Irene Beddies

Heringe



Vor einer halben Stunde waren sie am Campingplatz angekommen.
Mama hatte sofort die Sachen aus dem Kofferraum ausgeladen, auf einem Haufen zusammengestellt und  das Auto auf den Parkplatz gefahren. Nun mühte sie sich mit dem alten Zelt von Opa ab.
Jakob versuchte derweilen Ordnung in die mitgebrachten Sachen zu bringen: Klamotten auf die eine Seite, Vorräte auf die andere. Er wollte die Vorräte gleich mit einer Decke vor der Sonnenhitze schützen.
Er hörte Mama stöhnen, als sie die Zeltplanen über das Gerüst zog. Dann klopfte sie in regelmäßigen Abständen mit einem Holzhammer die Schlaufen fest.
Plötzlich fluchte sie leise.
Das durfte doch nicht wahr sein, Mama, die immer alle bösen Wörter verbot!
„Jakob, bring bitte noch zwei Heringe!“
Jakob stellte ein Gurkenglas wieder auf den Boden und nahm das Glas mit den sauren Heringen. Er ging um das Zelt herum und reichte Mama das Glas.
„Was soll ich denn  damit?“, fragte sie etwas verdutzt. Dann lachte sie schallend.
„Das muss ich Papa erzählen, wenn er heute Abend auch kommt!“, rief sie.
Sie gab  Jakob eine Kuss und verschwand ums halbaufgebaute Zelt.
Jakob blieb mit dem Heringsglas ratlos zurück.

© I. Beddies


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.08.2013. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Buch von Irene Beddies:

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In Krollebolles Reich: Märchen von Irene Beddies



Irene Beddies hat in diesem Band ihre Märchen für Jugendliche und Erwachsene zusammengestellt.
Vom Drachen Alka lesen wir, von Feen, Prinzen und Prinzessinnen, von kleinen Wesen, aber auch von Dummlingen und ganz gewöhnlichen Menschen, denen ein wunderlicher Umstand zustößt.
In fernen Ländern begegnen dem Leser Paschas und Maharadschas. Ein Rabe wird sogar zum Rockstar.
Auch der Weihnachtsmann darf in dieser Gesellschaft nicht fehlen.

Mit einer Portion Ironie, aber auch mit Mitgefühl für die Unglücklichen, Verzauberten wird erzählt.

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