder kurz gegeneinander, und die beiden Fahrer werden jedesmal abrupt durchgeschüttelt. Der Asiate, dessen längeres Haar im Fahrtwind weht, blitzt Manuel mit bösem Blick an. Dann zieht er ruckartig das Lenkrad ein Stück herum und rammt dadurch ein weiteres Mal Manuels Buggy — allerdings diesmal mit solcher Wucht, dass Manuel genau in einen der Schrotthaufen gedrängt wird.

Juan brüllt empört: „Das war ein mieses Foul!”

Raffael hält Juan zurück.

Der Asiate mit der Narbe blitzt Juan an:

„Im Egorace gibt es keine Regeln — nur wer Eier hat, kommt da durch!”

Raffael nickt Juan zu, indem er ihm in die Augen blickt und ihn nach wie vor zurückhält.

Raffael spricht Juan leise an:

„Da muss Manuel allein durch — aber er ist der beste Egoracer, den ich je gesehen habe.”

Raffael klopft Juan leicht auf die Schulter. Juan blickt wieder zu den über das Fabrikgelände bretternden Buggies: seinem Gesicht ist deutlich seine Sorge um Manuel anzusehen.

Manuel laufen die Schweißtropfen von der Stirn, indem er so gerade noch seinen Buggy unter Kontrolle halten kann und sich dabei seinen Weg durch die Schrottteile rammt. Dann tritt er sein Gaspedal wieder durch, und der Asiate sieht beim Blick nach hinten durch sein wehendes Haar hindurch, wie Manuel wieder aufholt. Als Manuel gerade an dem Asiaten vorbeiziehen will, reißt dieser mit verbissener und sichtlich verärgerter Miene erneut das Steuer herum und drängt Manuel dadurch derart brutal aus der Bahn, dass sich Manuels Buggy mehrfach überschlägt. Juan reißt seine Augen auf, und auch Raffaels Gesicht zeigt Entsetzen. Doch der Asiate kann nach der abrupten Richtungsänderung bei dieser Geschwindigkeit seinen Buggy auch nicht unter Kontrolle halten und überschlägt sich jetzt seitlich quer zur Fahrtrichtung: Im Verlaufe des mehrmaligen Überschlages wird der Asiate sogar aus dem Buggy heraus geschmettert, prallt auf den Teerboden auf und überschlägt sich noch mehrmals. Im Hintergrund ist Manuels Buggy jetzt völlig verbeult auf der Seite liegen geblieben, während weiter vorn der fahrerlose Buggy des Asiaten gegen die Fabrikwand kracht und dort in Flammen aufgeht. Juan läuft sofort los, und Raffael stellt sich dem glatzköpfigen Asiaten mit der Narbe in den Weg, der gerade ein langes Messer gezogen hat.

Raffael: „Er will nur nach unserem Fahrer sehen!”

Der Asiate blickt Raffael verachtend an, sagt aber kein Wort.

Manuel kommt gerade aus seinem Buggy gekrochen, als Juan schon bei ihm ist und ihm hoch hilft: Manuel hat eine Wunde auf der Stirn, aus der ihm Blut über das Gesicht läuft. Währenddessen rappelt sich der Asiate vom Boden auf: Sein Schlangentattoo auf der Brust ist blutverschmiert, und beim Husten würgt er eine Ladung Blut aus, das zähflüssig aus seinem Mund und über sein Kinn läuft.

Er dreht sich kurz nach hinten zu Manuel, der von Juan gestützt wird, und dann wieder zu den zuschauenden Gangmitgliedern: „Hier steht der neue Egorace-Champion!”

Während die Jungs aus der Gang des Asiaten laut losgrölen, blickt Manuel dem ihn stützenden Juan fest in die Augen und keucht:

„Es geht hier um mehr als bloßen Stolz — wir brauchen den Gewinn!”

Juan blickt Manuel für einen kurzen Moment unentschlossen in die Augen, dann ruft er laut zu dem Asiaten: „Hey, du Champion — seit wann machst du nur halbe Sachen?!”

Das Grölen der Gang verstummt sofort, und der Asiate dreht sein Gesicht mit hinterher wehendem Haar in Juans Richtung: sein Gesicht zeigt wütende Empörung.

Juan: „Die Zielgerade ist doch noch meilenweit entfernt!”

Der Asiate zieht plötzlich eine Pistole und richtet diese auf Juan.

Da ruft Raffael von hinten: „Das Egorace ist erst dann vorbei, wenn einer der beiden Fahrer lebend wieder dort ankommt, wo das Rennen gestartet ist!”

Der Asiate senkt seine Pistole wieder und brüllt: „Der ist doch nur noch Matsch!”

Manuel brüllt zurück, indem Juan spürt, dass er ihn noch mehr stützen muss:

„Kürzlich noch mal in den Spiegel geguckt?!”

Der Asiate brüllt seine Wut zusammen mit schäumendem Blut heraus.

Der glatzköpfige Asiate mit der Narbe tritt jetzt lässig dazwischen:

„Also gut, kleiner Racer-Boy — aber ich übernehme den Endspurt!”

Er wechselt einen Blick mit seinem Anführer, und dieser nickt ihm gewährend zu:

„Mach den Schwanz platt!”

Der glatzköpfige Asiate grinst böse wieder in Manuels Richtung: „Das habe ich vor.”

Manuel dreht seine Augen zu Juan, während Juan spürt, wie Manuels Körper mehr und mehr zusammensackt.

Juan blickt dem glatzköpfigen Asiaten in die Augen:

„Du wirst schon mit mir Vorlieb nehmen müssen!”

Der Asiate grinst noch breiter: „Okay, dann bist du der Nächste, der Matsch ist!”

Juan sieht Manuel noch einmal in die Augen: Manuel nickt und streift sich seine Handschuhe ab, die er Juan mit blutenden Händen zureicht. Da kommt Raffael herbeigelaufen und übernimmt Manuel. Indem Juan losgeht, klopft ihm Manuel noch von hinten auf die Schulter. Der glatzköpfige Asiate nimmt einen der übrigen Buggies, mit denen er und seine Gang gekommen sind, während Juan den zweiten Buggy von Manuels Gang nimmt. Beide stellen sich jetzt Seite an Seite dort auf, wo der andere Asiate Manuel abgedrängt hat.

Der Glatzköpfige faucht Juan seitlich an: „Wenn du gleich über den Teer schleifst, wirst du dir wünschen, niemals gegen mich angetreten zu sein!“

Juan bleibt cool: „Und dich wird man höchstens in der Kläranlage wiederfinden!“

Der Asiate brüllt laut vor Wut und gibt Vollgas, Juan donnert gleichzeitig los, und das Egorace geht weiter. In einem regelrechten Slalom überholen sich beide abwechselnd bei lebensmüdem Tempo. Noch eine Runde müssen sie um eines der Fabrikgebäude drehen. Der Asiate zieht jetzt abrupt zur Seite, während Juan gerade wieder an ihm vorbeizieht. Tatsächlich behält der Asiate seinen Buggy unter Kontrolle, während Juan jetzt fast nur noch auf zwei Rädern fährt. Nass geschwitzt, lenkt er gegen und kippt jetzt auf die anderen beiden Räder. Nach einem erneuten Gegenlenken hat Juan wieder alle Viere auf dem Boden. Die Mitglieder aus Manuels Gang halten den Atem an. Jetzt fährt der Asiate mit Absicht durch einige der Schrottteile hindurch, so dass einige Metallsplitter nach hinten geschleudert werden. In seinem Buggy trifft einer der Splitter Juan am Arm und verursacht dort einen blutenden Schnitt. Juan verzieht sein Gesicht und beißt jetzt wütend die Zähne zusammen. Dann gibt Juan noch einmal Vollgas, und zieht an dem Asiaten vorbei. Da dieser allerdings im Slalom fährt, muss Juan bei diesem Tempo andauernd gegenlenken, so dass er erneut kurz nur auf zwei Rädern fährt und beim Überholmanöver wieder auf die anderen beiden Räder wechselt. Beim Überholen spuckt der Asiate aus dem Buggy heraus in Juans Richtung, doch die Spucke klatscht im starken Fahrtwind nach hinten weg.

Juan grinst eiskalt, indem er brüllt: „Na, wer wünscht sich jetzt was?!”

Jetzt fährt Juan dicht vor dem Asiaten und scheint etwas langsamer zu werden. Aus der Sicht des Asiaten versperrt Juans Buggy die komplette Fahrbahnübersicht. Juan kneift kalten Blickes seine Augen zusammen, indem er starr geradeaus sieht. Die Mitglieder aus beiden Gangs halten gebannt den Atem an, und der von Raffael gestützte Manuel lacht. Dann ist aus der Sicht des Asiaten zu sehen, wie Juan blitzschnell nach links lenkt und wie mitten in der Fahrbahn ein Schrotthaufen mit scharfen Metalltrümmern liegt. Der glatzköpfige Asiate reißt entsetzt seine Augen auf und schreit mit sich überschlagender Stimme. Sofort brettert sein Buggy mit mörderischer Geschwindigkeit in den Schrotthaufen, wo von vorn einer der scharfen Metalltrümmer frontal auf das Gesicht des Asiaten zuschießt und entlang der kompletten Narbe die Wange blutströmend aufgerissen wird. Einen Sekundenbruchteil später können die Zuschauenden nur noch entsetzt mitansehen, wie der Buggy durch die Kollision aufgebockt wird, sich überschlagend über den Schrotthaufen hinüber fliegt, mit dem Dach wieder auf dem Teerboden aufschlägt, wobei eine Blutsalve nach allen Seiten wegspritzt, und wie der Buggy dann funkenspeiend noch meterweit in voller Geschwindigkeit auf dem Dach über den Teer rutscht, bis er durch den Zaun um das Fabrikgelände hindurch schlägt und in den Fluss zum Forest hin kracht. Juan bleibt mit einer Vollbremsung und einer gleichzeitig ausgeführten 180°-Wende gekonnt vor den beiden Gangs stehen und tritt jetzt dem langhaarigen Asiaten standfest entgegen: Ein Blick in Juans Gesicht zeigt eine Spur Entsetzen, aber zugleich eine kaltblütige Entschlossenheit, zwischen denen er hin- und hergerissen zu sein scheint.

Manuel, der inzwischen zumindest wieder aus eigener Kraft humpeln kann, tritt hinzu:

„Das Egorace ist entschieden, und wir bekommen das Geld!”

Raffael und die übrige Gang treten entschlossen hinzu. Da zieht der Asiate seine Pistole erneut, doch Manuel tritt ihm diese reaktionsschnell aus der Hand. Sofort verpasst der Asiate Manuel einen brutalen Kinnhaken, doch Manuel fängt seinen Sturz auf, springt sofort wieder auf und verpasst dem Asiaten einen nicht weniger brutalen Highkick — beide stürzen durch den zerschmetterten Zaun in den Fluss hinein. Währenddessen ziehen die Mitglieder aus beiden Gangs ihre Messer. Im Fluss schlägt Manuel dem Asiaten mit seiner Stirn mitten ins Gesicht, woraufhin aus der Nase des Asiaten das Blut strömt. Mit seinem Knie verpasst Manuel dem Asiaten sofort noch einen Tritt ins Gesicht, dreht ihm dann den Arm brutal herum und stippt den noch kurz Schreienden mit dem Kopf unter Wasser: im Gesicht des Asiaten treten im kalten Wasser die Adern bläulich hervor und das aus seiner Nase strömende Blut verteilt sich im Wasser.

Manuel brüllt zu den anderen hinüber: „Hey – wartet, wenn euer Boss hier überleben soll!”

Sofort blicken alle zu ihm, und die Gang des Asiaten hält inne.

Manuel: „Her mit dem Zaster, oder ich schleife ihm seine Visage im Fluss ab!”

Manuel zieht den Kopf des Asiaten an den langen Haaren wieder aus dem Wasser, indem er ihm immer noch den Arm brutal umdreht.

Indem ihm das Blut zusammen mit dem herablaufenden Wasser über das ganze, leicht blau angelaufene Gesicht verteilt wird, brüllt der Asiate kraftlos:

„Hör auf!! Ihr kriegt die Kohle!! Bitte!!!”

Manuel beginnt wieder, breit zu grinsen: „Das hast du aber schön gesagt!”

Abrupt drückt Manuel den Kopf des Asiaten wieder in das Flusswasser hinunter, indem dieser schreit: „Nein!! Bitte!!!”

Doch sofort zieht Manuel den Asiaten wieder hoch und schmettert ihn rückwärts hart mitten in den Fluss.

Manuel lacht gönnend: „Ich würd´ mir mal die Windeln wechseln!”

Sofort gleitet Manuels Blick wieder zu den anderen zurück und zeigt jetzt die deutliche Aufforderung. Einer der Mitglieder aus der Gang des Asiaten überreicht Juan einen Schuhkarton. Indem Juan diesen öffnet, behält Raffael, der direkt neben Juan steht, die andere Gang im Auge. Dann nickt Juan Manuel zu. Indem der Asiate hustet und, sich über das blutüberströmte Gesicht wischend, gerade wieder aus dem kalten Fluss aufstehen will, dreht sich Manuel blitzschnell noch einmal zu ihm um, und tritt ihn zurück ins Wasser.

Mit dem rechten Fuß auf der Brust des im Wasser Liegenden beugt sich Manuel mit drohendem Blick herunter: „Fordere mich niemals wieder heraus, Schlange!”

Dann nimmt Manuel seinen Fuß wieder von dem Asiaten herunter, und dieser kriecht, eine Blutspur hinter sich herziehend, ans Ufer, wo er von seiner Gang aufgelesen wird, die jetzt wieder abrückt. Juan und Raffael wechseln einen einstimmigen Blick miteinander und blicken dann zu Manuel hinüber, der ihnen zufrieden zunickt.

 

  • 9 –

  •  

Während die Letzten aus Manuels Gang das Fabrikgelände im Hintergrund verlassen, um in die naheliegende Blechsiedlung zurückzukehren, sitzt Juan noch am Ufer des Flusses im Vordergrund. Manuel tritt seitlich zu Juan und setzt sich neben ihn. Dabei zieht sich Manuel die völlig durchnässten Schuhe aus, die noch recht neu aussehen.

Manuel grinst Juan an: „Tja, ich hatte sie eigentlich erst neu geklaut.“

Juan erwidert das Grinsen, indem sich Manuel auch noch seine Socken auszieht und diese auswringt.

Manuel klopft Juan auf die Schulter: „Hey, du weißt, dass du jetzt der neue Egorace-Champion bist — und das zu Recht!”

Juan: „Ja, ist schon klar.”

Manuel: „Vergiss das Narbengesicht, okay — wäre er nicht beim Egorace gegen dich abgetreten, dann mit Sicherheit demnächst irgendwann bei der nächsten Messerstecherei!”

Juan: „Ja — ja, du hast Recht.”

Manuel umarmt Juan kumpelhaft: „Du musst dich jetzt entscheiden, wer deine Familie ist, Juan.”

Juan merkt sofort auf — offenbar, weil Manuel ihn „Juan” genannt hat.

Juan nickt: „Ja, das muss ich wohl.”

Manuel blickt Juan wie ein guter Freund an: „Ich glaube, das weißt du aber schon.”

Juan blickt nachdenklich in den Fluss und erneut Manuel genau in die Augen. Dann blickt Juan in die andere Richtung und beginnt auf einmal zu grinsen. Auf Manuels fragenden Blick hin weist Juan mit seinem Blick auf die Hand von Manuels Arm, mit dem er Juan umarmt: in der Hand auf Juans Schulter hält Manuel immer noch seine nassen Socken.

Manuel grinsend: „Oh!”

 

Manuel kommt allein, mit seinen Schuhen und Socken in der Hand, den Hang zurück in die Blechsiedlung herauf: barfuß geht er den Metallsteg entlang und überquert die große Plattform. Er gelangt über die Metalltreppe am anderen Ende der Plattform, auf deren unterster Stufe er seine Schuhe und Socken ablegt, hinauf in das jetzt geöffnete Blechhaus, in dem es aber nach wie vor ziemlich dunkel ist. Hier liegt auf einem ebenfalls zusammengeschweißten Metalltisch noch der aufgeschlagene Zeitungsartikel, dass Dirk Grey zum neuen Bürgermeister von Green-Stone-Town gewählt worden sei.

Der blonde Junge, der beim Egorace hier zurückgeblieben war, tritt aus einer anderen Ecke im Halbdunkel zu Manuel:

„Und du meinst, es sei wirklich eine gute Idee gewesen, Juan herzubringen?!”

Manuel dreht seinen Kopf zu dem Jungen und funkelt ihm aus seinen Augen entgegen:

„Auf jeden Fall — er wird sich bald entscheiden, vertrau mir!”

„Das hoffe ich, Manuel — denn ansonsten hätte ich mit dem noch ´ne Rechnung offen!”

Manuel, eindringlich: „Wart´s nur ab!”

Der Blonde nickt: „Du kennst ihn sowieso besser als wir alle!”

Manuel, funkelnd: „So ist es, Julian.”

 

  • 10 –

 

Das nächtliche Green-Stone-Town: Alles ist friedlich und ruhig, auf den gemütlichen Nebenstraßen sind noch die Malereien der Kinder vom vergangenen Tag zu sehen, und in der Luft liegt noch der Duft blühender Pflanzen. Am Rande des Örtchens befindet sich ein kleines Firmengebäude, das von einer nicht allzu hohen Mauer umschlossen ist. Von der Straße aus führt eine Firmeneinfahrt zu dem Gebäude, wo die Mauer unterbrochen ist und ein geschlossenes Tor den Zugang versperrt. Die Mauer scheint schon älter zu sein: überall wuchern grünes Moos sowie bläuliche Algen und Flechten auf den teilweise verwitterten Steinen. Ein älterer Mann in Wachpostenuniform patrouilliert gerade auf dieser Seite des Firmengebäudes über das abgesperrte Gelände. Er hustet einmal vor sich hin und setzt seinen Weg in gleichmäßigem Tempo fort. Ungesehen steht im nächtlichen Forest ein nicht unbekannter Gelände-Buggy im Dunkeln zwischen den Bäumen. Im hinteren Teil des Buggies, der zum Transportieren von größeren Ladungen gedacht ist, befinden sich ein paar der Jungs aus Manuels Gang und dösen in offenkundiger Bereitschaft vor sich hin. Hinter dem Steuer sitzt Raffael, der das Firmengebäude genau im Auge behält. Jetzt betätigt er sein Walkie-Talkie:

„Okay, die Luft ist auf dieser Seite wieder für die nächsten drei Minuten rein.”

Ein zweiter Buggy steht unweit mitten auf einem Waldweg. Hier sitzen Manuel am Steuer und Julian neben ihm auf dem Beifahrersitz.

Julian antwortet ebenfalls über Walkie-Talkie:

„Verstanden, dann wollen wir uns mal den Wecker stellen.”

Julian blickt zu Manuel: „Let´s go!”

Manuel zeigt wieder seinen draufgängerisch funkelnden Blick.

Beide ziehen sich plötzlich dunkle Masken über.

Mit einem Mal hellen die Scheinwerfer des Buggies das Dunkel der Nacht auf, und sofort tritt Manuel das Gaspedal durch. Der Buggy brettert den Waldweg entlang und wird dabei zunehmend schneller. Dann, als der Waldweg eigentlich eine Biegung macht, donnert der Buggy geradeaus mitten durch das Gebüsch, hebt leicht ab und kommt dann von seiner etwas höheren Position aus auf die Mauer um das Firmengebäude zugeflogen. Indem die Reifen ohne Widerstand in der Luft durchdrehen und der Motor überdrehend aufheult, schreien Manuel und Julian begeistert:

„Wow – das ist der Wahnsinn!”

Noch knapp schlägt der Buggy gegen den oberen Rand der Mauer, wobei die verwitterten Steine einfach gesprengt werden und der Stacheldraht zerfetzt wird. Dann schlägt der Buggy donnernd auf der anderen Seite der Mauer auf dem Firmengelände auf, und die Federung des Buggies, die auch extremen Belastungen im Gelände standhalten muss, macht den harten Aufprall erträglich. Noch indem Manuel gegenlenkt und den Buggy wieder unter Kontrolle zu bringen versucht, springt Julian in voller Fahrt ab und rollt sich auf dem Boden ab. Im Hintergrund hat Manuel den Buggy wieder unter Kontrolle bringen können und hat noch rechtzeitig zur Seite gezogen, bevor er mit dem Buggy frontal mit voller Geschwindigkeit gegen die Wand des Firmengebäudes gekracht wäre. Im Vordergrund kommt gerade der Wachposten um die Ecke, der sofort seine Waffe zieht:

„Hey, was zur Hölle...?!”

Da donnert ihm seitlich eine Faust mit Wucht gegen den Kopf, die ihn bewusstlos zu Boden schickt. Der maskierte Julian tritt ins Bild: „Nacht, Alter!”

Julian winkt Manuel im Buggy zu, und Manuel gibt erneut Vollgas.

Mit Vollgas fährt Manuel jetzt auf die Eingangstür des Firmengebäudes zu, während Julian sich umdreht und in die Hocke geht. Da kracht der Buggy schon mit voller Geschwindigkeit durch die Eingangstür hindurch, und die Holzsplitter werden durch die Luft geschmettert.

 

Im dunklen Forest blickt Raffael im anderen Buggy über die Schulter auf die Ladefläche nach hinten: „Es geht los, Jungs!”

Er und die übrigen Jungs ziehen sich ebenfalls Masken auf.

Jetzt strahlen auch die Scheinwerfer des zweiten Buggies auf.

Mit quietschenden Reifen ist Manuels Buggy im Innern des Firmengebäudes zum Stillstand gekommen: die Scheinwerfer erhellen die dunkle Umgebung und zeigen einige Regale im Halbdunkel. Manuel blickt in den Rückspiegel und sieht den maskierten Julian, der gerade wieder aufgetaucht ist: er winkt Manuel zu. Manuel nickt knapp und legt den Rückwärtsgang ein. Erneut tritt sein Fuß das Gaspedal durch, und von draußen ist zu sehen, wie der Buggy im Affenzahn rückwärts wieder aus dem Gebäude herausgeschossen kommt, direkt vor Julian vorbei brettert und dann rückwärts das Tor zum Firmengelände durchbricht. Dahinter dreht Manuel den Buggy gekonnt zur Seite und macht eine erneute Vollbremsung. Geradeaus ist schon der zweite Buggy zu sehen, der durch das nicht mehr vorhandene Tor auf das Firmengelände und direkt ins Gebäude hinein fährt. Die Maskierten springen von der Ladefläche und verteilen sich zwischen den Regalen, die im Scheinwerferlicht einigermaßen erhellt werden. Sie scheinen genau zu wissen, wonach sie suchen. Draußen tritt der maskierte Julian mit in die Seiten gestemmten Armen in den roten Schein der Schlussleuchte.

 

  • 11 -

  •  

Chris liegt in seinem Bett und wälzt sich gerade im Schlaf von der einen Seite auf die andere. Durch das gekippte Fenster scheint von draußen der Mond herein. Da piept Chris´ Watchcomm mehrfach, bis Chris aufwacht. Nach einem Moment der Orientierungslosigkeit ergreift Chris seinen Watchcomm: „Ja, Airfighter?”

Eine Minute später laufen Bill und Chris sich im Flur über den Weg.

Bill: „Ja, ja — die Nacht war ja auch lang genug!”

Als beide an der Haustür vorbeikommen, kommt Juan gerade herein: offensichtlich ist er jetzt erst nach Hause gekommen.

Juan: „Oh, hi! Was habt ihr denn vor?”

Bill: „Eine Nachricht vom Policedepartment — wir sehen's uns in der Computerzentrale an.”

Juan: „Oh, verstehe — na, dann komm ich direkt mit.”

Chris: „Du legst dich hin und schläfst erst mal ´ne Runde! Hast du mal in den Spiegel gesehen?”

Juan blickt in den Spiegel, der neben ihm an der Wand hängt: er sieht deutlich übernächtigt aus.

Juan verzieht sein Gesicht und dreht sich zu Bill und Chris zurück:

„Mmh — ich seh' beschissen aus.”

Chris: „Siehst du — und deshalb ab ins Bett!”

Juan: „Aye, Commander.”

Chris und Bill verlassen das Haus und gelangen über die nächtliche Wiese in die Airfighter-Computerzentrale, in der beim Eintreten das Licht automatisch aktiviert wird. Bill und Chris kneifen, etwas geblendet, ihre Augen zusammen.

Chris: „Okay, dann mal auf den Schirm!”

Auf einem der zahlreichen Bildschirme in der großen Metallwand erscheint das Gesicht Captain John Carters im Main Policedepartment.

Carter: „Guten Morgen, Ihnen beiden — tut mir leid, dass ich sie so früh schon wecke!”

Chris: „Fühlt sich eher an wie noch so spät!”

Carter grinst, dann fährt er fort:

„Es hat einen Einbruch in eine Firmenlagerhalle in Northern-G.S.T. gegeben. Der automatische Alarm ist vor einer halben Stunde eingegangen. Unsere Leute sind bereits vor Ort, doch die Täter sind längst über alle Berge. Jedoch könnten Sie mit Airfighters Sensoren ...”

Chris nickt: „… vielleicht doch noch etwas registrieren. Aller klar, Captain — Bill und ich düsen mal vorbei!”

Bill nickt Carter ebenfalls zu.

Carter: „Die genauen Koordinaten sind Ihnen bereits übermittelt worden.”

Bill: „Airfighter, die übermittelten Koordinaten als Ziel programmieren!”

Airfighter, über Funk: „Verstanden, Bill.”

Bill und Chris nicken John Carter noch einmal zu, als der Bildschirm wieder erlischt. Durch die automatische Schleuse fahren Bill und Chris in die Airfighter-Starthöhle und bemannen das Cockpit.

Chris: „Wehe, du bist schadenfroh, weil du keinen Schlaf brauchst!”

Airfighter: „Würde mir niemals einfallen, Chris!”

In Außenansicht öffnet sich das Tor, und aus dem dunklen Innern startet Airfighter mit aktivierten Scheinwerfern in die Nacht hinaus.

 

 

  • 12 –

  •  

Vor dem Firmengebäude am Rande des nächtlichen Forests stehen mehrere Streifenwagen mit Blaulicht, und auf dem ganzen Gelände suchen die Officers nach Spuren. Der niedergeschlagene Wachposten sitzt in einer Ecke an der Hauswand und wird ärztlich versorgt; ein Officer nimmt gerade seine Aussage zu Protokoll. Da senkt sich Airfighter durch die nächtlichen Baumwipfel hindurch und geht unter vollem Gegenschub seiner Positionstriebwerke bis fast auf Bodenhöhe nach unten. Im Lichtkegel des Flugscheinwerfers sehen Bill und Chris die im Einsatz befindlichen Officers sowie die aufgebrochene Lagerhalle.

Einer der Polizisten im Scheinwerferlicht betätigt gerade sein Funkgerät:

„Guten Morgen, schön Sie bei uns zu haben!”

Bill: „Wie sieht's hier unten aus?”

„Wir sind noch bei der Spurensicherung.”

Chris: „Können Sie uns hier gebrauchen, oder sollen wir die Umgebung abchecken?”

„Letzteres wäre wohl hilfreicher — wir wissen nämlich nicht, wohin die Täter geflohen sind.”

Chris: „Alles klar — wir verschaffen uns mal 'nen Überblick!”

Sofort zieht Airfighter wieder senkrecht nach oben in den Nachthimmel.

Auf Bildschirm_1 ist eine schematische Landkarte der Umgebung zu sehen.

Airfighter: „Dieser Waldweg führt oberhalb am Gelände dieser Lagerhalle vorbei.”

Bill: „Scanne das mal ins Vollbild ein!”

Von innen wird die Stelle auf die Cockpitscheibe projiziert, von wo aus Manuel und Julian mit ihrem Buggy den Sprung über den Zaun unternommen haben.

Airfighter: „Meine Sensoren erfassen die Spuren eines starken Beschleunigungsmanövers.”

Chris: „Sie könnten zum Beispiel mit einem Geländewagen von dort aus mit Vollgas über den Zaun gesprungen sein.”

Airfighter vergrößert jetzt in der Projektion die Stelle des Zaunes, die vom Buggy beim Sprung beschädigt worden ist.

Bill: „So sieht's wohl aus.”

Airfighter: „Gemäß Landkarte führt der Waldweg von hier aus einmal quer durch den Wald. Er führt später auf einen Kontrollweg für Dienstfahrzeuge unweit der Auffahrt auf den Green-Stone-Highway.”

Chris: „Okay, lass uns den Weg mal überfliegen!”

Airfighter: „Aye, Chris.”

 

  • 13 –

  •  

Am Fuße des Hanges tragen die Jungs aus Manuels Gang gerade die erbeuteten Teile aus der Lagerhalle zur Blechsiedlung hinauf, während im Hintergrund die Buggies wieder in dem getarnten Höhleneingang verschwinden.

Oben steht Manuel mitten auf der großen Metallplattform: er hat seine Arm in die Seiten gestemmt und beobachtet zufrieden den Ablauf; in seinen Augen spiegelt sich der Sternenhimmel, wodurch sein eindrucksvoller Blick noch glänzender wird.

 

  • 14 –

  •  

Irgendwo über den nächtlichen Green-Stone-Mountains patrouilliert Ned Burton in einer Airforce-Maschine und betätigt gerade sein Funkgerät.

Ned: „Hey, Chris, Bill — was macht ihr denn schon so früh in der Luft?”

Chris: „Irgendwie klingst du so schadenfroh, Ned!”

Ned: „Ich doch nicht!”

Bill: „Hast du diesmal die Nachtschicht erwischt?”

Ned: „So ist es.”

Chris: „Es hat vorhin einen Überfall auf eine Lagerhalle gegeben — wir checken mal die Umgebung.”

Ned: „Braucht ihr noch ein zweites Paar Sensoren?”

Chris: „Keine Chance — du bleibst in deiner Nachtschicht!”

Ned: „Tja, mein Schicksal — aber seit dem letzten Angriff der programmierten Zerstörer und des automatischen Luftschiffes ist im Luftraum G.S.T. noch nichts wieder vorgefallen.”

Bill: „Wollen wir hoffen, dass es erst mal so bleibt!”

Ned: „Aber für den Fall, dass ich was Auffälliges registriere, gebe ich euch Bescheid!”

Chris: „Alles klar!”

Airfighter: „Wir erreichen jetzt den Kontrollweg, auf den der Waldweg führt.”

Bill: „Hmm — das hat mal so richtig viel gebracht!”

Chris: „Lass uns hier noch eine Runde drehen, und dann fliegen wir zurück zur Lagerhalle!”

Airfighter: „Kurs ist eingegeben.”

 

In dem größeren Blechhaus oberhalb der Plattform stehen Manuel und Julian an einem der kleinen Fenster und sehen den unweit über den Baumwipfeln hinwegfliegenden Airfighter.

Julian: „Die Geier sind auf der Suche.”

Manuel grinst, indem er zu Julian blickt: „Leider werden wir sie hungern lassen!”

 

Vor der Lagerhalle landet Airfighter direkt auf dem Gelände, und Chris und Bill steigen aus:

Bill wendet sich an den Polizisten, mit dem die beiden zuvor gefunkt hatten:

„Leider negativ — wir konnten keine Spur der Täter mehr finden.”

Chris: „Ist die Bestandsaufnahme inzwischen vollständig?”

Officer: „Ja, das ist sie. Sehen Sie: Die Reifenspuren deuten auf zwei Fahrzeuge hin. Das eine scheint über die Mauer gesprungen zu sein — wohl von dort oben.”

Chris: „Positiv — das haben wir schon gecheckt.”

Officer: „Den Spuren zufolge hat dieser Wagen dann das Hallentor aufgebrochen und den Zaun von innen durchfahren. Danach ist wohl das zweite Fahrzeug direkt über die Zufahrt auf das Gelände gefahren, und die Täter haben sich das geholt, was sie haben wollten.”

Bill: „Was ist mit der Zeugenaussage des Wachmannes?”

Officer: „Er ist von hinten niedergeschlagen worden, gerade als er den vermeintlichen Aufprall des ersten Fahrzeuges gehört hatte — der Mann hat leider gar nichts mehr mitbekommen.”

Chris: „Dann kombinieren wir Airfighters Scanergebnisse mit den Auswertungen Ihrer Spurensicherung auf dem Revier.”

Officer: „Mehr können wir hier erst mal nicht tun.”

Bill nickt knapp, und er und Chris starten erneut mit Airfighter, um über das nächtliche Green-Stone-Town zurück zur Basis zu fliegen

 

  • 15 –

  •  

Am nächsten Morgen geht die Sonne über den grünen Baumwipfeln auf: Jessicas großes Grundstück wird von frischem Nebeldunst überzogen.

In ihrem Bett schlägt Jessica die Augen auf und blickt jetzt zur Seite: neben ihr liegt Marshal, der noch zu schlafen scheint. Jessica beginnt zu grinsen, indem sie sich zu Marshal hinüber beugt und ihn auf den Mund küsst. Als Jessica sich wieder zurück beugt, hat Marshal bereits seine Augen aufgeschlagen und grinst Jessica ebenfalls an.

Jessica: „Guten Morgen.”

Marshal: „Guten Morgen.”

Jessica: „Du warst schon wach?!”

Marshal nickt grinsend: „Aber das gerade konnte ich mir doch nicht entgehen lassen!”

Jessica nimmt das Kopfkissen und schlägt es Marshal um die Ohren.

Marshal hebt seine Hände: „Okay, okay – ich ergebe mich und gestehe, dass ich ein Schwindler bin!”

Jessica hält inne, indem sie jetzt halb auf Marshal liegt: „Das ist gut für dich!”

Marshal grinst jetzt noch breiter: „Aber für manche Dinge lohnt es sich halt zu schwindeln!”

Jessica: „Na warte!”

Schon schlägt sie Marshal das Kopfkissen ein zweites Mal um die Ohren.

 

Kurze Zeit später sitzen die beiden in Jessicas Küche beim gemütlichen Frühstück zusammen am Tisch. Durch die Fensterscheibe hindurch zeigt sich bereits der strahlend blaue Himmel — die Sicht wird nur noch vereinzelt von leichten Nebelschwaden getrübt.

Marshal: „Leider können wir uns heute nicht schon wieder frei nehmen.”

Jessica: „Obwohl es ja verlockend wäre!”

Marshal: „Tja, der CIA hätte wohl etwas dagegen, wenn einer seiner Colonels plötzlich anfangen würde, andauernd blau zu machen.”

Jessica: „Und für das Airfighter-Team wäre es auch nicht gerade förderlich, wenn eines seiner Mitglieder seine Pflichten vernachlässigen würde.”

Beide grinsen einander an, indem sie ihre Brötchen essen.

 

  • 16 –

  •  

Eine halbe Stunde später fährt Jessica mit ihrem Auto durch Green-Stone-Town und den Berg zu Chris´ Grundstück hinauf. Von der Einfahrt aus geht sie direkt zur unterirdischen Computerzentrale. Beim Verlassen des Ein-Etagenaufzuges trifft Jessica in der Zentrale auf Bill und Chris.

Jessica: „Hi, ihr beiden — guten Morgen!”

Bill: „Guten Morgen, Jessie — alles klar?!”

Chris: „Guten Morgen — ich hoffe, du durftest länger schlafen als wir!”

Jessica: „Oh, ihr Armen — seid wann seid ihr denn schon auf den Beinen?”

Bill: „Wir erhielten heute früh die Nachricht vom Überfall auf ein Firmengebäude im Forest.”

Chris weist Jessica zu den Auswertungen auf dem Bildschirm:

„Das hier ist unser momentaner Stand.”

Jessica liest sich die Auswertung durch. Dann blickt sie wieder zu Bill und Chris.

Jessica: „Ich glaube, ihr beiden könntet jetzt gut 'nen Kaffee vertragen!”

Bill und Chris zeigen sofort ein dankbares Lächeln.

Jessica erwidert das Lächeln: „Bin schon unterwegs.”

Bill: „Du bist die Größte!”

Chris: „Das gebe ich dir schriftlich!”

 

Im Hintergrund brüht der aromatisch duftende Kaffee in der Kaffeemaschine, und Jessica verlässt gerade die Küche, um ins Bad zu gehen. Als sie direkt vor der Tür steht, öffnet sich diese, und Juan kommt heraus: er hat gerade geduscht und ist nur mit Boxershorts bekleidet. Er bleibt unmittelbar vor Jessica stehen, und beide sehen einander wie erstarrt an: Jessica riecht das Duschgel, indem sie direkt vor Juans Brust steht.

Juan: „Jessie!”

Jessica: „Juan — ich, äh, wollte gerade...”

Juan tritt beiseite, um Jessica den Weg ins Bad frei zu machen: „Ja, klar doch.”

Jessica geht an Juan vorbei. Indem sie die Tür schließt, dreht sie sich wieder zurück zu Juan: beide blicken einander schweigend in die Augen. Dann schließt Jessica die Tür, und Juan geht weiter durch den Flur.

 

Kurz darauf sitzen alle vier in der Computerzentrale vor den Auswertungen und genießen Jessicas Kaffee.

Computer: „Nach den Scanauswertungen dürfte es sich um zwei Gelände-Buggies eines solchen Bautyps gehandelt haben.”

Auf einem weiteren Bildschirm erscheinen zwei Buggies — Juan erkennt den Bautyp sofort wieder.

Chris bemerkt Juans Blick.

Chris: „Hey, ist dir noch was aufgefallen?”

Juan ändert abrupt wieder seinen Blick:

„Ich dachte nur gerade, das sind schon coole Geräte, oder?!”

Chris grinst.

Bill: „Oh, ja — so einen will ich mir auch mal noch zulegen!”

Jessica: „Nur bringt uns das jetzt noch nicht wirklich weiter, oder?!”

Bill: „Vorerst wohl nicht — aber wir schicken das hier sofort ans Main Policedepartment weiter.”

Chris: „Wir könnten danach einfach mal auf gut Glück Stellung beziehen und den Green-Stone-Highway im Auge behalten — vielleicht sehen wir dabei ein paar solcher Buggies!”

Bill: „Denn wer auch immer den Überfall begangen hat, muss irgendwann mit den Teilen verschwinden — und bisher ist ja noch nichts durch die Kontrollen gegangen!”

Juan: „Mich müsst ihr allerdings heute Vormittag noch entschuldigen, da ich bei meinen Jungs bin!”

Chris schlägt Juan auf die Schulter: „Grüße sie mal von uns!”

Juan nickt: „Mach ich!”

Jessica: „Ich bleibe hier und koordiniere die Ermittlungen mit der Polizei.”

Juan, der Jessica vorsichtig ansieht: „Dann komme ich später hierher zu dir.”

Jessica blickt ebenfalls etwas vorsichtig zurück: „In Ordnung.”

 

 

  • 17 –

  •  

Juan kommt auf dem Kontrollweg unter der Auffahrt zum Green-Stone-Highway heraus: er tritt mit scheinbar versteinertem Blick zu dem großen Hang abseits des Weges, der sich bis über die Baumkronen erstreckt.

Die beiden Jungs, die vor der Blechhütte Wache stehen, die den Zugang zum verzweigten Metallsteg darstellt, rufen nach hinten: „Hey, Manuel — komm mal her, Alter!”

Von hinten tritt Manuel zu den beiden: er sieht Juan, der den Trampelpfad zur Blechsiedlung heraufkommt. Manuel kneift seine Augen etwas zusammen, indem sich in ihnen erneut ein Funkeln zeigt.

Manuel: „Hey, Juan — korrekt, dass du dich blicken lässt!”

Juan verzieht keine Miene: „Wir müssen reden, Manuel.”

Manuels Lächeln schwindet allmählich, und die beiden Wache haltenden Jungs wechseln einen kurzen Blick miteinander.

Manuel winkt ihnen ab, indem er Juan ansieht: „Kein Problem, komm mit!”

Beide gelangen durch die erste Blechhüte hindurch auf den verzweigten Metallsteg. Von einer der Verzweigungen aus, die teilweise durch die Felsen verläuft, werden Manuel und Juan von jemandem beobachtet. Manuel und Juan sind jetzt auf der zentral gelegenen, großen Metallplattform angelangt und bleiben hier stehen.

Manuel: „Also dann, Alter — lass uns reden!”

Juan, indem er Manuel fest in die Augen blickt:

„Ihr habt letzte Nacht die Fabrikationshalle im Forest überfallen!”

Manuel macht überhaupt nicht den Versuch, Juans Blick auszuweichen: „So ist es, Alter.”

Juan kneift seine Augen zusammen.

Manuel: „Und was weiter?!”

Juan: „Seid ihr denn bescheuert?!”

Manuel: „Wieso?”

Juan: „Ihr seid Kriminelle, ich meine, ihr...!”

Manuel grinst Juan mit funkelnden Augen an, so dass Juan innehält.

Manuel: „Hast du dich gerade eigentlich selbst gehört, Juan?”

Juans Empörung scheint von einer Sekunde auf die andere erstickt zu sein.

Manuel grinst weiterhin: „Bist du mittlerweile schon so weit von uns weg, Juan?”

Manuels Betonung des Wortes uns legt nahe, dass er Juan mit einschließt.

Juan ist offenbar gerade nicht imstande zu antworten.

Gleichzeitig kommt der die beiden auf der Metallplattform Beobachtende über die Verzweigung des Metallstegs an den Felsen vorbei immer näher.

Manuel: „Wir haben noch was vor, Juan, und dazu mussten wir aufrüsten.”

Juan blickt Manuel eindringlich in die Augen.

Manuel: „Es ist niemand bei dem Überfall zu Schaden gekommen, und das soll auch in Zukunft so bleiben — das garantiere ich dir!”

Juan: „Was habt ihr nur vor?!”

Manuel schüttelt den Kopf: „Nein, Juan — vorher musst du dich entscheiden, wo du von jetzt an stehen wirst, Kumpel!”

Erneut verschlägt es Juan die Sprache: Ihm ist klar, dass Manuel ihn wohl tatsächlich einweihen will, wenn er sich für Manuels Vorhaben entscheidet!

Gerade hat der die beiden Beobachtende ebenfalls die metallene Plattform erreicht und tritt hinter Manuel auf Juan zu. Juans Blick gleitet an Manuel vorbei, wo jetzt Julian vor ihm steht.

Juans Blick zeigt seine böse Überraschung.

Ein Flashback schießt Juan durch den Kopf, wie er vor Jahren den damals siebzehnjährigen Julian Kent, der wiederholt straffällig geworden war, in seine Jugendgruppe integrieren sollte, um diesen vor einer eineinhalbjährigen Haftstrafe zu bewahren. Juan erinnert sich, wie Julian nach dem Überfall auf eine Tankstelle zusammen mit ein paar Komplizen ihn und Jessica bedrohte, um beide zum Schwiegen zu bringen, und wie sie zusammen Julian und dessen Komplizen überwältigen konnten, bevor diese von der Polizei verhaftet wurden.

Manuel hebt seine Augenbrauen: „Ach, ja — und das eine auch noch, Juan: Julian gehört zu uns!”

Julian grinst Juan böse an — offenbar kostet er Juans Überraschung voll aus:

„Hey, Juan — was macht deine Jugendgruppe?”

Juan ballt unwillkürlich seine Fäuste, indem er näher an Julian herantritt. Julian weicht ein Stück zurück, doch da stellt sich Manuel Juan in den Weg und legt diesem die Hand auf die Schulter. Juan blickt Manuel erneut genau in die Augen, und Manuel erwidert den eindringlichen Blick.

Juan: „Was erwartest du eigentlich von mir, was ich jetzt tun soll, he?!”

Manuel blickt Juan wie einen guten Freund an:

„Dir steht es frei zu gehen oder zu bleiben, Juan — niemand hier wird dich aufhalten!”

Juan, wieder völlig überrascht: „Nach dem, was ich hier gerade erfahren habe?!”

Manuel, mit eindringlichem Blick:

„Juan, wenn ich dir nicht vertrauen könnte, sag mir, wem dann sonst?!”

Juan hält inne, indem Manuel ihm die Hand wieder von der Schulter nimmt.

Juan, deutlich leiser als zuvor: „Du erwartest ´ne Menge von mir, Manuel!”

Manuel, mit ruhiger Stimme: „Ja, das weiß ich. Aber wieder sage ich dir: wenn nicht von dir, von wem sonst könnte ich das erwarten?!”

Julian tritt wieder auf Juan zu: „Was uns betrifft, Juan: wir haben eine gemeinsame Geschichte, aber ich folge Manuel — und wem er vertraut, dem vertraue ich auch!”

Juan und Julian blicken einander jetzt ebenfalls fest in die Augen.

Julian: „Also, was ich damit sagen will: an mir soll's nicht liegen, Alter!”

Julian grinst jetzt schon beinahe kumpelhaft.

Juan sieht wieder Manuel in die Augen.

Manuel: „Du allein musst wissen, wohin du gehörst, Juan.”

Juan: „Sag mir, was ihr vorhabt!”

Julian zeigt einen eher zögernden Blick, während Manuel offensichtlich eine Entscheidung getroffen hat und abrupt zu einem Grinsen ansetzt: „Okay, Alter — let´s go!”

 

  • 18 –

  •  

In der Airfighter-Computerzentrale wird gerade ein eingehendes Telefonat gemeldet.

Jessica dreht sich vor der Kontrollwand um.

Computer: „Das Telefonat geht aus dem CIA-Hauptquartier ein.”

Jessica grinst: „Okay.”

Als die Leitung geschaltet ist, geht Jessicas Grinsen in ein Lächeln über:

„Na, du — hast du mal wieder keine Beschäftigung?”

In seinem Büro im CIA-Hauptquartiers sitzt Marshal hinter seinem Schreibtisch mit dem Telefonhörer in der Hand.

Marshal: „Eigentlich schon, aber dann dachte ich an dich, und plötzlich musste ich dich einfach mal anrufen!”

Jessica setzt sich auf einen der metallenen Sitze in der Computerzentrale: „Eigentlich, lieber Marshal, bin ich gerade im Dienst und mit wichtigen Ermittlungen beschäftigt. Eigentlich wäre es absolut unprofessionell von mir, jetzt ein privates Telefonat zu führen!”

Marshal, der sich mit dem Telefonhörer am Ohr zum Fenster dreht: „Eigentlich, liebe Jessica, geht es mir da genauso. Und eigentlich könnte ich vom CIA augenblicklich hingerichtet werden für ein solch gefährdendes Verhalten meinerseits!”

Jessica: „Und uneigentlich?”

Marshal: „Uneigentlich — tja, wie gesagt: ich musste dich plötzlich mal anrufen.”

Jessica: „Was haben wir ein Glück, dass wir solche Profis sind — da können wir uns so was mal erlauben!”

Marshal: „Absolut deiner Meinung. Und apropos: Profis — ganz professionell wollte ich gleich mal fragen, ob wir heute Abend nicht wieder essen gehen wollen.”

Jessica: „Was bitte ist daran denn jetzt professionell gewesen?”

Marshal: „Nun, professionell ist es gewesen, weil ich nicht ins Stottern geraten bin — obwohl ich ziemlich nervös bin.”

Jessica: „Dann ist es wirklich professionell gewesen. Und mit professionellen Agenten des CIA gehe ich immer gern essen — das ist gut für mein Image!”

Marshal: „Ich fühle mich benutzt.”

Jessica: „Entschuldige bitte, du weißt, wie ich's gemeint habe.”

Marshal: „Klar doch — dann bis später, Jessica.”

Jessica: „Ja, bis dann — mach's gut, Marshal.”

Auf einmal verschwindet das Lächeln wieder aus Jessicas Gesicht, und unwillkürlich blickt sie dorthin, wo vorhin noch Juan in der Computerzentrale gestanden hat. Jessica macht jetzt einen nachdenklichen Gesichtsausdruck.

 

  • 19 –

  •  

Nördlich von Green-Stone-Town zieht sich ein Teil Highways durch den Wald und gewinnt dabei zunehmend an Höhe. Im Wald stehen Chris und Bill im Auto am Rande eines Wanderweges und behalten den Verkehr auf dem Highway durch die grünen Zweige der Bäume hindurch im Auge.

Bill: „Ich frage mich ja die ganze Zeit, wozu jemand Hovercraft-Vorrichtungen stiehlt.”

Bill greift in die Tüte mit den Erdnüssen, die zwischen ihm und Chris im Auto steht.

Chris: „Wenn im Laufe des Nachmittags irgendwann mal ein paar Hovercrafts den Highway entlang fahren, können wir sie ja mal fragen.”

Chris greift ebenfalls in die Tüte.

Bill: „Gute Idee — dass ich nicht selbst drauf gekommen bin!”

Beide grinsen, indem sie ihre Erdnüsse kauen.

Bill: „Oder wenn demnächst irgendwo ´ne Luxusyacht überfallen wird und die Täter mit Hovercrafts abgehauen sind, dann hätten wir auch 'nen echten Hinweis.”

Chris: „Oder so.”

Erneut greift jeder von ihnen in die Erdnusstüte.

Bill: „Sag mal, hast du mal mit Jessie geredet… oder mit Juan?”

Chris, aufblickend: „Nein.”

Bill: „Du weißt, warum ich frage?!”

Die beiden sehen einander in die Augen.

Chris nickt: „Ja, irgendwas stimmt zwischen den beiden momentan nicht so richtig.”

Bill: „Meinst du, sie wollen sich trennen?”

Chris lässt seinen Blick durch den sommerlichen Wald schweifen:

„Das hoffe ich nicht — ich finde, die beiden gehören wirklich zusammen.”

Bill: „Das finde ich auch — aber irgendwas geht da momentan vor sich...”

Chris: „Um es mit Namen zu nennen: Marshal Stevens.”

Bill: „Was hältst du eigentlich von ihm?”

Chris: „Auch wenn ich das selbst nicht richtig glauben kann, so muss ich schon sagen, dass ich den Eindruck habe, er meint es ehrlich. Die Zusammenarbeit mit dem CIA ist für uns alle sehr wertvoll.”

Bill: „Auf jeden Fall. Aber ich meinte eigentlich, was du von ihm und Jessica hältst.”

Chris blickt Bill jetzt wieder in die Augen:

„Na, ja — die beiden scheinen sich gut zu verstehen.”

Bill: „Das meinte ich...”

Chris: „Klar, Jessica muss selbst wissen, was sie tut — aber um Juan tät´s mir ehrlich leid!”

Bill: „Hat er echt noch nicht mir dir drüber gesprochen?”

Chris schüttelt den Kopf: „Nein. Wir sind uns zu Hause zwar öfter über den Weg gelaufen, aber zu dieser Sache hat er sich noch nicht geäußert.”

Bill: „Komisch. Ich dachte, wenn überhaupt mit jemandem, würde er auf jeden Fall mit dir darüber reden.”

Chris: „Ja — aber irgendwie ist er generell in letzter Zeit so verschlossen...”

Bill: „… seit dieser Manuel aufgetaucht ist, oder?!”

Chris: „Ja — jetzt, wo du es sagst!”

Bill: „Was ist das eigentlich für ein Typ? — Er ist noch jünger als Juan, oder?”

Chris: „Er muss Juan von früher her kennen, als Juan noch… — na, ja.”

Bill: „Verstehe — wahrscheinlich keine leichte Situation für Juan!”

Chris: „Aber ich glaube, Jonathan weiß etwas mehr — Juan muss Manuel seinen Jungs mal vorgestellt haben — immerhin war Manuel ja auch bei dem Campingausflug neulich mit dabei!”

Bill: „Die spannendere Frage wäre wohl auch die, welchen Einfluss Manuel auf Juan hat!”

Chris: „Wenn ich Juan getroffen habe, war auch jedes Mal Manuel mit dabei — das ist wahrscheinlich auch ein Grund dafür gewesen, warum Juan so verschlossen war.”

Bill: „Aber wenn Juan wirklich hin- und hergerissen sein sollte, dann muss er bald eine Entscheidung für sich treffen, Chris!”

Chris blickt seitlich aus dem herunter gekurbelten Fenster hinaus in die sommerliche Wärme: „Ja, das wird er müssen — und vielleicht sollte ich ihn doch mal zur Rede stellen!”

Chris´ Blick zeigt mit einem Mal Besorgnis, während sich das Licht der strahlenden Sommersonne in seinen Augen widerspiegelt.

 

  • 20 –

  •  

Am Fuße des Steilhanges, wo sich die Blechsiedlung befindet, sind Manuel, Juan und Julian zu der mit Zweigen getarnten Höhle gelangt. Mit einem gespannten Grinsen führt Manuel Juan ins Innere: Hier haben einige der Mitglieder aus Manuels Gang die bekannten Geländebuggies mit den gestohlenen Hovercrafts versehen. Außerdem sind die Jungs gerade im Begriff, einige Granatwerfer und Rammböcke an den Hovercraft-Buggies anzubringen.

Juan reißt seine Augen auf.

Manuel, zufrieden grinsend: „Das Arsenal haben wir von einem Verkäufer auf dem Schwarzmarkt bekommen, zu dem wir schon länger connections hatten — dafür mussten wir auch das Egorace gewinnen!”

Julian: „Und dazu hast du ja einen großen Teil beigetragen, Juan!”

Julian klopft Juan auf die Schulter.

Juan erwidert Julian auf einmal einen bösen Blick, der Julian erstarren lässt.

Juan, zu Manuel: „Das meintest du also damit, dass ihr das Geld bräuchtet.”

Julian versucht, wieder zu grinsen: „Und es war doch gut, dass wir dich hatten, Juan!”

Manuel stellt sich jetzt genau vor Juan:

„Ganz recht, Juan — und es wäre echt super, dich auch weiterhin auf unserer Seite zu haben!”

Juans Blick zeigt etwas verzweifelte Hin- und Hergerissenheit. Demgegenüber zeigt Manuels Blick das gewohnte verführerische Lächeln zusammen mit dem bösen Funkeln in seinen Augen!

 

  • 21 –

 

In einer der höheren Etagen des Rathauses von G.S.T. steht Bürgermeister Dirk Grey mittig in seinem Büro und richtet seine Krawatte. Sein Gesicht zeigt einen wenig begeisterten Blick. Dann öffnet Dirk die Tür seines Büros, und schon stürzt sich eine kleine Gruppe von Reportern auf ihn, die im Flur bereits gelauert haben.

„Mister Grey, Mister Grey — was sagen Sie zu dem verübten Überfall auf eine Fabrikhalle in G.S.T.?”

„Müssen wir mit weiteren Überfällen rechnen?”

Dirk versucht, das Wort zu ergreifen: „Meine Herrschaften...”

„Oder müssen wir sogar mit einem erneuten Terroranschlag gegen Green-Stone-Town rechnen?”

„Könnte mit dem Diebesgut ein Kampf-Arsenal aufgerüstet werden?”

„Was ist denn bei dem Überfall überhaupt gestohlen worden?”

Dirk hebt seine Stimme, so dass die Reporter innehalten:

„Zur Zeit wissen wir noch nicht, wer die Täter sind oder was sie mit dem Diebesgut vorhaben.”

Erneut muss Dirk die aufkommende Unruhe durch Anheben seiner Stimme unterdrücken:

„Es handelt sich um eine Firma für Hovercraft-Technologie. Es sind also keinerlei Waffen oder andere Kampfmittel in die Hände der Diebe gefallen — soviel zu Ihrer Beruhigung. Und: nein — es bestehen keinerlei Hinweise darauf, dass überhaupt irgendein weiterer Schlag gegen Green-Stone-Town erfolgen wird!”

Die Reporter wollen Dirk sofort wieder mit weiteren Fragen überschütten, doch Dirk bricht ab: „Die weiteren Ermittlungen überlassen wir doch besser der Polizei. Ich für meinen Teil kann Ihnen versichern, dass wir Konsequenzen aus diesem Überfall ziehen werden! Ich danke Ihnen.”

Dirk wirft Ms. Sutton an ihrem Schreibtisch einen auffordernden Blick zu, und diese nickt den beiden Sicherheitsbeamten zu, die bereits im Flur bereitgestanden haben. Die beiden dirigieren die Reporter nun freundlich, aber bestimmend zurück zum Aufzug, so dass der Flur in dieser Etage geräumt wird.

 

  • 22 –

  •  

Juan überquert gerade die Wiese, die zum Eingang der Airfighter-Computerzentrale führt.

Juans Blick zeigt, dass er sich nicht ganz wohl fühlt: offensichtlich ist er nervös.

In der Computerzentrale dreht sich Jessica von der großen Kontrollwand um: „Hi.”

Jessicas Stimme klingt nett, aber distanziert.

Juan: „Hallo.”

Jessica scheint mit ihren Auswertungen beschäftigt, so dass sie Juan nur knapp ansieht.

Offenbar nimmt dies Juan aber sein Unbehagen.

Jessica, ebenfalls nett, aber ohne Juan unnötig oft in die Augen zu sehen:

„Wir haben bisher noch keine heiße Spur, aber ein paar lose Enden sind noch nicht verknüpft.”

Juan, jetzt im gleichen Tonfall: „Okay, dann verknüpfe ich mal!”

Juan nimmt auf einem aus dem Metallboden emporgefahrenen Sitz Platz und gibt Anweisungen ins Keyboard ein.

Jessica, beiläufig über die Schulter: „Und, was machen deine Jungs so?”

Juan blickt ruckartig auf. Da Jessica nicht hergesehen hat, bemerkt sie dies jedoch nicht. Sofort fasst Juan sich wieder: „Ach, ja — meine Kids sind gut drauf. Spielen halt Basketball-Matches.”

Jessica nickt, weiterhin vor der großen Kontrollwand stehend: „Ist doch okay.”

Juan, wieder mit dem Keyboard tippend: „Ja, genau.”

Indem die beiden weiterarbeiten, herrscht beinahe eisige Stille in der Computerzentrale — nur das elektronische Summen der Computer ist zu hören.

Da unterbricht das kurze Überwachungssignal die Stille: Juan und Jessica blicken gleichzeitig auf den Monitor in der Kontrollwand, der die Einfahrt zum Grundstück überwacht: vor dem geschlossenen Tor ist soeben Marshal Stevens vorgefahren.

Jessica und Juan blicken beide unangenehm überrascht, aber sie sehen einander nicht an.

Juan: „Ich öffne das Tor.”

Jessica: „Ja, gut — ich geh mal nach oben.”

Erst als Jessica die Computerzentrale verlassen hat, blickt Juan wieder auf: er zeigt einen traurigen, getroffenen Blick. Auf dem Monitor in der Kontrollwand kann er sehen, wie Stevens durch das sich öffnende Tor in die Einfahrt gefahren kommt und wie Jessica ihm dann beim Aussteigen entgegentritt. Juans Blick zeigt nicht zu verleugnende Eifersucht, doch ebenso Traurigkeit.

Draußen in der Einfahrt grinst Marshal Jessica entgegen: „Na, du — da bin ich!”

Jessica versucht ebenfalls zu grinsen, doch irgendwie scheint ihr das nicht so recht zu gelingen.

Marshal: „Alles okay bei dir?”

Jetzt ringt sich Jessica zu einem Grinsen durch:

„Oh, ja — ja, ja. Ich bin nur immer noch in die Auswertungen der Daten über den Überfall vertieft. Drei Stunden vor dem Computer — das macht einen schon mal meschugge!”

Marshal: „Oh, ja — das kannst du laut sagen!”

In der Computerzentrale schaltet Juan jetzt den Überwachungsmonitor aus, um sich wieder auf seine Arbeit konzentrieren zu können.

Marshal: „Hättest du Zeit und Lust für ein gemütliches — will nicht sagen: romantisches Abendessen?”

Jessica lächelt: „Ich glaube, das täte mir jetzt wirklich mal gut!”

Jessica blickt zur Überwachungskamera in der Löwenstatue. Als sie sieht, dass diese momentan deaktiviert ist, betätigt sie ihren Watchcomm.

In der Computerzentrale empfängt Juan Jessicas Nachricht über seinen Watchcomm:

„Wir fahren mal weg, Juan — zum Abendessen.”

Juan: „Ja, ist gut.”

Sein Blick wirkt irgendwie getroffen — doch Juan versucht weiterhin, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren.

 

  • 23 –

  •  

Im Wald sitzen Bill und Chris nach wie vor im Auto mit Blick auf den Green-Stone-Highway.

Beide sehen inzwischen ziemlich ermüdet aus.

Bill: „Das hat sich doch mal wieder richtig gelohnt!”

Chris: „Und wie!”

Bill blickt Chris fragend an.

Chris antwortet mit einem deutlichen Nicken.

Beide fahren gleichzeitig auf und schnallen sich wieder an.

Bill startet den Motor, und sie fahren über den Waldweg zurück in Richtung Green-Stone-Town.

Bill: „So ein Mist — unsere Erdnüsse sind auch aufgebraucht!”

Chris blickt auf seine Uhr: „Wir könnten jetzt sowieso zu Abend essen.”

Bill: „Gute Idee — fahren wir doch direkt zum Green-Mountain!”

Chris: „Und schon bekommt der Tag doch noch eine positive Wende!”

 

In der Computerzentrale der Airfighter-Basis sitzt Juan vor einem der Auswertungsterminals, als ein Funkspruch eingeht.

Computer: „Es ist Chris.”

Juan: „Hi, Chris!”

Chris: „Hey, Juan — schon zu Abend gegessen?”

Juan: „Nein, noch nicht — steht aber mit oberster Priorität auf meiner to-do-Liste!”

Chris: „Bill und ich können dich gerade auflesen — wir sind auf dem Weg zum Green-Mountain.”

Juan: „Oh, ja — das klingt doch super!”

Chris: „Alles klar — bis gleich!”

Juan: „Okay.”

 

Jessica und Marshal verlassen eine schicke Gaststätte in G.S.T.-City und steigen wieder in Marshals Auto ein.

 

Gleichzeitig fährt Bills Dienstwagen in der Einfahrt vor, wo Juan dazu steigt.

 

Jessica und Marshal fahren durch die City, während Bill, Chris und Juan wieder den Berg hinunter nach Northern-G.S.T. fahren.

 

Jessica blickt stumm durch die Fensterscheibe auf der Beifahrerseite nach draußen. Indem die Häuser der City an ihr vorbei gleiten, drehen sich ihre Gedanken ständig um Juan: Sie erinnert sich daran, wie sie einander kennengelernt haben, an ihre gemeinsamen Urlaube, und wie sie Juan noch an Bord von Airbase Alpha zur Seite gestanden hat, als dieser erstmals anfing darüber nachzudenken, wohin er wohl gehöre; dann geht ihr die kühle Situation vom Nachmittag wieder durch den Kopf, als sie mit Juan zusammen in der Computerzentrale stand — zwischen ihnen befand sich eine nicht mehr zu überwindende Barriere! Jessicas Blick zeigt, dass sie jetzt erst zu begreifen scheint, was im Laufe der Zeit passiert ist…

 

Juan sitzt hinten in Bills Dienstwagen, und auch er ist tief in Gedanken versunken: seitdem Manuel so überraschend in Green-Stone-Town aufgetaucht ist, hat sich alles für ihn verändert! Seine Zeit mit Jessica scheint in unendliche Ferne gerückt zu sein, und allmählich besinnt Juan sich wieder darauf, wer er vor seiner Zeit im Airfighter-Team gewesen war. Immer wieder sieht er Manuel vor sich, wie dieser ihn mit funkelnden Augen regelrecht dazu verführt, wieder in die Gang zurückzukommen — und Juans Blick deutet an, wozu er sich wohl entscheiden wird…

 

Indem Bill, Chris und Juan das Green-Mountain am nördlichen Ende der Stadt erreichen und auf dem Parkplatz vorfahren, fahren Marshal und Jessica den Berg zu Chris´ Grundstück hinauf und halten jetzt aber auf halber Höhe an: hier sind sie bereits vom grünen Wald umgeben und können die Häuser der Stadt nicht mehr sehen.

Jessica blickt wieder zu Marshal: „Du, ich muss mit dir reden.”

Marshal lächelt Jessica an: „Das habe ich mir bereits gedacht. Du bist schon den ganzen Abend so...,” Marshal sucht einen Moment lang nach dem richtigen Wort, „… abwesend gewesen.”

Jessica blickt Marshal tief in die Augen: „Es geht um uns.”

Marshal entgegnet Jessica einen offenen und vertrauensvollen Blick:

„Du weißt, wir können über alles reden, Jessie.”

Jessica lächelt kurz, dann wird ihre Mimik wieder ernst: „Ja, das weiß ich, Marshal.”

Marshal: „Du bist dir nicht sicher, ob das mit uns beiden gut gehen wird?”

Jessica, überraschenderweise ohne jegliche Regung: „Ja.”

Marshal lächelt verständnisvoll.

Jessica: „Aber da ist noch mehr, Marshal: Mir wird jetzt erst klar, was ich mit Juan verloren habe; ich hatte das bisher irgendwie verdrängt.”

Marshal: „Ihr wart heute das erste Mal wieder allein in einem Raum zusammen?”

Jessica nickt: „Und da ist mir erst klar geworden, was ich aufgeben würde, wenn ich mit ihm Schluss machte.”

Marshal: „Was sagt er denn?”

Jessica verzieht die Mundwinkel etwas: „Wir haben nicht wirklich miteinander gesprochen. Ich meine, wir haben zwar geredet, aber… — na, ja.”

Marshal blickt durch die Windschutzscheibe hinaus in das schöne Abendrot über dem duftenden Grün, das beide im Auto umgibt.

Marshal: „Das musst du natürlich ganz allein entscheiden, Jessie.”

Jetzt blickt er wieder Jessica in die Augen: „Aber ich wünschte, ich wäre der richtige Mann für dich. Denn du bist die Frau meines Lebens!”

Jessica lächelt gerührt, indem ihr eine Träne die Wange herunter läuft: „Du wärst es auch, Marshal — aber ich habe erkannt, dass Juan mir mein Leben bedeutet. Ich liebe ihn über alles.”

Marshal nimmt Jessica in den Arm und hält sie fest, indem durch die Windschutzscheibe in luftiger Höhe über Green-Stone-Town hinweg das imponierende Abendrot zu sehen ist.

 

Hinter einem der großen Fenster des Green-Mountain sitzen Bill, Juan und Chris an einem Tisch.

Bill, der sein Schnitzel bestaunt: „Das habe ich mir heute verdient!”

Chris, grinsend: „Ja, den ganzen Nachmittag im Auto zu sitzen mit so vielen Erdnüssen, das ist schon sehr anstrengend!”

Bill: „Hey, Juan — kannst du auch noch reden?”

Juan, mit einem misslungenen Lächeln: „Ja, klar.”

Bill: „Hey, war doch nur ´n Scherz! Was ist denn?”

Juan: „Ach, eigentlich gar nichts.”

Chris sieht Juan mit stummem Blick fragend an.

Bill: „Na, für eigentlich nichts wirkst du aber ganz schön mitgenommen.”

Chris, der Juan immer noch anblickt, kneift seine Augen etwas zusammen.

Juan: „Ach, kommt schon, Leute — das geht euch nichts an!”

Chris´ Blick zeigt Überraschung, bleibt aber weiterhin stumm.

Bill: „Hey — sorry, Juan. Ich wollte dir nicht zu nahe treten.”

Juan sieht mit missmutigem Blick wieder auf seinen Teller.

Bill wechselt einen kurzen Blick mit Chris.

Chris, mit ruhiger Stimme: „Was ist denn eigentlich mit dir los?”

Juan, jetzt eher an einen schlecht gelaunten Teenager erinnernd: „Gar nichts, Mann.”

Chris: „Wem willst du was vormachen, Juan?”

Juan sieht Chris jetzt in die Augen: „Chris, lass mich bitte in Ruhe!”

Chris sieht Juan genau in die Augen: „Ist es wegen Jessica oder wegen Manuel?”

Der Blick in Juans Gesicht zeigt Chris, dass er es genau auf den Punkt gebracht hat.

Juan, hörbar verärgert: „Was geht dich an, was zwischen mir und Jessica ist? Und Manuel geht dich schon mal gar nichts an!”

Bill scheint leicht erschrocken über Juans Tonfall, Chris dagegen bleibt beharrlich und fixiert Juan weiterhin mit seinem Blick.

Chris: „Du kannst mir nichts vormachen, Juan: ich weiß, dass dich etwas beschäftigt, von dem du nicht weißt, wie du damit umgehen sollst.”

Juan: „Aber das geht nur mich was an!”

Chris: „Ich biete dir auch nur meine Hilfe an.”

Juan, barsch: „Danke, Chris — aber diesmal nicht! Ich bin alt genug, um meine Entscheidungen eigenständig treffen zu können!”

Abrupt steht Juan vom Tisch auf.

Bill, beschwichtigend: „Hey, jetzt warte doch mal.”

Juan, indem er schon weggeht: „Danke — aber ich habe keinen Appetit mehr!”

Indem Juan sichtlich verärgert nach draußen stürmt, blickt Bill Chris leicht erschrocken an. Chris antwortet mit einem nachdenklichen Blick.

 

Marshals Auto fährt durch das geöffnete Tor auf das große Grundstück Jessicas. Vor ihrem Haus steigt Jessica aus und verabschiedet sich von Marshal mit einem eindringlichen Blick, der mehr sagt als tausend Worte.

Indem Marshals Auto im Hintergrund wieder davon fährt, betritt Jessica mit hin- und hergerissenem Blick ihr Haus und geht in die Küche. Hier kocht sie sich einen Tee, wobei sie die beiden Plätze am kleinen Küchentisch anstarrt.

In ihrer Erinnerung sieht Jessica, wie sie zusammen mit Juan dort beim Frühstück sitzt: beide lächeln einander an und vergessen darüber ganz ihr Frühstück. Ihre Blicke durch die rosa Brille gehen dem jeweils anderen tief in die Augen, und dann küssen sich die beiden. Durch das Fenster scheint die strahlende Morgensonne durch einige Nebelschwaden auf das große Grundstück.

Abrupt wird Jessica durch den fertig gekochten Tee wieder in die Realität zurückgerufen. Mit abwesendem Blick nimmt Jessica die Tasse Tee mit nach draußen, wo ihr Blick über das abendliche Grundstück gleitet.

 

Jessica schlendert mit der Tasse dampfenden Tees über ihr Grundstück; gleichzeitig geht Juan durch die ruhigen Straßen des abendlichen Northern-G.S.T. Während Jessicas Blick verträumt und abwesend aussieht, zeigt Juans Blick seine Wut und seine Hin- und Hergerissenheit. Beiden gehen die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit durch den Kopf, beider Gedanken drehen sich momentan nur um den jeweils anderen. Sie durchleben die letzten Jahre im Airfighter-Team noch einmal, die sie zusammen verbracht haben. Schließlich geht beiden dieselbe Erinnerung durch den Kopf:

Sie sitzen zusammen in einer Sitznische von Airbase_Alpha, und Jessica hält Juans Hand.

Jessica sieht Juan fest in die Augen:

Egal, was du auch für eine Vergangenheit hast, Juan — ich will, dass du weißt, dass ich für dich da bin und dass ich zu dir halte. Ich liebe dich, und nur du machst mein Leben vollständig!”

Beide küssen sich.

Schließlich bleibt Jessica mit verklärtem Blick stehen und lässt sich mit der Tasse in ihrer Hand langsam zu Boden sinken: mitten auf ihrer großen Wiese bleibt sie in der abendlichen Dämmerung sitzen. Juan dagegen ist gerade am Rande des kleinen Örtchens Northern-G.S.T angelangt und geht mit eiligen Schritten weiter in Richtung Wald.

 

  • 24 –

  •  

Am Rande des Sportfeldes bei der Turnhalle, die Juan für seine Jugendgruppe zur Verfügung gestellt worden ist, sitzen Juans Schützlinge beim Grillen in der Abenddämmerung: die Temperaturen sind noch angenehm warm, und der Appetit anregende Duft des Gegrillten erfüllt die Luft. Da kommt Bills Dienstwagen vorgefahren, und Chris und Bill steigen aus. Jonathan und zwei weitere der Jugendlichen treten den beiden sofort entgegen.

Jonathan: „Hey, ihr beiden — ihr habt ja echt gute Nasen, das muss man euch schon lassen!”

Die beiden Jungs bei Jonathan lachen.

Chris schlägt mit Jonathan ein.

Bill: „Ihr lebt hier ja richtig gut.”

Der eine der beiden Jungs grinst auffordernd: „Ihr könnt gerne was abbekommen!”

Bill erwidert das Grinsen: „Danke, aber wir kommen gerade vom Green-Mountain.”

„Okay, das ist ´n klares Statement!”

Bill und der Junge schlagen ebenfalls ein.

Jonathan: „Was führt euch dann her?”

Chris: „Ich wollte dich mal auf Juan ansprechen, Jonathan.”

Jonathan: „Na, ja — du hast es wohl auch bemerkt, Chris: Juan ist momentan irgendwie total daneben.”

Chris: „Er erscheint mir völlig aus der Bahn geworfen.”

Jonathan: „Ja, genau. Und was ist eigentlich mit ihm und Jessica, wenn ich mal fragen darf?”

Chris: „Das weiß wohl niemand so richtig.”

Bill ergänzt: „Die beiden selbst wohl auch nicht, glaube ich.”

Jonathan: „Aber ich hab´ jetzt mal gedacht, das gibt sich alles wieder. Ich meine, so geht das doch jedem mal, oder?!”

Chris: „Allerdings glaube ich, dass noch mehr dahintersteckt...”

Jonathan: „Du meinst Manuel?”

Chris: „Exakt den meine ich. Was weißt du eigentlich über den Typen?”

Jonathan: „Na, ja — Juan und er kennen sich von früher her, als Juan noch Gangmitglied war.”

Chris: „Habt ihr auch nicht mehr mit Manuel zu tun gehabt?”

Jonathan: „Nicht wirklich: er ist ziemlich verschlossen uns gegenüber. Ich meine, der Typ ist voll okay, soweit ich das beurteilen kann — aber er erzählt halt nicht viel.”

Der andere der beiden Jungs neben Jonathan fügt hinzu: „Kann ich aber auch verstehen, Alter: wenn ich in 'ner kriminellen Gang gewesen wäre, wollte ich auch nicht mit jedem darüber reden!”

Chris nickt: „Aber er redet mit Juan darüber.”

Jonathan: „Ja, das denke ich. Aber die beiden haben halt ´ne gemeinsame Geschichte.”

Bill: „Wenn´s nicht mal noch mehr ist!”

Jonathan: „Meint ihr, Juan hätte Schwierigkeiten?”

Chris atmet einmal durch: „Wie ist er denn heute drauf gewesen?”

Jonathan verzieht sein Gesicht ein wenig: „Wie heute? Er ist doch gar nicht hier gewesen!”

Die beiden Jungs neben Jonathan schütteln ihre Köpfe.

Chris: „Er sagte, er sei heute Vormittag noch bei euch, bevor er dann zurück zur Basis kommen wollte.”

Jonathan: „Also, bei uns hat er sich den ganzen Tag noch nicht blicken lassen. Die Grill-Party für heute Abend war schon etwas länger geplant.”

Chris und Bill wechseln einen Blick miteinander, der erkennen lässt, dass die beiden nichts Gutes ahnen; auch Jonathans Blick zeigt jetzt Beunruhigung.

 

  • 25 –

  •  

Manuel zeigt seinen funkelnden Blick, indem er neben Raffael in einem der mit Granatwerfern und einem Rammbock bestückten Gelände-Buggies sitzt.

Manuel zieht sich gerade einen Helm über den Kopf, indem er draufgängerisch zu Raffael grinst: „Jetzt wird's geil, Alter!”

Raffael, der sich ebenfalls einen Helm überzieht, erwidert den gleichen Blick: „Hau rein!”

Sofort schieben die beiden ihre Visiere vors Gesicht und geben Gas, so dass das Unterholz von den durchstartenden Reifen weg geschleudert wird. Raffael aktiviert eine Schaltung im Buggy, und abrupt werden er und Manuel ein Stück angehoben: mitten im Fahren pumpt sich das Hovercraft unterhalb des Buggies innerhalb von einer Sekunde vollständig auf. Die übrigen Hovercraft-Buggies rasen durch den nächtlichen Green-Stone-Forest hinter Manuel und Raffael her.

 

Ein großes Betonbauwerk im Forest, das von einem massiven Schutzwall umgeben ist; dazwischen umschließt auch noch ein hoher Zaun das Gelände um das Bauwerk herum: die Warnung am Zaun zeigt, dass er unter Hochspannung steht! Im Dunkel sind vereinzelte Wachposten in Militäruniformen zu sehen.

In diesem Moment rasen Manuel und Raffael in ihrem Hovercraft-Buggy mit Vollgas genau auf den Schutzwall zu, brettern diesen hinauf, heben dort ab und werden ein Stück weit durch die Luft katapultiert. Während in den Helmvisieren der beiden das Spiegelbild des Elektrozauns genau auf sie zugerast kommt, halten Manuels Hände das Lenkrad fest erfasst, und Raffaels Hände stützen sich gegen die Armaturen ab — dabei ist außer dem Atmen der beiden und dem brummenden Motorengeräusch für einen Moment lang nichts weiter zu hören. Dann schlagen Manuel und Raffael mit dem Hovercraft-Buggy in den Elektrozaun ein und durchbrechen diesen in gleißendem Funkenregen und unter gewaltigen elektrischen Entladungen: der Buggy verschwindet hinter einer zischenden Stichflamme. Manuel und Raffael werden beim Aufprall von einem brutalen Ruck erfasst und in ihre Sitze gehämmert.

Die wie vom Schlag getroffenen Wachposten sehen, wie der Buggy von der anderen Seite aus mitten in den Elektrozaun geschmettert wird, wie er diesen inmitten des gleißenden Kurzschlusses durchbricht, wie die restlichen Fetzen beinahe ringförmig in alle Richtungen auseinander fliegen und wie der Buggy mit den beiden nicht erkennbaren Fahrern krachend, knapp über dem Boden schwebend, wieder aufschlägt.

Der Hovercraft-Buggy schwebt in rasender Geschwindigkeit über das umzäunte Gelände. Immer noch sprühen blau gleißende Funken aus dem Hochspannungszaun, und die Wachposten springen zur Seite, während aus dem Bauwerk bereits Verstärkung stürmt. Gerade ertönt ein dröhnendes Alarmsignal, da krachen Manuel und Raffael mit ihrem Buggy mitten in den großen Generator und zerschmettern ihn beim Durchfahren. Die übrigen Buggies kommen jetzt ebenfalls durch das Loch im Elektrozaun auf das Gelände um das Bauwerk gerast.

 

Police-Airbase_002 patrouilliert hoch oben vor dem imponierenden Sternenhimmel.

In der Zentrale meldet gerade der Offizier von der Überwachungsstation:

„Captain Towers, unsere Sensoren hatten gerade für eine Sekunde ein eingehendes Alarmsignal mit Militärcodierung registriert — doch es ist sofort wieder unterbrochen worden.”

Captain Towers: „Versuchen Sie, das Signal zu identifizieren.”

Captain Towers dreht sich zur Kommunikationsstation:

„Versetzen Sie die Polizei und die Airforce in G.S.T. in Bereitschaft!”

Der Offizier an der Kommunikationsstation bestätigt: „Aye, Sir.”

 

Während Manuel und Raffael mit ihrem Buggy einmal quer über das Gelände gerast kommen und einige Granaten in den Boden abfeuern, deren Explosionen Gestein und Erdreich durch die Luft fliegen lassen, donnern die übrigen Buggies überall über das ursprünglich abgesperrte Gelände und sorgen mit eigenem Granatbeschuss für weitere Ablenkung.

 

In der Airfighter-Computerzentrale leuchtet eine blaue Anzeige auf, und die automatische Systemkontrolle zeigt ein eingehendes Signal an.

 

Bill und Chris sitzen zusammen mit den Jugendlichen aus Juans Gruppe am Grill neben der Turnhalle, als ihre Watchcomms ansprechen.

Airfighter, über Watchcomm: „Bill, Chris, Police-Airbase_002 meldet ein kurz empfangenes Alarmsignal mit Militärcodierung!”

Sofort fahren Bill und Chris auf und eilen zurück zu Bills Dienstwagen.

Jonathan und die Jungs, die unmittelbar bei den beiden gesessen haben, blicken ihnen hinterher.

Da rast Bills Dienstwagen schon mit quietschenden Reifen ins nächtliche G.S.T. davon.

 

Irgendwo über dem nächtlichen Green-Stone-Forest patrouilliert eine Airforce-Maschine.

Ned bestätigt im dunklen Cockpit gerade die Funk erhaltene Anweisung:

„Verstanden, Sir — wir sehen uns mal um.”

Im Hintergrund ist durch die Cockpitscheibe hindurch ebenfalls der sternklare Nachthimmel zu sehen.

Indem Neds Maschine beidreht und einige weitere Airforce-Maschinen Ned folgen, teilt Ned seinem Geschwader über Funk mit: „Okay, Jungs — von irgendwoher ist ein kurzes Alarmsignal des Militärs empfangen worden. Starten wir mal ´n Sightseeing!”

 

Julian donnert mit seinem Hovercraft-Buggy genau auf eine Panzertür des Betonbauwerks zu und stemmt sich mit aller Kraft gegen die Armaturen ab: mit voller Wucht schlägt Julians Buggy in die Panzertür ein und durchbricht diese. Während überall auf dem Gelände die Buggies in rasender Fahrt ihre Granaten verschießen und auf diese Weise die bewaffneten Offiziere in Schach halten, kommen noch ein paar weitere Buggies hinter Julian her in das Innere des Gebäudes gefahren.

Hier brüllt Julian den anderen gegen den Lärm von draußen zu:

„Nehmt das Zeug und verteilt es so, dass die Hovercrafts nicht schlapp machen — los, los, los!!”

Er weist ihnen dabei mit dem Finger eine bestimmte Richtung. Hier im Innern des Bauwerkes ist nun zu erkennen, dass Julian in ein offensichtliches Waffenreservoir eingebrochen ist!

Draußen donnern Raffael und Manuel inmitten des Granatbeschusses über das nächtliche Gelände.

Manuel und Raffael blicken einander in voller Fahrt kurz durch ihre Helmvisiere hindurch an und schlagen miteinander ein.

Auf dem ganzen Gelände um das Betonbauwerk herum tobt ein einziges Inferno aus Granateinschlägen und -explosionen, aus Maschinengewehrfeuer der Militäroffiziere, aus kreuz und quer herum rasenden Hovercraft-Buggies und aus immer noch durch die Gegend gespienen Funken aus dem Hochspannungszaun.

Dann kommen Julian und die anderen mit ihren Buggies wieder aus dem Waffenreservoir herausgefahren, und inmitten des donnernden Infernos ziehen sich sämtliche Buggies nach und nach wieder durch das in den Elektrozaun gerissene Loch zurück.

 

  • 26 –

  •  

Bills Dienstwagen brettert im nächtlichen Dunkel die kleine Straße den Berg zur Airfighter-Basis hinauf.

Airfighters Stimme ist dabei über Watchcomm zu hören:

„Ich kann Jessica momentan nicht erreichen — ebensowenig Juan.”

 

Jessicas Watchcomm liegt auf dem Tisch in ihrer Küche — von Jessica keine Spur.

 

Juan trägt seinen Watchcomm zwar an seinem herunterhängenden Arm, jedoch hat er diesen zur Zeit deaktiviert. Juan unterquert gerade die Brücke der Auffahrt auf den Green-Stone-Highway.

 

In der Zentrale von Police-Airbase_002 blickt der Offizier von der Überwachungskontrolle gerade wieder auf: „Positiv, Captain — wir haben die Quelle des Alarmsignals identifiziert!”

Sogleich dreht sich Captain Towers dem Offizier zu.

 

Das Gesicht Captain Towers´ befindet jetzt als Bild auf einem der Monitore in der Computerzentrale der Airfighter-Basis.

Captain Towers´ letzte Worte sind noch zu hören: „Militärstation K-4.”

Dem Monitor gegenüber stehen Bill und Chris mittig in der Computerzentrale.

Chris: „Verstanden, Captain — wir sind auf dem Weg!”

Bill: „Airfighter, einen Kurs auf die Koordinaten von Militärstation K-4 programmieren!”

Airfighter, über Funk: „Verstanden, Bill.”

Indem das Bild von Captains Towers auf dem Monitor erlischt, eilen Chris und Bill in die automatische Schleuse zur Airfighter-Höhle.

 

In nächtlicher Außenansicht öffnet sich das Tor unterhalb der Airfighter-Basis, und Airfighter kommt heraus geflogen, indem sein Flugscheinwerfer jegliche Sicht zunehmend überblendet.

 

Story by Christian Scheffel –

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